VW Polo VI (2017): Vorstellung

VW Polo VI (2017): Vorstellung

VW Polo 6 (2017): Infos und Test

— 16.06.2017

Alle Infos zum neuen Polo

Die sechste Generation des VW Polo wächst endgültig Richtung Golf. AUTO BILD hat alle Infos zu Ausstattung, Motoren, Preis und Marktstart sowie erste Tests.

Vorstellung: Die neue Plattform lässt den Polo wachsen
Interieur: Erste Sitzprobe –
innen fast ein Golf (Update!)
Fahren: Erste Testfahrt im Polo-Prototyp
Ausstattung: Drei Linien und viel Platz für Individualisierung
Connectivity: Jetzt mit digitalen Instrumenten
Motoren und Preis: Bei 12.975 Euro geht's los
Gebraucht: VW Polo gebraucht ab 6000 Euro kaufen

Vorstellung: Die neue Plattform lässt den Polo wachsen

Polo Nummer sechs wächst: Die neue Generation des Wolfsburger Kleinwagens ist fast schon ein Kompakter. Denn die MQB-Plattform mit dem Beinamen A0 lässt den Polo in fast alle Richtungen wachsen. So knackt der neue Kleine in der Länge erstmals die Viermeter-Marke: 4,05 Meter (Vorgänger: 3,97 m) misst der Polo von Frontschürze zu Heckschürze. Aber nicht nur die Gesamtlänge wächst, auch beim Radstand – wichtig für die Platzverhältnisse im Innern – legt er zu. Resultat: 9,4 Zentimeter mehr Abstand zwischen den Achsen. Macht 2,56 Meter Radstand beim Neuen gegenüber 2,47 Meter beim Vorgänger-Polo. Das gleiche Spiel bei der Breite: Generation Sechs steht mit 1,75 Metern (ohne Spiegel) stämmig da, das sind sieben Zentimeter mehr als beim Polo V. Lediglich bei Höhe verliert der Neue – aber nur geringfügig. Mit rund 1,446 Metern ist er sieben Millimeter flacher als der Alte. Der Dreitürer gehört der Vergangenheit an, denn künftig wird es den Polo nur mit fünf Türen geben. Beim Kofferraum macht sich die neue Basis ebenfalls bemerkbar. Das Kofferraumvolumen liegt bei 351 Litern. Damit wildert der Polo in Golf-Regionen, denn der große Bruder verfügt über 380 Liter Volumen im Gepäckabteil.

IAA Frankfurt 2017: Vorschau und Highlights



Durch den Wechsel zur Plattform des Golf hat der Polo an Größe gewonnen. Und wächst über vier Meter Länge hinaus.

Und das ist nicht der einzige Punkt, in dem der Polo dem Golf nahekommt. Auch beim Design geht es nicht Kleinwagen-typisch verspielt, sondern kompakt-seriös zu. An der Front dominieren Scheinwerfer und Grill, darüber wölbt sich die definiert ausgeformte Motorhaube. Wie der Arteon bekommt der Polo unter der Haubenkante eine in Wagenfarbe lackierte Leiste, die die Motorhaube optisch – wie vom "bösen Blick" bekannt – bis in den Grill verlängert. In der Seitenlinie ist die Schulterlinie im VW-Hauslook besonders kräftig ausgeprägt und mündet in die scharf geformten Rückleuchten. Beim Topmodell, dem GTI, fällt der Auftritt mit sportlichen Erkennungszeichen wie Wabengrill, bis zu 18 Zoll großen Alufelgen, Doppelauspuffblende und breiteren Schürzen noch etwas extrovertierter aus. Derart gestylt fährt der neue Polo ab Ende 2017 gegen die erstarkte Konkurrenz an. Vor allem der Seat Ibiza (ebenfalls auf der MQB A0-Plattform), der neue Ford Fiesta und der kommende Opel Corsa zählen zu seinen Kontrahenten. Das große Publikum kann die sechste Polo-Generation erstmals auf der IAA in Frankfurt (14. bis 24. September 2017) begutachten.

Interieur: Erste Sitzprobe – innen fast ein Golf

Der neue Polo kommt mit Extras wie dem digitalen Cockpit – bis vor Kurzem nur in der Oberklasse erhältlich.

