Cupra gibt Gas! Bei der zivilen Version ließ der Leon dem Golf noch den Vortritt, dafür durfte Cupra vor dem Golf GTI ran. Bleibt aber die Frage nach dem korrekten Namen: Leon Cupra, Cupra Leon – wie heißt er denn nun? Ganz einfach: Bisher gab es den Seat Leon Cupra, ab sofort gibt es nur noch den Cupra Leon. Fünftürer und Sportstourer kamen 2020 zu Preisen ab 38.795 Euro auf den Markt. Mit dem 300 PS starken Turbobenziner wird die Motorpalette des Fünftürers jetzt nach oben ausgebaut! (Hier geht es zu gebrauchten Cupra mit Garantie)

Bis zu 300 PS im Fünftürer

Den Cupra Leon Fünftürer gibt es jetzt auch ohne E-Unterstützung. Der neue Zweiliter-Turbovierzylinder aus dem Golf 8 GTI Clubsport leistet 300 PS und 400 Nm Drehmoment. Mit Frontantrieb und dem serienmäßigen DSG soll der Standard-Sprint in 5,7 Sekunden erledigt sein, ein überarbeitetes Fahrwerk kümmert sich um Kurvenstabilität. Für die 300-PS-Version ist optional auch die aus dem Formentor VZ bekannte Brembo-Bremse mit Scheiben in 18 Zoll zu haben. Der Cupra Leon mit Top-Motor ist ab sofort bestellbar und kostet ab 39.970 Euro. Wer seinen Cupra mit Allradantrieb möchte, muss zur Kombi-Variante ST greifen. Sie leistet als 4Drive dann sogar 310 PS und soll die 100-km/h-Marke in unter fünf Sekunden knacken.
Cupra Leon
Das Top-Modell hat vier runde Endrohre. Eckige Blenden im AMG-Stil bekommt nur der e-Hybrid.

Weiterhin bietet Cupra den Leon auch mit Plug-in-Hybrid an. Der 1.4 TSI aus dem Golf 8 GTE wird mit einem 115 PS starken Elektromotor mit 13-kWh-Batterie kombiniert, die Systemleistung liegt bei 245 PS und 400 Nm. Die rein elektrische Reichweite soll bei 52 Kilometern liegen, der Ladevorgang soll mit einer Wallbox dreieinhalb Stunden dauern. Zu erkennen ist der Plug-in an der zusätzlichen Ladeklappe im Kotflügel und kupferfarbenen Endrohren, die an die 65er-Modelle von Mercedes-AMG erinnern.
Alle Motorisierungen werden ausschließlich mit DSG angeboten, eine Handschaltung wird es nicht geben. Dafür versprechen die Spanier, dass die Schaltzeiten des DSG deutlich verbessert wurden. Zu einem späteren Zeitpunkt soll ein Cupra Leon R mit noch mehr Leistung kommen. Wie in einem möglichen Golf R Plus könnte der Cupra Leon R 333 PS leisten.

Sportlich mit Fokus auf den Alltag

AUTO BILD war mit dem 245 PS starken Cupra Leon e-Hybrid auf der Rennstrecke: Cupra-Modus rein, ESP aus und gib ihm. Überraschenderweise kristallisiert sich der ST mit seinem langen Hecküberhang als Spaßmacher heraus. Heckschwenks kündigen sich früher an, sind dafür berechenbarer und leichter einzufangen. Der Fünftürer bleibt länger neutral, verliert dann aber umso abrupter die Contenance. Schade: Der ST stand auf Bridgestone, der Fünftürer auf Goodyear, eine exakte Vergleichbarkeit war also nicht gegeben. Beiden gemein war jedoch eine bauartbedingt logische, aber dennoch heftige Untersteuertendenz. Auf der Landstraße gefällt der sonore, nicht nervige, aber nur generierte Sportsound. Im wertig verarbeiteten Innenraum zeigt Cupra Liebe zum Detail – etwa beim im 3D-Carbonoptik geprägten Pralltopf des Lenkrads. Die kupfernen Akzente machen richtig was her, die Menüführung des hoch platzierten 10-Zoll-Displays ist uns zu verschachtelt. Das Sportgestühl könnte an der Fläche mehr Seitenhalt vertragen, die Lehne hält den Oberkörper gut, wenn auch nicht schraubstockig in Position.
Cupra Leon e-Hybrid
Beim ST genannten Kombi mit seinem längeren hinteren Überhang sind Heckschwenks berechenbarer.
Das Top-Modell hat vier runde Endrohre. Eckige Blenden im AMG-Stil bekommt nur der e-Hybrid.

