Kompakte E-SUV: Diese Modelle schneiden im Test am besten ab
Die besten kompakten Elektro-SUV

SUV sind die gefragteste Autogattung. Wer elektrisch fahren will, aber kein allzu großes Auto braucht, für den ist ein kompaktes SUV richtig. Diese Modelle haben im AUTO BILD-Test am besten abgeschnitten!
Bild: Olaf Itrich / AUTO BILD
Inhaltsverzeichnis
Die Deutschen lieben SUV, die hochgelegten Autos sind seit Jahren die beliebteste Fahrzeuggattung: Aktuell machen sie laut Kraftfahrt-Bundesamt (KBA) rund 35 Prozent aller Neuzulassungen aus. Besonders attraktiv sind kompakte SUV, denn sie vereinen eine optimale Mischung aus Größe und Wirtschaftlichkeit. In der Stadt sind sie wendiger, auf der Strecke benötigen sie weniger Energie als größere Fahrzeuge. Setzt man voraus, dass E-Auto-Fahrer großen Wert auf ein umweltfreundliches Auto legen, dann könnte ein kleines bis kompaktes SUV die richtige Wahl sein.
Interessant ist diese Fahrzeugkategorie für alle, die nicht permanent mit einem großen Fahrzeug unterwegs sein wollen oder müssen. Also für ein Auto, das nicht länger als 4,50 Meter ist. Eine Vielzahl solcher Kompakt-SUV haben den ausgiebigen AUTO BILD-Test durchlaufen. Dabei schnitten diese acht Modelle – zwei wurden in zwei Ausführungen getestet – am besten ab. Im neuen AUTO BILD-Punktesystem erzielten sie Testnoten zwischen 1,7 bis 2,1. Zudem wurde eine obere Preisgrenze bei 58.000 Euro gezogen. Da die Autos in Testwagenkonfiguration nicht immer in der Basisversion angeliefert werden, gibt's hier auch den Einstiegspreis.
In der Nische zwischen Mini Cooper und dem kombiähnlichen Countryman fährt der Mini Aceman vor. Zum Einsortieren gleich vorweg: Das Auto hat mit 38,5 kWh den kleinsten Akku der hier getesteten SUV. Der reicht naturgemäß selbst bei einem moderaten Verbrauch von 20,5 kWh auf 100 km für eine eher übersichtliche Testreichweite von 155 km. Laut WLTP sind 301 km drin, man sollte die Testreichweite also durch angepasstes Fahren etwas übertreffen können.
Der große Vorteil des China-Briten ist der günstige Preis, der Testwagen fuhr für 35.540 Euro vor, was die untere Grenze in diesem Bereich markiert. Auch in der Rubrik Preis-Leistung ist der Aceman top: Der Testpunkt ist kostet 63,46 Euro, Bestwert in diesem Vergleich. Vom Platzangebot her sollte man nicht mit der Großfamilie einsteigen, auf der Rückbank ist der Raum nicht ganz so großzügig wie auf den Vordersitzen.
Vom Vielmarkenkonzern Stellantis kam 2024 die dritte Version des Peugeot E-3008 auch als vollelektrisches Auto heraus – und stach im Test positiv hervor. Er ist mit 4,54 m etwas länger als der hier angelegte Maßstab, wirkt sogar noch größer. Seine auf der Konzern-Elektroplattform STLA basierende Basis bringt einen E-Motor mit 157 kW (213 PS) an den Start, die mit einer 73 kW fassenden Batterie versorgt werden.
Das gefällige Design des Autos kommt mit den drei Peugeot-typischen Tagfahrlichtstreifen im Bug daher. Eine Testreichweite von 372 km lässt sich mit der passenden Fahrweise sicher auf 400 km ausdehnen, begünstigt durch einen Testverbrauch von 22,8 kWh – akzeptabel bei dem 2,2-Tonnen-Gefährt. Die Bedienung und Orientierung begünstigt das durchgezogene, breite Display, das sich hinter dem kleinen, eckigen Lenkrad einen halben Meter quer über das Armaturenbrett erstreckt. Der Testwagen lag mit 53.450 Euro im oberen Preisbereich, das Preis-Leistungs-Verhältnis von 96,31 Euro pro Testpunkt ist der zweitteuerste Wert. Den E-3008 gibt in der Basis für 48.650 Euro.
