Herrlich, diese Farben. Das Auto von Mercedes schimmert in sommerfrischem "Elbaitgrün metallic", Audi hat den Testwagen in knalliges "Arablau Kristalleffekt" getaucht. Das freut den Fotografen, und kleinen Stadtindianern steht so etwas ohnehin. Aber, halt! Schimmert da etwas Rötliches durch? Tatsächlich. Die stechende Farbe von einem ganz bestimmten Stift. Das berüchtigte Sparinstrument gnadenloser Kalkulierer hat seine roten Spuren hinterlassen. Ausgerechnet im flammneuen Audi Q2 finden wir eiskalte Kostensenkungsmaßnahmen. Welche, verraten wir noch.
Mit dem Q2 steigt Audi ins Segment der Mini-SUVs ein
Neuling mit bekannter Technik: Der 4,19 Meter kurze Audi Q2 nutzt die Plattform des VW Golf.
Bild: Toni Bader
Erst einmal Grundsätzliches: Mit dem Q2 entert Audi ab sofort die Liga der Mini-SUVs. Technisch nah am Golf, dem Trend entsprechend mit rustikalem Karosserieschutz gepolstert und ordentlich in die Höhe gestemmt – so soll der 4,19 Meter kurze Audi künftig die etwas spendierfreudigere Hochsitzfraktion versorgen. Ab 32.150 Euro ist zum Beispiel ein 2.0 TDI mit Allradantrieb und Automatik zu haben. Happig? Ja. Aber nicht abgehoben. Denn damit nähert sich der Q2 schließlich den Grenzen von Mercedes-Land. Die Schwaben steigen in die SUV-Welt mit dem kompakten – immerhin rund 20 Zentimeter längeren – GLA ein. Als 200 d mit 4Matic-Allradsystem und Doppelkupplungsgetriebe kostet der stämmige Baby-Benz ab 36.967 Euro. Stellen wir die beiden nebeneinander, fällt der Größenunterschied gar nicht so sehr auf. Wir spüren aber eine Charakter-Differenz.
Der Mercedes GLA gibt eher den Crossover, er ist weniger übersichtlich und noch enger als der Audi.
Bild: Toni Bader
Der GLA wirkt muskulöser und flacher, gibt so viel mehr den Crossover. Übrigens mit entsprechenden Schwächen in Sachen Raumökonomie. Im Fond kneift es gewaltig, die Übersicht ist mäßig, das Raumgefühl fast schon beklemmend. Dem Q2 hat Audi deutlich markantere SUV-Erkennungsmerkmale eingestanzt. Hohe Flanken, aufrechte Verglasung, steile Front – den Kleinen darf man optisch gern in die Blutslinie seines mächtigen Bruders Q7 rücken. Beim Platzangebot natürlich nicht – auch der Q2 kneift im Fond bedenklich. Motorisch kommt im Audi ein 150 PS starker Vierzylinder mit satten 340 Nm Drehmoment zum Einsatz. Mercedes liefert ein ähnliches Aggregat für den GLA – jedoch leistet der 2.1er hier 136 PS (Drehmoment: 300 Nm). Ein theoretischer Vorteil für Audi also. Doch bevor es ab auf die Bahn geht, zunächst noch wie versprochen die Rotstiftanalyse des Audi.
Im Innenraum erwarten uns zum Beispiel mäßig befestigte Abdeckungen oder auch schlichte Kunststoffe. Speziell die knallharten Türverkleidungen inklusive mäßig entgratetem Griff beleidigen das haptische Empfinden beim Zupacken. Tock, tock – hohl klingendes Hartplastik in dieser Preiszone? Muss nicht sein.
Bei der Haptik zeigt der Audi Schwächen
Ungewohnte Lässigkeiten: Im Q2-Cockpit fällt hartes Plastik auf, das Head-up-Display wirkt billig.
Bild: Toni Bader
Auch das Head-up-Display (600 Euro Aufpreis) zeigt auf Sparflamme an, die Piktogramme werden nämlich nicht direkt auf die Windschutzscheibe, sondern auf ein separates Fensterchen oberhalb der Armaturen gespiegelt. Den Vordersitzen mangelt es an Oberschenkelauflage, eine Neigungsverstellung hat sich Audi ebenfalls gespart, und außerdem hakelt die Längsverstellung der Sitze ungebührlich. So, genug Schelte für Audi. Mercedes ist schließlich auch noch dran. Dem attestieren wir vor allem außen kleine Unsauberkeiten. Kaum eine Karosseriefuge fügt sich gleichförmig eng ins Bild, die Heckklappe steht so schief eingepasst in ihren Angeln. Das kann Audi an dieser Stelle besser, überhaupt wirkt der Q2 rundum sehr gestrafft und fein zusammengesetzt. Schade: Das war es erst einmal an Feinheit. Die Komfortausstattung bewerten wir nämlich als rustikal schlicht. Ein Temporegler kostet Aufpreis, selbst Bordcomputer oder beheizte Außenspiegel liefert Audi nicht ab Werk. Mercedes dagegen schon.