Während der Launch-Starts wirkt die Vorderachse ziemlich überfordert. Hier regelt die Elektronik die Anfahrdrehzahl nicht optimal und lässt zu viel Schlupf zu. Die angegebenen 6,7 Sekunden auf 100 km/h glauben wir dem Hersteller dennoch. Das Fahrwerk gefällt mit einer schönen Spreizung zwischen Komfort und Sport, wobei selbst Sport nicht zu hart ist – der Fokus tendiert insgesamt in Richtung Alltag. Apropos: Wer zu Hause oder in der Nähe keine Lademöglichkeit hat, braucht über einen Sport-PHEV gar nicht nachzudenken, denn ist der Akku leer, fahren wir in einem 150-PS-Kompakten mit Zusatzgewicht, keinem Sportler. Der Akku lässt sich zwar über die Systemeinstellungen während der Fahrt mittels Rekuperation laden, das ergibt bei einem Sportler aber wenig Sinn – wir wollen ja mit voller Leistung fahren, nicht mit gebremstem Schaum. Der Sinn des Cupra Leon e-Hybrid hängt also von der Nutzung ab. Wer laden kann, bekommt einen sportlich angehauchten kompakten und greift aktuell 6750 Euro Prämie ab. (Das müssen Sie zur Umweltprämie wissen)

Cupra Leon mit typischen Kupfer-Akzenten

Optisch ist der Leon sofort als Cupra-Modell zu erkennen, und das liegt nicht nur an den kupferfarbenen Akzenten. Beginnen wir mit der Front: Der Cupra bekommt natürlich größere Lufteinlässe, wie es sich für ein Sportmodell gehört. Zusätzlich sind der Kühlergrill und auch die Außenspiegel in dunklem Chrom ausgeführt. Im Profil des 4,37 Meter langen Cupra Leon fallen die neu designten 19-Zoll-Felgen auf, die an Aero-Räder erinnern. Passend dazu wurde der Cupra um 25 Millimeter (VA) beziehungsweise 20 Millimeter (HA) tiefergelegt. Die Seitenschweller wurden tiefer heruntergezogen.
Cupra Leon PHEV
Nur den Cupra Leon Sportstourer (hier als e-Hybrid) gibt es auch mit Allrad und bis zu 310 PS.

Am Heck spendieren die Spanier dem Sportmodell serienmäßig das durchgängige Leuchtenband, das beim normalen Leon Aufpreis kostet. Zusätzlich gibt es einen dezenten Diffusor. Je nach Motorisierung kommt der Cupra mit unterschiedlichen Endrohr-Ausführungen. Während der Benziner mit rundem Vierrohr-Auspuff an den Start geht, ist der neue Plug-in-Hybrid an kupferfarbenen Endrohren zu erkennen, die ein wenig an die der 65er-Modelle von Mercedes-AMG erinnern. Positiv: Cupra hält sein Versprechen und bringt das Sportmodell ohne Fake-Endrohre.

Erste Sitzprobe im Cupra Leon

Das Cockpit des Leon ergänzt Cupra gekonnt um ein paar sportliche Details, ohne zu übertreiben. Kupfer-Akzente an den Lüftungsdüsen und dem Lenkrad sind neu. Außerdem prangt natürlich das Cupra-Logo statt des Seat-Logos prominent auf dem Lenkrad. Den Startknopf am Lenkrad kennen wir aus Sportwagen wie dem Audi R8. Auf der linken Seite des Lenkrads gibt es einen zusätzlichen Knopf für den Cupra-Modus. Dort, wo beim normalen Leon der Startknopf sitzt, kann man beim Cupra das ESP ausschalten. Das Lenkrad liegt gut in der Hand, allerdings könnten die Schaltwippen etwas größer sein. 
Extra für die Cupra-Version des Leon gibt es im serienmäßigen digitalen Cockpit eine Sport-Ansicht mit großem mittigen Drehzahlmesser bis 8000 U/min (roter Bereich ab etwa 6200 U/min). Das konventionelle Layout mit zwei digitalen Rundinstrumenten und Tacho bis 300 km/h ist dabei nur einen Klick entfernt.
Cupra Leon PHEV     !! Sperrfrist 20. Februar 2020  19:30 Uhr !!
Startknopf im Lenkrad und neue Sportanzeigen für das digitale Cockpit hat nur Cupra.

