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Elektroauto-Versicherung: Kosten und Besonderheiten

Die passende E-Auto-Versicherung finden

Nimmt der Akku beim Elektroauto Schaden, wird es richtig teuer. Umso wichtiger ist der passende Versicherungsschutz. Was die Kfz-Versicherung fürs E-Auto enthalten sollte!
Der Akku eines Elektroautos macht rund ein Drittel des Fahrzeugwerts aus. Schäden an der Batterie verursachen schnell Kosten in Höhe von 10.000 bis 15.000 Euro. Immer mehr Versicherungen haben ihre Tarife entsprechend angepasst und bieten spezielle Leistungen für E-Autos an. Doch die Angebote sind oft nicht einfach zu durchschauen. AUTO BILD erklärt, worauf bei der Kfz-Versicherung fürs Elektroauto zu achten ist und wie hoch die Kosten sind. 

Brauche ich für ein E-Auto eine spezielle Kfz-Versicherung?

Wird falsch geladen, kann der Akku beschädigt werden. Die Kosten dafür sollte die Versicherung übernehmen.

©DPA

Grundsätzlich nicht. Für die Haftpflichtversicherung ist es ohnehin unerheblich, welchen Antrieb das Auto hat, da sie für Schäden am eigenen Fahrzeug sowieso nicht aufkommt. Und die Kaskoversicherung greift bei einem E-Auto grundsätzlich genauso wie bei einem Benziner oder Diesel. Beim Kaskoschutz lohnt es sich trotzdem, genauer hinzusehen: Bestimmte Versicherungsleistungen, die für ein E-Auto wichtig sind, können im normalen Tarif enthalten sein oder auch als Zusatzleistung angeboten werden. Einzelne Leistungen werden zum Teil auch nur als Bestandteil eines ergänzenden Elektrobausteins angeboten. Insgesamt sind die Angebote der Autoversicherer sehr unterschiedlich gestrickt, was den Vergleich nicht gerade erleichtert.

Welche Leistungen sollte die Versicherung fürs E-Auto enthalten?

Insbesondere bei Kurzschlussschäden und Folgeschäden von Marderbissen haben viele Versicherungen in Hinblick auf höhere Schadensummen bei Hybrid- und Elektroautos nachgebessert. Das Vergleichsportal Verivox hat unter diesem Aspekt rund 340 Versicherungstarife ausgewertet. "179 Tarife zahlen für Folgeschäden bei Marderbissen mittlerweile eine Höchstsumme von 10.000 Euro oder mehr, bei Kurzschlussschäden sind es 141 Tarife", sagt Wolfgang Schütz von Verivox. Noch vor wenigen Jahren war für solche Schäden oft bei 5000 Euro Schluss. Jetzt bieten einige Tarife sogar Höchstsummen von 20.000 Euro. Eine gute Versicherung sollte zudem Überspannungsschäden durch Blitzeinschlag mitversichern. Auch Ladestationen (Wallboxen) und Ladekabel sind bei vielen Angeboten gegen Diebstahl und Beschädigung versichert. Ob die einzelnen Leistungen im normalen Kaskoschutz enthalten sind oder als Zusatzbaustein angeboten werden, spielt dabei letztlich keine Rolle. Unterm Strich entscheiden die Gesamtkosten.

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Ist der E-Auto-Akku grundsätzlich mitversichert?

Der Kaskoschutz sollte immer auch den Akku des Fahrzeugs umfassen. Das ist bei fast allen Anbietern der Fall – es gibt nur ganz wenige Ausnahmen. Dort kann es sein, dass der Akku nur im Rahmen eines Zusatzbausteins versichert ist. Von diesen Ausnahmen abgesehen sind Schäden durch Brand, Diebstahl, Kurzschluss, Marderbiss, Sturm und Überschwemmung im Rahmen der Teilkasko abgesichert. Die Vollkasko deckt zudem Schäden durch Vandalismus und selbstverschuldete Unfallschäden (am eigenen Auto) ab. Doch Vorsicht: Wie oben erwähnt, können sich bei einzelnen Leistungen des Kaskoschutzes (z. B. Kurzschlussschäden, Marderbisse) je nach Anbieter deutliche Unterschiede bei den Deckungssummen herausstellen.

Was bringt eine All-Risk-Abdeckung für den Akku?

