Oft befindet sich die nächste öffentliche Ladestation für Elektro-Autos nicht gerade in der Nähe. Und nicht jeder E-Auto-Besitzer hat zu Hause eine Wallbox. Da liegt es nahe, den Wagen an der normalen Haushaltssteckdose anzuschließen. Doch der Gesamtverband der Deutschen Versicherungswirtschaft (GDV) rät davon ab, Elektroautos ohne besondere Vorsichtsmaßnahmen an Schutzkontakt-Steckdosen zu laden.
Der Grund: Der Ladevorgang dauert bei einer Spannung von 230 Volt wegen der geringen Ladeleistung von maximal 2,3 kW nicht nur sehr lange, Steckdose und Hausleitung werden wegen der großen abgerufenen Strommengen auch einem Belastungstest unterzogen. Diese Belastung kann zu erhöhter Erwärmung führen, die im schlimmsten Fall ein schmelzendes Kabel oder gar zu einem Brand führen kann. Besonders wichtig: Solche Elektrobrandschäden werden nicht automatisch vom Gebäudeversicherer abgedeckt.
Vattenfall-Wallbox
Vattenfall-Wallbox

Vattenfall-Wallbox + Ökostrom

Das exklusive Ladepaket in der AUTO BILD-Edition: Charge Amps Halo™ für 499 Euro statt 1189 Euro UVP.

In Kooperation mit

Vattenfall-Logo

AUTO BILD fasst zusammen, welche Tücken beim Laden eines Elektroautos drohen können und zeigt, was man dagegen unternehmen sollte:

Die Tücken beim E-Auto laden

Sollte ein E-Auto an einer normalen Steckdose geladen werden?

Pfeil

Nur an geeigneten Steckdosen. Die deutschen Versicherer warnen davor, das E-Auto an nicht dafür geeigneten Steckdosen zu laden. Der Grund dafür ist ganz einfach zu verstehen: Meist sind 230-V-Schuko-Steckdosen, die normalerweise im Haus installiert sind, auf den Transport einer viel kleineren Strommenge ausgelegt, als Elektroautos sie zum Laden brauchen. Wer an einer Steckdose lädt, sollte das unbedingt an einer fest im Haus installierten Dose tun, die eigens abgesichert ist. Denn das Laden an der Steckdose dauert nicht nur lang (sechs bis 24 Stunden), es erhitzt potenziell die Steckdose und die Leitung in der Wand. Bei einer ungeeigneten Schuko-Steckdose kann es schlimmsten Fall zum Brand kommen.

Sind durchs Laden entstandene Elektrobrände versichert?

Pfeil

Nicht automatisch. Wer sein Elektroauto öfter an einer normalen Steckdose laden möchte, sollte unbedingt mit dem Gebäudeversicherer Kontakt aufnehmen und sich informieren. Möglichweise muss eine Ergänzung zum bestehenden Versicherungsvertrag her. Darüber hinaus empfiehlt es sich, einen Elektriker das Stromnetz prüfen und ertüchtigen zu lassen.

Welche normale Haushalts-Steckdose kommt überhaupt in Frage?

Pfeil

Nur fest in der Wand installierte Steckdosen in bestem Zustand. Schon verkratzte Kontakte der Hauhaltssteckdose oder mit den Jahren ermüdete Halteklammern können die Übergangswiderstände während des Stromflusses erhöhen und unerwünschte Hitze produzieren. Das Gleiche gilt für unsachgemäße, möglicherweise nicht vom Profi durchgeführte Elektro-Installationen.

Darf ich mein E-Auto mit einem Verlängerungskabel laden?

Pfeil

Nur speziell dafür geeignete Schuko-Verlängerungskabel können einem E-Auto den passenden Ladestrom liefern, ohne zu überhitzen. Wer mit einem Verlängerungskabel laden will, sollte unbedingt sicherstellen, dass das Kabel einen ausreichenden Querschnitt für die gewünschte Strommenge gemessen in Ampere hat, es komplett ausgerollt ist und nicht mit Feuchtigkeit in Kontakt kommt. Ansonsten sind Verlängerungskabel tabu!

Was bedeutet die 16-Ampere-Absicherung?

Pfeil

Wer sein Elektroauto an einer normalen Steckdose aufladen muss, sollte darauf achten, dass die Dose mit einem 16-Ampere-Sicherungsautomaten abgesichert ist. Normalerweise ist das im Haushalt der Fall, doch sicher ist sicher! Das bedeutet, dass an diesem Stromkreis elektrische Verbraucher mit einer maximalen Leistung von 16 Ampere mal 230 Volt (entspricht 3680 Watt) betrieben werden können. Bei Überschreitung dieser Maximallast löst die Sicherung aus. Jede weniger leistungsfähige Steckdose ist mit einem E-Auto überfordert, kann überhitzen und einen Brand auslösen.

Wie lange dauert das Laden an einer normalen Steckdose?

Pfeil

Ein Argument gegen das Laden von E-Autos an normalen Steckdosen ist die Ladezeit, die sich an der geringen Durchflussmenge von 2,3 kw in der Stunde bemisst. Sie kann sich je nach Batteriekapazität des Fahrzeugs bis zu 24 Stunden hinziehen (bspw. bei einem 100 kWh-Akku). Während dieser Zeit wird die Dose kontinuierlich belastet und emittiert Wärme. Folgende Rechnung illustriert das Ladezeit: Ein E-Auto-Akku mit 38 kWh Kapazität braucht mit 2,3 kW mehr als 15 Stunden für die Vollladung, mit elf kW sind es dagegen 3,5 Stunden. Am Schnellader zieht sich der Akku 80 Prozent seiner Energie in 40 Minuten. Allerdings ist langsames Laden auch besonders schonend für den Auto-Akku.

Ist die Lösung fürs Problem die Wallbox?

Pfeil

Wer sein Elektroauto sicher und sorgenfrei zu Hause aufladen möchte, installiert am besten eine Wallbox. Diese kompakten Ladestationen werden in der Regel in der heimischen Garage an der Wand angebracht und laden das Auto beinahe fünfmal schneller auf als die Haushaltssteckdose. Auf den hohen Strombedarf der Elektroautos sind sie ausgelegt. Und sie werden aktuell mit 900 Euro pro Ladepunkt vom Bund bezuschusst. Die Installation sollte jedoch ein Profi übernehmen.