VW Polo VI (2017) im Test: Fahrbericht

VW Polo VI (2017) im Test: Fahrbericht

VW Polo 6 (2017): Infos und Test

— 15.05.2017

So fährt der kleine Golf

Die sechste Generation des VW Polo wächst ab Ende 2017 endgültig in Richtung Golf. AUTO BILD ist den Kleinwagen schon gefahren!

Der neue Polo ist den AUTO BILD-Erlkönigjägern vollkommen ungetarnt vor die Kamera gefahren. Wenig überraschend, denn noch im Mai 2017 soll die Produktion der nächsten Polo-Generation starten, AUTO BILD rechnet damit, dass der Kleinwagen zum Ende des Jahres zu den Händlern rollt. Die Präsentation könnte auf der IAA in Frankfurt sein (14. bis 24. September). Trotz viel neuer Technik will VW die Preise sogar leicht senken: Der neue Polo soll künftig bei etwa 12.500 Euro starten, derzeit geht es bei 12.600 Euro los. Geld will VW vor allem mit Extras aus der Aufpreisliste verdienen.

IAA Frankfurt 2017: Vorschau und Highlights

Motoren: Im GTI bis zu 200 PS

Der neue Polo ist geräumiger, fahraktiver, komfortabler, sicherer, sauberer. Doch das Design reißt uns nicht vom Hocker, ein Vollhybrid und Allradantrieb fehlen. Bereits bestätigt ist der Mildhybrid, der rund zehn kW E-Power nachlegt und bullige 55 Instant-Nm Drehmoment draufpackt. So macht Polo fahren Spaß! Es geht natürlich auch bescheidener und noch sparsamer. Zum Beispiel in Form des Einliter-Dreizylinders mit 65, 75, 95 oder 115 PS. Beim wahlweise 80 oder 95 PS starken 1,6-Liter-Diesel steht sogar eine Drei vor dem Verbrauchskomma. Nicht hart genug am Wind? Dann empfiehlt Dr. Volkswagen dem leistungshungrigen Patienten den neuen, 150 PS starken 1,5-Liter-Benziner. Oder, wenn schon denn schon, den fetten Zweiliter-Turbo, der im Polo GTI mit 200 PS angast.

Der große Dreizylinder für die Testfahrt

Beim Testwagen handelt es sich um ein noch stark getarntes Vorserienexemplar.

Für uns tut's an diesem 36 Grad warmen Sonntag in Südafrika der kleine Dreizylinder. Ein knurriges Motörchen, halb verdeckt vom Ansauggedöns und diversen Nebenaggregaten. Nein – kein Leisetreter, kein Drehmomentwunder, kein Drehzahlgipfelstürmer. Dafür hängt der 115 PS starke Baby-Turbo am Gas wie die Klette an den Klamotten, das Getriebe teilt die 200 Nm in sechs ungleiche Teile, die 17-Zoll-Gummis jaulen nur dank frühem ESP-Eingriff nicht um Gnade. Die sehr ordentlichen Fahrleistungen bescheren dem unscheinbaren Fünfsitzer eine Dauerkarte für die Überholspur: neun Sekunden bis 100 km/h, 200 Spitze, knapp fünf Liter auf 100 Kilometer.

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VW T7 New Bulli Illustration VW T-Cross SUV Illustration VW T7 Life/Caddy Illustration

Fahreigenschaften wie ein Golf

Der neue Polo kommt mit Oberklasse-Extras wie LED-Schweinwerfern, adaptivem Fahrwerk und digitalem Cockpit.

Der Polo VI ist erwachsener geworden. Fünf Zentimeter breiter, drei Zentimeter flacher, sieben Zentimeter länger – das sieht gut aus und bietet in Verbindung mit dem um fast zehn Zentimeter gestreckten Radstand ein klares Plus an Beinfreiheit hinten und mehr Kofferraumvolumen. Doch uns interessieren heute vor allem die Fahreigenschaften. Auch diesbezüglich rückt der Polo VI dem Golf VII ungemütlich dicht auf den Pelz. Beide Autos sind richtungsstabil, fahrsicher, komfortabel abgestimmt. Das kleinere Modell ist wendiger, flinker, an der Ampel sogar eine Spur spritziger. Keine Frage: Wenn Status keine Rolex spielt, dann tut's auch der Bonsai-VW.

Der Seat Ibiza fährt sportlicher

Durch den Wechsel zur Plattform des Golf soll der neue Polo rund 70 Kilo abspecken.

Der Wechsel zum modularen Querbaukasten schafft deutlich bessere Voraussetzungen für ein ebenso souveränes wie engagiertes Fahrerlebnis. Der Ibiza mag sportlicher und schärfer gewürzt sein, dafür wirkt der Polo ausgewogener und verbindlicher. Die Bedienung ist narrensicher, die Sichtverhältnisse geben kaum Grund zur Klage, die neuen Sitze verdienen das Bandscheibensiegel in Gold. Zum Geräuschniveau und zur Verarbeitung können wir keine verbindlichen Aussagen treffen. Auch die Feinabstimmung von Lenkung, Bremse, Antrieb und Fahrwerk war beim Vorvorserien-Polo noch Vorvorserienstand.

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Peugeot 208 Illustration VW Polo VI Illustration

VW Polo gebraucht ab 6000 Euro kaufen

Der Polo gehört seit Generationen zu den Lieblingen im Kleinwagen-Segment. 

Der Polo gehört im Kleinwagen-Segment zu den Lieblingen der Deutschen: Gebrauchte Polo ab Baujahr 2009 (Vor-Facelift-Modelle) im gepflegten Zustand starten bei rund 6000 Euro. Dafür gibt es den kleinen Wolfsburger mit dem 60 PS starken 1,2-Einstiegsbenziner. Im Mittelfeld rangiert der 1,2-Liter-TSI mit 105 PS, der ab 8000 Euro zu haben ist. Für das Topmodell "WRC Street" mit 220 PS (Vmax 243 km/h!) müssen 20.000 Euro eingeplant werden. Die Diesel-Varianten starten bei 7000 Euro. Im Gegenzug steht der 1,2-Liter-TDI mit 75 PS in der Garage. Am oberen Ende der Leistungsskala rangiert ein 1,6-Liter-Aggregat mit 105 PS. Bei den Benzinern gilt: Vorsicht vor den 1,2- und 1,4-Liter-TSI-Motoren – die Steuerkette kann hier teure Schäden verursachen. Hinzu kommen ein am Längsträger durchscheuernder Kabelbaum, ruckelnde DSG, zu niedrige Leerlaufdrehzahl des 1.2 TSI und Leistungsverlust an einigen Turbomotoren. Zu den harmloseren Problemen gehören defekte Scheinwerfer und spinnende RDKS-Systeme.
Alles auf einen Blick: Gebrauchte VW Polo
Georg Kacher

Georg Kacher

Fazit

Der Ibiza ist gefühlt die neue Nummer eins in diesem hart umkämpften Segment. Ob das so bleibt, hängt auch davon ab, welchen Eindruck die endgültige Serienversion des Polo VI hinterlässt. Im Spätsommer 2017 wissen wir mehr!

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