E-Auto-Kauf: Diese Fehler sollten beim Elektroauto-Kauf vermieden werden
Das sind die sieben größten Fehler beim E-Auto-Kauf
Elektroautos sind eine klimaschonende Verbrenner-Alternative, deren Reichweite steigt, das Laden wird schneller. Doch die Technik unterscheidet sich deutlich vom Verbrenner, man muss beim Kauf einiges beachten. Diese Fehler sollten E-Auto-Käufer unbedingt vermeiden!
Bild: AUTO BILD
Inhaltsverzeichnis
- Fehler 1: auf die CCS-Ladebuchse verzichten
- Fehler 2: eine Wärmepumpe bestellen
- Fehler 3: zu kleinen Akku wählen
- Fehler 4: vor dem Kauf das fehlende Servicenetz ignorieren
- Fehler 5: nicht auf die Akku-Garantie achten
- Fehler 6: beim Händler kaufen, der keinen Rabatt bietet
- Fehler 7: externe Lademöglichkeit außer Acht lassen
Rund ein Fünftel aller neuen Autos sind aktuell rein elektrisch unterwegs. Mit dem eigenen oder geleasten E-Auto steigen Autofahrer in die Welt des beinahe lautlosen Gleitens ein, ohne lästige Schaltvorgänge oder lokale Emissionen. Aber der Ladevorgang, die Reichweitenangst und die neue Technik verlangen Gewöhnung. Damit frischgebackene Elektro-Umsteiger die richtige Kaufentscheidung treffen, nennt AUTO BILD die gängigsten Fehler, die beim Kauf immer wieder passieren. (Weitere Tipps zum E-Auto-Kauf.)
Die häufigsten Fehler beim E-Auto-Kauf
Die Ladegeschwindigkeiten der elektrischen Fahrzeugmodelle unterscheiden sich stark. An Wallboxen zu Hause lädt man mit 11 kW oder 22 kW. Doch richtig schnell wird es erst, ab 50 kW Ladeleistung oder – je nach Fahrzeug – noch deutlich mehr. Dafür aber ist es unbedingt nötig, dass das E-Auto den Ladestandard "CCS" unterstützt.
So gut wie alle Hersteller bieten den CCS-Standard an, teils gegen Aufpreis. Doch diese Buchse öffnet dem E-Auto die Tür zum Schnellladen, sprich zu kurzen Ladepausen auf der Langstrecke. (Welche Ladeanschlüsse gibt es? Übersicht über die gängigen Ladeanschlüsse)

Der CCS-Anschluss weist im Gegensatz zum Typ-2-Stecker zwei zusätzliche Steckerpole auf.
Bild: dpa
CCS-Ladesäulen gibt es ausschließlich unterwegs, an Wallboxen zu Hause kann man sie nicht nutzen. Von der CCS-Option profitieren also vor allem Fahrer, die regelmäßig schnell unterwegs laden möchten, aber auch bei der gelegentlichen Fernfahrt macht sie sich bezahlt. Zudem erleichtert der CCS-Anschluss den späteren Wiederverkauf und erhöht den Wiederverkaufswert.
Autos mit Verbrennungsmotor beheizen den Innenraum mit der Abwärme des Motors. Das erwärmte Kühlwasser durchfließt einen Wärmetauscher, von dem aus warme Luft in den Innenraum geblasen wird. Doch ohne Verbrennungsmotor fehlt dem Elektroauto die Wärmequelle.
Aus Sicht des Autoherstellers ist es am einfachsten und am günstigsten, E-Autos zur Erwärmung des Innenraums mit einer elektrischen Heizung auszurüsten. Doch der Strom, den die Heizung verbraucht, fehlt beim Fahren. Gerade im Winter schrumpft die Reichweite also schneller als im Sommer.
Abhilfe schafft eine Wärmepumpe. Die entzieht mittels eines Kondensators und einem Kältemittel der Umgebungsluft Wärme, um den Innenraum aufzuheizen. Bei Fahrzeugen, deren Batterien mit einem flüssigen Kühlkreislauf versehen wird, kann deren Abwärme ebenfalls zum Heizen herangezogen werden. Resultat: Die Reichweite bei kalten Temperaturen verbessert sich.
Bei einigen Herstellern ist die Pumpe Standard, bei anderen kostet sie Aufpreis – oder wird gar nicht angeboten. Vor dem E-Auto-Kauf sollte man also durchrechnen, ob man mit einer im Winter um rund zehn Prozent verringerten Reichweite klarkommt. Eine Wärmepumpe lohne sich jedoch nicht für alle, sagt Stefan Moeller vom Elektroauto-Vermieter Nextmove, denn man müsse ihren Preis einkalkulieren. Sie lohne vor allem für Vielfahrer, glaubt der Experte.