Einige Versicherungen bieten als Zusatzbaustein eine sogenannte Allgefahren- oder All-Risk-Deckung für Schäden am Akku an. Dabei sind die Akkus in der Vollkasko gegen alle Gefahren abgesichert, sofern sie nicht vorab ausgeschlossen sind. Ausgeschlossen sind in der Regel Konstruktionsfehler, chemische Reaktionen und Verschleiß – ebenso die abnehmende Leistung des Akkus mit der Zeit. Bei solchen Schäden greift aber mitunter die Garantie des Herstellers. Versichert sind aber zum Beispiel Schäden durch fehlerhafte Bedienung. Ein mögliches Schadenszenario bei Elektroautos könnte da die Tiefentladung sein, die den Akku nachhaltig schädigt. Es gibt aber auch Anbieter, die betonen, dass dank des Batterie-Management-Systems gar keine Bedienfehler möglich seien. "All-Risk-Deckungen kommen Kunden mit erhöhtem Sicherheitsbedürfnis entgegen", erklärt Wolfgang Schütz. "Die wichtigen Risiken lassen sich aber auch ohne diesen Baustein absichern." Das erfreuliche Ergebnis der Verivox-Analyse: Auch unter den günstigsten Tarifen am Markt schließen viele schon die All-Risk-Deckung ein oder bieten sie gegen einen überschaubaren Aufschlag. Mehr als 20 bis 40 Euro muss man nicht draufzahlen.

Achtung, Abschlepp-Kosten!

E-Auto-Besitzer fahren bei der Versicherung im Vergleich zu Autos mit Verbrenner nicht immer günstiger.

©Thomas Ruddies

Das Abtransportieren eines E-Autos gestaltet sich bei einem Wagen mit Elektroantrieb deutlich schwieriger als bei anderen Autos. Der Grund: Beim E-Auto wird über die Antriebsachse Strom erzeugt. Wird unsachgemäß abgeschleppt, kann das zu Kurzschlüssen führen. Schlimmstenfalls wird der Akku in Mitleidenschaft gezogen oder es kommt zu einem Brand. Wer für den Fall einer Panne Abschleppkosten abgedeckt haben will, der muss in der Regel einen Schutzbrief hinzubuchen.

Gibt es für E-Autos eine Gebrauchtwagenversicherung?

Gebrauchtwagenversicherungen (auch Gebrauchtwagengarantien genannt) decken Reparaturkosten bei gebraucht gekauften Fahrzeugen ab. Welche Bauteile bzw. Baugruppen versichert sind, wird im Vertrag genau festgelegt. Der Versicherungsschutz kann zum Beispiel Motor, Getriebe und Elektrik umfassen. Eine Gebrauchtwagenversicherung, die den Akku eines E-Autos umfasst, gibt es zurzeit noch nicht. Es ist aber davon auszugehen, dass die Anbieter von Gebrauchtwagengarantien schon bald entsprechende Produkte auf den Markt bringen.

Wie berechnet sich der Preis für die Elektroauto-Versicherung?

Allgemein fließen verschiedene Faktoren in die Höhe des Beitrags ein, dazu zählen:
Typklasse und Regionalklasse
Schadenfreiheitsklasse
Jährliche Laufleistung
• Höhe der Selbstbeteiligung
• Kreis der Fahrer
• Alter der Fahrer  
• Beruf
• Fahrzeugalter
• Wert des Wagens
Grundsätzlich muss der Versicherungsbeitrag für ein E-Auto nicht teurer ausfallen als für einen Verbrenner. Zum Teil sind E-Autos sogar günstiger zu versichern – selbst dann, wenn der Tarif Zusatzbausteine wie eine All-Risk-Abdeckung enthält. Das hängt vor allem mit der Typklasseneinstufungen zusammen: Verursachen die Fahrer eines Modells wenige Schäden, ist die Einstufung niedrig und die Versicherung günstig. Hier kommen Elektroautos generell oft recht gut weg – im Vergleich zu ähnlich motorisierten Benzinern.
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Elektroauto-Fahrer werden an vielen Stellen begünstigt – Zuschüsse zum Kauf, Steuerbefreiung und kostenloses Parken. Auch einige Versicherungen versprechen Rabatte für E-Autos. Versicherungsexperte Schütz rät: "Ein Rabatt hilft nicht viel, wenn der Versicherer allgemein zu teuer ist. Deshalb sollten zuerst die Leistungen stimmen. Anschließend sollten Autofahrer in einem Beitragsvergleich das günstigste Angebot suchen."

Fotos: BMW Group

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