Elektrofahrzeuge vom Typ BMW i3 werden am 01.08.2017 in Schönefeld (Brandenburg) aufgeladen.

E-Auto-Laden: Schuko-Steckdose, Verlängerung, Hausstrom, 230V

Sicherer & schneller laden! Wallbox oder Ladestation statt Schuko-Steckdose

E-Autos sollten nur in Ausnahmefällen an Schuko-Steckdosen geladen werden. Welche Gefahr droht, was für die Wallbox- oder Ladestation-Nutzung spricht!
Oft befindet sich die nächste öffentliche Ladestation für Elektro-Autos nicht gerade in der Nähe. Und nicht jeder E-Auto-Besitzer hat zu Hause eine Wallbox. Da liegt es nahe, den Wagen an der normalen Haushaltssteckdose anzuschließen. Doch der Gesamtverband der Deutschen Versicherungswirtschaft (GDV) rät davon ab, Elektroautos regelmäßig an Schutzkontakt-Steckdosen zu laden.
Der Grund: Der Ladevorgang dauert bei einer Spannung von 230 Volt nicht nur sehr lange, die Steckdose und die Hausleitung werden wegen der sehr großen abgerufenen Strommengen im schlimmsten Fall übermäßig stark belastet. Diese Belastung führt zu Wärme, und zu viel Hitze kann letztlich sogar zum Brand führen. Besonders wichtig: Solche Elektrobrandschäden werden nicht automatisch vom Gebäudeversicherer abgedeckt.

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AUTO BILD fasst zusammen, welche Tücken beim Laden eines Elektroautos drohen können und zeigt, was man dagegen unternehmen sollte:

Die Tücken beim E-Auto laden

Sollte ein E-Auto an einer normalen Steckdose geladen werden?

Nur in Ausnahmefällen. Die deutschen Versicherer warnen davor, das E-Auto regelmäßig an einer normalen Steckdose zu laden. Der Grund dafür ist ganz einfach zu verstehen: Die 230-V-Schuko-Steckdosen, die normalerweise im Haus installiert sind, werden auf die Förderung einer viel kleineren Strommenge ausgelegt, als Elektroautos sie zum Laden brauchen. Das führt nicht nur zu langen Ladezeiten (sechs bis 24 Stunden), es erhitzt potenziell die Steckdose und die Leitung in der Wand. Im schlimmsten Fall kann es zum Brand kommen.   

Sind durchs Laden entstandene Elektrobrände versichert?

Nicht automatisch. Wer sein Elektroauto öfter an einer normalen Steckdose laden möchte, sollte unbedingt mit dem Gebäudeversicherer Kontakt aufnehmen und sich informieren. Möglichweise muss eine Ergänzung zum bestehenden Versicherungsvertrag her. Darüber hinaus empfiehlt es sich, einen Elektriker das Stromnetz prüfen und ertüchtigen zu lassen.

Welche normale Haushalts-Steckdose kommt überhaupt in Frage?

Nur fest in der Wand installierte Steckdosen in bestem Zustand. Schon verkratzte Kontakte der Hauhaltssteckdose oder mit den Jahren ermüdete Halteklammern können die Übergangswiderstände während des Stromflusses erhöhen und Hitze produzieren. Das Gleiche gilt für unsachgemäße, möglicherweise nicht vom Profi durchgeführte Installationen.

Kann ich ein normales Verlängerungskabel benutzen?

Möglichst nicht. Nur bestimmte Schuko-Verlängerungskabel können einem angeschlossenen E-Auto den passenden Strom liefern, ohne zu überhitzen. Wer mit einem normalen Verlängerungskabel laden muss, sollte unbedingt sicherstellen, dass das Kabel genug Querschnitt für die gewünschte Menge Ampere hat, es komplett ausgerollt ist und nicht mit Feuchtigkeit in Kontakt kommt. Ansonsten sind Verlängerungskabel tabu!

Was bedeutet die 16-Ampere-Absicherung?

Wer sein Elektroauto an einer normalen Steckdose aufladen muss, sollte darauf achten, dass die Dose mit einem 16-Ampere-Sicherungsautomaten abgesichert ist. Normalerweise ist das im Haushalt der Fall, doch sicher ist sicher! Das bedeutet, dass an diesem Stromkreis elektrische Verbraucher mit einer maximalen Leistung von 16 Ampere mal 230 Volt (entspricht 3680 Watt) betrieben werden können. Bei Überschreitung dieser Maximallast löst die Sicherung aus. Jede weniger leistungsfähige Steckdose ist mit einem E-Auto völlig überfordert.

Wie lange dauert das Laden an einer normalen Steckdose?

Ein gewichtiges Argument gegen das Laden von E-Autos an normalen Steckdosen ist die Ladezeit. Die beginnt bei rund sechs Stunden und kann sich je nach Batteriekapazität des Fahrzeugs bis zu 24 Stunden hinziehen (bspw. bei 100 kWh). Während dieser Zeit wird die Dose kontinuierlich belastet und emittiert Wärme. Folgende Rechnung illustriert das Problem: Ein E-Auto-Akku mit 38 kWh Kapazität braucht mit 2,3 kW mehr als 15 Stunden für die Vollladung, mit elf kW sind es dagegen 3,5 Stunden. Am Schnellader zieht sich der Akku 80 Prozent seiner Energie in 40 Minuten.

Die Lösung fürs Problem heißt Wallbox

Wer sein Elektroauto sicher und sorgenfrei zu Hause aufladen möchte, installiert am besten eine Wallbox. Diese kompakten Ladestationen werden in der Regel in der heimischen Garage an der Wand angebracht und laden das Auto beinahe fünfmal schneller auf als die Haushaltssteckdose. Auf den hohen Strombedarf der Elektroautos sind sie ausgelegt. Und sie werden aktuell mit 900 Euro pro Ladepunkt vom Bund bezuschusst. Die Installation sollte jedoch ein Profi übernehmen. 

Fotos: DPA

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