Porsche Cayenne (2017): Erlkönig

Porsche Cayenne (2017): Test

— 18.08.2017

Neue Plattform für den Cayenne

Die dritte Generation des Porsche Cayenne baut auf einer komplett neuen Plattform auf. Die Weltpremiere ist vermutlich noch im August!

Vorstellung: Porsche Cayenne auf der neuen MLB-Plattform
Interieur: Das Cockpit ähnelt dem Panamera
Fahren: Mitfahrt im Prototypen
Motoren: Drei Motorisierungen mit maximal 550 PS
Gebrauchtwagen: Cayenne fahren für unter 10.000 Euro

Vorstellung: Porsche Cayenne auf der neuen MLB-Plattform

Das täuscht: Die Rückleuchten sind nur aufgeklebt. Darunter gibt es ein durchgängiges Leuchtenband.

Alles neu beim Porsche Cayenne! Man sieht es zwar nicht auf den ersten Blick, aber das SUV wurde komplett neu konstruiert. Wie bereits Audi Q7 und Bentley Bentayga steht auch der neue Cayenne auf der MLB-Plattform. Eine Kombination aus Aluminium, Kohlefaser und hochfestem Stahl soll den Porsche leichter und agiler machen. Innenraum, Infotainment und Sicherheitsassistenten werden auf den neuesten Stand gebracht. Eine Überraschung gibt es am Heck: Die fetten, aufgeklebten Rückleuchten-Attrappen sind reine Täuschung: Dahinter verbirgt sich ein schlankes LED-Leuchtenband, das sich über die gesamte Fahrzeugbreite erstreckt. Es gehört zum Porsche-Markenlook, genau wie die Frontscheinwerfer mit vier Punkten. Der neue Cayenne ist bis zu 70 Kilogramm leichter als der Vorgänger und verfügt jetzt über die Porsche-typische Mischbereifung mit breiteren Rädern hinten. Laut dem Blog Car and Driver soll der neue Cayenne am 29. August 2017 präsentiert werden, noch bevor er seine Messepremiere auf der IAA 2017 (14. bis 24. September) feiert. Der Preis für das neue Porsche-SUV: ab etwa 70.000 Euro.

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Interieur: Das Cockpit ähnelt dem Panamera

Neu bei Porsche ist das futuristische Cockpit, das sich durch klare, horizontale Linien und eine großzügig verglaste Mittelkonsole auszeichnet. Wie beim Panamera verbaut Porsche jetzt auch im neuen Cayenne einen berührungsempfindlichen Bildschirm für Infotainment und Klima-Automatik. Die Gangwahl erfolgt über einen Wählhebel in der Mittelkonsole oder über Schaltpaddel am Dreispeichen-Lenkrad. Wenn das Sport-Chrono-Paket bestellt wird, gibt es wie bisher eine runde Stoppuhr, die aus der oberen Abdeckung der Armaturentafel herauswächst – ein Fremdkörper in einem ansonsten extrem cleanen Interieur.

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Fahren: Mitfahrt im Prototypen

Der neue Cayenne soll weiterhin das sportlichste aller SUVs sein.

Gut, dass sich die Proportionen des kommenden Porsche Cayenne kaum geändert haben: So rauschen wir mit unserer Kolonne von Prototypen beinahe inkognito durch die Landschaft. Haube, Lufteinlässe, Fensterpartie: Das alles sieht fast genauso aus wie beim aktuellen Modell. Man muss schon zweimal hinschauen, um zu bemerken, dass hier etwas nicht stimmt. Technisch aber ist der Sprung zur dritten Cayenne-Modellgeneration weitaus größer als jener vom ersten zum zweiten Cayenne, der 2010 auf den Markt kam. Damals fiel unter anderem das Verteilergetriebe heraus, mit dem die erste Variante zum Extrem-Off-Roader wurde. Doch die Plattform blieb die gleiche. Jetzt vollzieht Porsche den Schritt zur MLB-Evo-Architektur, die bei Audi entstanden ist und Basis einer hochmodernen elektronischen Architektur ist. Es gibt sie in zwei Radständen; der Cayenne steht auf der kürzeren Variante.

Für den Mitfahrer im Prototypen bedeutet dies vor allem eins: enorme Fahrdynamik, die eigentlich alles in den Schatten stellt, was im SUV-Segment bisher geboten wurde. Der Cayenne folgt den Befehlen des Fahrers mit unglaublicher Präzision, die Motoren sprechen bissig an, Seitenneigung findet praktisch nicht statt. Die V6-Motoren klingen dabei besonders seidig, der V8 lässt ein arttypisches Grollen vernehmen. Schon vom Beifahrersitz wird klar: Kein SUV ist sportlicher und agiler.

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Motoren: Drei Motorisierungen mit maximal 550 PS

Die Cayenne-Kolonne auf letzten Testfahrten. Der Cayenne Turbo ist Produktions-Vorserie, Basis- und S-Modell sind aus der Nullserie.

Wenn der neue Cayenne – der intern auf die Bezeichnung E3 hört – im Herbst auf den Markt kommt, wird es drei Benziner geben: Einen 3,0-Liter-V6-Turbo mit 340 PS im Cayenne, einen 2,9-Liter-V6-Biturbo mit 440 PS im Cayenne S und einen 4,0-Liter-V8-Biturbo mit 550 PS im Cayenne Turbo. Später wird es Plug-In-Hybride geben – zunächst auf Basis des V6-Biturbos, später wohl auch in Verbindung mit dem V8. Die Systemleistung dürfte dann bei fast 700 PS liegen. Wenn die Kunden sparsame und drehmomentstarke Dieselvarianten nachfragen, wird Porsche ebenfalls liefern können. Das Getriebe ist überall das gleiche: Porsche setzt beim neuen Cayenne ausschließlich auf eine Achtgang-Automatik von ZF.

Gebrauchtwagen: Cayenne fahren für unter 10.000 Euro

Der erste Porsche Cayenne kam 2002 auf den Markt. Frühe Modelle mit hohen Laufleistungen gibt es für weniger als 10.000 Euro.

Der erste Porsche Cayenne (9PA) kam 2002 auf den Markt und wurde bis 2010 gebaut (Leistung 240 bis 550 PS). Frühe Modelle (bis 2005) mit hohen Laufleistungen gibt es schon deutlich unter 10.000 Euro. Aber Vorsicht, die Unterhaltskosten sind extrem hoch – außerdem verschleißen Reifen und Bremsen vergleichsweise schnell. Weniger runtergerockte Modelle mit gut 100.000 Kilometern auf der Uhr stehen ab 13.000 Euro beim (freien) Händler oder beim Privatanbieter. Das erste Facelift für den Cayenne gab es 2007, der Diesel ist seit 2009 im Angebot und wertstabiler als die durstigen Benziner. Vernünftige Facelift-Modelle beginnen bei rund 20.000 Euro. Deutlich teurer ist die seit Mitte 2010 erhältliche zweite Generation des Porsche Cayenne (92A). Die ist als Gebrauchter ab etwa 38.000 Euro zu haben. Im Herbst 2014 bekam Generation zwei ein Facelift. Die noch jungen gebrauchten Porsche Cayenne sind ab etwa 60.000 Euro zu haben. Für alle Cayenne gilt: Hohe Unterhaltskosten stehen Bestnoten beim TÜV-Report gegenüber. Tipp: nur regelmäßig bei Porsche gewartete Cayenne kaufen.

Autoren: Jan Götze, Jens Meiners

Stichworte:

Prototyp SUV

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