VW Oberklasse-Modell: 2018

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VW-Oberklasse-Modell: 2018

— 07.12.2014

VW greift BMW 5er an

Unterhalb des Phaeton plant VW ein edles Modell, das gegen BMW und Mercedes fahren soll. Es kommen zwei Varianten: Fließheck-Limousine und Kombi.

Video: Insider VW Passat

Neuer Super-Passat

Ja, werden die jetzt größenwahnsinnig bei VW? Die Wolfsburger haben allen Ernstes den 5er-BMW im Visier. Aber nicht mit Passat und Phaeton, sondern mit einem Auto, das genau in diese Lücke fahren soll. Einen Edel-VW. Wir stellen Ihnen die Einzelheiten vor. Gab es so ein Fließheck-Modell nicht schon einmal? Klar, "Concept D" hieß das Showcar vor 15 Jahren (siehe Info-Box unten). In der Zwischenzeit hat sich einiges geändert: Europa ist immer weniger der Nabel der Auto-Welt. Wer als Hersteller Erfolg haben will, braucht globale Konzepte mit lokaler Ausprägung. Auf den wichtigen Märkten USA und China fährt das klassische Stufenheck ganz vorn mit. Vor allem Asiaten verbinden damit Status und Prestige. Auch die Amis lieben die fünfsitzigen Viertürer – vorausgesetzt, sie sind repräsentativ, geräumig, günstig. So wie der Edel-VW.

China oder USA müssen Schützenhilfe leisten

Vorn Passat-Gesicht, hinten abgesenkte Dachlinie à la Fließheck-Limousine: Dieser VW soll die Lücke zwischen Passat und Phaeton schließen.

Auf welcher Basis soll der Edel-VW entstehen? Das ist die Gretchenfrage: Schützenhilfe aus den USA oder aus China? Für Europa allein wäre eine zusätzliche Modellreihe zwischen Passat und Phaeton ein Verlustgeschäft. Doch wenn ein bestehendes Konzept adaptiert und dann übernommen werden kann, sieht die Rechnung gleich ganz anders aus. Deshalb prüfen die Controller aktuell folgende Optionen. Erstens: Ein Derivat des nächsten US-Passat, der in Chattanooga ab 2017 vom Band laufen soll. Zweitens: Eine Weiterentwicklung jenes neuen großen VW auf Audi-A6-Basis, der ab 2015 in China produziert wird. Die Audi-Basis würde sich deutlicher vom Europa-Passat unterscheiden und damit mehr Druck auf BMW und Mercedes ausüben. Allerdings dürfte diese Variante auch A6-Kunden zu VW abziehen. Der Edel-VW auf Basis der US-Passat-Variante wäre billiger herzustellen, müsste aber auch günstiger angeboten werden.
HISTORIE: Die Idee ist schon 15 Jahre alt
Alles schon mal da gewesen! Bereits unter Bernd Pischetsrieder existierten Pläne für einen Edel-VW als Antwort auf den 5er-BMW und die Mercedes E-Klasse. Chefdesigner Murat Günak hatte ein fünftüriges Schrägheck à la IAA-Studie von 1999 (Concept D) und ein vom Renault Vel Satis inspiriertes Raumkonzept vorgeschlagen. Das Projekt blieb in der Vorentwicklung stecken.

Auf der IAA 1999 zeigte VW diese Schrägheck-Variante namnes "Concept D". Daraus wurde der Phaeton.

Wie würde der Edel-VW auf US-Passat-Basis aussehen? Die wesentlichen Unterschiede betreffen Abmessungen und Raumangebot, Motorisierung und Antrieb sowie technische Inhalte und Preis. Ohne Sechszylinder ergibt der Wagen für Amerika keinen Sinn, denn die Amis stehen auf Power, Drehmoment und Laufkultur. Da der VR6-Motor nur noch ein Nischendasein führt und nicht mehr weiterentwickelt wird, kommt nur der von Audi entwickelte Dreiliter-V6 infrage. Der Motor lässt sich zwar nicht ohne Weiteres verkürzen, aber das neue DSG passt sogar quer in die kleinste Lücke. Gegen Aufpreis gibt es 4Motion-Allradantrieb.

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Was steckt im Edel-VW auf Audi-A6-Basis? Zunächst einmal vor allem jene Aggregate, die Audi in Amerika im A6 nicht anbietet. Zum Beispiel die kleineren Vierzylinder als Benziner (190 statt 220 PS) und Diesel (190 PS) sowie der V6 als TFSI mit 299 PS und als TDI mit 272 PS. Die vermutlich einzige Überschneidung betrifft den 252 PS starken 2.0 TFSI. Diese Motorenpalette ist für die USA maßgeschneidert und schafft gleichzeitig in Europa einen Respektabstand zum Normalo-Passat. Klar, dass der Allradantrieb vom Audi Quattro abgeleitet würde, dass sich der aufwendigere Elektronik-Baukasten im Audi-Teileregal bedient, dass Fahrwerk und Karosseriestruktur noch auf dem aktuellen Modell aufbauen und nicht auf dem Nachfolger, der Ende 2017 in Serie geht.

Möglich, dass der Edel-VW als Shooting Brake kommt, der nicht praktisch sein will, sondern vor allem hübsch. Aber auch ein reiner Variant ist denkbar.

In welchen Karosserievarianten wird der Edel-VW kommen? Die viertürige Limousine ist ein absolutes Muss, doch die Umsetzung des Stufenheck-Prinzips erweist sich als unerwartet schwierige Übung. Warum? Weil der Edel-VW nicht einfach ein vergrößerter Passat sein darf, weil das Design sehr stark von den Proportionen (und damit vom Antriebskonzept) bestimmt ist und weil es keinen gemeinsamen Nenner für europäische und amerikanische (oder chinesische) Geschmäcke gibt. Heimliche Vorbilder sind die in Amerika erfolgreichen Toyota-Zwillinge Camry und Avalon. Die weitgehend baugleichen Limousinen werden beide auch als V6 und mit Hybrid angeboten – ein VW GTE mit Doppelherz-Technik gilt daher als abgemacht. Während die Japaner seit Generationen dem Stufenheck huldigen, braucht VW für Europa auf jeden Fall auch ein zweites Modell mit großer Heckklappe. Ob das ein Variant oder ein Shooting Brake sein soll, wird noch diskutiert. Der Alltrack im Crossover-Look wäre eine logische Ergänzung.

Der Edel-VW kostet in der Basis weniger als 40.000 Euro

Die Preise? Ab etwa 37.500 Euro für das Grundmodell. Wo wird der neue VW gebaut? In der engeren Wahl stehen wohl China, Mexiko und Nordamerika. Das China-Auto dürfte zwar technisch top sein, doch der Export eines Premium-Modells aus China passt vermutlich nicht zum Markenimage. Wenn sich das Audi-Konzept durchsetzt, würde der Wagen wohl in San José Chiapa vom gleichen Band rollen wie der nächste Q5. Sollte der Edel-VW auf Basis des US-Passat den Zuschlag erhalten, spricht alles für Tennessee als neue Heimat des Edel-VW.

VW Oberklasse-Modell: 2018

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Georg Kacher

Georg Kacher

Fazit

Die Chancen stehen gut für den Edel-VW – als Alternative zu 5er und E-Klasse und als Angebot für Passat-Aufsteiger. In Europa dürfte vor allem der als Mischung aus Raumwunder und Lifestyle-Transporter konzipierte Sportkombi punkten.

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