Die Zahlen sprechen eine deutliche Sprache. 2021 wurden bei uns 2,62 Millionen neue Autos zugelassen, noch mal 10,1 Prozent weniger als im schlechten Jahr 2020. Auch bei den internationalen Herstellern beträgt das Minus zehn Prozent. Trotzdem zählen sie zu den Gewinnern, inzwischen entfallen 40 Prozent der Zulassungen auf die Importeure.
Der Marktanteil stieg damit seit 2016 um über vier Prozent. Interessant: Bei den Autos mit alternativen Antrieben lag der Anteil der Importeure sogar bei 46,9 Prozent. Doch die Zulassungszahlen waren für uns in dieser Wertung nicht das ausschlaggebende Kriterium, sondern die im harten Test bei AUTO BILD erreichte Punktzahl.
Und da dominieren zwei Marken: Skoda und Hyundai. Die Tschechen räumen in vier Klassen ab, die Koreaner in drei (inklusive Genesis), dazu kommt einmal Cupra. Für Statistiker: Die höchste Punktzahl erreichte der Skoda Superb Combi mit erstaunlichen 568 von 800 möglichen Punkten. Hier finden sie ihn und unsere anderen Import-Stars 2021.

Übersicht: Das sind die besten Importautos 2021 im AUTO BILD-Test

Ausgewählte Produkte in tabellarischer Übersicht
UVP ab 13.990 EUR, Ersparnis bis zu 5300 EUR / im Leasing schon ab 79  EUR
UVP ab 38.780, Ersparnis bis zu 13.799 EUR / im Leasing schon ab 285  EUR
UVP ab 40.630, Ersparnis bis zu 7671 EUR / im Leasing schon ab 218  EUR
Skoda Superb Combi (beste Mittelklasse)
UVP ab 36.250 EUR, Ersparnis bis zu 11.312 EUR / im Leasing schon ab 249  EUR
UVP ab 41.900 EUR, Ersparnis bis zu 12.594 EUR / im Leasing schon ab 295  EUR
UVP ab 20.420 EUR, Ersparnis bis zu 6501 EUR / im Leasing schon ab 205  EUR
UVP ab 27.440 EUR, Ersparnis bis zu 11.750 EUR / im Leasing schon ab 243  EUR

Bester Kleinwagen: Skoda Fabia

Kleinwagen heißt diese Klasse. Aber was der Skoda hier abliefert, sprengt praktisch den Rahmen, das ist schon sehr nah bei den Kompakten. Kein Wunder, dass er stolze 528 von 500 Punkten in unserem Test erreicht. Die vierte Auflage des Fabia streckt sich auf 4,11 Meter und bietet eine Menge Raum. Und sogar im Fond ist es gemütlich, selbst für Sitzriesen.
Dazu kommt ein großer (380 Liter) variabler Kofferraum, auf Wunsch auch eine klappbare Beifahrersitzlehne. Der Fabia ist geschmackvoll und unaufgeregt eingerichtet, lässt sich mühelos bedienen und ist solide verarbeitet. Und er bietet, so etwas ist selten heutzutage, eine gute Übersicht.
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Skoda Fabia (2021): Test - Neuvorstellung - Fahrbericht - Info

So fährt sich der neue Skoda Fabia


Der getestete Einliter-Dreizylinder mit 95 PS klingt durchaus kernig, ist aber gut gedämmt, liefert recht flotte Fahrleistungen sowie einen niedrigen Testverbrauch von 5,7 Litern auf 100 Kilometer. Der Fabia fährt sich leichtfüßig und handlich, er federt erstaunlich souverän. Das Beste dabei: Die Preise (ab 17.590 Euro) bleiben absolut fair.

