Skoda Peaq mit Reichweiten-Rekord
Elektro-SUV fährt fast 45 Prozent weiter als die WLTP-Angabe

Die maximale WLTP-Reichweite können E-Autos nur im Idealfall erreichen? Skoda zeigt, dass es unter gewissen Umständen auch viel weiter gehen kann.
Bild: Skoda Auto Deutschland
- Raphael Schuderer
Die Reichweite von E-Autos wird auf dem Prüfstand gemessen. Im Alltag bleiben die WLTP-Angaben vieler E-Autos jedoch oft unerreicht. Die beiden Skodamitarbeiter Marek Jež und Jakub Krs haben nun bewiesen, dass man mit der richtigen Fahrweise sogar noch viel weiter kommen kann.
Am Ende standen 936 Kilometer auf dem Zähler – in einem Modell, das laut Skoda maximal 647 Kilometer schaffen soll. Die Herstellerangabe wurde demnach um 289 Kilometer bzw. nahezu 45 Prozent übertroffen. Damit gelang die längste gemessene Fahrt in einem Skoda Peaq überhaupt sowie ein offizieller tschechischer Rekord für eine Fahrt ohne Ladestopp in einem E-Auto.
Durchschnittsverbrauch von nur 9,2 kWh/100 km
Der neue Skoda Peaq (Basispreis: 58.750 Euro) ist das größte E-SUV der Tschechen, bietet Platz für bis zu sieben Insassen und wird aktuell an die ersten Kunden ausgeliefert. Das Auto für die Rekordfahrt war ein Peaq 90 mit 91-kWh-Antriebsbatterie und 286 PS (210 kW), dazu die serienmäßigen Reifen mit geringem Rollwiderstand und ein Luftwiderstandsbeiwert der Karosserie von 0,249 – gute Voraussetzungen für niedrigen Verbrauch. Die Reichweitenfahrt wurde vom TÜV Süd als Zertifizierungsunternehmen überwacht.
"Das Ziel war es, zu zeigen, was die Technologie leisten kann, wenn sie bis an ihre Grenzen gebracht wird", erklärt Jakub Krs, verantwortlich für die Hochspannungs-Batteriestrategie bei Skoda Auto.

Die Rekordfahrer Marek Jež (l.) und Jakub Krs an ihrem Skoda Peaq vor den Dünen von Zandvoort.
Bild: Skoda Auto Deutschland
Am Dienstag, den 25. August, starteten die beiden Rekordjäger um 12.00 Uhr mittags vom Skoda-Firmensitz in Mladá Boleslav (Tschechien) ihre Tour nach Holland. Auf der Fahrt durch Deutschland gab es Stopps lediglich für Fahrerwechsel, Pausen und Mahlzeiten. Am nächsten Morgen erreichte der Skoda Peaq die niederländische Grenze, nachmittags dann die Küste im Badeort Zandvoort. Dabei lag der Verbrauch bei beeindruckenden 9,2 kWh pro 100 Kilometer. Der WLTP-Wert des Peaq 90 liegt – je nach Ausstattung des Fahrzeugs – zwischen 15,3 und 17,7 kWh/100 km.
Geeignete Route und angepasster Fahrstil
Wie war das möglich? Jakub Krs verrät die Rekord-Strategie des Teams: "Um die Reichweite zu maximieren, haben wir die am besten geeignete Route ausgewählt und natürlich unseren Fahrstil entsprechend angepasst." Größtenteils ging es entsprechend gemächlich und ohne unnötiges Bremsen oder Beschleunigen über Nebenstraßen mit geringem Verkehrsaufkommen. Auch KI habe bei der Routenplanung unterstützt. Die Rekuperation wurde bewusst zurückhaltend eingestellt, da eine zu starke Energierückgewinnung laut Skoda den Verbrauch in diesem Szenario eher erhöht hätte.
Sein Fahrerkollege Marek Jež, Leiter der Modellreihe Peaq, fügt hinzu: "Im Alltagsbetrieb werden die Kunden das Auto wahrscheinlich nicht auf diese Weise fahren. Stattdessen werden sie alles nutzen, was der Peaq in Sachen Fahrdynamik, Infotainment und Komfort zu bieten hat."
Und auch das Wetter habe ihnen auf der Rekordfahrt die Karten gespielt: "Bei Regen und auf nassen Straßen hätten wir diesen Wert niemals erreicht", räumt Jež ehrlich ein.
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