Studie zur Elektroauto-Nachfrage: Kritik an PHEV-Förderung
Staatliche Kaufprämie zeigt Wirkung – Plug-in-Förderung in der Kritik

Die Nachfrage nach Elektroautos in Deutschland steigt kräftig. Eine Studie des Deutschen Instituts für Wirtschaftsforschung (DIW) sieht die neue Kaufprämie als wichtigen Impuls für den Markt, übt aber auch Kritik. Alle Infos!
Bild: Ford Motor Company
- Raphael Schuderer
Der Markt für Elektroautos wächst in Deutschland deutlich. In den ersten acht Monaten des Jahres 2026 war bereits jedes vierte neu zugelassene Auto ein reines Elektroauto. Im August war es sogar fast jedes dritte Fahrzeug. Damit könnte 2026 ein Rekordjahr für die Elektromobilität werden, so meldet es das Deutsche Institut für Wirtschaftsforschung (DIW).
Auch die neue Kaufprämie werde nach Angaben des DIW stark genutzt. Bis Anfang September wurden mehr als 52.000 Anträge bewilligt. Rund 90 Prozent davon entfielen auf reine Elektroautos. Besonders häufig würden kleinere und günstigere Modelle gefördert. Viele Antragsteller hätten ein vergleichsweise niedriges Einkommen.
Ist die Förderung die Ursache für den Fahrzeugkauf?
"Die Elektromobilität nimmt in Deutschland endlich Fahrt auf, wobei der Weg zu einer vollelektrischen Pkw-Flotte noch immer sehr weit ist", sagt DIW-Experte Wolf-Peter Schill. Zwar fahren inzwischen rund 2,5 Millionen Elektroautos auf deutschen Straßen, ihr Anteil am gesamten Pkw-Bestand liegt aber erst bei etwa fünf Prozent. Doch die staatliche Förderung zeigt Wirkung, wie die folgende Grafik des DIW beweist. Gleichzeitig wirkt sich die Abschaffung einer Prämie, wie die Daten der vergangenen Jahre zeigen, sofort auch auf das Kaufinteresse aus.

Bislang hat ein Auslaufen der Förderung stets zu einem Rückgang des Anteils der Elektro-Neuzulassungen geführt. Im Allgemeinen steigt der Anteil der Elektroauto-Zulassungen stetig an, Plug-in-Hybride stagnieren etwas.
Bild: DIW
Positiv für den Klimaschutz sei laut Studie der hohe Anteil reiner Elektroautos. Allerdings könnte nicht gesagt werden, wie viele Fahrzeuge wegen der Förderung zusätzlich gekauft wurden. Auch sozialpolitisch gäbe es vom DIW Fragen zur Förderung: Obwohl viele Empfänger der Prämie über niedrige Einkommen verfügen, gehen bisher rund zwei Drittel der Bewilligungen an Haushalte ohne Kinder – was vom Gesetzgeber allerdings nicht ausgeschlossen ist.
Berechnet die voraussichtliche Förderung anhand bekannter Regeln
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Kinder im Haushalt
Rechner basiert auf Informationen aus dem Bundesumweltministerium (BMUKN)
Von der Förderung profitiert die deutsche Autoindustrie bislang nur eingeschränkt. Unter den geförderten Fahrzeugen sind deutsche Marken seltener vertreten als im Gesamtmarkt. Vor allem kleinere und günstigere E-Autos werden nachgefragt, in diesem Segment haben deutsche Hersteller bislang nur wenige Modelle im Angebot. Dazu schnappt sich Tesla ein großes Stück des Förderkuchens.
DIW fordert: Plug-in-Förderung abschaffen
Kritisch bewerten die Forscher die Förderung von Plug-in-Hybriden. Diese machen zwar nur etwa zehn Prozent der geförderten Fahrzeuge aus, bieten aber deutlich geringere Klimavorteile als reine Elektroautos. Zudem sind sie meist größer und teurer. Deshalb empfehlen die Studienautoren, die Förderung für Plug-in-Hybride möglichst schnell zu beenden.
Wichtiger als weitere Kaufprämien sei aus Sicht des DIW ein klarer politischer Kurs zugunsten der E-Mobilität. "Die Politik sollte endlich eine klare Perspektive für rein batterieelektrische Autos schaffen und keine falschen Zukunftserwartungen für Verbrenner mehr wecken", sagt Schill. Sein Fazit: "Technologieklarheit wäre deutlich wichtiger als das Verteilen weiterer Kaufprämien."
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