Bester Kompakter: Cupra und Skoda liegen gleichauf

Gleichstand bei den Kompakten. Cupra Leon Sportstourer und Skoda Octavia RS liegen punktgleich auf Platz eins (beide 541 Punkte). Für den Skoda gilt: Reichlich Power, reichlich Fahrspaß, und alles noch überaus vernünftig verpackt. Wie der Fabia strebt der Octavia mit seinem ganzen Auftritt in die nächsthöhere Klasse. Er bietet Platz wie in der Mittelklasse und einen mit 600 Litern riesigen Kofferraum.
Der aufgeladene Zweiliter-TSI liefert 245 lebensfrohe PS und treibt den Skoda energisch voran. Eine exakte und präzise Lenkung sowie die serienmäßigen adaptiven Dämpfer mit ihrer weiten Spreizung vervollkommnen im Test das Bild eines schnellen, souveränen Kompakten.
Cupra Leon Sportstourer 1.4 e-HYBRID
541 von 800 Punkten schaffte der Cupra Leon Sportstourer VZ las 1.4 e-Hybrid und teilt sich den Sieg bei den Kompakten mit dem Skoda.

Die sportliche Seat-Tochter Cupra ist ja inzwischen eine eigenständige Marke. Und der Leon pflegt tatsächlich einen flotten Auftritt, zumal als Kombi Sportstourer. Die Kehrseite der zackigen Form: Das Gepäckabteil ist mit 380 bis 1301 Litern jetzt wirklich nicht besonders groß. Doch für die Passagiere bietet der Leon sehr viel Platz und stramme Sitze, ist klar und ansehnlich eingerichtet.
Als Plug-in-Hybrid mit 1,4-Liter-TSI und insgesamt 245 PS kommt er rein elektrisch 35 Kilometer weit, in unserem Test lag der Verbrauch lag bei 7,4 Litern. Der Cupra ist, typisch, straff abgestimmt, fährt sich locker und agil und federt ziemlich energisch. Genau so mögen es die Fans.

Beste Mittelklasse: Skoda Superb Combi

Skoda Superb Combi 2.0 TDI DSG
Hier passen Format und Funktion. Der Skoda Superb Combi 1.5 TSI mit DSG erreichte 568 von 800 Punkten.

Was für ein Gerät. Obwohl der Superb Combi auf dem kompakten Golf-Baukasten MQB beruht, macht er sich mal eben 4,86 Meter lang. Absolut kein Selbstzweck, sondern Grundlage für ein üppiges Platzangebot auch hinten und bis zu 1950 Liter Gepäckraum. Angesichts solcher Dimensionen reichen die 150 PS des kleinen Benziners, um gemütlich mitzuschwimmen. Und dazu passt dann auch das sanfte, aber vor allem im Eco-Modus leicht verschlafene Siebengang-DSG.
Ebenfalls auf der gelassenen Seite bewegt sich das Fahrwerk. Selbst grobe Unebenheiten gleicht es souverän aus. Wer es direkter und dynamischer liebt, stellt einfach das weit gespreizte DCC-Fahrwerk auf Sport. Gut ablesbar und mit verschiedenen Darstellungsmodi gesegnet präsentiert sich das volldigitale Cockpit, die Verarbeitung ist insgesamt solide.

Bestes Elektroauto: Hyundai Ioniq 5

Hochspannung bei Hyundai. Mit dem Ioniq 5 setzen die Koreaner bei den Stromern Zeichen. Unter der attraktiven Hülle steckt nicht nur ein gutes Raumkonzept, das in der zweiten Reihe noch ordentlich Luft lässt, sondern auch moderne E-Technik. Allrad und 305 PS lassen den Ioniq 5 leichtfüßig und mit Nachdruck durch den Verkehr summen, dank maximal 220 kW Ladeleistung dauert das Befüllen des 72,6-kWh-Akkus (netto) keine Ewigkeit, 80 Prozent Ladestand lassen sich unter idealen Bedingungen in 18 Minuten erreichen.
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Hyundai Ioniq 5 (2021): Test - Neuvorstellung - Elektro - Info

Erste Fahrt im Ioniq 5


In Fahrt hinterlässt der Hyundai einen guten Eindruck, die optionalen 20-Zoll Räder lassen ihn aber etwas spröde abrollen. Dagegen ist es eine sehr geschmeidige Geste, dass Hyundai auf seinen Elektro-Crossover acht Jahre Garantie gibt. Macht unterm Strich 577 von 800 Punkten im Test.

