Moderne E-Autos werden immer alltagsfreundlicher. Reichweiten und Ladeleistungen steigen, immer mehr Modelle, groß wie klein, kommen auf den Markt. Kein Zweifel: Die E-Mobilität in Deutschland hat ordentlich Fahrt aufgenommen (Tipps zum E-Auto-Kauf).
Doch was ist mit der Ladeinfrastruktur im öffentlichen Raum? Für Langstreckenfahrer, die mit E-Autos auf den Autobahnen viele Kilometer abspulen, sind Ladepunkte mit viel Leistung alternativlos. Noch besser als das "gewöhnliche" Schnellladen ist High Power Charging (HPC). Es kennzeichnet besonders leistungsfähige Ladesäulen, die laut Sonderauswertung des E-Mobility Excellence Reports 2022 in immer mehr Schnellladeparks zu finden sind. 

Das sind die besten Elektroautos

Die zurzeit besten E-Autos

Ausgewählte Produkte in tabellarischer Übersicht
Audi Q4 e-tron
BMW iX
Hyundai Ioniq 5
Kia Niro EV
Kia EV6
Mazda MX-30
Opel Corsa-e
Skoda Enyaq iV
Tesla Model 3
Toyota bZ4X

Wegen der Bedeutung kurzer Ladezeiten bieten viele große Autohersteller, aber auch namhafte und regionale Stromanbieter Ladepunkte zum Schnellladen an (hier ist eine Übersicht aller Ladetarife). Insgesamt sind der Bundesnetzagentur zum Stichtag 1. Juli 2022 genau 9918 solche Schnellladepunkte (53.652 Normalladepunkte) als in Betrieb befindlich gemeldet worden. Je nach Betreiber stehen bis zu 350 kW Ladepower zur Verfügung. Damit sind theoretisch Tankstopps von wenigen Minuten möglich, die einem klassischen Zapfvorgang sehr nahekommen.
Ladezeiten
So läuft das Beladen eines 58-kWh-Akkus von 20 auf 80 Prozent der Kapazität (Quelle: E.ON).

EnBW mit dem größten Schnellladenetzwerk Deutschlands

EnBW betreibt nach eigenen Angaben mit bundesweit mehr als 700 Standorten das größte Schnellladenetz in Deutschland. Insgesamt bietet der baden-württembergische Energieriese etwa 300.000 Ladepunkte in 17 europäischen Ländern an.
Schnellladepark für E-Autos
Der EnBW-Schnellladepark am Kamener Kreuz bietet 52 Ladepunkte zum zügigen Stromzapfen.

Mitte Dezember 2021 kam am Kamener Kreuz der bislang größte Schnellladepark hinzu. 52 Fahrzeuge können an Deutschlands Verkehrsknotenpunkt Nummer eins gleichzeitig laden – und zwar hundertprozentigen Ökostrom mit bis zu 300 Kilowatt Leistung. In nur fünf Minuten werden, je nach Fahrzeug, bis zu 100 Kilometer Reichweite geladen. Bis zum Jahr 2025 soll es allein deutschlandweit an 2500 EnBW-Ladestandorten möglich sein, das E-Auto schnell zu laden.

Ionity-Netzwerk mit VW, Mercedes, BMW

Für den Aufbau eines eigenen Schnellladenetzes gründeten die deutschen Autobauer Volkswagen (VW, Audi, Porsche und Skoda), Mercedes und BMW (mit Mini) zusammen mit Ford das Joint Venture Ionity, seit Herbst 2020 ist die Hyundai Motor Group (Hyundai, Kia) mit beteiligt. Das Gemeinschaftsunternehmen stattet Fernreiserouten in Nord-, Mittel- und Südeuropa mit HPC-Ladern aus.
Inbetriebnahme eines Superschnell-Ladeparks
Schnellladen bei Ionity: gut und zuverlässig, aber für Nicht-Vertragskunden teuer.

Ende 2021 war das Ziel von 400 Ladeparks mit durchschnittlich sechs Ladepunkten erreicht. Im August 2022 waren an 428 Standorten 1864 HPC-Ladesäulen in Betrieb und 37 weitere Parks im Aufbau. Ionity verwendet den europäischen CCS-Standard und verspricht Ladeleistungen von bis zu 350 kW – auch wenn zwei Fahrzeuge an einer Ladesäule zapfen. Damit ist nach Angaben des Unternehmens das Laden von 50 kWh in neun Minuten möglich.

Laden kann bei Ionity ganz schön teuer sein

Abschreckend ist jedoch der saftige Preis von 79 Cent pro kWh Strom für Nichtvertragskunden. Gezahlt werden kann an manchen Ladestationen auch per Plug&Charge, also einfach mit dem Anschließen des Steckers.