An der Tankstelle geben sich beide Konkurrenten bescheiden
Der Audi zeigt sich etwas agiler und ausgewogener als der Mercedes, beide SUVs verbrauchen 5,7 l/100 km.
Bild: Toni Bader
Die Stuttgarter sichern den GLA zudem besser ab. Ein Knieairbag fährt immer mit, eine Notruffunktion ist serienmäßig an Bord. Unfälle dürften ohnehin selten passieren, denn der GLA liegt spurstabil, sein ESP arbeitet wach und feinfühlig, die Bremsen wirken im Bereich um 37 Meter. Audi kann das noch besser. 34,2 Meter benötigt der Q2, um aus Tempo 100 anzuhalten – das schaffen manche Sportler nicht. Der Q2 lässt sich trotz Hochbau an der Karosserie agil dirigieren, sein TDI-Motor packt freudig zu, das Getriebe sortiert die Gänge passend zum Charakter. Schön: Trotz seiner hohen Handlingfreude federt der Audi nicht bockhart. Im Grunde arbeitet der Q2 Bodenwellen sogar erwachsener ab als der größere und schwerere GLA. Den Benz bringen große Bodenwellen aus dem Tritt, zu sehr staucht er dann beim Eintauchen die Passagiere in ihre Sitzflächen. Außerdem läuft der CDI-Motor brummiger, zu hören ist die Maschine quasi in jeder Drehzahl- und Lastlage. Gangwechsel hat das Siebengang-DCT (so nennt Mercedes seine Doppelkupplungsautomatik) ebenfalls etwas hemdsärmeliger im Griff, zu unentschlossen reagiert die Automatik zudem auf Kick-down-Befehle.
Also: Lieber sanft mitschwimmen, das bekommt auch dem Verbrauch. Beide SUVs trinken nur 5,7 Liter Diesel auf 100 Kilometer – sehr ordentlich. Etwas irritiert: Die AdBlue-Anzeige im Q2 (sie informiert über den Füllstand des für die Abgasreinigung wichtigen Harnstoffs) scheint nach dem Würfelprinzip zu arbeiten. Die 8500 Kilometer Reichweite schmolzen im Laufe von knapp 400 Kilometern forscher Testfahrt überraschend auf 7500 Kilometer zusammen. Klingt wie ein blaues Wunder.
Audi traut sich den Schritt in das recht junge Segment der ganz kleinen SUV und macht fast alles richtig. Deutlich gewinnt der Q2 diesen Vergleich – gegen den größeren Mercedes.
Neue Mercedes und AMG (2024, 2025)
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AUTO BILD zeigt alle neuen Mercedes-Modelle bis 2025, den Anfang macht das Mercedes CLE Cabrio; Marktstart: 2024.
Bild: Mercedes-Benz Group
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Mercedes EQA Facelift; Marktstart: Anfang 2024; Preis: ab 50.777 Euro. Das kleinste E-Auto im Mercedes-Portfolio bekommt ein Facelift. Aufgefrischte Optik, mehr Ausstattung und 550 WLTP-Kilometern bringen das kleine SUV auf den neuesten Stand.
Bild: Mercedes-Benz Group
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Mercedes EQB Facelift; Marktstart: Anfang 2024; Preis: ab 53.514 Euro. Ein Facelift nach gerade einmal zwei Jahren? Ja, das gibt es für den EQB. Bahnbrechende Neuerungen gibt es nicht. Stattdessen konzentriert sich das Facelift auf eine frische Optik, Effizienz-Update und mehr Ausstattung!
Bild: Mercedes-Benz Group
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Mercedes-AMG SL 63 E Performance; Marktstart: 2024. Wem die 585 PS des bisher stärksten SL nicht ausreichen, für den gibt's gute Neuigkeiten. Denn jetzt legt Mercedes einen E Performance nach. Mit wahnwitzigen 816 PS und maximal 1420 Nm Drehmoment geht's in 2,9 Sekunden auf Tempo 100, Schluss ist bei 317 km/h.
Bild: Mercedes-Benz Group
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Mercedes-AMG GT Plug-in-Hybrid; Marktstart: 2024. Die kommende Generation des Coupés wird sich die Plattform sowie viele weitere Technikkomponenten mit dem neuen SL (R 232) teilen. Neben dem klassischen V8-Verbrenner (im Bild), ist nun auch ein PHEV mit 816 PS bestellbar.
Bild: Mercedes
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Mercedes AMG GT 43; Marktstart: 2024; Preis: ab 118.388. Neben der den beiden Top-Varianten bringt Mercedes allerdings auch noch den kleineren AMG GT 43 auf den Markt. Hier sprechen wir dann von nur noch 421 PS – und von einem Vierzylinder.
