Elektromobilität

Wissen zum Thema E-Autos und Elektromobilität

Die wichtigsten Begriffe für E-Auto-Fahrer

Von "Akku" über "Induktion" bis "Zyklenfestigkeit": AUTO BILD erklärt die wichtigsten Begriffe im Zeitalter der Elektromobilität! Diese Begriffe sollten E-Auto-Fahrer kennen.
Die Autowelt wird immer komplizierter. Ein wichtiger Grund: der Fortschritt der Elektromobilität und die Entwicklung neuer E-Autos. Sie werden auf lange Sicht – da sind sich die Experten einig – die gewohnten Benzin- und Dieselfahrzeuge ablösen. Aber vieles ist vielen Menschen noch unklar, die Hemmschwelle zum Sprung ins Elektro-Zeitalter ist oft hoch. Was ist der Unterschied zwischen einem E-Auto und einem Hybridfahrzeug? Nach welchem Prinzip funktioniert ein Elektromotor? Was sind Induktion, Smart Grid und Zyklenfestigkeit? AUTO BILD erklärt die wichtigsten Begriffe zum Thema E-Mobilität, nicht nur aus dem Bereich "Fachchinesisch". Wer noch mehr wissen möchte, findet hier einen Faktencheck zum Thema Elektroauto und hier eine Diskussion über ide Sauberkeit der E-Mobilität.

Das Elektro-ABC

Akku

Teuerstes Bauteil in den meisten E-Autos. Standard sind Lithium-Ionen-Akkus, die auch in Smartphones und Notebooks zum Einsatz kommen. Sie speichern Energie und geben sie wieder ab, indem sich Lithium-Ionen zwischen den Polen in elektrochemischen Zellen bewegen.

Brennstoffzelle

Alternative Technologie zum batterie­elektrischen Auto. Die Brenn­stoffzelle nutzt Wasserstoff, der komprimiert in einem Tank gespeichert wird, als Brennstoff. In Verbin­dung mit Sauerstoff aus der Luft entsteht in der Zelle elektrische Energie. Der benötigte Wasserstoff kann unter Einsatz von (Öko-)Strom aus einfachem Wasser hergestellt werden.

CATL

Bedeutender chinesischer Batterieproduzent. CATL (Contemporary Amperex Technology) baut in Erfurt für 1,8 Milliarden Euro eine Fabrik für den Europamarkt. Einer der größten Kunden ist BMW.

Effizienz

Wichtiger Vorteil des batterieelektrischen Autos: sein hervorragender Wirkungs­grad. Für die gleiche Strecke benötigt es nur halb so viel Energie wie das Wasserstoffauto und nur ein Sechstel dessen, was ein Ver­brenner braucht, der mit saube­rem synthetischem Kraftstoff fährt. 

Feststoffbatterie

Nächste Entwicklungsstufe der Akkus, bei der das Elektrolyt nicht aus flüssigem, sondern aus festem Material besteht. Erreicht im Labor die dreifache Energie­dichte und ermöglicht daher mehr Reichweite bei gleichem Gewicht. 

Hybrid

Auto mit zwei Antriebs­konzepten, meist Verbrenner und E-Motor plus Batterie. Der Elektrifizierungsgrad eines Hybridautos wird durch die Zusätze Mild-, Voll- und Plug-in- angezeigt. Nur Letzterer lässt sich extern laden.

Induktion

Drahtlose Energieübertragung, die beim Laden von E-Autos und Plug-in-Hybriden Ka­bel überflüssig macht. Statisch gibt es das schon, etwa von BMW. Dynamisches induktives Laden – also Laden während der Fahrt – wird derzeit unter anderem vom israeli­schen Start-up Electreon getestet. 

Kobalt

Kritischer Rohstoff in Auto-Akkus. Wird für die Minimierung der Brandgefahr und eine gute Zyklenfestigkeit be­nötigt. Ein Großteil des Metalls stammt aus dem Kongo, wo es auch von Kindern gefördert wird – unter menschenunwürdigen Bedingungen.