AUTO BILD hat gleich nach der offiziellen Vorstellung die Sitzprobe im neuen Polo gemacht! Eines steht sofort nach dem Einsteigen fest – Platz hat hier jeder. Die neue Plattform mit 9,4 Zentimeter mehr Radstand wirkt wahre (Raum-)Wunder. Obwohl der Polo geringfügig niedriger geworden ist, gibt es mehr Kopffreiheit, vorne fühlt sich der Neue definitiv "golfig" an. Auch in der Breite legt Generation sechs zu (plus sieben Zentimeter). Ergebnis: Fahrer und Beifahrer kommen sich hier sicher nicht in die Quere. Die Platzverhältnisse fühlen sich nicht nach Kleinwagen an. Auch hinten bietet der Polo reichlich Platz, selbst mit 1,95 Metern Körpergröße kann man bequem aufrecht sitzen. Vier Erwachsene auf Reisen im Polo? Das dürfte problemlos drin sein. Und er sieht richtig schick aus: Das neue Armaturenbrett wirkt wie aus einem Guss und lässt sich je nach Wunsch individualisieren (17 Dekore stehen zur Auswahl). Das kennen wir so ähnlich schon aus dem neuen Seat Ibiza, allerdings hat VW mit den aufpreispflichtigen, digitalen Instrumenten noch eins draufgelegt. Die sind hervorragend ablesbar und glasklar. Apropos Glas: Der scharfe Achtzoll-Touchscreen des Infotainments ist hoch angebracht und fügt sich bündig ins Dekorelement ein. Der kleinere 6,5 Zoll Bildschirm dagegen soll nicht unter Glas liegen. Haptisch ist der Polo in vielen Details auf hohem Niveau, der Armaturenträger gibt im oberen Bereich auf Daumendruck leicht nach. Die Türverkleidungen sind dagegen ein sicherer Indikator, dass wir doch noch in der Kleinwagenklasse unterwegs sind – hier ist hartes Plastik verbaut. Also doch nur fast ein Golf.

Fahren: Der große Dreizylinder für die Testfahrt

Beim Testwagen handelt es sich um ein noch stark getarntes Vorserienexemplar.

Erste Fahreindrücke konnte AUTO BILD bereits auf der Prototypentestfahrt mit mit dem kleinen Dreizylinder sammeln: Ein knurriges Motörchen, halb verdeckt vom Ansauggedöns und diversen Nebenaggregaten. Nein – kein Leisetreter, kein Drehmomentwunder, kein Drehzahlgipfelstürmer. Dafür hängt der 115 PS starke Baby-Turbo am Gas wie die Klette an den Klamotten, das Getriebe teilt die 200 Nm in sechs ungleiche Teile, die 17-Zoll-Gummis jaulen nur dank frühem ESP-Eingriff nicht um Gnade. Die sehr ordentlichen Fahrleistungen bescheren dem unscheinbaren Fünfsitzer eine Dauerkarte für die Überholspur: neun Sekunden bis 100 km/h, 200 Spitze, knapp fünf Liter auf 100 Kilometer. Und so wundert es nicht, dass der Polo auch bei den Fahreigenschaften dem Golf VII ungemütlich dicht auf den Pelz rückt. Beide Autos sind richtungsstabil, fahrsicher, komfortabel abgestimmt. Das kleinere Modell ist wendiger, flinker, an der Ampel sogar eine Spur spritziger. Keine Frage: Wenn Status keine Rolex spielt, dann tut's auch der Kleine aus dem VW-Showroom.

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Ausstattung: Drei Linien und viel Platz für Individualisierung

Grundsätzlich bietet VW den Polo in drei Ausstattungslinien (Trendline, Comfortline, Highline) an – hinzu kommen die Sonderversion „Beats“ und der sportliche GTI.

Hier die Ausstattungslinien im Überblick:

Trendline: Serienmäßiges LED-Tagfahrlicht mit Coming- und Leaving-Home-Funktion, Geschwindigkeitsbegrenzer, Front Assist, City-Notbremsfunktion und Fußgängererkennung und 14 Zoll-Räder.

Comfortline: Inklusive sind hier das Infotainmentsystem "Composition Colour", Klimaanlage, Müdigkeitserkennung, eine Mittelarmlehne, mit Wirkvelour bezogene Sitze, 15 Zoll-Räder, Fensterheber für vorne und hinten und ein Multifunktionslenkrad.

Highline: Ist der Haken bei "Highline gesetzt, gibt es zusätzlich eine Einparkhilfe, weiße LED-Ambientebeleuchtung für Türen und Instrumententafel, Leder für Lenkrad, Schalt- und Bremshebel sowie 15-Zoll-Räder vom Typ "Salou".

Beats: 300 Watt-Soundsystem (optional auch für alle anderen Polo-Modelle verfügbar), 16-Zoll-Leichtmetallfelgen, schwarz lackierte Außenspiegel, Dekorfolierung auf Motorhaube und Dach sowie das ein oder andere „Beats“-Logo innen aund außen. Dazu sind Sportsitze, eine rotlackierte Ziertafel im Cockpit und das kleine Lederpaket Serie.

Dazu kommen drei Pakete – R-Line, Black und Style. VW nennt jedoch vorerst nur Details zur R-Line. Sie beinhaltet: 16 Zoll Leichtmetall-Felgen "Sebring", sportliche Stoßfänger, einen angedeuteten Diffusor, Dachkantenspoiler, schwarze Schwellerleisten und angepasstem Innenraum.

