Krieg, Kostensteigerungen, Klimakrise: Die Welt ist im Wandel, vielleicht so stark wie noch nie. Auch in Deutschland ändert sich derzeit vieles – nicht alles zum Guten. Auch für Autofahrer und Autokäufer wird es 2023 einige Neuerungen und Änderungen geben. AUTO BILD zeigt, welche wichtig sind.

Reduzierte Elektro-Kaufprämie

Im Zuge der Neugestaltung der Förderung von Elektromobilität reduziert die Ampelregierung zum 1. Januar 2023 die Elektro-Kaufprämie. Auch der Anteil der Hersteller sinkt entsprechend, sodass statt bislang maximal 9000 Euro Zuschuss künftig bestenfalls noch 6750 Euro (plus Mehrwertsteuerersparnis) drin sind.

Die zurzeit besten E-Autos

Ausgewählte Produkte in tabellarischer Übersicht
Audi Q4 e-tron
BMW iX
Hyundai Ioniq 5
Kia Niro EV
Kia EV6
Mazda MX-30
Opel Corsa-e
Skoda Enyaq iV
Tesla Model 3
Toyota bZ4X

Außerdem sind Anträge auf finanzielle Unterstützung durch den sogenannten Umweltbonus ab 1. September 2023 nur noch für Privatpersonen möglich. Käufer von Plug-in-Hybriden gehen ab 2023 komplett leer aus (alle Infos zum aktuellen und neuen Umweltbonus).

Elektro-Kaufprämie 2023 und 2024*

Fahrzeugtyp
Netto-Listenpreis (Basismodell)
Geplanter Bundesanteil ab 01.01.2023
Herstelleranteil (netto) ab 01.01.2023
Gesamt (netto) ab 01.01.2023
Geplanter Bundesanteil ab 01.01.2024
Herstelleranteil (netto) ab 01.01.2024
Gesamt (netto) ab 01.01.2024
Abzweigung
Elektroauto (BEV)
Abzweigung
Abzweigung
Elektroauto (BEV)
Abzweigung
Abzweigung
Elektroauto (BEV) ab 01.01.2024
Abzweigung
Abzweigung
Plug-in-Hybrid
Abzweigung
bis 40.000 Euro
40.000 bis 65.000 Euro
bis 45.000 Euro
alle Preisklassen
4500 Euro**
3000 Euro**
nicht mehr gefördert
2250 Euro**
1500 Euro**
nicht mehr gefördert
6750 Euro**
4500 Euro**
nicht mehr gefördert
3000 Euro***
nicht mehr gefördert
1500 Euro***
nicht mehr gefördert
4500 Euro***
nicht mehr gefördert

THG-Prämie neu beantragen

Anders als die einmalige Kaufprämie bei der Anschaffung wird die THG-Prämie für E-Autos jährlich ausgezahlt. Mehr noch: Die Prämie, mit der bestimmte Unternehmen ihren Umweltmalus begleichen, steigt bei vielen Anbietern immer höher. So sind für E-Auto-Besitzer auch 2023 wieder mehrere Hundert Euro drin, allerdings muss die THG-Prämie neu beantragt werden.

Führerschein-Umtausch: Diese Jahrgänge sind dran

Auch im neuen Jahr müssen einige Besitzer roter oder grauer Exemplare ihren "Lappen" gegen einen EU-Führerschein im Scheckkartenformat umtauschen. Hintergrund ist die sogenannte dritte Führerscheinrichtlinie der Europäischen Union. Sie will das Nebeneinander unterschiedlicher nationaler Regelungen und der mehr als 110 verschiedenen Führerscheine in Europa beenden sowie mehr Fälschungssicherheit herstellen. 
Führerschein Erweiterungen
Die Geschichte des Führerscheins ist lang, die Zahl seiner Variationen groß. Auch 2023 müssen wieder einige Exemplare umgetauscht werden.

Umgetauscht werden müssen alle Führerscheine, die vor dem 19. Januar 2013 ausgestellt wurden – allerdings nicht alle auf einmal, sondern stufenweise. Bei Führerscheinen mit Ausstellungsdatum bis einschließlich 31. Dezember 1998 ist das Geburtsjahr des Fahrerlaubnisinhabers ausschlaggebend. Bis zum 19. Januar 2023 sind noch die Jahrgänge 1959 bis 1964 dran, danach haben die Jahrgänge 1965 bis 1970 ein Jahr Zeit. Führerscheine, die nicht rechtzeitig umgetauscht werden, verlieren ihre Gültigkeit (nur das Dokument, nicht die Fahrerlaubnis).

