Welche E-Autos erhalten die meiste Kaufförderung?
Diese Elektroautos sind bei Privatkäufern am beliebtesten

Nach acht Monaten Elektroauto-Kaufförderung liegt jetzt die erste Auswertung vor. Sie zeigt, welche Autos am meisten vom Elektro-Bonus der Bundesregierung profitieren – und enthüllt, wo Privatkäufer die Prioritäten setzen.
Bild: Tom Salt/AUTO BILD
Über die Elektroauto-Kaufförderung wurde viel diskutiert. So erschien es vielen zweifelhaft, ob die Prämie der Bundesregierung, die rückwirkend zum 1. Januar 2026 ausgelobt wird, tatsächlich dem eigenen Anspruch gerecht würde, sozial ausgewogen zu sein.
Jetzt liegt vom zuständigen Bundesamt für Wirtschaft und Ausfuhrkontrolle (BAFA) eine Auswertung der bisher bewilligten rund 50.000 elektrischen Neuwagen und PHEV vor, die einige Rückschlüsse auf Zusammensetzung und Auswahlkriterien der Förderungsbezieher erlaubt.
Viele Familien werden gefördert
So zeigt sich, dass offenbar tatsächlich viele Familien und Haushalte mit relativ niedrigem Einkommen die Förderung für Elektroautos abrufen: Von den insgesamt 52.473 bewilligten Anträgen entfielen rund die Hälfte (26.692) auf die niedrigste Stufe, also Haushalte mit maximal 45.000 Euro zu versteuerndem Jahreseinkommen.

Der Siegeszug des Skoda Elroq, der erst 2025 auf den Markt kam, setzt sich auch in der BAFA-Auswertung fort: Mit 3642 Förderbewilligungen steht er auf Position 2.
Bild: Tom Salt / AUTO BILD
11.778 Familien mit zwei (oder mehr) Kindern beantragten die Kaufförderung. Immerhin noch 6187 Anträge entfielen auf Familien mit einem Kind. Leasing und Barkauf halten sich ziemlich genau die Waage. Die Masse der Förderanträge bezieht sich auf vollelektrische Autos (47.986 Exemplare). Nur rund 8,5 Prozent (4487 Käufer) schafften sich einen Plug-in-Hybriden an.
Keine Dominanz von Billigautos
Interessant ist auch die Auswahl der jeweiligen Automodelle. Anders als zu erwarten wäre, wurden nicht nur billige Kleinwagen gekauft. So kam der Dacia Spring, zurzeit das günstigste Elektroauto auf dem deutschen Markt, auf lediglich 989 geförderte Exemplare.

Platz 3: Für den Tesla Model 3 wurden in den ersten acht Monaten insgesamt 2716 Förderanträge bewilligt.
Bild: Tom Salt / AUTO BILD
Vom Elektro-Zwerg Leapmotor T03 (3,62 Meter lang) wurden 1700, vom Citroen e-C3 immerhin 1211 Exemplare gefördert. Auch der BYD Dolphin Surf erhielt nur 822-mal die Förderprämie, Fiat 500e 1268-mal. Erfolgreichster Kleinstwagen ist der Hyundai Inster, mit einem Listenpreis ab 24.650 Euro keineswegs ein Schnäppchen.
Kaufförderung: Die beliebtesten Marken
Marke | Anzahl geförderte Exemplare |
|---|---|
Tesla | 8141 |
Skoda | 4350 |
Hyundai | 2932 |
Leapmotor | 2841 |
Kia | 2692 |
Renault | 2624 |
Volkswagen | 2621 |
Cupra | 2472 |
BMW | 1910 |
BYD | 1869 |
Nur wenige Luxusautos in der Liste
Erwartungsgemäß wurden auch nur wenige teure E-Autos mit Subvention gekauft – weil tendenziell Personen, die sich solche Autos leisten können, ein zu hohes Einkommen hatten. So wurden auffällig wenige Polestar (33), Mercedes (502) und Audi (523) gefördert. Ganze 62 Porsche erhielten Förderung. Interessant: Während große BMW ebenfalls rar sind (597), kam das elektrische Kompakt-SUV iX1 mit 1313 Exemplaren auf eine relativ hohe Stückzahl geförderter Modelle.

