Ja, er liest sich ganz schön komplex. Dennoch lohnt es sich, den Namen zu üben: Der Ariya e4orce (sprich ariah iforß) ist nämlich ein ziemlich origineller Bursche mit handfestem Elektro-Können. Er trägt einen dicken Akku im Boden (stolze 87 kWh Kapazität), soll dank 306 PS Leistung 200 km/h schnell werden und satte 498 Kilometer weit kommen.

Vier elektrische SUV-Coupés im Test

#Getestete ProduktePreis
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Testsieger
Kia EV6 AWD
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Außerdem sieht er verwegen elegant und geschwungen aus. Kurz: Dieser Typ könnte sich gut verkaufen. Könnte. Denn dem neuen Nissan stehen äußerst ähnlich gestrickte Typen als starke Konkurrenten gegenüber.

Elektro-SUV-Coupés mit um die 300 PS

Wir kennen gleich drei dieser kraftvollen 4x4-Burschen mit starkem E-Antrieb und schickem Blechschwung im Außenkleid. Da wären: der bekannte Skoda Enyaq als Coupé mit RS-Antrieb, also mit 77-kWh-Akku, 299 PS stark und angeblich tauglich für 510 Kilometer weite Fahrt.
Genesis GV60 Sport AWD D. M. Kia EV6 AWD Nissan Ariya e-4orce Skoda Enyaq Coupé RS
Starke Konkurrenz: Der neue Nissan Ariya tritt gegen Kia EV6, Genesis GV60 und Skoda Enyaq Coupé zum Vergleich an.
Bild: Tom Salt / AUTO BILD

Dazu die "Konzernzwillinge" Kia EV6 und Genesis GV60. Beide Koreaner holen aus einem identischen 77,4-kWh-Akku Kraft und Reichweite. Der 325 PS starke Kia schafft laut Prospekt 484 Kilometer Fahrt, dem Genesis attestiert der Hersteller mit 318 PS Leistung einen 470 Kilometer großen Aktionsradius. Also: sehr ähnliche Anlagen, sehr ähnliche Ansätze – wo gibt's das beste Modell fürs Geld? Klärt der AUTO BILD-Vergleichstest nach Punkten.

Bestes Platzangebot im Skoda Enyaq

Widmen wir uns dem Veteranen dieser Liga. Skodas Enyaq hat sich den Ruf des üppigen (was Raumangebot angeht) und komfortablen Begleiters erarbeitet. Das passt auch in dieser Gegenüberstellung. Der Enyaq nutzt seinen Platz bestens aus, bietet in erster und zweiter Reihe solide Kopf-, Knie-und Ellenbogenfreiheit. Zudem hat er das mit Abstand geräumigste Gepäckabteil.
Skoda Enyaq Coupé RS
Platz für alle: Im Skoda Enyaq sitzt man vorne und hinten bestens, zudem bietet der Tscheche den größten Kofferraum im Test.
Bild: Tom Salt / AUTO BILD

Den für sich verbuchten Komfortanspruch bestätigt er ebenfalls. Mit angenehmer Sitzhaltung auch hinten sowie universell-softer Federung macht er Reisen zu leicht bewältigbaren Übungen. Schade: Er läuft lauter als die Gegner, wirkt fadenscheiniger in Radhäusern und über die Seitenscheiben gedämmt. Auch insgesamt kommt der Skoda nicht ganz so wertig wie die Asiaten rüber, zeigt mehr kantig-kratzige Kunststoffe an Verkleidungen und Armaturenbrett.