Welche Farbe hat die TÜV-Plakette 2023?

Alle Fahrzeuge mit einer rosafarbenen Plakette müssen im neuen Jahr zur Hauptuntersuchung (HU) bei einer Prüforganisation. Alle nicht erstzugelassenen Fahrzeuge bekommen 2023 eine TÜV-Plakette mit der Farbe Orange; sie müssen sich also 2025 erneut checken lassen. Neuzulassungen kriegen eine TÜV-Plakette in der Farbe Blau; sie haben wie bislang drei Jahre Zeit bis zur ersten HU.
TÜV-Plakette für 2023 auf einem Kennzeichen
Alle Autofahrer mit einer rosafarbenen TÜV-Plakette müssen ihr Fahrzeug im Jahr 2023 technisch prüfen lassen.

Der Monat, in der die HU dran ist, ist an der oben stehenden Zahl zu erkennen (z. B. "2" für Februar, wie im Bild oben). Alternativ kann man sich an den beiden dicken schwarzen Balken am Rand orientieren, die an der betreffenden Stelle eines fiktiven Uhrenziffernblattes prangen.

Was ändert sich 2023 bei den Typklassen der Kfz-Versicherung?

Für rund 8,1 Millionen Autofahrer gelten laut dem Gesamtverband der Deutschen Versicherungswirtschaft (GDV) in der Kfz-Haftpflichtversicherung im Jahr 2023 höhere Typklassen, während rund 4,8 Millionen von einer besseren Einstufung profitieren. Für die restlichen rund 29,3 Millionen Autofahrer (70 Prozent) bleibt es bei der Typklasse des Vorjahres.
Verunfalltes SUV an einem Laternmast
Bei einem Unfallschaden greift meist die Kfz-Versicherung – und für diese gibt es neue Typ- und Regionalklasseneinteilungen.

In der Vollkaskoversicherung bekommen rund vier Prozent der Fahrzeuge (ca. 1,1 Millionen Pkw) eine höhere und rund 34 Prozent (etwa 8,3 Millionen Pkw) eine niedrigere Einstufung. In der Teilkasko rutschen rund fünf Prozent (ca. 600.000 Fahrzeuge) in höhere, 37 Prozent (ca. 4,8 Millionen Fahrzeuge) in niedrigere Typklassen.

Welche Neueinstufungen bei den Regionalklassen gibt es?

In der Kfz-Haftpflichtversicherung ergeben sich im kommenden Jahr für 101 Bezirke und die dort registrierten 10,1 Millionen Autofahrer höhere Regionalklassen. 67 Bezirke und rund 5,5 Millionen Autofahrer profitieren dagegen von einer besseren Einteilung. Für die weiteren 244 Bezirke und rund 26,8 Millionen Kfz-Haftpflichtversicherte bleibt es bei der Regionalklasse des Vorjahres (alle Infos zu den neuen Regionalklassen, auch in der Kaskoversicherung).

Was muss im neuen Jahr in den Verbandkasten?

Bereits seit dem 1. Februar 2022 gilt eine Regelung, nach der sich im Auto-Verbandkasten zwei Corona-Schutzmasken befinden müssen (was man alles im Auto dabeihaben muss). Es genügen medizinische Masken. Eine eingeräumte Übergangsfrist endet nun am 31. Januar 2023.
Verbandskasten mit Corona-Schutzmasken
Ein Kfz-Verbandkasten muss spätestens ab 31. Januar 2023 zwei medizinische Masken zum Schutz vor Corona enthalten.

Wer danach keine Masken vorweisen kann, muss mit einem Bußgeld in Höhe von 5 Euro rechnen. Der Verbandkasten muss nicht zwingend ausgetauscht werden, man kann die Masken auch hinzufügen.

Was ist neu bei der Maut in Österreich und in der Schweiz?

