Lebensmittel, Energie, Dienstleistungen: Nahezu alles wird momentan teurer. Da machen Autos keine Ausnahme. Besonders hart trifft es jedoch Menschen, die sich für die Mobilität der Zukunft interessieren und ein Elektroauto kaufen möchten.
Denn die Preise der 15 beliebtesten E-Autos in Deutschland sind im August 2022 im Vergleich zum Vorjahr laut Listenpreis um 14,5 Prozent gestiegen. In absoluten Zahlen: eine durchschnittliche Preissteigerung von 5385 Euro! Das ergab eine Marktuntersuchung des Center for Automotive Research (CAR).

Die zurzeit besten E-Autos

Ausgewählte Produkte in tabellarischer Übersicht
Audi Q4 e-tron
BMW iX
Hyundai Ioniq 5
Kia Niro EV
Kia EV6
Mazda MX-30
Opel Corsa-e
Skoda Enyaq iV
Tesla Model 3
Toyota bZ4X

Beispiele gefällig? Tesla machte das Model 3 um 7000 Euro teurer, die Basisversion kostet nun 49.900 Euro. Ford erhöhte den Basispreis für den Ford Mustang Mach-E um bis zu 9000 Euro auf 56.500 Euro. Auch Audi und Porsche zogen die Tarife teils kräftig an, einige Modelle der genannten Marken werden nun weniger oder gar nicht mehr vom Umweltbonus gefördert.
Bei den meistverkauften Verbrennern hingegen stiegen die Preise "nur" um 12,5 Prozent (3531 Euro). Zum Vergleich: Die Inflationsrate in Deutschland lag im Juli 2022 bei 7,5 Prozent. Zuerst hatte das "Handelsblatt" über die Preisdifferenzen berichtet (zum Kostenvergleich E-Auto vs. Verbrenner). 

Weitere Preissteigerungen befürchtet

Doch damit nicht genug: CAR-Experte Ferdinand Dudenhöffer rechnet mit weiteren Preissteigerungen durch höhere Beschaffungskosten bei Halbleitern und Rohstoffen, die zum Beispiel zur Produktion von E-Auto-Batterien benötigt werden. 

Kollabiert der Markt für kleine und kompakte E-Autos?

Die Neuregelung samt Deckelung der Kaufprämie für Elektromobilität verstärkt noch die trüben Aussichten. Die im Bundeshaushalt eingeplanten 2,5 Milliarden Euro seien voraussichtlich im Herbst 2023 aufgebraucht, vermutet Dudenhöffer. Damit werde der Markt gerade für kleine und kompakte Elektroautos zusammenbrechen. Angesichts der Inflation werde niemand für einen batterieelektrischen Kleinwagen 35.000 Euro bezahlen.
Renault Zoe EV50 110hp
Der elektrische Renault Zoe kostet aktuell ohne Förderung mindestens 36.840 Euro – viel Geld für einen Kleinwagen.

Von 2016 bis 2021 hat der Staat rund 4,6 Milliarden Euro zur Förderung der Elektromobilität ausgegeben. Statistisch gesehen müsste der Topf also noch länger als bis Herbst 2023 reichen. Allerdings wuchs der Zuspruch für den Umweltbonus in den vergangenen Jahren kontinuierlich. Nach Angaben des Wirtschaftsministeriums sind im Klima- und Transformationsfonds (KTF) für das kommende Jahr 2,1 Milliarden Euro und für 2024 1,4 Milliarden Euro vorgesehen.

Alternativen zum Neuwagenkauf

Wem ein neues Elektroauto zu teuer ist, dem bieten sich Alternativen beim Leasing, einem E-Auto-Abo und natürlich bei gebrauchten Fahrzeugen (was Sie vor dem Kauf eines gebrauchten E-Autos wissen müssen). Da lohnt sich unter anderem ein Blick in den Gebrauchtwagenmarkt von AUTO BILD.
Mit Material von dpa.