Lamborghini Diablo (2023): Eccentrica Restomod
Lamborghini Diablo kehrt als Restomod zurück
Der Eccentrica ist ein minimalistischer Lamborghini Diablo für die Neuzeit. Nur 19 Stück sollen gebaut werden. Stückpreis: 1,2 Millionen Euro. Erster Check!
Bild: AUTO BILD
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Der Lamborghini Diablo ist für viele Fans der Marke der letzte echte Lambo. Der Diablo stammt aus der Pre-Audi-Ära und wurde unter Chrysler entwickelt. Er kam 1990 auf den Markt und wurde erst 2001 vom Murciélago abgelöst. Doch auch 33 Jahre nach seiner Präsentation ist der von Marcello Gandini gezeichnete Diablo noch immer ein Hingucker. Auf dem Festival of Speed in Goodwood konnten wir uns den Eccentrica genauer anschauen!
Er ist nicht perfekt, aber dafür hochemotional. Und in Zeiten von automobiler Eintönigkeit sehnen sich viele Petrolheads nach genau solchen emotionalen Posterautos. Ein neuer Kandidat für die Kategorie Posterautos ist der Eccentrica – eine Restomod-Version des Lamborghini Diablo!
Alter Look, neue Technik: Das bringt den Grundgedanken von Restomods stark vereinfacht auf den Punkt. Und genau diese Sparte boomt seit Jahren. Einer der Trendsetter in diesem Bereich ist Porsche-Spezialist Singer, die Restomods auf allerhöchstem Niveau herstellen. Beflügelt von dem anhaltenden Trend sind in den vergangenen Jahren immer wieder neue Hersteller aufgetaucht, die ein Stück vom Restomod-Kuchen abhaben wollen und automobile Ikonen in die Neuzeit übersetzen.

Der Eccentrica ist nur 4,44 Meter lang (23 Millimeter kürzer als das Original), aber 2,14 Meter breit.
Bild: Eccentrica Cars / PressMediaLab
Mittlerweile ist die Auswahl so vielfältig, dass kaum eine Lücke unbesetzt geblieben ist. Das Angebot an Porsche-Restomods ist so groß, dass selbst Kenner der Materie den Überblick verlieren können. Daneben gibt es vom Lancia Delta über den Range Rover Classic, den BMW M3 E30 und den Jaguar E-Type bis hin zum Toyota Land Cruiser von so ziemlich jedem beliebten Auto der letzten Jahrzehnte inzwischen eine Neuauflage.
Ein Auto, das tatsächlich noch kein Restomod-Pendant hat, ist der Lamborghini Diablo. Und genau das ändert der Eccentrica ab sofort. Das gleichnamige Start-up aus San Marino hat es sich zur Aufgabe gemacht, den ikonischen Diablo zu perfektionieren.
Ins Leben gerufen wurde das spektakuläre Projekt vom Unternehmer Emanuel Colombini, selbst Lamborghini-Sammler. Gemeinsam mit namhaften Partnern wie Pirelli, Brembo, Capristo und Alcantara hat er sich zusammengetan, um die Vision eines Lamborghini Diablo für das Jahr 2024 zu verwirklichen.
Kürzlich wurde in Mailand der erste Prototyp des Eccentrica präsentiert – und das Ergebnis ist beeindruckend. Designt wurde der Restomod vom Designstudio "BorromeodeSilva", übrigens dasselbe Team, das auch den Porsche 928 Restomod für das französische Unternehmen Nardone designt hat.
Und die Designer haben es geschafft, keine plumpe Kopie zu zeichnen, sondern die unverwechselbare Karosserieform des Lamborghini Diablo perfekt in die Neuzeit zu übersetzen. Dazu wurde ein früher Diablo als Basis genommen und anschließend jedes Karosserieteil, jede Oberfläche und jedes mechanische Teil perfektioniert.

