Nissan Qashqai Facelift (2017): Vorstellung, Technik

Nissan Qashqai Facelift (2017): Technik

— 15.07.2016

Qashqai wird ein kleiner X-Trail

Das Facelift macht aus dem Nissan Qashqai einen kleinen X-Trail. Ab 2017 soll der Qashqai in Staus selbstständig bremsen und wieder anfahren. Alle Infos!

Nissan hat sich für die kommenden Jahre viel vorgenommen. Während andere Hersteller auf eine Ausweitung des Portfolios und immer neue SUVs in allen Klassen setzen, sieht das beim japanischen Teil des Renault-Nissan-Konzerns ganz anders aus. Ehe zum Jahreswechsel 2018/2019 ein komplett neuer Nissan Qashqai als Aushängeschild der Marke zu den Händlern rollt, gibt es im kommenden Frühjahr auf dem Genfer Salon eine Überarbeitung des aktuellen Bestsellers. Optik und Technik des Qashqai 2017 lehnen sich dabei mehr am größeren X-Trail an.
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Ist der ProPilot aktiviert, hält er beispielsweise auf Autobahnen Abstand zum Vordermann.

Die größte Veränderung wird jedoch ein neues Fahrerassistenzpaket sein, mit dem Nissan bis zum Jahre 2020 vollautonom unterwegs sein will. Die erste Stufe ist der ProPilot 1.0, ein Autobahnassistent, der Spur und Abstand zum Vordermann hält und dabei im Stau eigenständig anhalten kann. Nissan verspricht damit eine Entlastung des Fahrers, um Unfälle zu vermeiden. 2018 wird der ProPilot in der Generation 2.0 um eine Spurwechselfunktion erweitert und bis 2020 will man mit den neuesten Nissan-Modell auch in Innenstädten autonom und unfallfrei unterwegs sein.

Nissan Qashqai 1.6 DIG-T: Fahrbericht

Nissan Qashqai 1.6 DIG-T: Fahrbericht Nissan Qashqai 1.6 DIG-T: Fahrbericht Nissan Qashqai 1.6 DIG-T: Fahrbericht

Der ProPilot fährt im Stau selbst wieder an

Die Premiere feiert der ProPilot 1.0 bereits kommenden Monat im japanischen Mittelklassevan Nissan Serena, einem der meistverkauften Modelle auf dem dortigen Markt. Optisch typisch japanisch mit ausladender Karosserie und kleinen 15-Zoll-Rädern ist der 4,70 Meter lange Familienvan optional mit der Sicherheitstechnik ausgestattet, die nächstes Jahr auch in den Qashqai Einzug hält. Am Steuer gibt es die üblichen Bedienmodule für den Tempomaten, der Geschwindigkeit und Abstand zum Vordermann regelt. Wie bei anderen Herstellern auch gibt es im Nissan Qashqai dann eine Staufunktion, mit der das SUV je nach Verkehrslage auch vollständig zum Stillstand kommt. Bis zu einer Zeit von drei Sekunden fährt er automatisch wieder an, wenn es weitergeht; ansonsten reicht eine kurze Berührung des Gaspedals und er beschleunigt auf das vorher eingestellte Tempo. Ob das System aktiv ist, zeigen auf dem sieben Zoll großen Bildschirm ein grünes Lenkrad, zwei angedeutete Fahrbahnlinien und entsprechende Fahrzeuggrafiken.

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Auch Kurven sind kein Problem

Im Nissan Serena konnte AUTO BILD das System bereits testen.

Zwischen einer Geschwindigkeit von 30 und 100 km/h bereiten dem Technologiebruder ebenso wie dem kommende Qashqai auch Kurven keine Probleme. Zwar ist man auf japanischen Straßen verpflichtet, jederzeit eingreifen zu können und die Hände in der Nähe des Lenkrades zu haben, doch bei den ersten Testfahrten kam die erste Warnmeldung, wieder die Hände ans Steuer zu nehmen, nach zehn Sekunden. Je nach Geschwindigkeit dauert es dann fünf bis zehn weitere Sekunden, bis der Autobahnpilot nach akustischen und visuellen Warnungen auf dem Display aussteigt und zwangsläufig wieder an den Fahrer übergibt. Das ist der Stand, den aktuell auch BMW 7er oder Mercedes S-Klasse bieten. Die neue Mercedes E-Klasse, Volvo XC90 und S90 sowie das Tesla Model S lassen mit lockerer Leine längere Zeiten ohne manuellen Lenkeingriff zu. Tesla war zuletzt wegen eines tödlichen Unfalls in Florida ins Gerede gekommen, den ein Autopilot in einem Model S verursacht hatte.

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In Europa soll der Autobahnassistent bis Tempo 180 funktionieren

Ähnlich wie das Qashqai Premium Concept vom Genfer Autosalon soll das Facelift aussehen.

Nissan verspricht, dass für plötzlich hereinziehende Autos ebenso automatisch abgebremst wird wie beim Notbremsassistenten, der bereits modellübergreifend angeboten wird. Aus Kostengründen ist das System, ähnlich dem optionalen Abstandstempomaten des aktuellen Mini, nur mit einer Kamera hinter dem Innenspiegel ausgestattet. Für die europäischen Autobahnen, wo insbesondere in Deutschland deutlich schneller gefahren wird, soll das System im Qashqai um einen Radar für größere Reichweiten ergänzt werden. Auf dem europäischen Markt soll der Autobahnassistent ProPilot bis Tempo 180 arbeiten. Was dem System in seiner ersten Generation fehlt, ist jedoch eine Verkehrszeichenerkennung, denn so muss das Tempo manuell vom Fahrer eingestellt werden. Andere Systeme von Mercedes, Volvo, BMW oder Audi lesen entsprechende Tempolimits und richten die eigene Geschwindigkeit danach aus.

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Im ganz neuen Qashqai kommt der ProPilot 2.0

Schritt für Schritt soll das System durch alle Nissan- und später auch Renault-Baureihen ausgerollt werden. Der neue Nissan Micra, der auf dem Pariser Salon in diesem Herbst seine Weltpremiere hat, ist damit jedoch noch nicht ausgestattet. Erst die kommende Kleinwagengeneration von Nissan darf sich dann über den ProPilot 2.0 freuen, der auch im komplett neu entwickelten Nissan Qashqai in 2018/2019 verbaut sein soll.

Autor: Stefan Grundhoff

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