VW T3 Camper sind sehr beliebt. Jede Menge Camping-Fans wollen ein Exemplar des letzten Bullis mit Heckmotor haben – und das treibt die Preise in die Höhe. Sogar selbst ausgebaute T3 werden längst zu Preisen gehandelt, die vor Kurzem noch für gepflegte Werkswohnmobile namens California oder Westfalia bezahlt werden mussten.
Hinweis
VW T3 Reimo-Camper bei eBay 
Wer sich für einen T3 begeistern kann, der sollte sich auf keinen Fall vorschnell verlieben. Der kultige Kasten hat einen Intimfeind: den Rost. Deswegen tauchen leider immer mal wieder üble Rostlauben auf dem Markt auf. Der T3 Reimo Camper, der aktuell bei eBay für 11.950 Euro angeboten wird, bietet auf den ersten Blick einiges fürs Auge. Er sollte aber nicht zuletzt genau deshalb penibel überprüft werden.
eBay  VW T3 Bulli Camper
Der Einstieg sieht auf den ersten Blick brauchbar aus. Aber er wurde nicht professionell lackiert.

Dieser VW T3 kostet nicht allzu viel, die Anzeige wirft aber Fragen auf

Der inserierte T3 verfügt über ein Reimo-Faltdach, eine Standheizung und eine nachgerüstete Zentralverriegelung mit Funkfernbedienung. Der Bus stammt aus dem Jahr 1982 und wird vom 1,6 Liter großen T3-Diesel mit 50 PS angetrieben. Den Angaben in der Anzeige zufolge ist einiges am Auto gemacht worden: Es gibt zum Beispiel neue Türverkleidungen und einen neuen Himmel. Der Motor wurde getauscht und er verfügt über einen neuen Zahnriemen, neue Glühkerzen, neue Kraftstoffleitungen, eine neue Lichtmaschine, einen neuen Kraftstoff- und einen neuen Luftfilter. Dazu bekam der Bus neue Bremsen und Beläge vorne sowie neue Bremsbeläge hinten. Die Querlenker hinten sind neu und das Schaltgestänge ist es ebenfalls. Das Gleiche gilt für die Hubdämpfer des Aufstelldachs, die Türdichtungen, die vorderen Türfensterdichtungen und die Dichtungen des Dachs.
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Hinten im Bus gibt es laut Verkäufer eine Liegefläche, die sich am besten für Kinder eignet.
In der Beschreibung steht zudem, dass diverse Teile am Bodenblech geschweißt und versiegelt wurden. Das ist für einen VW T3 nichts Ungewöhnliches und gut zu wissen. Die Information sollte den potenziellen Interessenten dennoch zu weiterführenden Nachforschungen anregen: Ist der Bulli jetzt komplett rostfrei? Das wäre wünschenswert, ist aber nicht wirklich realistisch. T3-Eigner wissen davon ein Lied zu singen. Wurde der Bulli frisch lackiert? Die zwei Farben stehen dem VW gut, sie wurden aber offenbar nicht überall mit der höchsten Sorgfalt aufgetragen. Das sieht man zum Beispiel in den Einstiegen auf der Fahrer- und auf der Beifahrerseite. Wer hat lackiert und warum so? Die Dehnfuge beim Tankdeckel ist verschwunden. Warum? Wurde bei einer ordentlichen Restaurierung nicht genug aufs Detail geachtet? Oder hat hier jemand – böse ausgedrückt – Spachtel drübergekleistert?
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Die kritische Stelle am VW T3 1.6 D ist die Karosseriesubstanz. Ist sie in diesem Fall in Ordnung?

Einen VW T3 zu besitzen, erfordert Fachwissen, Kleingeld und Engagement

Bei einem VW T3 muss eine Besichtigung unbedingt sein. Der T3 und der Rost sind – wie erwähnt – keine Freunde, unabhängig vom einzelnen Fahrzeug. Arbeiten am Blech sind aufwendig und teuer. Da weiß man am besten vor der Unterschrift unter den Kaufvertrag, was einen erwartet. Ein VW T3 ist durchaus ein Fahrzeug, an dem es immer was zu tun gibt. T3-Eigner mit Schrauber- und Schweißerkenntnissen sind im Vorteil, alle anderen brauchen Reserven im Geldbeutel.
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Zudem sollte sich jeder Interessent am besten vor der Anschaffung mit der Materie T3 vertraut machen. Das gilt auch für den Antrieb: Auf aktuelle Verbrauchswerte kommt keine der T3-Motorisierungen. Bei den Benzinern sind Werte von zwölf Litern und mehr angesagt. Die Selbstzünder begnügen sich zwar mit weniger Sprit, sie sind dafür aber sehr gemütlich unterwegs. Soll heißen: Man kann mit 80 km/h auf der rechten Autobahnspur nach Spanien reisen, klar. Man muss es aber auch wollen.