Klappscheinwerfer der Moderne: Die Scheinwerfer klappen nicht auf, die Abdeckungen fahren nach unten.
Bild: Eccentrica Cars / PressMediaLab
Mit seinen ausladenden Proportionen ist der Restomod zwar klar als Diablo zu erkennen, wirkt aber gleichzeitig modern und minimalistisch. Großteile der Karosserie bestehen aus Carbon, wobei der Eccentrica bewusst an die nur 30 bis 40 Mal gebaute Rennversion Diablo GT-R erinnern soll.
Klappscheinwerfer neu gedacht
Eines der vielen Designhighlights sind die Scheinwerfer. Wo späte Diablo-Modelle (ab 1999) mit den Frontleuchten des Nissan 300ZX ausgestattet waren, hatten die frühen Modelle Klappscheinwerfer. Wie wir wissen, sind Klappscheinwerfer aufgrund der immer strengeren Crashvorschriften heutzutage praktisch nicht mehr umsetzbar, doch Eccentrica Cars hat eine Alternativlösung entwickelt: Anstatt die Scheinwerfer nach oben aufklappen zu lassen (pop up), fahren die Abdeckungen nach unten (pop down). So kann bei ausgeschalteten Scheinwerfern trotzdem der cleane Look erzeugt werden.
Am Heck besonders auffällig: Der Eccentrica trägt eine ultra schmale Carbon-Stoßstange und Capristo-Endrohre im Stile des Diablo GT-R. Auch die klassischen Fünfspeichen-Felgen in Schwarz sind eine Hommage an den GT-R. Auf einen ausladenden Spoiler wurde hingegen bewusst verzichtet.
Im Rahmen des Goodwood Festival of Speed hatten wir die Möglichkeit, uns den Eccentrica genauer anzuschauen. Auffällig: Das Interieur, das beim Original nicht unbedingt ein Highlight ist, wirkt bei der Neuauflage besonders gelungen. Anstelle der klobigen Tacho-Einheit setzt der Eccentrica auf digitale Instrumente im Pixel-Look, die entfernt an das Mäusekino des Opel Astra GSi erinnern. Die gesamte Mittelkonsole ist neu designt, wobei das Start-up besonderes Augenmerk auf einen cleanen Look und hochwertige Materialen gelegt hat.

Alles neu im Cockpit: Eccentrica setzt auf hochwertige Materialien und einen minimalistischen Look.
Bild: Eccentrica Cars / PressMediaLab
So wurden beispielsweise jegliche Plastikteile aus dem Innenraum verbannt, und alle Schalter sowie der Schaltknauf der offenen Kulisse sind aus Alu gefräst. Schon das Startpozedere wird im Eccentrica zum Erlebnis: Das Zündschloss ist auf der Mittelkonsole platziert, Zündung und Benzinpumpen werden per Kippschalter aktiviert und erst anschließend wir der V12 per Knopfdruck zum Leben erweckt.
Kein Plastik im Interieur
Ein weiterer Hingucker sind die Lenksäule aus Carbon und das filigrane, airbaglose Dreispeichenlenkrad mit Schnellverschluss – auch hier gibt es Diablo GT-R-Vibes. Der Prototyp wurde mit dunkelblauem Leder und Alcantara ausgestattet, wobei den Kunden in der Farbgestaltung natürlich freie Hand gelassen wird.
Obwohl der ausgestellte Eccentrica noch ein Prototyp ist, überzeugt die Qualität des Eccentrica. Die Verarbeitung des Innenraums ist schon jetzt besser als beim Original. Und bis die ersten Kundenfahrzeuge ab 2025 ausgeliefert werden, wird das kleine Unternehmen sicherlich noch an den Details feilen.
Im Gegensatz zur grundlegend überarbeiteten Optik, hat sich Eccentrica Cars bei der Technik bewusst zurückgehalten. So bleibt es beim originalen 5,7-Liter-V12-Sauger des Spenderfahrzeugs. Statt der serienmäßigen 492 PS und 580 Nm wurde die Leistung moderat auf 550 PS und 600 Nm angehoben.

Für einen frühen Prototyp macht der Eccentrica einen sehr hochwertigen Eindruck. Die ersten Kundenfahrzeuge sollen 2025 ausgeliefert werden.
Bild: Christian Goes / AUTO BILD
Das Leistungsgewicht soll bei 2,9 kg/PS liegen, was im Umkehrschluss bedeutet, dass der Eccentrica etwa 1595 Kilo wiegt. Dementsprechend beeindruckend sind die Fahrleistungen: 3,5 Sekunden auf 100 km/h und ein Topspeed von 335 km/h sind eine Ansage. Beim Getriebe geht Eccentrica einen neuen Weg. Die Fünfgang-Handschaltung fliegt raus und wird durch eine manuelle Sechsgang-Schaltung ersetzt. Diese soll eine längere Übersetzung, aber kürzere Schaltwege bieten. Für eine brachiale Verzögerung soll eine Brembo-Bremsanlage mit Sechskolbensätteln an der Vorderachse sorgen, während die Capristo-Abgasanlage den entsprechenden Sound liefert.
Nach seiner Premiere beim Festival of Speed in Goodwood, geht es für den Eccentrica im Anschluss zur Carweek ins amerikanische Monterey. Bei diesen prestigeträchtigen Events soll der Restomod auf Kundenfang gehen. Und wenn alles nach Plan läuft, sollen exakt 19 Exemplare entstehen. Die Fertigung jedes einzelnen Eccentrica soll zwischen 16 und 18 Monate dauern, und es soll keine zwei gleichen Autos geben.

Auf einen großen Heckflügel wurde bewusst verzichtet. Die Fünfspeichenfelgen sollen an den Rennwagen Diablo GT-R erinnern.
Bild: Eccentrica Cars / PressMediaLab
Ach ja, da wäre ja noch etwas – und zwar der Preis: Los geht's bei 1,2 Millionen Euro. Dafür gibt es übrigens alternativ vier bis fünf originale Lamborghini Diablo.
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