Lange stand bei der Diskussion über Elektroautos die Reichweite im Vordergrund. In Sachen Reichweite glänzen Modelle mit großen Akkus – doch die sind meist kostspielig! Angesichts zunehmend höherer Ladegeschwindigkeiten lohnt sich auch ein Blick auf die kleineren Modelle und die Effizienz der Fahrzeuge.
Ein sparsames E-Auto mit kleinem Akku, der aber schnell wieder aufgeladen werden kann, ist auf Langstrecke oft genauso schnell, wie ein "durstiges" Modell mit großem Akku, das aber langsamer lädt. Lesen Sie hier, welche Modelle besonders sparsam mit dem Akku umgehen!
Als Datengrundlage nutzen wir den diesjährigen "El Prix"-Sommertest des norwegischen Autoclubs NAF. Dabei wurden 24 E-Autos verschiedener Hersteller am selben Tag über dieselbe Route in Norwegen geschickt. Sobald die Akkus schlapp machten, wurde die zurückgelegte Distanz gemessen. Die Auswahl der Modelle trifft der NAF, AUTO BILD hat darauf keinen Einfluss.
Aufgrund der begrenzten Teilnehmeranzahl nahmen natürlich auch nicht alle aktuellen E-Autos am diesjährigen Sommertest teil. Die Fahrdaten liefern aber zweimal jährlich einen guten Überblick, wohin sich der Markt und die Technik entwickeln. Wichtig: In Norwegen ist die Höchstgeschwindigkeit immer begrenzt, die Verbräuche fallen also tendenziell niedriger aus, als in einem Praxistest in Deutschland.

Die besten Elektroautos bis 18 kWh Testverbrauch

Testverbrauch
13,9 kWh/100km
2,1
gut
Preis
19.990 EUR
Testverbrauch
15,7 kWh/100km
1,5
gut
Preis
41.875 EUR
Spring DACIA
3.
Dacia
Spring Electric 65
Testverbrauch
16,4 kWh/100km
3,1
befriedigend
Preis
19.900 EUR
Fiat Grande Panda
4.
Fiat
Grande Panda Elektro
Testverbrauch
16,5 kWh/100km
2,7
befriedigend
Preis
24.990 EUR
Testverbrauch
17,1 kWh/100km
2,2
gut
Preis
32.400 EUR
Testverbrauch
17,6 kWh/100km
1,6
gut
Preis
36.990 EUR
Testverbrauch
17,8 kWh/100km
1,6
gut
Preis
55.727,7 EUR
408 Elektro 210 PEUGEOT
8.
Peugeot
Testverbrauch
18 kWh/100km
2,0
gut
Preis
51.810 EUR

Verbrauchsmeister: Toyota CH-R+, Korea stark vertreten

Um den Verbrauchsmeister zu küren, haben wir berechnet, wie viele Kilometer die Testkandidaten aus einer Kilowattstunde Strom quetschen. Die Top 10 werden dominiert von koreanischen Herstellern sowie Mercedes-Benz und Toyota. Zum absoluten Verbrauchsmeister kürt sich der Toyota C-HR+. 8,15 Kilometer fährt der Japaner mit einer Kilowattstunde, das entspricht einem Verbrauch von 12,3 kWh/100 km.
Toyota C-HR+ (2025)
Das genügsamste E-Auto im Test: Der Toyota CH-R+ fuhr die meisten Kilometer pro Kilowattstunde.
Bild: Toyota
Ähnlich effizient fahren Mercedes CLA 350, die koreanischen Modelle Kia EV2 und EV4 sowie der Hyundai Inster (siehe Tabelle unten). Dahinter folgen Toyota BZ4X, BMW iX3 50 xDrive, die Mercedes-Modelle GLC 400 und GLB 350 sowie der Mazda 6e. Die schlechteste Effizienz liefern die Modelle MG IM6 und KGM Musso, sie kommen mit einer Kilowattstunde nicht einmal fünf Kilometer weit.
Spannend: Der Toyota CH-R+ ist kein echtes Leichtgewicht: Mit 77-kWh-Energiespeicher bringt er rund 1900 Kilogramm auf die Waage. Die etwas weniger effizienten Kia EV2 (1625 kg) und Hyundai Inster (1675 kg) wiegen sogar weniger.
Grafik El Prix Datenanalyse Effizienz von Elektroautos
Die Grafik zeigt, wie weit die einzelnen Verbräuche auseinandergehen.
Bild: Volkswagen