Ladesäulen

Möglicher Fla­schenhals beim Hochlauf der E-Mobilität. Der Ausbau öf­fentlicher Ladestationen geht langsam voran (aktuell: ca. 16.000 Standorte), für private Ladesäulen fehlt teilweise der Rechtsrahmen. Zudem variieren Zugangsvoraus­setzungen und Preise bei öffentli­chen Säulen stark.

Motor

Mit Strom betriebene, im Vergleich zum Verbren­ner einfache Maschine, die wechselnde Magnetfelder erzeugt und dadurch in Bewegung gerät. Prinzip: Durch Anziehung und Abstoßung dreht sich ein be­weglicher Teil (Rotor) in oder um einen unbeweglichen (Stator).

Netzausbau

Für einen Hochlauf der E-Mobilität nötige Ver­besserung der Infrastruktur. Laut einer Studie geht es zu­mindest im Stromnetzgebiet von Eon aber um überschaubare Inves­titionen: 2,5 Milliarden Euro in 25 Jahren – bzw. 400 Euro pro E-Auto.

Photovoltaik

Umwandlung von Lichtenergie in Strom mittels Solarzellen. Wird mit zunehmender Leistungsfä­higkeit interessant für den Einsatz in E-Auto-Karosserien, um kosten­los die Batterie zu laden und Reich­weite zu generieren. Beispiele: Sono Motors Sion, Lightyear One. 

Reichweite

Im Allgemeinen als wichtigste Kenngröße wahr­genommener Parameter. Ist abhängig von Akkugröße und Verbrauch und in den letzten Jahren bei fast allen Modellen deutlich gestiegen. Teslas Model S kommt im Normzyklus auf bis zu 632 km. Hohe Geschwindigkeiten und die Nut­zung von elektrischen Verbrauchern wie Klimaanlage oder Sitzheizung verringern die Reichweite (hier finden Sie eine Übersicht aller Modelle).

Smart Grid

Intelligentes Strom­netz, in dem auch Elektroautos eine Rolle spielen. Ihre Akkus können überschüssigen Strom aus Windrädern und So­laranlagen zwischenspeichern und bei Bewölkung und Flaute wieder ins Netz einspeisen. Dafür müssen Autos und Ladesäulen für bidirek­tionales Laden ausgelegt sein.

Tesla

Pionier der Elektromobi­lität. Erstes Serienmodell war der von 2008 bis 2012 gebaute Roadster, aktuell bietet Tesla drei Modelle (Model S, Model X und Model 3) an. Darü­ber, ob Tesla einen technologischen Vorsprung hat und wie groß der ist, besteht Uneinigkeit. Klar ist: Die Firma von Elon Musk hat wichtige Technologien (Batterie, Autopilot) in der eigenen Hand und außerdem bereits Erfahrungen mit über einer halben Million E-Autos im Markt.

Umweltbonus

Von der Bundes­regierung 2016 aufgelegtes Programm zur Absatzförde­rung. Der Kauf erstmals zu­gelassener reiner E-Autos und Plug-in-Hybride wird mit einer Prämie von 2000 bzw. 1500 Euro gefördert. Der Hersteller gewährt dazu min­destens den gleichen Betrag als Nachlass. Läuft noch bis Ende 2020.

Wechselakku

Konzept zur Überwindung der Reich­weitenproblematik batte­rieelektrischer Autos. Statt sie zu laden, werden Akkus auf Langstrecken an speziellen Statio­nen getauscht. Bisherige Versuche (u. a. von Better Place) sind geschei­tert, aktuell setzt der chinesische Hersteller Nio auf Wech­selak­kus.

Zyklenfestigkeit

Angabe, wie oft eine Batterie ge- und entla­den werden kann, bis ihre Ka­pazität unter einen bestimm­ten Prozentsatz fällt. Die erwarteten Werte variieren. VW etwa gibt bei seinen ID-Modellen die Garantie, dass nach acht Jahren bzw. 160.000 Kilo­metern mindestens 70 Prozent zur Verfügung stehen. Auswertungen von Tesla Model S mit hohen Lauf­leistungen zeigen, dass deren Batte­rien viel langsamer altern.

Autor: Benjamin Gehrs

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