Volkswagen baut zusammen mit BP ein Schnellladenetz

VW hat sich außerdem mit dem Energiekonzern BP zusammengetan, um den Aufbau von Schnellladesäulen voranzutreiben. Die erste Ladestation befindet sich in Düsseldorf und wurde bereits in Betrieb genommen. Innerhalb der kommenden zwei Jahre sollen 4000 weitere in Deutschland und Großbritannien entstehen. Bis Ende 2024 könnten es 8000 Ladepunkte in ganz Europa sein.
Das Besondere: Die 150-kW-Flexpole-Ladestationen von VW haben ein integriertes Batteriespeichersystem und können so laut Hersteller ans Niederspannungsnetz angeschlossen werden. Ein aktuell rarer Transformator (s. u.) und kostspielige Bauarbeiten sind nicht nötig. Mit 150 kW wird maximal geladen. Je nach Auto lässt sich in zehn Minuten eine Reichweite von bis zu 160 Kilometern erreichen.
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In die Navigationssysteme der E-Autos aus dem VW-Konzern werden die Standorte der Lader integriert. Jeder andere E-Mobilist kann die Stationen als Teil des BP- bzw. Aral-Pulse-Netzwerks nutzen.

Fastned baut fleißig eigene Ladestationen an Autobahnen

Der niederländische Anbieter Fastned betreibt Ladestationen an 38 Standorten in Deutschland und 210 in ganz Europa. Fastned ist eigenen Angaben zufolge der größte Betreiber von Schnellladestationen in seinem Heimatmarkt.
Turbolader
Am Kreuz Hilden nahe Düsseldorf gibt es insgesamt 28 Turbo-Lader.

Im Mittelpunkt der Expansionspläne steht neben dem Laden von E-Autos die Bequemlichkeit der Reisenden: So sollen die Ladepunkte überdacht sein und in ihrer Anmutung modernen Tankstellen gleichen, oft sind Schnellrestaurants in der Nähe.

Tesla Supercharger: mehr als 100 Standorte in Deutschland

Weiter ganz weit vorne mit dabei ist Tesla. Der E-Auto-Pionier aus den USA bietet 1688 Schnellladeanschlüsse im ganzen Bundesgebiet. Allerdings sind noch immer die meisten Ladepunkte Tesla-Fahrern vorbehalten; nur langsam öffnet sich das Supercharger-Netz auch für markenfremde Fahrzeuge.
Allerdings erhöhte Tesla in Deutschland zum April 2022 zum wiederholten Mal innerhalb weniger Monate die Preise auf nun mindestens 50 Cent pro Kilowattstunde. Manche Nutzer berichten auf teslamag.de auch von 52 Cent/kWh. Die Amerikaner haben nach eigenen Angaben bereits ein Netz von 30.000 Superchargern mit einer maximalen Laderate von 250 kW an rund 3000 Standorten weltweit aufgebaut.

Aral pulse mit mehr als 700 Ladepunkten

Auch Aral kann mit Aral pulse schon mehr als 700 ultraschnelle Ladepunkte und damit ein stattliches Angebot in Deutschland vorweisen. Dank Plug&Charge-Technologie ist das Bezahlen nach dem Laden dazu sehr einfach und bequem.

Fehlende Trafos bremsen den Ausbau

Insgesamt jedoch war der Ausbau des Schnellladenetzes in Deutschland zuletzt etwas ins Stocken geraten – und zwar wegen fehlender Transformatoren. Laut einem Bericht des "Handelsblatts" betrug im April 2022 die Lieferzeit für Umspannungsstationen herstellerübergreifend mindestens ein Jahr. Hauptgründe seien die große Nachfrage, die geringe Verfügbarkeit von Kupferrohstoffen und die generellen Lieferengpässe in zahlreichen Industriebereichen, heißt es.

1000 geförderte Schnelllader mit Preisdeckel

Der Bund fördert über seine Nationale Leitstelle Infrastruktur das öffentliche Schnellladen mit insgesamt zwei Milliarden Euro. Bis Ende 2023 soll das sogenannte Deutschlandnetz entstehen: Stromtankstellen mit insgesamt rund 10.000 DC-Ladepunkten an mehr als 1000 Standorten, 200 davon an Autobahnen.
Unternehmen konnten sich für den Aufbau und Betrieb im Losverfahren bewerben, mehr als 400 Teilnahmeanträge wurden eingereicht. Der Bund unterstützt finanziell und kassiert zunächst acht Jahre lang den Großteil der Einnahmen. Laut dem früheren Verkehrsminister Andreas Scheuer (CSU) sollen E-Autofahrer künftig überall die nächste Schnellladesäule in zehn Minuten erreichen können.

Bis zu 300 kW Ladeleistung müssen möglich sein

Noch wichtiger für den Verbraucher: Ladeleistungen bis 300 kW müssen vor Ort ermöglicht werden. Der Preis pro Kilowattstunde Ladestrom soll maximal 44 Cent betragen, allerdings ist dies laut Ausschreibung eine "atmende Preisobergrenze", die an Inflation und Preisentwicklung auf dem Strommarkt angepasst werden kann.