Von einer Erhöhung der Mautgebühren in Österreich für 2023 ist noch nichts bekannt, aktuell liegen die Preise zwischen 5,60 Euro für eine Motorrad-Tagesvignette und 93,80 Euro für ein Pkw-"Pickerl", wie die Vignette auch genannt wird.
Während es in Österreich die digitale Version bereits gibt, ist in der Schweiz die Einführung einer E-Vignette erst für 2023 geplant. Sie wird die bisherige Klebevignette nicht ersetzen, sondern ergänzen. Neu ist bei der E-Vignette die Bindung an das Kontrollschild statt an das Fahrzeug. Daher muss bei einem Fahrzeugwechsel oder im Falle von Wechselnummern keine zusätzliche Vignette gekauft werden. Die Schweizer Vignette kostet 40 Schweizerfranken oder 42 Euro (bei Kauf im Ausland), sie ist wie ihr Pendant in Österreich vom 1. Dezember 2022 bis 31. Januar 2024 gültig.

Steigt die Lkw-Maut im Jahr 2023?

Laut dem "Entwurf eines Fünften Gesetzes zur Änderung des Bundesfernstraßenmautgesetzes" soll die Lkw-Maut zum 1. Januar 2023 steigen. Hintergrund sind neue EU-Vorgaben und ein neues Wegekostengutachten. Ganz sicher ist dies aber noch nicht, trotz Einigung in der Ampelkoalition.
Lkw-Maut auf Bundesstraßen
Die Maut für Lkw soll 2023 steigen und ein Jahr später grundsätzlich reformiert werden.

Eine stattliche Reform soll ohnehin erst 2024 folgen. Dann werden auch Fahrzeuge ab 3,5 t zulässiges Gesamtgewicht (derzeit ab 7,5 t) mit einbezogen, zudem soll die Lkw-Maut auch eine Umweltkomponente in Form einer Differenzierung nach CO2-Ausstoß bekommen. Die Mehreinnahmen sollen künftig für verkehrsträgerübergreifend für Mobilität – also auch für den Schienenverkehr und Wasserstraßen – verwendet werden.

Was hat es mit der Partikelzählung für Euro-6-Diesel auf sich?

Eigentlich sollte es schon Anfang 2021 so weit sein, jetzt wird erst ab dem 1. Januar 2023 an allen Euro-6/VI-Fahrzeugen mit Kompressionszündungsmotor im Rahmen der Abgasuntersuchung (AU) eine Partikelzählung durchgeführt. Damit wird festgestellt, wie effizient der Partikelfilter arbeitet. Eine herkömmliche Trübungsmessung wie bei Euro 4 und Euro 5 reicht ab 2023 für Euro-6-Fahrzeuge nicht mehr aus.

Was ist mit der CO2-Bepreisung für Sprit im neuen Jahr?

Aufgrund des rapiden Anstiegs der Energiekosten hat die Bundesregierung beschlossen, die jährliche Erhöhung der CO2-Bepreisung zum Jahreswechsel 2022/23 auszusetzen. Das heißt, die Abgabe pro Tonne CO2 steigt nicht von 30 auf 35 Euro, und der geplante Preisaufschlag von mehreren Cent pro Liter Benzin und Diesel entfällt.

Was ist mit den Sprit- und Strompreisen?

Generell ist leider damit zu rechnen, dass die Kosten für Energie und damit auch für Treibstoffe aller Art im kommenden Jahr weiter steigen. Vieles wird 2023 von der Entwicklung im Ukraine-Krieg und der weltwirtschaftlichen Entwicklung, vor allem auf dem Gasversorgungsmarkt, abhängen.
Vattenfall-Wallbox
Vattenfall-Wallbox

Top-Wallbox, Ökostrom und mehr

Sichern Sie sich die Charge Amps Halo™ für 299 Euro statt 1189 Euro UVP kombiniert mit 100% Ökostrom - aus einer Hand.

In Kooperation mit

Vattenfall-Logo
Zuletzt (Stand 7. Oktober 2022) hatte sich der Dieselpreis bei rund 2 Euro pro Liter und der Tarif für Super E10 etwa 10 bis 15 Cent darunter eingependelt (aktuelle Spritpreisinformationen). Auch der Strompreis stieg, und zwar auf durchschnittlich über 50 Cent pro Kilowattstunde (kWh) Hausstrom, sodass sich die Kosten für Strom und Sprit auf 100 Kilometer immer mehr angleichen.