Fast doppelte Kosten im Test-Schlusslicht

Im Vergleich zum Test-Durchschnitt (6,65 km/kWh) holt der Toyota CH-R+ 23 Prozent mehr Reichweite aus einer Kilowattstunde, die Schlusslichter KGM Musso und MG IM6 fahren dagegen 31 Prozent weniger weit. Umgerechnet in den klassischen Verbrauch stehen beim CH-R+ 12,3 kWh für eine Distanz von 100 Kilometern. Der Musso gönnt sich dagegen mit 21,8 kWh/100 km fast die doppelte Energiemenge.
Und so ein Mehrverbrauch wirkt sich auch auf die Geldbörse aus: 100 Kilometer im Toyota CH-R+ kosten den Fahrer bei einem Strompreis von 39 Cent im Privathaushalt rund 4,80 Euro. Im KGM Musso berappt der Fahrer auf der gleichen Distanz 8,50 Euro. Kosten, die sich langfristig summieren.
Der Vergleich zeigt: Kleinere (leichtere) Autos fahren im Schnitt effizienter. Die großen SUV und Vans liegen im Test etwa 25 bis 45 Prozent hinter den sparsamsten Fahrzeugen. Wie sich die Fahrzeuggröße auf den Verbrauch auswirkt, zeigt auch gut der Modellvergleich bei Kia: Der kleine EV2 schneidet mit 7,92 km/kWh als Zweitbester im Test ab, der etwas größere EV4 (7,37 km/kWh) fährt auch noch vorn mit.
Die größeren Modelle EV5 (6,52 km/kWh) und PV5 (6,07 km/kWh) erweisen sich als weniger sparsam. Viele Hersteller erhöhen ihre Reichweiten mit großen Akkus. Die wahren Meister nutzen ihre Stromspeicher effektiv und fahren möglichst sparsam.

24 E-Autos im Effizienzvergleich

24 E-Autos im Effizienzvergleich
1
Toyota C-HR+
587
72,0
8,15
2
Mercedes CLA 350
675
85,0
7,94
3
KIA EV2
325
41,0
7,92
4
Hyundai Inster
373
49,0
7,60
5
Kia EV4
575
78,0
7,37
6
Toyota bZ4X
506
69,0
7,33
7
BMW iX3 50 xDrive
781
108,4
7,21
8
Mercedes GLC 400
665
94,0
7,07
9
Mazda6e
485
68,8
7,04
10
Mercedes GLB 350
593
85,0
6,98
11
Citroën ë-C5
500
73,7
6,78
12
MGS6
502
74,3
6,75
13
Dongfeng Vigo
348
51,9
6,71
14
Kia EV5
509
78,0
6,52
15
Changan Deepal S05 AWD
431
68,0
6,34
16
BYD Atto Evo
460
74,8
6,15
17
Kia PV5
420
69,1
6,07
18
Smart #5
556
94,0
5,91
19
XPeng X9
646
110,0
5,88
20
Lucid Gravity
720
123,0
5,85
21
Polestar 3
601
103,0
5,84
22
Hyundai Ioniq 9
566
110,0
5,14
23
MG IM6
446
96,5
4,62
24
KGM Musso
369
80,6
4,58

Fazit

von Raphael Schuderer
Es muss nicht immer der größte Akku sein, Effizienz zahlt sich beim E-Auto ebenfalls aus! Wer es mit seinem persönlichen Stilempfinden, den Ansprüchen an das Fahrzeug und dem Fahrprofil vereinbaren kann, ist mit einem kleineren Fahrzeug mit sparsamem Verbrauch oft besser bedient. Falls viele Langstreckeneinsätze geplant sind: Immer auch die Schnellladefähigkeiten des Modells im Auge behalten!