Bild: Mercedes-Benz AG
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Mercedes-Maybach EQS SUV; Preis: über 200.000 Euro; Marktstart: 2024. Mit 484 kW (658 PS) und gewaltigen 950 Nm Drehmoment mutiert die Maybach-Version zum stärksten Ableger des EQS SUV. Besonders luxuriös ist das Maybach-SUV im Fond – Mercedes spricht von der "Lounge".
Bild: Daimler AG
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Mercedes E-Klasse All-Terrain; Marktstart: Anfang 2024; Preis: ab 74.078 Euro. Limousine und Kombi haben bereits ihr Debüt gefeiert, jetzt legt Mercedes mit dem All-Terrain nach. Drei Versionen wird es von der aufgebockten E-Klasse geben, mit 197 bis 381 PS.
Bild: Daimler AG
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Mercedes-AMG GT 63 S E Performance 4-Türer Coupé Facelift; Preis: 207.708,55 Euro; Marktstart: 2024. Auffällig ist der Kühlergrill, der an das Design des neuen AMG GT angepasst und mit einer zusätzlichen schwarzen Leiste am unteren Rand versehen wurde. Außerdem ...
Bild: Mercedes-Benz Group
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... wird eine neue Lackierung verfügbar sein: Opalite White Metallic. Aber an der Motorisierung wird sich nichts ändern. Der Benz behält seine 843 PS dank Vier-Liter-V8 mit Biturbo-Aufladung und zusätzlichem Elektromotor an der Hinterachse. Das Drehmoment liegt bei maximal 1400 Nm!
Bild: Mercedes-Benz Group
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Mercedes-AMG CLE 63 Coupé; Marktstart: 2024. Die AMG-Variante des neuen CLE Coupé startet voraussichtlich 2024. Aktuell ist noch nicht klar, ob mit dem Vierzylinder aus dem C 63 und GLC 63 oder doch mit einem Sechs- oder sogar Achtzylinder.
Bild: Bernhard Reichel
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Mercedes G 580; Preis: 142.622 Euro; Marktstart: 2024. Die G-Klasse wird ab 2024 auch elektrisch angeboten. Die Reichweite soll bei bis zu 473 Kilometern liegen. Neben dem Alltag soll der G 580 auch weiterhin die typischen Geländeeigenschaften der G-Klasse ins elektrische Zeitalter übertragen.
Bild: Mercedes-Benz Group AG
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Mercedes G-Klasse Facelift; Preis: ab 122.808 Euro; Marktstart: 2024. Optisch hat sich beim Facelift der G-Klasse nicht viel getan – wenig überraschend. Allerdings fliegt der V8 auch hier aus dem Portfolio.
Bild: Mercedes-Benz Group AG
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Mercedes-AMG E 53; Preis: ab ca. 109.242 Euro; Marktstart: 2024. Keine V8-E-Klasse mehr von AMG, daher bleibt es beim 53er. Hier spielen ein Sechszylinder mit 449 PS sowie ein Elektromotor mit 163 PS zusammen.
Bild: Mercedes-Benz
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Mercedes EQE Shooting Brake; Marktstart: nicht vor 2024. Auf Basis des EQE ist eine Kombi-Variante denkbar. Mit derselben Technik wie bei der E-Limousine.
Bild: B. Reichel
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Mercedes Concept CLA Class; Marktstart: 2024. Auf der IAA Mobility 2023 haben die Stuttgarter die Studie gezeigt und einen Ausblick auf den Elektro-Einstig gegeben. Die Zahlen vielversprechend: 800 Volt-Technik, über 750 Kilometer Reichweite und ein Stromverbrauch von rund 12 kWh auf 100 Kilometer.
Bild: Mercedes-Benz AG
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Mercedes EQC; Preis: ca. 55.000 Euro; Marktstart: 2025. Neben E- und S-Klasse darf natürlich auch eine elektrische C-Klasse nicht fehlen. Wahrscheinlich ist, dass das E-Auto unter dem Namen EQC und das SUV-Pendant als EQC SUV laufen wird.
Bild: Larson
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Denkbar wären beim EQC bis zu 1000 Kilometer Reichweite und 500 PS. Und auch die 800-Volt-Ladetechnik hat Mercedes für die Limousine angedacht. Ein T-Modell wird es von der Elektro-C-Klasse wahrscheinlich nicht geben.
Bild: Larson
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Concept Mercedes-AMG PureSpeed; Marktstart: nicht vor 2025. Mit der geplanten Mythos-Serie will Mercedes noch exklusiver werden und Kleinserien planen, die insbesondere für Sammler gedacht sind. Der PureSpeed macht den Anfang!