Fahrzeugdaten

Fahrzeugdaten
Leistung vorn 
74 kW (100 PS) 
k. A. 
k. A. 
70 kW (95 PS) 
Motor Bauart hinten 
Synchronelektromotor 
Synchronelektromotor 
Synchronelektromotor 
Synchronelektromotor 
Leistung hinten 
160 kW (218 PS) 
k. A. 
k. A. 
150 kW (204 PS) 
maximales Drehmoment gesamt 
605 Nm 
605 Nm 
600 Nm 
460 Nm 
Spitzenleistung gesamt 
234 kW (318 PS) 
239 kW (325 PS) 
225 kW (306 PS) 
220 kW (299 PS) 
Dauerleistung 
78 kW (106 PS) 
81 kW (110 PS) 
90 kW (122 PS) 
77 kW (105 PS) 
Vmax
200 km/h 
185 km/h 
200 km/h 
180 km/h 
Getriebe 
Einganggetriebe 
Einganggetriebe 
Einganggetriebe 
Einganggetriebe 
Antrieb 
Allradantrieb 
Allradantrieb 
Allradantrieb 
Allradantrieb 
Bremsen vorn/hinten 
Scheiben/Scheiben 
Scheiben/Scheiben 
Scheiben/Scheiben 
Scheiben/Trommel 
Testwagenbereifung 
255/45 R 20 W 
255/45 R 20 Y 
255/45 R 20 Y 
235/50–255/45 R 20 T 
Reifentyp 
Michelin Pilot Sport EV 
Michelin Pilot Sport 4 SUV 
Dunlop SP Sport Maxx 050 
Hankook Ventus S1 Evo3 EV 
Radgröße 
8,5 x 20" 
8,5 x 20" 
8 x 20" 
8 x 20" 
Reichweite* 
470 km 
484 km 
498 km 
510 km 
Verbrauch* 
18,8 kWh/100 km 
18,0 kWh/100 km 
20,4 kWh/100 km 
17,2 kWh/100 km 
Batteriekapazität nutzbar 
77,4 kWh 
77,4 kWh 
87 kWh 
77 kWh 
Ladeleistung AC/DC 
bis 11/240 kW 
bis 11/240 kW 
bis 22/130 kW 
bis 11/125 kW 
Ladeanschluss 
hinten rechts 
hinten rechts 
vorn rechts 
hinten rechts 
Vorbeifahrgeräusch 
66 dB(A) 
68 dB(A) 
62 dB(A) 
67 dB(A) 
Anhängelast gebr./ungebr. 
1600/750 kg 
1600/750 kg 
1500/750 kg 
1200/750 kg 
Stützlast 
100 kg 
100 kg 
75 kg 
75 kg 
Kofferraumvolumen 
432–1460 l + 20 l vorn 
490–1300 l + 20 l vorn 
415–1280 l 
570–1610 l 
Länge/Breite/Höhe 
4515/1890/1580 mm 
4695/1890/1550 mm 
4595/1850–2172**/1650 mm 
4653/1879–2148**/1608 mm 
Radstand 
2900 mm 
2900 mm 
2775 mm 
2768 mm 
Grundpreis (vor Förderung)
63.200 Euro
55.990 Euro
61.990 Euro
63.300 Euro
Testwagenpreis (wird gewertet)
66.630 Euro
67.470 Euro
67.490 Euro
66.110 Euro

Wiedergutmachung leistet ein Blick in die Ausstattungsliste. Mit Notfallassistenz und Pre-Crash-System ist er sicherer bestückt als die anderen drei Kandidaten. Die im Vergleich zu Genesis und Kia schlechteren Fahrleistungen macht er über den besseren Verbrauch gut. Das Stichwort zur wichtigsten Disziplin: echte Reichweite und Ladethematik. Hier erstaunt der Enyaq, kommt nach unseren Tests trotz kleinstem Akku 416 Kilometer weit. Er darf jedoch nur mit maximal 125 kW laden – das können die anderen besser.
Gebrauchtwagensuche: Skoda Enyaq
Skoda Enyaq Coupé RS
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9.000 km
250 KW (340 PS)
04/2026
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Skoda Enyaq 85 LED.DSG.NAV.360°.HEADUP.AMBIENTE.CANTON.FRONTA.
4.500 km
210 KW (286 PS)
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Skoda Enyaq 60 Loft +ACC+BHZFS+NAVI+MASSAGE+SHZ+PDC+RFK+GRA...
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Skoda Enyaq 85 82 kWh Batterie ADVANCED AHZV WINTER
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210 KW (286 PS)
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210 KW (286 PS)
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Fahrdynamisch liegt der Kia EV6 vorne

