Reichweiten-Praxistest mit 24 Elektroautos
BMW fährt am weitesten, China-SUV überrascht

Der E-Auto-Reichweitentest des norwegischen Autoclubs NAF prüft Abweichungen von der Normreichweite im Straßenverkehr. Bei der Sommerausgabe mit 24 Testkandidaten fuhren vier deutsche Modelle mit. AUTO BILD verrät, welche E-Autos im Test überzeugten und welche Schwächen zeigten!
Bild: NAF
- Raphael Schuderer
Der norwegische Autoclub NAF testet zweimal jährlich die Reichweiten aktueller Elektroautos im Straßenverkehr. Mit randvollem Akku gingen bei dieser Sommerausgabe 24 aktuelle Elektro-Modelle verschiedener Hersteller an den Start. Am Ende ist es ein deutsches Premium-Modell, das sich die Reichweiten-Krone sichert. Und auch ein chinesisches E-SUV überrascht mit einer Bestleistung!
So läuft der Test: Alle E-Autos fahren am selben Tag mit derselben Geschwindigkeit dieselbe Strecke durch Norwegen. Die Temperaturen am Testtag, dem 3. Juni 2026: zwischen 12 und 18 Grad, die Straßen trocken. Gute Bedingungen im Vergleich zum Wintertest, der die Akkus regelmäßig früher an ihre Grenzen bringt. Die Testroute besteht aus einer ausgeglichenen Mischung aus Stadt, Landstraße und Autobahn. Dort sind in Norwegen im Ausnahmefall bis zu 110 km/h erlaubt. (Rückblick: So verlief der Wintertest!)
Die niedrige Maximalgeschwindigkeit spielt den E-Autos in die Karten, dafür geht die Route anfangs überwiegend bergauf. Sobald ein Auto die Fahrleistung drosselt, obwohl der Akku noch nicht leer ist, wird die bis dahin zurückgelegte Distanz bewertet.
BMW iX3 kommt 781 Kilometer weit
Der Reichweitensieger kommt am Ende aus Deutschland: Der BMW iX3 fährt allen 23 Konkurrenten davon. Mit einer Testreichweite von beeindruckenden 781 Kilometern legt das E-SUV aus Bayern die weiteste Strecke zurück.

Reichweiten-Sieger: Der BMW iX3 fuhr mit einer Akkuladung beachtliche 781 Kilometer weit.
Bild: NAF

Bei der reinen Reichweite sind Fahrzeuge mit größerem Akku klar im Vorteil.
Bild: NAF
Natürlich ist bei dieser Disziplin ein größerer Akku von Vorteil: Der BMW iX3 kann mit einem mächtigen 108,7-kWh-Stromspeicher auftrumpfen. Daher lohnt sich auch noch ein Blick auf die Abweichung von der Herstellerangabe. Hier zeigt sich, ob die Autobauer zu viel versprechen – oder ob die Fahrzeuge sogar sparsamer unterwegs sind als angegeben.
XPeng X9 übertrumpft die Herstellerangabe
Der klare Sieger beim Reichweiten-Versprechen: der chinesische XPeng X9. Satte 11,4 Prozent liegt er über der offiziellen Reichweitenangabe. Er legt 646 Kilometer zurück, verglichen mit einer angegebenen Reichweite von 580 Kilometern. "Das ist ein starkes Ergebnis an einem Tag mit günstigen Fahrbedingungen, mit Temperaturen zwischen 12 und 18 Grad und durchgehend trockenen Straßen", sagt Nils Sødal, leitender Pressesprecher des NAF.

Der XPeng X9 übertrifft die Herstellerangabe zur Reichweite um mehr als ein Zehntel. Der Basispreis für den Siebensitzer liegt in Deutschland aktuell bei 77.600 Euro.
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MG IM6 enttäuscht im Test
Das Schlusslicht in dieser Kategorie stammt ebenfalls aus China: Der MG IM6 bleibt um 11,7 Prozent unter den Erwartungen. Er legt 446 Kilometer zurück, bei einer angegebenen Reichweite von 505 Kilometern. "Wir waren überrascht, bei diesem MG eine so große negative Abweichung zu sehen, insbesondere da das andere MG-Modell, der S6, eine positive Abweichung von 3,4 Prozent erzielte", verrät Sødal.

Die Abweichungen zur Reichweiten-Herstellerangabe: Grüne Modelle liefern ab, rote Autos bleiben hinter den Erwartungen zurück. Toyota hat als einziger Hersteller beim bZ4X perfekt die eigenen Angaben bestätigt.
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Mercedes mit Licht und Schatten
Die weiteren deutschen Modelle im Test kommen allesamt aus dem Hause Mercedes. Hier überzeugen die beiden Elektro-SUV GLB und GLC, beide übertreffen die Herstellerangabe zur Reichweite. Nicht so der elektrische CLA: Die Limousine unterbietet die Reichweitenangabe um 4,7 Prozent, die drittschlechteste Abweichung im Test.
Bei der absoluten Reichweite fahren die Mercedes-Modelle weit vorne mit, belegen die Plätze drei, vier und sieben.
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