Bestes Kleinwagen-SUV: Skoda Kamiq

Ein kleines Wunder, der Kumpel Kamiq. Auf einer vergleichsweise überschaubaren Grundfläche (Länge: 4241 mm, Breite: 1531 mm, Höhe: 1559 mm) bietet Skodas kleinstes SUV ein enorm erwachsenes Platzangebot. Und das gilt nicht nur in der ersten Reihe, das können ja viele, sondern auch im Fond und im Kofferraum. Darüber hinaus überzeugt das tschechische SÜVchen beim Fahren fast ohne Abstriche.

Skoda Kamiq 1.0 TSI
Als 1.0 TSI mit DSG sicherte sich der Skoda Kamiq 551 von 800 Punkten und gewinnt so das Segment der kleinen SUVs.

Der Federungskomfort erreicht für so einen Knirps bemerkenswerte Reife, gleichzeitig neigt der Kamiq nicht zu nervösen Aufbaubewegungen. Die Lenkung arbeitet ohne größeren Widerstand und über den gesamten Bereich angenehm direkt. Entspanntes Reisen beherrscht der Skoda genauso gut wie das Kurvenräubern. Der 110 PS starke Dreizylinder reicht völlig aus, der optionale Doppelkuppler rundet den guten Eindruck gekonnt ab. Kritik? Die Bedienung ist nicht durchgehend optimal. Hier geht's zum ausführlichen Test.

Bestes Kompakt-SUV: Hyundai Tucson

Starker Einstand für den neuen Tucson. Das gilt nicht nur für die mutige Optik, sondern fürs ganze Auto. Ordentliches Platzangebot und vor allem ein harmonischer Antrieb machen den kompakten Koreaner zum Familienfreund. Der 1,6-Liter-Diesel mit 136 PS unseres Testwagens reicht für den Alltag locker aus, belässt es dank Segelmodus und 48-Volt-Bordnetz bei 7,5 Liter Testverbrauch. Nicht rekordverdächtig, aber angemessen. Das Doppelkupplungsgetriebe harmoniert gut mit dem Selbstzünder, es leistet sich keine nennenswerten Schwächen.

Hyundai Tucson
Auch mit seinem mutigen Design und der modernen Technik erreicht der Hyundai Tucson 1.6 CRDi 48 Volt 4WD 553 von 800 Punkten.

Innen geht es modern zu, aber nicht abschreckend. Das Infotainment reagiert jetzt auf kapazitive Knöpfe, und beim Spurwechsel zeigen Kameras Fahrzeuge im toten Winkel zusätzlich im Kombiinstrument. Weniger schön: Schon ab 100 km/h machen sich Windgeräusche an den vorderen Türen bemerkbar, die Automatiksteuerung über Druckknöpfe ist leicht verzögert.

Bestes großes SUV: Genesis GV80

Genesis kommt spät, aber gewaltig. Allein der optische Auftritt des 4,95 Meter langen GV80 beweist Klasse – die das Auto im Test auch hält. Voll ausgestattet und fein verarbeitet lässt der Edelableger aus dem Hause Hyundai wenig Wünsche offen. Vorn sitzen wir auf vielfach verstellbaren Sitzen fürstlich, hinten ordentlich, der Kofferraum schafft bis zu 2152 Liter Gepäck, das 675 Kilogramm wiegen darf.

Genesis GV80 3.0D AWD
Der Genesis GV80 3.0 D AWD bietet die große SUV-Gala für Genießer, mit 559 Punkten ist er verdienter Sieger seines Segments.

Selbst die zweite Reihe genießt Heizung und Belüftung der Polster, für die Füße wird es aber etwas eng. Absolut auf Komfort geeicht präsentiert sich das fluffige Fahrwerk des GV80. Auch der Dreiliter-Reihensechszlinder mit 278 PS mag's lieber auf die sanfte Tour, fördert eher Entspannung als Eile. Hellwach und humorlos dagegen die Bremse. Obwohl fast 2,3 Tonnen schwer, reichen bei warmer Anlage 33,1 Meter aus 100 km/h.

Fazit

Viel Corona, wenig Chips – darunter leiden natürlich auch die Importeure. Was sie aber nicht davon abgehalten hat, im vergangenen Jahr wieder jede Menge richtig starke Autos zu uns zu schicken. Vor allem Skoda und Hyundai überzeugen mit ebenso coolen wie cleveren Typen.