Für die Lackierung hat VW 14 Außenfarben im Programm und lässt den Kunden aus insgesamt 12 Felgen wählen (14 bis 18 Zoll). Für die Zierelemente im Inneraum stehen 17 Dekore, zwei Innentrims und elf Sitzbezüge zur Auswahl. Darüber hinaus kann der Polo gegen Aufpreis mit Voll-LED-Scheinwerfern, LED-Tagfahrlicht, LED-Rückleuchten, einer Klimaanlage mit Luftgüte-Sensor und Antiallergen-Filter, induktiver  Smartphone-Ladefläche und einem – im Vergleich zum Vorgänger – vergrößerten Panoramadach aufgewertet werden. Außerdem stehen in der Optionenliste ein Sportfahrwerk mit einstellbaren Dämpfern. Bei den Assistenzsystemen können unter anderem der Kollisionswarner mit City-Notbremsfunktion und Fußgängererkennung, eine automatische Distanzkontrolle (bis zu 210 km/h) mit einer Stop-and-Go-Funktion in Kombination mit einem DSG-Getriebe geordert werden. Und auch ein Spurwechselassistent, Totwinkel-Warner und eine teilautomatische Ausparkfunktion finden bei entsprechender Bezahlung ihren Weg in den Polo.

Connectivity: Erstmals digitale Instrumente

Der stärkste Polo bleibt ein GTI: 200 PS leistet der kleine Sportler.

Als erster VW bekommt der Polo eine neue Generation des Active Info Display. Die digitalen Instrumente sollen in der Darstellung klarer sein und einfacher nutzbar sein. Über eine Taste am Lenkrad können die Ansichten des Grundmenüs gewechselt werden. Die Darstellung des Infotainments übernehmen flächig in die Mittelkonsole eingelassene Touchscreens mit 6,5 bis 8 Zoll großen Displays. Der neue Polo beherrscht Apple CarPlay, Android Auto und MirrorLink. Außerdem bietet die Plattform "We by Volkswagen" Dienste wie beispielweise "WePark", die bargeldloses Parken ermöglichen soll – zum Zeitpunkt der Polo-Premiere funktioniert die Funktion jedoch nur in Berlin. Weitere Metropolen sollen folgen.

Motoren und Preis: Bei 12.975 Euro geht's los

VW kündigt für den neuen Polo neun Motoren an. Dazu zählen sechs Benzin-Aggregate, an deren Spitze der 2,0-Liter-Turbomotor des GTI steht. Bei den Dieseln stehen zwei Leistungsstufen des gleichen 1,6-Liter-Motors zur Auswahl. Neu ist ein 90 PS starker Erdgas-Turbomotor mit einem Liter Hubraum. Ab 95 PS lassen sich alle Motoren mit einem Sieben-Gang-DSG kombinieren. Als Einstiegspreis nennt VW 12.975 Euro. Alle Polo-Motoren im Überblick:


Benziner
• 1.0 MPI mit 48 kW / 65 PS, 5-Gang-Getriebe
• 1.0 MPI mit 55 kW / 75 PS, 5-Gang-Getriebe
• 1.0 TSI mit 70 kW / 95 PS, 5-Gang-Getriebe / 7-Gang-DSG
• 1.0 TSI mit 85 kW / 115 PS, 6-Gang-Getriebe / 7-Gang-DSG
• 1.5 TSI mit 110 kW / 150 PS, 6-Gang-Getriebe / 7-Gang-DSG
• 2.0 TSI mit 147 kW / 200 PS, 6-Gang-Getriebe / 7-Gang-DSG

Diesel

• 1.6 TDI mit 59 kW / 80 PS, 5-Gang-Getriebe
• 1.6 TDI mit 70 kW / 95 PS, 5-Gang-Getriebe / 7-Gang-DSG

Erdgas

• 1.0 TGI mit 66 kW / 90 PS, 5-Gang-Getriebe

VW Polo gebraucht ab 6000 Euro kaufen

Der Polo gehört im Kleinwagen-Segment zu den Lieblingen der Deutschen: Gebrauchte Polo ab Baujahr 2009 (Vor-Facelift-Modelle) im gepflegten Zustand starten bei rund 6000 Euro. Dafür gibt es den kleinen Wolfsburger mit dem 60 PS starken 1,2-Einstiegsbenziner. Im Mittelfeld rangiert der 1,2-Liter-TSI mit 105 PS, der ab 8000 Euro zu haben ist. Für das Topmodell "WRC Street" mit 220 PS (Vmax 243 km/h!) müssen 20.000 Euro eingeplant werden. Die Diesel-Varianten starten bei 7000 Euro. Im Gegenzug steht der 1,2-Liter-TDI mit 75 PS in der Garage. Am oberen Ende der Leistungsskala rangiert ein 1,6-Liter-Aggregat mit 105 PS. Bei den Benzinern gilt: Vorsicht vor den 1,2- und 1,4-Liter-TSI-Motoren – die Steuerkette kann hier teure Schäden verursachen. Hinzu kommen ein am Längsträger durchscheuernder Kabelbaum, ruckelnde DSG, zu niedrige Leerlaufdrehzahl des 1.2 TSI und Leistungsverlust an einigen Turbomotoren. Zu den harmloseren Problemen gehören defekte Scheinwerfer und spinnende RDKS-Systeme.
Alles auf einen Blick: Gebrauchte VW Polo

Autoren: Georg Kacher, Peter R. Fischer

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