Automarkt Indien — 01.07.2008

Der große Boom kommt ab 2009

Im kommenden Jahr werden die Zulassungszahlen auf dem Subkontinent gewaltig nach oben springen, prognostiziert die Marktforschungsfirma R.L. Polk. Und das nützt nicht nur Herstellern von Billigautos wie dem Nano.

In Indien steht der Boom erst noch bevor: Nach einer Analyse des Auto-Marktforschers R.L. Polk wird sich die Zahl der jährlichen Neuzulassungen an Personenwagen auf dem Subkontinent bis 2015 verdoppeln. Derzeit liegt das Wachstum bereits bei traumhaften zwölf Prozent. Deutsche Hersteller haben nach der Studie gute Chancen, dort einen akzeptablen Marktanteil zu erobern. Derzeit spielen sie mit unter einem Prozent zwar noch eine kleine Rolle. Doch die könnte bis 2015 auf mehr als 5,5 Prozent oder 200.000 Neuzulassungen wachsen. Dafür müssen sie nicht einmal spottbillige Kleinstautos bauen – die Nachfrage nach Mittelklassewagen steigt dort nämlich auch. Zum Vergleich: 2007 wurden in Deutschland rund 3,2 Millionen Pkw neu angemeldet, der Bestand belief sich auf 55,5 Millionen Autos.

Derzeit sind in Indien elf Millionen Personenwagen zugelassen, die Bevölkerungszahl beträgt rund 1,1 Milliarden Menschen. Je stärker die indische Wirtschaft wächst, desto mehr Menschen werden es in dem Land zu Wohlstand bringen, folgern die Marktforscher: "Dieser Mittelschicht gehören heute bereits über 30 Millionen Inder an. Bei der anzunehmenden guten Wirtschaftsentwicklung wird sich deren Zahl bereits in absehbarer Zeit auf über 150 Millionen erhöhen." Das heißt, das nicht allein Billigautos vom Rang eines Tata Nano, Dacia Logan oder ULC von Renault-Bajaj in dem riesigen Land künftig nachgefragt werden, sondern auch Mittelklasse- und Luxuswagen. Ein Teil dieser wachsenden Mittelschicht birgt das Potenzial für die Produkte deutscher Hersteller, denn "deutsche Markenprodukte genießen in Indien einen hervorragenden Ruf", so ein Mitarbeiter von R.L. Polk. Die Firma hat die Studie in Eigeninitiative erstellt.

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