Donkervoort D8 GTO (2016): Fahrbericht
So heftig fährt der Donky

Ein Sportwagen mit 380 PS wird von vielen belächelt. Nicht aber, wenn 380 PS auf 695 Kilogramm treffen, wie beim Donkervoort D8 GTO. Fahrbericht!
Der Donkervoort D8 GTO ist ein Auto, das Angst macht. Nicht unbedingt optisch, aber nach einer Fahrt oder viel mehr einem Ritt im GTO ist man ganz froh, überlebt zu haben. AUTO BILD fuhr den Donkervoort D8 GTO Performance im Rahmen des Sachsenring-Rekordtags von AUTO BILD SPORTSCARS und Michelin. Direkt von vorne wirkt der D8 GTO böse. Die Scheinwerfer erinnern an zusammengekniffene Augen und die seitlichen Flaps an markante Wangenknochen. Abgesehen davon ähnelt der Donkervoort D8 GTO seinen Vorgängern D8 270 und D8 GT, auch wenn er bei den Abmessungen zugelegt hat. Laien würden sich wahrscheinlich auch schwer damit tun, einen Donkervoort von einem Caterham zu unterscheiden. Zigarrenform, freistehende Räder vorne, fertig.
Carbon-Türen wiegen weniger als ein Kilogramm
Das Einsteigen in den D8 GTO fällt leichter als gedacht: Beine vor den Sitz und einfach fallen lassen. Praktisch: Erst den Fünfpunktgurt sortieren, dann einfädeln. Wichtig: Erst die Tür schließen, dann anschnallen. Die Carbon-Flügeltür mit Kunststofffenster erinnert eher an einen Vorhang als an eine Tür und wird mit zwei Druckknöpfen "geschlossen". Als nächstes den Hauptschalter an, den Audi-Zündschlüssel drehen und der Fünfzylinder mit der Zündreihenfolge 1-2-4-5-3 ist voll da – easy.
Der Donkervoort fährt sich leicht

Reihenfolge beim Einsteigen: Erst den Fünfpunkgurt sortieren, dann einfädeln.
Bild: Autobild
Servolenkung ist für Weicheier
Das Lenkrad muss aus einem Autoscooter stammen und verfügt lustigerweise auch über einen Pralltopf statt eines Airbags. Bei einem Unfall mit dem Donkervoort würden einen die fest verzurrten Fünfpunktgurte nicht mal zehn Zentimeter nach vorne schnellen lassen. Da braucht man eben keinen Airbag. Wie es sich für einen echten Fahrspaßgaranten gehört, hat der Donkervoort natürlich keine Servo. Im Stand muss man schon gehörig am frühstückstellergroßen Lenkrad kurbeln. Ab 50 km/h vermisst man die Unterstützung aber gar nicht mehr.
Der D8 GTO ist nur gut einen Meter hoch
Perspektivwechsel: Von weitem sieht es so aus, als wären die freistehenden Räder auf Windschutzscheibenhöhe angebracht. Der 1,14 Meter hohe Donkervoort sieht im Rückspiegel aus wie ein aufgescheuchtes Insekt. Und die freistehenden Räder haben noch einen Vorteil: Kurven lassen sich perfekt anpeilen, denn der Pilot sieht, wie die Räder stehen. Jede noch so kleine Bewegung am winzigen Lenkrad wird direkt umgesetzt.
Wer braucht schon 600 PS?

Als D8 GTO Performance leistet der Donkervoort 380 PS, beim D8 Touring zerren 340 PS an der Hinterachse.
Bild: Autobild
Semislicks serienmäßig

17-Zoll-Felgen an der Vorderachse und 18-Zoll-Felgen an der Hinterachse. Ab Werk wird der D8 GTO mit Hankook Semislicks ausgeliefert.
Bild: Autobild
Fast so teuer wie ein Ferrari
Am Ende der kurzen Testfahrt ist man trotzdem froh, dass Auto und Fahrer heile geblieben sind. Dieses Auto muss man regelmäßig fahren, um es artgerecht bewegen zu können. Das mit dem regelmäßigen Fahren ist allerdings ein Problem, denn der Donkervoort D8 GTO Performance kostet in der Basis gut 160.000 Euro. Mit reichlich Trackday-Extras können daraus auch schnell über 200.000 Euro werden und somit kostet der D8 GTO genau so viel wie ein Ferrari 488 GTB. Außerdem arbeitet Donkervoort bereits an einem D8 GTO-RS. Mit noch mal mehr Leistung.
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