Kaufberatung Mercedes GLK, Teil 1
Messerscharf kombiniert

Der Mercedes GLK gehört zu den stattlichsten Neuerscheinungen im SUV-Segment. Mit Ecken und Kanten soll er die Premium-Konkurrenz ausstechen. Welcher GLK am besten zu Ihnen passt, zeigt diese Kaufberatung.
- Detlev Hammermeister
Noch gestern erschien uns ein BMW X3 moderner und repräsentativer als jeder andere kompakte Geländewagen. Jetzt fährt der neue Mercedes GLK vor. Und plötzlich wirkt der BMW regelrecht angestaubt. Mit dem stolzen Grill und einer aus vielen messerscharfen Kanten komponierten Außenoptik wirkt der GLK einfach todschick. Ein Blechkleid wie aus Stein gemeißelt, topaktuell und dennoch zeitlos elegant. So gehört sich das für einen Mercedes. Ganz klar: Die weiche Welle war gestern. Als Softie braucht man auf dem hart umkämpften SUV-Markt auch gar nicht erst anzutreten. Schließlich buhlen auch VW mit dem Tiguan und Audi mit dem Q5 um die Kundschaft. Bei Mercedes setzt man auf (GLK-)Klasse statt Masse. Das demonstriert schon die Preispolitik: Günstigstes Modell ist der 220 CDI zum stolzen Betrag von 40. 341 Euro. Den liefern die Schwaben aber erst ab Mitte des Jahres aus. Wer so lange nicht warten will, sieht sich mit dem 231 PS starken 280er für 43.554 Euro als Einstiegsmodell konfrontiert. Für das Geld bekommt man auch einen VW Touareg mit TDI-Motor.
Bestechender Federungskomfort und das "G" im Namen
Aber eben kein Mercedes-Geländeauto, das das allradadlige "G" im Namen tragen darf. Dies blieb bisher nur dem Kletter-Klassiker G-Modell sowie dem Luxuslaster GL vorbehalten. Bei dieser Verwandtschaft muss der GLK mehr sein als ein reiner Asphalt-Cowboy: In Matsch und Modder soll er sich wohler fühlen als alle Konkurrenten. Dafür sorgen die relativ großzügige Bodenfreiheit und der permanente Allradantrieb. Auf eine Untersetzung und mechanische Differenzialsperren verzichtet der GLK aber ebenso wie andere Sport Utility Vehicles. Das dürfte die Kunden kaum grämen, werden sie doch weniger afrikanische Wellblechpisten als vielmehr deutsche Autobahnen unter die Räder nehmen. Dort liefert der GLK eine souveräne Vorstellung ab: Der Federungskomfort ist bestechend und deutlich besser als bei den Hauptkonkurrenten X3 und Q5. Zusammen mit dem niedrigen Geräuschniveau und der sehr bequemen Sitzposition ergibt sich eine Langstreckenbehaglichkeit fast auf S-Klasse-Niveau.
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Zwei Diesel, ein Vierzylinder
220 CDI Wie bereits erwähnt, müssen sich Interessenten des einzigen Vierzylindermodells der GLK-Klasse noch bis Mitte 2009 gedulden. Die Wartezeit lohnt sich, nicht nur weil der 220 das günstigste Modell ist. Bei dem CDI mit 2,14 Liter Hubraum handelt es sich um ein brandneues Aggregat mit gleich zwei Turboladern: einem kleinen fürs Anfahren und einem großen für Volllast. Der Diesel schafft die Abgasnorm Euro 5, weshalb ihm die Mercedes-Marketingstrategen flugs das Etikett "Blue Efficiency" verpassten. Spezielle Spritspartechniken wie eine Start-Stopp-Automatik sucht man im GLK aber vergebens. Weit interessanter ist das mächtige Drehmoment von 400 Newtonmetern, das bereits ab 1400 Touren bereitsteht. Damit stellt der CDI sogar die PS-stärkeren und teureren V6-Benziner in den Schatten. Für die typische gelassene Geländewagenfahrweise, die satten Durchzug aus dem Drehzahlkeller braucht, bietet der relativ kleine Vierzylinder also die besten Voraussetzungen. Jedenfalls auf dem Papier. Keine Sorge, auch auf der Straße: Ab rund 1500 Umdrehungen liefert der 220er mächtigen Schub, und das fast verzögerungsfrei. Das siebenstufige Automatikgetriebe (7G-Tronic) spielt hier bestens mit, sorgt fast immer unauffällig für den passenden Gang und die optimale Drehzahl.
Der Vierzylinder-Diesel läuft geschmeidig-kultiviert

Bild: Sven Krieger

Im zweiten Teil der großen AUTO TESTS-Kaufberatung zum Mercedes GLK erfahren Sie alles über die Benzin-Motoren, Ausstattung und Sicherheit.
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