Der Kia zum Beispiel. Seiner Speicherelektronik trauen die Entwickler 240 kW maximale Ladeleistung zu – das verkürzt einen Schnellstopp (Akku von 10 auf 80 Prozent gefüllt) auf erträgliche 18 Minuten. Die volle Batterie trägt den EV6 dann 390 Kilometer weit. Im Gegensatz zum Skoda darf der Kia weniger Gepäck und Gewicht mitschleppen, bietet dafür im Fond viel Luft über dem Scheitel.
Kia EV6 AWD
Dynamiker: In 5,3 Sekunden geht der Kia EV6 aus dem Stand auf Tempo 100, fährt lebendig und sicher, ankert am besten.
Bild: Tom Salt / AUTO BILD

Im Kapitel Fahrdynamik hängt er die anderen E-Mobile ab: Weil er sicher und lebendig fährt, zudem vorbildlich kurz und standfest ankert. Schade dagegen: Dem üppigen Garantieangebot des Herstellers (sieben Jahre auf Antrieb und Akku) steht sein teurer Testwagenpreis (inklusive für den Test relevanten Extras wie zum Beispiel 20-Zoll-Räder und Wärmepumpe) gegenüber.

Messwerte

Messwerte
Beschleunigung
0–50 km/h
2,3 s 
2,1 s 
2,6 s 
2,6 s 
0–100 km/h 
5,6 s 
5,3 s 
6,1 s 
6,0 s 
0–130 km/h 
9,0 s 
8,5 s 
9,6 s 
9,6 s 
0–160 km/h 
14,0 s 
13,3 s 
14,3 s 
14,3 s 
Zwischenspurt
60–100 km/h
2,8 s 
2,7 s 
2,9 s 
3,0 s 
80–120 km/h 
3,7 s 
3,6 s 
3,8 s 
3,9 s 
Leergewicht/Zuladung 
2131/464 kg 
2109/421 kg 
2233/422 kg 
2209/531 kg 
Gewichtsverteilung v./h. 
49/51 % 
48/52 % 
50/50 % 
50/50 % 
Wendekreis links/rechts 
12,5/12,5 m 
12,2/12,2 m 
11,6/11,5 m 
11,5/11,4 m 
Sitzhöhe 
620 mm 
625 mm 
695 mm 
640 mm 
Bremsweg
aus 100 km/h kalt
34,5 m 
33,3 m 
37,1 m 
36,3 m 
aus 100 km/h warm 
35,1 m 
33,2 m 
37,5 m 
36,2 m 
Innengeräusch
bei 50 km/h
53 dB(A) 
55 dB(A) 
54 dB(A) 
55 dB(A) 
bei 100 km/h 
61 dB(A) 
62 dB(A) 
62 dB(A) 
64 dB(A) 
bei 130 km/h 
66 dB(A) 
65 dB(A) 
67 dB(A) 
66 dB(A) 
Verbrauch
Sparverbrauch 
15,1 kWh/100 km 
15,0 kWh/100 km 
14,4 kWh/100 km 
14,0 kWh/100 km 
Testverbrauch Durchschnitt der 155-km-Testrunde
(Abweichung zur WLTP-Angabe)
21,5 kWh/100 km
(+14,4 %)
21,6 kWh/100 km
(+20 %)
24,3 kWh/100 km
(+19,1%)
21,1 kWh/100 km
(+22,7 %)
Sportverbrauch 
27,7 kWh/100 km 
27,1 kWh/100 km 
31,9 kWh/100 km 
26,9 kWh/100 km 
CO2 (lokal) 
0 g/km 
0 g/km 
0 g/km 
0 g/km 
Reichweite 
390 km 
390 km 
388 km 
416 km 

Ganz ähnlich ist es beim Genesis. Die fünf Jahre Haltbarkeitsversprechen werden von einer Batteriegarantie über 160.000 Kilometer gestützt – doch hier schmälert der mäßige Wiederverkaufswert der bei uns noch recht unbekannten Marke die Kostenbilanz.

