Smart Brabus Roadster mit Schaltgetriebe

Smart Brabus Roadster mit Schaltgetriebe

— 09.06.2016

Der Smart Roadster, den es nie gab

Ein Roadster mit Automatik? Das darf nicht sein, dachte man sich 2004 bei Brabus und baute den Smart Roadster auf manuelle Schaltung um.

Ein kurzer, schmaler und vor allem leichter Sportwagen war der Smart Roadster. Zwischen Anfang 2003 und Ende 2005 liefen 43.091 kleine Schlupfporsche mit Dreizylinder-Turbo im Heck vom Band. Über die Gründe des kurzen Marktauftrittes streiten Freund und Feind noch heute.
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Äußerlich fällt der Roadster durch 18-Zoll-Felgen auf – doch die Technik ist viel spannender.

Damals erlebte der Cabrio-Boom seinen Höhepunkt und wer bereits einen Smart Roadster sein Eigen nennen durfte, konnte exquisit die Gänge am Lenkrad schalten und verwalten. Was heute schon in jedem spießigen Diesel-SUV keine Besonderheit mehr darstellt, war zur Markteinführung des Roadsters noch ein freudig aufgenommenes Extra: die Schaltwippen am Lenkrad. Zuvor fand man dieses Gimmick nur in massiv teureren Sportwagen. Zwar konnte man sich mit etwas Feingefühl rasch an die Bedürfnisse und Wünsche des automatisierten Getriebes anpassen, die Kritik an den langen Schaltzeiten sollte aber scheinbar nie ganz verstummen. Das restliche Wagen-Set-up gab im Grunde auch kaum Grund zum Meckern. Neue Kupplungssets, Software und verstärkte Aktuatoren, welche die Kupplung elektrisch betätigen, brachten zumindest akzeptable Ergebnisse.

Smart fortwo Cabrio (2016): Fahrbericht

2004 kam der Prototyp mit Handschaltung

Der Schaltknüppel aus dem Brabus fourfour steht auf dem Mitteltunnel des Roadsters.

Dass Marktpotenzial für eine Schaltversion vorhanden war, erkannte der Haustuner Smart Brabus bereits 2004, als sich die Roadster noch wie warme Semmeln verkauften. Angedacht war vor allem ein Umrüstkit. Ein erster Prototyp ließ nicht lange auf sich warten. Das gelbe Roadster Coupé mit schicken und dicken 18-Zöllern war schon bei den Smartimes-Events in Österreich der Star. Beim näheren Hinsehen unterschied sich der Innenraum recht eindeutig vom Serienroadster. Für einen Prototypen war der provisorische Mitteltunnel aber erstaunlich ansehnlich und sauber verarbeitet. Darüber thronte der Schaltknauf aus dem Brabus forfour. Im Fußraum ging es mit dem dritten Pedal natürlich etwas beengter zu als gewohnt. Die edlen Aluauflagen auf den Pedalen waren jedoch bereits aus dem Zubehörkatalog bekannt. Angetrieben wurde der Prototyp von der 101-PS-Ausbaustufe von Brabus. Von außen gab es keine Hinweise auf die umgerüstete Technik. Unter dem Auto hingegen fallen gleich unbekannte schaltseilführende Hebel auf. Die Schaltseile sind kurioserweise länger als der Roadster selbst. Diese mussten erst um das Getriebe nach hinten herum geführt werden, da der erste forfour, als einziger Smart bislang, über Frontantrieb verfügte und das fünfgängige Getriebe so für den Roadster leider verkehrt herum konzipiert gewesen wäre. Die Technik des forfour stammte damals übrigens noch vom Mitsubishi Colt.

Smart fortwo DCT (2015): Fahrbericht

Smart fortwo DCT (2015): Fahrbericht Smart fortwo DCT (2015): Fahrbericht Smart fortwo DCT (2015): Fahrbericht

Das Zusammenspiel ist harmonisch

An der Hinterachse hat der Prototyp Scheibenbremsen wie beim V6 Biturbo.

Und wie fährt er sich? Etwas Gas beim Einkuppeln schadet nicht, denn manuell geschaltet ist das Turboloch doch spürbarer. Die Schaltwege sind zwar nicht so fantastisch kurz wie beim MX-5, aber okay. Das Einlegen erfolgt mit dezentem Nachdruck. Schnell macht das ganze harmonische Zusammenspiel so viel Fahrfreude, dass man vergessen könnte, dass es sich hier nur um einen Prototypen handelt. Neben dem bekannten drehfreudigen und kernigen Motorklang aus dem Heck pfeifen Wastegate und das neu entwickelte Schwungrad um die Wette. Leider kam das Aus für die gesamte Baureihe viel zu früh. Der Prototyp und das Umrüstkit wurden nicht zu Ende entwickelt. Auch viele weiteren Ideen von smart Brabus blieben so auf der Strecke, wie unter anderem Scheibenbremsen für die Hinterachse, die auch bei diesem Prototypen und beim V6 Biturbo verbaut waren.

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Autor: Bernhard Reichel

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