Ab Werk ist der Cupra Leon mit Sportsitzen ausgestattet. Die Spanier sprechen vollmundig von Sportschalensitzen, wobei das Gestühl auf den ersten Blick eher nach Sport- und nicht nach Schalensitzen, wie man sie beispielsweise von Porsche kennt, aussieht. Überraschenderweise bieten die Sitze deutlich mehr Seitenhalt als erwartet und sind bei der ersten Sitzprobe bequem. Elektrische Verstellung und Leder kosten Aufpreis, serienmäßig gibt es die Sitze mit einer Stoff/Kunstleder-Kombination. Die Materialanmutung ist durchweg gut und lässt keine Wünsche offen. Weiterhin gewöhnungsbedürftig: Der kleine Shift-by-wire-Schaltstummel, der nicht so richtig sportlich wirken will.

Sportfahrwerk und Brembo-Bremsen

Schon ab Werk kommt der Cupra Leon mit einer guten Serienausstattung. Ohne Aufpreis gibt's die Sportsitze in "Cupra Tech", LED-Scheinwerfer, das durchgängige Leuchtenband am Heck, Keyless-Go und mehr. Das Sportfahrwerk ist mit MacPherson-Federbeinen an der Vorderachse sowie einer Multilenker-Hinterachse ausgestattet und legt den Kompakten 25 Millimeter, respektive 20 Millimeter tiefer. Auch die Brembo-Bremse mit 370 Millimeter großen Scheiben an der Vorderachse und kupferfarbenen Bremssätteln ist Serie.
Die Qual der Wahl haben die Kunden bei den Felgen (sechs unterschiedliche Designs) und bei der Außenfarbe. Neben vier Metallic-Lackierungen stehen auch zwei Sonderfarben (Desire Rot und Graphene Grau) sowie zwei Matt-Lackierungen (Magnetic Tech Matt und Petrol Blau Matt) zur Wahl.

Digitales Cockpit mit neuem Sportmodus

Die Connectivity übernimmt der Cupra Leon fast vollständig vom Seat Leon, der laut eigener Aussage das erste voll vernetzte Auto der Marke ist. Herzstück ist das voll digitale 10,25 Zoll große Kombiinstrument, das kinderleicht über die rechten Lenkradtasten zu bedienen ist und im Cupra einen neuen Sportmodus bekommt. Das Infotainment-Display sitzt ab sofort auf der Mittelkonsole und misst im Cupra Leon immer zehn Zoll. Das Full-Link-System mit Navi, Android Auto und kabellosem Apple CarPlay gibt es ebenfalls für den Cupra Leon. Das System wurde vollständig von Seat entwickelt und funktionierte im ersten Kurztest einwandfrei.
Bei der Sprachsteuerung haben die Spanier nachgelegt. So kann der Fahrer im Leon über Sprachbefehle verschiedene Fahrzeugfunktionen steuern, darunter die Klimaanlage. Eine kleine Spielerei ist auch dabei: Das Aktivierungswort lautet: "¡Hola, hola!"

Cupra Leon mit gutem Preis-Leistungs-Verhältnis

Cupra Leon Fünftürer und Cupra Leon ST sind als e-Hybrid seit Ende 2020 auf den Markt. Der Fünftürer mit 300 PS ist ab sofort bestellbar. Die Preise starten inklusive 19 Prozent Mehrwertsteuer bei 38.795 Euro für den Fünftürer mit Plug-in-Hybrid. Für die 300-PS-Version sind 39.970 Euro fällig. (Unterhaltskosten berechnen? Zum Kfz-Versicherungsrechner.)

Fazit

Cupra gibt weiter Gas. Pünktlich zum zweiten Jubiläum der Marke kommt der Bestseller Leon jetzt als echter Cupra auf den Markt. Mein erster Eindruck: Ein gelungenes Auto, das für meinen Geschmack gerne noch etwas aggressiver hätte designt werden können. Den Cupra Leon erstmals auch als Plug-in-Hybrid anzubieten, ist clever.
Die Reise zur Vorstellung des Cupra Leon wurde unterstützt von Cupra. Unsere Standards der Transparenz und journalistischen Unabhängigkeit finden Sie unter www.axelspringer.de/unabhaengigkeit