Die schwedische Tochter des chinesischen Geely-Konzerns bringt das gefällige kleine SUV Volvo EX30 heraus, ein in Design und Formsprache hervorstechendes Auto. Wer es fahren möchte, der sollte sich an das Fehlen eines Zentralinstruments hinter dem Lenkrad gewöhnen, die Tempoanzeige erfordert ganz im Tesla-Stil den Blick auf die obere linke Ecke des Infobildschirms in der Fahrzeugmitte. Eine runde Zwei ist die Testnote für den Wagen, dessen Akku mit 64 kWh den 200-kW-Motor (272 PS) auf recht schmale 290 km Testreichweite bringt. Die sind allerdings der recht ungünstigen Testtemperatur von nur 7 Grad geschuldet, was zu einem recht üppigen Testverbrauch von 25,5 kWh auf 100 km führte.
Immerhin lässt sich der Akku mit 175 kW laden, es ist die schnellste Ladegeschwindigkeit in diesem Vergleich. Das Testauto kostet 46.890 Euro, der Grundpreis für den EX30 mit kleinerem Akku liegt bei 39.790 Euro. Das gleiche Auto kommt als zweimotorige Version auf 315 kW (428 PS). Es ist 160 Kilo schwerer, kommt mit gleichem Akku aber 28 km weiter. Dieser Wert wurde bei deutlich E-Auto-freundlicheren 24 Grad auf der Verbrauchsstrecke ermittelt.
Wer ein kompaktes E-SUV sucht, das im AUTO BILD-Test gut abgeschnitten hat, der könnte sich für den Smart #3 interessieren. Die Baureihe hat in zwei Ausführungen den Test durchlaufen: als Standardmodell und in der Sportversion #3 Brabus. Überschaubare und parkplatzfreundliche 4,40 Meter lang vereint das kompakte SUV kräftige 200 kW (272 PS) mit einer großen Reichweite von 348 Kilometern, gemessen auf der 155 Kilometer langen AUTO BILD-Teststrecke. Der sportlichere Brabus hat einen Akku gleicher Größe an Bord, kommt mit seinen kraftvollen 315 kW (428 PS) fast genauso weit (mit 316 km).
Zugute kommt dem #3 der recht geringe Testverbrauch von 19,7 kWh auf 100 Kilometer, ein überragender Wert (#3 Brabus: 20,3 kWh) Das Gewicht des 46.490 Euro teuren Testfahrzeugs war mit 1,82 Tonnen das geringste im Feld dieser fünf Autos. Der Test ergab 577 Punkte (Brabus: 576) und für beide Modelle die Note 1,9. Gemessen am Kaufpreis sind es 80,57 Euro pro Punkt beim #3, ein Ergebnis im oberen Feld beim Preis-Leistungs-Verhältnis. Der Brabus kostet mit 50.990 Euro also 13.500 Euro mehr, jeder Testpunkt ist 7,95 Euro teurer beim besser motorisierten Modell.
Wer SUV fahren will, könnte über ein kompaktes Modell nachdenken – mit E-Antrieb.
Aus vier schmalen Lichtschlitzen schaut der Lynk & Co F02 in die Welt, es gibt ihn nur mit dem 200-kW-Motor (272 PS). Den 66 kW fassenden Akku kann man mit 150 kW schnellladen. Den Innenraum dominieren zwei Displays: 10,2 Zoll für den Digitaltacho, 15,4 Zoll fürs Infotainment. Das Multifunktionslenkrad ist oben und unten abgeflacht. Der 66 kW große Akku erlaubt eine Testreichweite von 377 km, es ist der beste Wert in diesem Vergleich.

Aus schmalen Lichtschlitzen schaut der Lynk & Co 02 gefällig in die Welt.
Bild: Lynk & Co
Damit sind mindestens 400 km drin, wenn man die 200 kW Leistung (272 PS) nicht ausreizt. Selbst unter Testbedingungen war der Verbrauch von 19,6 kWh/100 km angenehm moderat. Zudem liegt die Testwagenkonfiguration mit 39.995 Euro noch unter der 40.000-Euro-Marke. Für das Basisauto kann man nochmals 4000 Euro abziehen.
Die einstige Miniautomarke Smart baut ordentliche wie günstige E-SUV, die im Falle des #1 auch noch mit ungeahnter Leistung aufwarten können: Mit 428 PS ist der #1 Brabus mit das stärkste Auto der hier gelisteten kompakten SUV. Und er geht sparsam mit Strom um: Der Testverbrauch liegt bei 19,7 kWh auf 100 Kilometern.
