Batteriecheck bei 9953 Elektroautos
Dieses Testergebnis weckt Hoffnung!

Über die Langzeithaltbarkeit von Elektroauto-Akkus ist noch wenig bekannt, viele plagt die Sorge um Reichweitenverlust mit zunehmendem Fahrzeugalter. Ein großer Batterietest aus Schweden stimmt nun zuversichtlich!
Bild: Marion Vogel/Siemens
- Raphael Schuderer
Viele Elektroauto-Fahrer und Interessenten plagt eine gewaltige Sorge: Wie lange hält die Batterie? Geht die Reichweite in den Keller, leiden Alltagsnutzen und Wiederverkaufswert. Der Austausch fehlerhafter Batterien ist zudem kostspielig. Eine aktuelle Untersuchung zeigt nun aber, dass die Akkusorgen bei E-Autos offenbar weitgehend unbegründet sind!
Das schwedische Auto-Handelsportal Carla hat für die Untersuchung zwischen 2022 und 2026 ganze 9953 Batterietests bei Elektroautos durchgeführt. Geprüft wurden verschiedenste Marken und Modelle auf dem schwedischen Gebrauchtwagenmarkt.
Mehr als die Hälfte hatte noch mindestens 95 Prozent Batteriekapazität
Die Zahlen stimmen zuversichtlich: Mehr als die Hälfte (5189 Autos) der getesteten Fahrzeuge verfügte noch über mindestens 95 Prozent der ursprünglichen Akkuleistung. Bei 94 Prozent der getesteten Elektroautos waren noch über 90 Prozent Batteriekapazität (SoH, State of Health) vorhanden – weit entfernt vom Garantiefall, der bei den meisten Autoherstellern erst unter einer Restkapazität von 70 Prozent eintritt.
Schlechter sah es nur bei wenigen Testkandidaten aus: 531 E-Autos hatten eine Kapazität zwischen 85 und 90 Prozent. 26 Fahrzeuge wiesen eine Batteriekapazität zwischen 80 und 85 Prozent auf. 13 Autos lagen unterhalb von 80 Prozent – das entspricht laut Carla "ungefähr einem von tausend getesteten Fahrzeugen".
Die Testergebnisse:
Batterie-Restkapazität (SoH) in Prozent | Anzahl der untersuchten Autos |
|---|---|
95 bis 100 | 5189 |
90 bis 95 | 4194 |
85 bis 90 | 531 |
80 bis 85 | 26 |
Unter 80 | 13 |
Auch bei höheren Laufleistungen noch fit
Die durchschnittliche Laufleistung der getesteten Autos gibt Carla mit 5046 schwedischen Meilen ("mil") an, was umgerechnet einer Distanz von 50.460 Kilometern entspricht. Grundsätzlich wurden also vorwiegend Fahrzeuge jüngeren und mittleren Alters getestet. Doch auch Fahrzeuge mit hoher Laufleistung schnitten gut ab: Nach mehr als 100.000 Kilometern hatten die getesteten Autos laut Carla im Durchschnitt immer noch über 92 Prozent Batterie-Restkapazität.
Moderne Technik schützt die Batterie
Häufig wird der Vergleich von E-Auto-Akkus mit Handy-Batterien gezogen, die nach ein paar Jahren deutlich schwächeln. Doch Elektroautos schützen ihre Batterien technisch: Die Akkus werden durch Temperaturregelungs- und Batteriemanagementsysteme während der Fahrt und in Ladepausen kontinuierlich überwacht und bestmöglich geschont.
Zusätzlich verwenden die Hersteller "Puffer" in der Batterie, die sicherstellen, dass die volle Kapazität nie vollständig ausgenutzt wird. Das ist auch der Grund, weshalb viele Autohersteller eine Netto-Kapazität für ihre Fahrbatterien angeben.
Genaues Testverfahren nicht veröffentlicht
Für die Batterietests nutzte Carla die Technik des österreichischen Anbieters Aviloo Diagnostics. Aviloo ist seit 2018 auf dem Markt und Pionier in der Branche. Die Batterietest-Experten bieten zwei verschiedene Testverfahren mit unterschiedlicher Genauigkeit an: Der sogenannte "Flash-Test" dauert nur wenige Minuten, die möglichen Abweichungen des Testergebnisses von der Realität sind höher (+/- 3 Prozent). Beim aufwendigeren "Premium-Test" muss das Fahrzeug geladen und leergefahren werden – erheblich mehr Aufwand, aber auch genauere Daten. Welche(s) Verfahren für die einzelnen Untersuchungen zur Anwendung kam, wird nicht angegeben.
Auch Fahrer können den Akku schützen
Das Fazit von Carla fällt positiv aus: Die Studie zeige, "dass die überwiegende Mehrheit der auf dem Markt befindlichen Elektroautos auch nach mehrjähriger Nutzung noch über eine sehr hohe Batterieleistung verfügt". Dieses Ergebnis weckt Hoffnung! Und nicht nur die Autohersteller tragen Verantwortung für die Gesundheit ihrer Akkus: Die Batteriealterung hängt auch stark vom Nutzungs- und Ladeverhalten des Fahrers ab.
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