Schnellladesäule von EnBW

Reichweite von E-Autos

Elektroautos: Schnellladen, Kosten, Leistung, kW, Ladepunkte,

So steht es ums Schnellladen in Deutschland

Beim Schnellladen sind Autohersteller einzeln und im Ionity-Netzwerk aktiv, Tesla mit Superchargern. Unabhängige Anbieter ermöglichen es auch. Nun fördert der Bund den Bau von 1000 Schnellladestationen. Übersicht!

Was als Schnellladen gilt

Schnelles Laden ist ein wichtiges Kriterium für Kunden bei einem möglichen E-Autokauf (oder lieber Leasen?). Der Grund ist klar: Wer nicht nur in der Stadt unterwegs ist, sondern auf Strecke geht, will keine langen Pausen mit dem Aufladen verbringen. Schnellladen beginnt bei 22 Kilowatt (kW) Ladeleistung und reicht mittlerweile bis zu 350 kW. Das schnelle Laden stellt durch den hohen Ladestrom eine besondere Belastung für das Material dar.
Beim Schnellladen dauert das Laden für 100 Kilometer Reichweite nur wenige Minuten. Als Zielzeit gilt ein voller Ladevorgang von 10 auf 80 Prozent (State of Charge/SOC) in unter 20 Minuten. Neben der Leistungsfähigkeit der Ladestationen ist auch das Batteriemanagement der Elektrofahrzeuge enorm wichtig. Wegen der Bedeutung kurzer Ladezeiten bieten großen Autohersteller sowohl einzeln als auch im Verbund, aber auch unabhängige Anbieter Ladepunkte zum Schnellladen an (hier ist eine Übersicht der Ladetarife)

Wallbox + 100% Ökostrom – exklusives Ladepaket in der AUTO BILD-Edition

Wallbox Charge Amps Halo™
499€ statt 1189 € UVP

1000 neue Schnelllader durch öffentliche Förderung

Jüngst beschloss der Deutsche Bundestag ein Gesetz, wonach bis Ende 2023 rund zwei Milliarden Euro in den Aufbau von rund 1000 Strom-Tankstellen an Autobahnen und in abgelegenen Regionen fließen sollen. Damit soll insbesondere das Schnellladenetz ausgebaut werden. Bau und Betrieb der Stationen werden ausgeschrieben: Wer die geringsten Subventionen fordert, erhält den Zuschlag. Dabei werden attraktive Standorte mit abgelegenen zusammengefasst, um eine lückenlose Stromversorgung zu garantieren. Ziel ist der Aufbau von Stromtankstellen mit einer Leistung von bis zu über 150 kW.

Ionity-Netzwerk im Aufbau

400 Schnellladeparks von Ionity soll es bald in Europa geben, 101 davon in Deutschland.

©DPA

Für den Aufbau eines eigenen Schnellladenetzes gründeten die deutschen Autobauer Volkswagen (VW, Audi und Porsche), Mercedes und BMW (mit Mini) zusammen mit Ford das Joint Venture Ionity, seit Herbst 2020 ist die Hyundai Motor Group mit beteiligt. Das Gemeinschaftsunternehmen stattet Fernreiserouten in Nord-, Mittel- und Südeuropa mit HPC-Ladern (High Power Charger) aus. Geplant sind 400 Ladeparks mit durchschnittlich sechs Ladepunkten, derzeit sind nach eigenen Angaben 325 in Betrieb und 40 im Aufbau. Ionity verwendet den europäischen CCS-Standard und verspricht Ladeleistungen von bis zu 350 kW. Damit ist nach Angaben des Unternehmens das Laden von 50 kWh in neun Minuten möglich.

Die Ladetarife unabhängiger Anbieter beim Schnellladen

Dem E-Mobility-Vergleich zufolge ermöglicht das Schnellladenetz in Deutschland, Österreich und der Schweiz bereits jetzt elektrische Langstreckenmobilität. In einem Ranking unabhängiger Anbieter von Schnellladepunkten (HPC) bietet mobility+ von EnBW mit 3150 angebundenen Ladepunkten das engmaschigste Netz. Auf den Plätzen folgen Shell Recharge (3080 Ladepunkte) sowie EinfachStromLaden
von Maingau Energie (2790 Ladepunkte) auf Rang drei.

Fastned plant eigene Ladestationen an Autobahnen

Der niederländische Anbieter Fastned will mit eigenen Schnellladern in Deutschland expandieren.

©Fastned B.V.

Der niederländische Anbieter Fastned kündigte mit Blick auf das sich abzeichnende Schnellladegesetz bereits Anfang Mai an, in Deutschland kräftig zu expandieren: Ladestationen mit Dutzenden Schnellladepunkten plant Fastned entlang der Autobahnen. Bereits jetzt betreibt Fastned eigenen Angaben zufolge 19 Ladestationen in Deutschland, 137 in ganz Europa. Der Anbieter ist eigenen Angaben zufolge der größte Betreiber von Schnellladestationen in seinem Heimatmarkt. Im Mittelpunkt der Expansionspläne steht neben dem Laden von E-Autos die Bequemlichkeit der Reisenden: So sollen die Ladepunkte überdacht sein und in ihrer Anmutung modernen Tankstellen gleichen.

Tesla Supercharger: 40 neue in 2021 geplant

Tesla hat mit seinen Superchargern in Sachen Schnellladen noch immer die Nase vorn.

©Jens Wolf

Weiter ganz vorne ist Tesla. Die Amerikaner haben nach eigenen Angaben bereits ein Netz von 20.000 Superchargern an rund 2000 Standorten weltweit aufgebaut. Gut 90 Standorte befinden sich in Deutschland, 2021 sollen mehr als 40 hinzukommen. Dabei sollen neben den bislang bevorzugten Autobahnen und Schnellstraßen mehr und mehr auch urbane Regionen berücksichtigt werden. Teslas Supercharger arbeitet mit 480 V-Gleichspannung, einer Leistung zwischen 70 kW und 250 kW und einem eigenen Stecker. Seit Ende 2019 gibt es einen Adapter für andere Ladesysteme, mittlerweile wird in Deutschland auch das gängige CCS (Combined Charging System) verbaut. Tesla-Chef Elon Musk deutete Ende 2020 bei Twitter an, dass die Supercharger auch Fahrern anderer Marken zugänglich gemacht werden. Die neue Supercharger-Generation V3 verspricht – bei entsprechender Ladetechnik im Auto – eine Ladezeit von fünf Minuten für 120 Kilometer Fahrt.

Schnelllade-Tests von Porsche, BMW und Siemens

Im Rahmen des Projekts FastCharge ("Schnellladen") präsentierten Porsche und BMW Ende 2018 auf einem Autohof an der A8 in Schwaben eine Ultra-Schnellladesäule mit einer Leistung von bis zu 450 kW. Der Prototyp zeigte an zwei Elektro-Forschungsfahrzeugen eine volle Ladefüllung binnen 15 Minuten. Das Ladesystem von Siemens ist geeignet für Batteriesysteme mit 400 Volt wie auch mit 800 Volt, wie beispielsweise beim Porsche Taycan verbaut.

Fotos: DPA

Anzeige

Automarkt

Finden Sie im Automarkt von autobild.de Ihren Gebrauchtwagen.