Wenn im Winter die Heizung läuft, schrumpft die Reichweite aller E-Autos. Noch mehr, wenn keine Wärmepumpe an Bord ist.
Bild: DPA
Alternativ ergibt es gerade im E-Auto Sinn, Kreuzchen bei Sitz- und Lenkradheizung zu machen. Sie wärmen den Fahrer direkt und verbrauchen vergleichsweise wenig Strom. Ist keines dieser Features an Bord, gibt es beheizbare Sitzauflagen. (AUTO BILD hat neun beheizbare Sitzauflagen getestet!)
Ein großer Akku bedeutet große Reichweite. Mehr Reichweite bedeutet für E-Auto-Fahrer weniger Sorgen. Klar ist: Wenn regelmäßig längere Strecken anstehen, dann lohnt es sich mit Sicherheit, die größte Akkukapazität zu wählen. Aber auch sonst kann es ein Fehler sein, ausgerechnet beim Akku zu sparen – denn mit steigender Laufleistung wird seine Kapazität schwinden, kalte Temperaturen schränken die Reichweite zusätzlich ein. Und angesichts des zu erwartenden technischen Fortschritts sehen E-Autos, denen es jetzt bereits an Reichweite mangelt, noch schneller alt aus. Das erschwert den Wiederverkauf.
Zuletzt erhöht ein größerer Akku indirekt die Lebensdauer des Fahrzeugs. Je höher die Reichweite, desto seltener muss nachgeladen werden. Bedenkt man nun, dass mit jedem Ladezyklus der Akku stärker abnutzt (zyklische Alterung), wird deutlich, dass ein größerer Akku auf längere Zeit den Wert behält. Auch das erhöht den Wiederverkaufswert.
Obwohl Elektroautos wesentlich weniger Verschleißteile aufweisen als konventionelle Verbrenner, müssen auch sie in die Wartung oder auch mal zur Reparatur. Doch das Servicenetz mancher Hersteller in Deutschland weist noch große Lücken auf. Beispiel Tesla: Zwar hat der Hersteller offiziell alle Wartungstermine abgeschafft – bestimmte Komponenten wie der Innenraumluftfilter sollten jedoch trotzdem ab und zu erneuert werden. Man sollte sich vor dem Kauf genau informieren, wie weit die nächste Vertragswerkstatt entfernt ist.
Auch die Servicenetze vieler neuer Hersteller sind gerade erst im Aufbau. Wer beim Gedanken nervös wird, dass die nächste Werkstatt 100 km oder weiter entfernt liegt, sollte eine andere Marke wählen.
Der Energiespeicher eines Elektroautos verschleißt mit der Zeit, und die Reichweite nimmt ab. Irgendwann muss der Akku getauscht werden. Das kostet viel Geld: Ein neuer Akku für den Smart EQ steht mit 6537,92 Euro in der Preisliste, beim Nissan Leaf sind es 10.306 für den 40-kWh-Akku, bei einem Renault Zoe rund 9000 Euro.
Hier springt im besten Fall die Hersteller-Garantie ein, meist abhängig von der noch verbleibenden Kapazität. Ein Beispiel: Fiele die Kapazität des Akkus eines Hyundai Kona Elektro unter 70 Prozent, würde Hyundai die Batterie ersetzen. Der Garantiezeitraum liegt hier bei acht Jahren bzw. 160.000 Kilometern, das sind typische Werte. Jaguar allerdings bietet zum Beispiel nur 100.000 Kilometer oder acht Jahre.
Es lohnt sich also, beim Kauf genau hinzuschauen, wie lange der Hersteller Garantie gewährt. Außerdem immer das Serviceheft kontrollieren – wenn nicht nach Herstellervorgaben gewartet wurde, sieht es finster aus. (So viel kosten Tauschakkus für Elektroautos)
Nach dem Wegfall der Förderprämie für Elektroautos Ende 2023 springen viele Hersteller mit eigener Förderung ein. Das heißt: Es gibt teils üppige Rabatte auf neue Elektroautos, vorerst bis Ende März 2024. Was aber vielen Autokäufern nicht bekannt ist: Der Nachlass ist davon abhängig, ob ein Markenhändler als Partner an der Rabattaktion teilnimmt. Nicht alle tun es, was schon zu unangenehmen Überraschungen geführt hat. Also: Vor Unterzeichnung des Kaufvertrages erkundigen, ob der zuständige Händler dabei ist.
Diese Hersteller bieten Rabatte als Ersatz für die Elektroauto-Innovationsprämie an!
Am günstigsten fährt man Elektroauto mit eigener Haus-Tankstelle, der Wallbox. Doch diesen Luxus hat nicht jeder: Rund 25 Millionen Haushalte in Deutschland befinden sich in Mehrfamilienhäusern. Haben die keine Tiefgarage oder anderweitig private Stellplätze, bleibt das günstige Laden am eigenen Stromnetz ein Traum.
Umso wichtiger, dass in solchen Fällen ausreichend öffentliche Lademöglichkeiten zur Verfügung stehen, und natürlich am besten nur ein paar Meter entfernt. Denn sicher möchte niemand mitten in der Nacht mit dem Fahrrad oder per Linienbus aufbrechen, nur um das Elektroauto abzustöpseln und umzuparken, damit keine Blockiergebühr anfällt.

Wer keine Wallbox hat, muss öffentlich laden. Vor dem Kauf ist zu bedenken: Gibt es genügend Ladesäulen in der Nachbarschaft?
Bild: DPA
Kundschaften Sie also vor dem Elektroautokauf die Nachbarschaft aus: Wo stehen Ladestationen, eventuell auch auf nahen Bau- oder Supermärkten? Machen Sie anschließend Stichproben an den umliegenden Ladesäulen: Sind die ständig belegt, könnte die Anschaffung eines E-Autos zur Nervenprobe werden. Auch eine Anfrage beim Amt und dem lokalen Stromversorger hilft, um die zukünftigen Kapazitäten einzuschätzen. Sind neue Ladesäulen geplant, eventuell direkt vor Ihrer Tür? Das könnte bei der Kaufentscheidung helfen.
Service-Links