Das getestete Auto kostet zwar 48.900 Euro, ist als "Pure" aber schon für 34.990 Euro zu haben. Mit 83,32 Euro pro Testpunkt ist es auch der zweitgünstigste Wert dieser Bestenliste. Die Testnote des Smart #1 Brabus liegt ebenfalls bei 1,8.
Wer lieber über die Straße gleitet, als dass er fährt, ist mit einem E-Auto von BMW richtig unterwegs. Die überragende Straßenlage zeichnet auch den kompakten BMW iX1, dem elektrischen Bruder des X1. Für E-Auto-Fahrer ein sehr wichtiger Wert ist der Stromverbrauch: Im Test konsumierte der iX1 nur 19 kWh/100 km und verblüffte damit selbst die Testredaktion von AUTO BILD. Das ist gerade für solch ein Zwei-Tonnen-Auto ein super Wert. Er ermöglicht in Verbindung mit dem 64,8 kWh fassenden Akku eine Testreichweite von 366 Kilometern – das ist der dritte Platz in diesem Ranking der getesteten Kompakt-SUV.

Premium kostet zwar, aber der BMW iX1 weist dafür mit 19 kWh/100 km den geringsten Stromverbrauch der getesteten Kompakt-SUV aus.
Bild: Christoph Börries / AUTO BILD
Wer souverän in einem top verarbeiteten E-Auto unterwegs sein möchte, der könnte das 204-PS-Mobil aus München ins Auge fassen. Es muss ja nicht unbedingt ein Modell in der 57.800 Euro teuren Testwagenausstattung sein, die Preisliste beginnt bei – immer noch maßgeblichen – 48.400 Euro, die sich in Verbindung mit dem richtigen Anbieter allerdings unterbieten lassen.
Wissen sollte man auch, dass sich das kleine BMW-SUV mit maximal 130 kW Ladeleistung schnellladen lässt, viele aktuelle E-Autos laden einen Tick schneller. Im Test erzielte der iX1 eDrive 20 genau 593 Punkte, was eine Testnote von 1,7 ergibt. Pro Testpunkt werden umgerechnet 97,47 Euro fällig, der zweithöchste Wert dieser Liste.
Zum Schluss folgt der Sieger dieser Top Ten der besten kompakten Elektro-SUV: Der Skoda Elroq ist Spitzenreiter in vielen Testkategorien. Er erzielte mit einer Gesamtpunktzahl von sehr ordentlichen 609 Punkten im AUTO BILD-Test eine Testnote von 1,5. Das ist der bisherige Spitzenwert für diese Gattung. Es gibt fast das meiste Auto fürs Geld – konkret muss man 85,94 Euro pro Testpunkt veranschlagen, liegt damit im oberen Kostenbereich. Das 4,49 Meter lange Kompakt-SUV bietet in der Basisversion das Optimum aus Leistung und Preis, als Einstiegsversion ist der kompakte Tscheche ab 33.900 Euro zu haben.

Kompakt-SUV-Sieger unter den bislang von AUTO BILD getesteten E-Autos: Der Skoda Elroq bietet das beste Preis-Leistungs-Verhältnis.
Bild: Tom Salt / AUTO BILD
Der Testwagen kostete satte 52.340 Euro, bietet dafür eine 77-kWh-Batterie, die im Testbetrieb für 323 Kilometer gut ist, bei sanfterer Fahrweise sicher für mehr. Durch die bis zu 175 kW hohe Ladeleistung lässt sich der Akku in kurzer Wartezeit aufladen. Der recht hohe Testverbrauch von 28,5 kWh auf 100 Kilometer verringert allerdings die Reichweite. Mit eher moderatem Autobahntempo und nicht vollständigem Ausnutzen der Motorleistung der 286 PS unseres Test-Elroq lässt sich der Verbrauch im Alltag sicher drücken.
Fazit
Wer ein kompaktes E-SUV sucht, hat die große Auswahl. Autos mit größerem Akku sind allerdings meist teuer. Wer den kleineren Akku wählt, ist schon für unter 34.000 Euro dabei, beispielsweise mit dem Basis-Elroq. Wem größere Reichweite wichtig ist, der wählt eine kleinere Ausstattungsvariante im Paket mit dem größeren Akku. Billig sind diese Autos nicht, beim Händler-Termin sind Käufer mit Verhandlungsgeschick im Vorteil.
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