Erfolgsschlager: Als einziger vollelektrischer BMW hat der iX1 einen Platz unter den Top Ten der geförderten E-Autos ergattert – überraschend, denn der Listenpreis für das Kompakt-SUV liegt mit 49.400 Euro nicht eben niedrig.
Bild: Olaf Itrich / AUTO BILD
Die BAFA-Liste wirft auch ein Schlaglicht auf die beliebtesten Elektroauto-Modelle. Denn anders als bei der KBA-Hitliste, die sämtliche Neuzulassungen enthält, sind nur Privatpersonen aufgeführt, da nur sie die Kaufförderung beantragen dürfen. Derzeit fallen 41 Prozent der Neuzulassungen auf Privatleute zurück – der Rest entfällt auf Autovermieter, Flottenbetreiber sowie Eigenzulassungen von Händlern und Herstellern.
Kaufförderung: Top 20 der beliebtesten Modelle
Modell | Anzahl geförderte Exemplare |
|---|---|
Tesla Model Y | 5408 |
Skoda Elroq | 3642 |
Tesla Model 3 | 2716 |
Volkswagen ID.3 | 2090 |
Hyundai Inster | 2063 |
Leapmotor T03 | 1700 |
Cupra Born | 1414 |
BMW iX1 | 1313 |
Fiat 500e | 1268 |
Citroen ë-C3 | 1211 |
Kia EV3 | 1052 |
Cupra Tavascan | 1048 |
Renault 5 E-Tech | 1041 |
Dacia Spring | 989 |
BYD Dolphin Surf | 822 |
Opel Corsa Electric | 761 |
Skoda Enyaq | 706 |
Peugeot 2008 | 614 |
Hyundai Kona Electric | 603 |
Fiat Panda Electric | 571 |
Peugeot e-208 | 534 |
Welche Modelle gefielen Privatkäufern am meisten? Ganz vorn liegt Tesla: Mit dem SUV Model Y (5408 Exemplare) landet die US-Marke auf dem 1. Platz. Doch dahinter ist bereits Skoda mit dem ähnlich großen Elroq: 3642 Exemplare über alle Modellvarianten hinweg wurden gefördert. Bronze geht wieder an Tesla mit der Fließheck-Mittelklasse Model 3 (2716 Exemplare).
Chinesische Hersteller sind noch rar
Insgesamt bleibt der Vorsprung, den Tesla auf dem Elektroautomarkt scheinbar genießt, auch hinsichtlich der geförderten Modelle erhalten. VW hinterlässt als Gesamtunternehmen einen Eindruck, die einzelnen Konzernmarken indes bleiben teilweise weit zurück.
Doch in Summe erreicht das Unternehmen weit höhere Zahlen, würde z. B. mit den nahezu baugleichen Modellen VW ID.3 und Cupra Born in Summe Teslas Model 3 vom dritten Platz verdrängen. Ein weiterer Eindruck: Die chinesischen Hersteller sind von einer marktdominierenden Position beim geförderten Privatkauf noch weit entfernt.
Fazit
Für mich als überzeugten Gebrauchtwagenkäufer ist die Auswertung eine Überraschung: So viele Familien mit vergleichsweise geringem Einkommen haben sich für Kauf oder Leasing eines neuen Elektroautos entschieden, das hätte ich nicht erwartet! Damit folgt die Kaufförderung im Ergebnis dem eigenen Anspruch, "eine sozial ausgewogene Marktdurchdringung zu ermöglichen". Und ich freue mich auf viele elektrische Gebrauchtwagen, die in wenigen Jahren das Angebot erweitern!
Service-Links
