Den anderen mal den Allerwertesten zeigen? Das GLC Coupé hat jetzt von AMG das Rüstzeug dafür bekommen. Die Zutaten des GLC 43: zuallererst der V6-Motor mit doppelter Turboaufladung. Mercedes-AMG baut seine Turbolader stets in das Innere des V der beiden Zylinderbänke, was die Basistemperatur erhöht und so das Ansprechverhalten verbessern soll. Ergebnis sind 367 PS, die aus 3 Litern Hubraum generiert werden. 540 Newtonmeter Drehmoment per Allrad hecklastig (31 Prozent zu 69 Prozent) auf die Räder verteilt. Tatsächlich beißt sich der AMG-GLC satt in die Straße, wenn das Fahrdynamik-Programm auf Sport+ gestellt wird. In 4,9 Sekunden rauscht der rasante Schönling dann auf Landstraßentempo 100 und dem Vortrieb wird erst bei 250 km/h elektronisch Einhalt geboten.
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Mercedes GLC 300 de 4Matic
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Neue Mercedes und AMG (2022, 2023, 2024)
Auch in Kurven bleibt der GLC 43 gut beherrschbar

Der Schönling gibt Gummi
Durch die Abrisskante bei der AMG-Version kann auf den Heckscheibenwischer verzichtet werden.
Zweite Zutat: das Luftfahrwerk. Hier hat AMG viel Arbeit reingesteckt. Ein Drei-Kammer-System in jedem Federbein wird elektronisch auf die Wünsche des Fahrers abgestimmt. Bei Sport+ wird zugunsten der Fahrdynamik vorne etwas weicher abgestimmt als an der Hinterachse. Das führt dann durchaus mal zu Wankbewegungen, die im normalen Sportmodus sogar geringer ausfallen. Allerdings gleicht die Seitenführung des Allradantriebs jegliche Unruhe in engen Kurven schnell wieder aus. Und die elektromechanische Sport-Parameter-Lenkung vermittelt dabei sehr viel Souveränität. In der Summe bleibt der GLC 43 auch in schnellen Kurven stets gut beherrschbar. Sportlich straff ist die Luftfederung aber auch im Comfort-Modus ausgelegt. Wobei sie hier die Unebenheiten der Straße galant wegfedert. Lediglich kurze Bodenwellen erreichen auch mal den Innenraum, der Rest bleibt draußen. Auch dank der guten Dämmung. Die lässt allerdings auch nicht viel vom Sound des V6 durch. Der bleibt akustisch selbst im Sport-Modus erstaunlich zivilisiert. Zwar wird der Sound im Sport+-Modus kehliger und schnelle Gangwechsel werden mit Zwischengas veredelt. Auf Klappen in den Endrohren, wie sie der E63 etwa vorweisen kann, hat Mercedes-AMG beim GLC aber verzichtet.

Das Coupé kann sogar Gelände

Der Schönling gibt Gummi
Mercedes-typisches Cockpit wie auch im GLC, mit sportlichen Extras veredelt.
Dritte Zutat: das Neun-Gang-Getriebe, das im Fahrbetrieb restlos überzeugt. Schon im normalen GLC verrichtet es gute Arbeit, für den AMG-GLC wurde Steuerungs-Software neu geschrieben und dadurch die Schaltzeiten spürbar verkürzt. Wenn es sein muss, macht sich der schnelle Schönling übrigens auch mal schmutzig und geht ins Gelände. Eine Wattiefe von 30 cm, sowie Böschungswinkel von 20,8 Grad vorne und 18,6 Grad hinten sind dafür gar nicht mal so ungeeignet. Und nur wenn es wirklich sein muss, hängt man auch einen Anhänger mit bis zu knapp 2,5 Tonnen Gewicht dran.
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Der Basispreis liegt bei 65.390 Euro

Der Schönling gibt Gummi
Powerpaket: 367 PS, die aus drei Litern Hubraum generiert werden. 540 Newtonmeter Drehmomen.
Solche profanen Arbeiten sind aber eigentlich nicht das Ding des Mercedes-AMG GLC 43 Coupé. Im Grunde mag er lieber Auslauf wie das Wildpferd Black Beauty auf der freien Prärie der Autobahn. Denn natürlich hat er auch die schwachen Seiten des GLC Coupés geerbt. Die hohe Ladekante etwa (85,5 cm) oder ausgesprochen schlechte Sicht nach hinten. Ein Trost vielleicht: Durch die Abrisskante bei der AMG-Version kann auf den Heckscheibenwischer verzichtet werden. Ein schöner Rücken eben. Noch in diesem Jahr kommt der AMG-GLC zu den Händlern. Der Basispreis ist mit 65.390 Euro zwar ziemlich offensiv gestaltet. Dafür gibt es aber Allradantrieb, die Sport-Lenkung, die Abgasanlage und die Luftfederung inklusive. Wer das schicke und schlaue Infotainment Comand Online mit Wifi-Hotspot, Verkehrsinformationen in Echzeit, Mercedes-Apps fürs Smartphone und drei Jahre kostenlose Karten-Updates haben möchte, der muss 3510 Euro extra aus dem Geldbeutel kramen.

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Neue Mercedes-AMG (2020 und 2021)
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Von

Markus Mechnich