Auch der Genesis GV60 überzeugt beim Fahren

Die große Stärke des GV60 ist sein Tempokönnen. Sportliches Anfahren, sprinten, überholen, auf der Autobahn Strecke reißen – der Genesis fährt den anderen Typen insgesamt davon. Wie der Skoda ist er zudem kommod gefedert, läuft außerdem leise und bietet dem Fahrer wie Beifahrer besonders gefällig geformte, passgenau führende und sauber montierte Sitzmöbel.
Genesis GV60 Sport AWD D. M.
Tempokönner: Sportliches Anfahren, sprinten, überholen, auf der Autobahn Strecke reißen – das alles macht der GV60 richtig gut.
Bild: Tom Salt / AUTO BILD

Klasse: Genesis verzichtet auf "ausschließliche" Bedienung über den Berührbildschirm, baut dem GV60 eine Art iDrive-Controller ein. Damit lassen sich die unzähligen Funktionen und Menüs viel besser (weil weniger ablenkend) steuern als bei Skoda, Kia und Nissan. Wie der Kia setzt der GV60 auf ein potentes Schnellladeprinzip. 800 Volt Spannung treffen auf 240 kW starke Leistung beim Befüllen der Batterien – so geht es extrem fix, die Akkus neu zu laden.

Beim Laden patzt der Nissan Ariya

Hier patzt der Nissan. Nur 130 kW Leistung steckt das System weg. Entsprechend lange dauert das Laden an der DC-Säule. 40 Minuten saugt der Akku dann am Saft, um 60 Prozent seiner Kapazität zurückzuerlangen – das muss in der 60.000-Euro-Liga schneller gehen. Die versprochenen fast 500 Kilometer Reichweite schrumpfen in der Praxis auf unter 400 Kilometer bei ungleich längerer Ladedauer.
Nissan Ariya e-4orce
Lahmer Lader: Mit nur 130 kW füllt der Ariya an der DC-Säule seinen Akku. Bis er zu 60 Prozent voll ist, vergehen 40 Minuten.
Bild: Tom Salt / AUTO BILD

Noch einen dickeren Patzer hat sich der Ariya in unserer Bremsprüfung erlaubt. Über 37 Meter benötigt er, um mit kalten und warmen Bremsscheiben aus Tempo 100 heraus in den Stillstand zu kommen. Die anderen drei SUV verzögern effektiver.
In weiteren Kapiteln muss sich der Nissan hinter den Gegnern einreihen. Er ist enger geschnitten, darf nur 1500 Kilogramm an den Anhängerhaken nehmen, seine Sprachsteuerung arbeitet holperig mit dem Fahrer zusammen, und für mehr Spaß hinterm Lenkrad täten eine feinere Lenkung und eine strammere Führung auf schlechten Straßen gut.
Fazit an dieser Stelle also: Der Nissan Ariya verhaut keine Übung mit Pauken und Trompeten – doch unter dem Strich kann er kein einziges Wertungskapitel für sich verbuchen. So bleibt trotz eines schwungvollen Auftritts nur ein gehemmter Einstand – also der letzte Platz.

Fazit

von

AUTO BILD
Der Nissan Ariya zeigt: Gutes Aussehen allein reicht nicht. Echte Schwächen (außer lahmer Ladethematik) hat er zwar nicht, herausragende Fähigkeiten aber ebenfalls nicht. Universell aufgestellt und fix beim Laden sichert sich Kia den Sieg, während sich Technikbruder Genesis ganz knapp hinter dem zweitplatzierten Skoda einreiht.