Wie finde ich heraus, ob mein favorisiertes Auto umweltfreundlich ist? Diese Antwort gibt jetzt Green NCAP. Dieser Test soll sich als Vergleichsinstrument für die Nachhaltigkeit von modernen Autos etablieren. Daher auch der Name, angelehnt an den europäischen Standard-Crashtest Euro NCAP.
Was dabei herauskommt, zeigte jetzt der kleine Elektro-Crossover Dacia Spring: Das derzeit billigste Elektroauto in Europa – ab 20.490 Euro Listenpreis – erreichte in der Wertung die bisher beste Punktzahl und damit fünf Sterne.
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Damit ist der Kleinwagen, der vom chinesischen Hersteller Dongfeng für die rumänische Renault-Tochter Dacia produziert wird, sogar noch besser als zweite Modell mit voller Punktzahl in der Erstwertung: der Audi Q4 e-tron Sportback, natürlich auch ein E-Auto. Bei der Energieeffizienz schnitt der mehr als doppelt so schwere Audi etwas schlechter ab, ansonsten waren beide Autos gleichauf.
Audi Q4 Sportback e-tron
Es gibt auch Kritik am Audi Q4 e-tron: Hohe 30 kWh je 100 km verbraucht das Elektro-SUV auf der Autobahn oder bei -7 Grad Celsius.

Bewertungen nach dem Vorbild des ADAC Ecotest

Die Initiative Green NCAP bewertet die Umweltfreundlichkeit von Pkw nach einheitlichen Standards – nach dem Vorbild des ADAC Ecotest. Schwerpunkte für die Green-NCAP-Sternewertung sind die Schadstoffemissionen, der Kraftstoff- bzw. Energieverbrauch und die klimaschädlichen Treibhausgase.
Green NCAP ist eine Initiative von Euro NCAP – dort werden seit Jahren die Sicherheitsstandards von Autos bewertet. Die bei Green NCAP durchgeführten Testprozeduren teilen sich auf in einen Teil mit Abgasmessungen im Labor und einen Teil mit Abgasmessungen auf der Straße.
Bei den Labortests werden neben den Standard-Abgaskomponenten Kohlenmonoxid, Kohlenwasserstoffe, Stickoxide, Partikel und Schadstoffe wie Ammoniak und Lachgas gemessen.

Verschärfte Abgasmessungen im Labor und auf der Straße

2022 wurden für die Labortests verschärfte Prozeduren entwickelt, basierend auf dem aktuellen Abgasmessverfahren WLTP und dessen neuen Prüfzyklus WLTC (Worldwide harmonized Light Duty Test Cycle). Dreimal müssen die Fahrzeuge auf den Prüfstand und einmal auf die Straße.
Nur wer in diesen Basistests in jeder der drei Kategorien mindestens 3,5 von 10 Punkten und zudem im Durchschnitt mindestens 5 Punkte holt, muss sich vier weiteren Tests stellen, um die Robustheit seiner Leistung unter Beweis zu stellen.
CO2 Messung Abgasmessung
Bis zu elf Abgasprüfungen gehören zum Test. Gemessen wird im Labor und im Einsatz auf der Straße.
Nur Fahrzeuge mit einer guten Abgasnachbehandlung haben eine Chance, diesen Test zu bestehen. Zudem geht es noch drei weitere Male auf die Straße. Eine hohe Zuladung und sportliche Fahrweise sowie Tests mit möglichst sparsamer Fahrweise oder auch eine Stau-Simulation runden die zweite Teststufe ab.

Bei Green NCAP zählen auch die Emissionen aus der Sprit- und Stromproduktion

Seit 2022 zählen auch die Treibhausgasemissionen, die für die Bereitstellung der Energie anfallen (Well-to-Wheel-Basis). Nach dem neuen Green-NCAP-Verfahren wurden bisher zehn Modelle getestet, darunter acht Benziner, ein Diesel und ein Elektroauto.
Das Ergebnis ist wie beim Euro-NCAP-Crashtest eine Bewertung mit bis zu fünf Sternen. Als einziges Fahrzeug im Feld konnte sich der Audi Q4 e-tron die vollen fünf Sterne sichern.
Die Benzinfahrzeuge sammeln sich im Mittelfeld. Nur der Genesis GV70 rutscht in der Bewertung ab und erreicht lediglich einen Stern. Besonders der hohe CO₂-Ausstoß belastet die Bewertung, in der Kategorie für Treibhausgase holt der Luxusableger aus dem Hyundai-Konzern daher keine Punkte.
Knapp besser, mit 1,5 Sternen, schneidet der Subaru Outback ab. Vor allem ein hoher Verbrauch und zu viel CO₂-Emissionen kosten den stark motorisierten Allrad-Kombi eine bessere Platzierung.
VW Golf GTE  Elektro
Der Golf GTE ist ein Plug-in-Hybrid, der bis zu 204 PS Systemleistung bringt. Er soll nach Norm bis zu 62 Kilometer rein elektrisch fahren können.

VW Caddy und Renault Kangoo mit soliden Ergebnissen

Generell lässt sich sagen: E(lektro) schlägt V(erbrenner). So erreicht der VW Golf nur in der Hybridversion GTE 180 kW die dreieinhalb Sterne. Trotz aerodynamisch ungünstigem Aufbau sichern sich VW Caddy und Renault Kangoo mit jeweils 2,5 Sternen solide Bewertungen. Der Kangoo weist dabei vor allem eine sehr gute Abgasreinigung auf. Der VW Caddy kann ausgeglichener in den drei Testkategorien punkten.
Der Peugeot 208 als vierter reiner Benziner erreicht zwei Sterne. Der einzige Diesel im Testfeld, der Genesis G70 Shooting Brake, schafft im Vergleich zu seinem SUV-Pendant zwei Sterne.
Lynk & Co holt mit seinem Modell 01 immerhin 3,5 Sterne. Auffällig sind lediglich erhöhte Partikel sowie Probleme mit CO₂-Emissionen.

Honda HR-V: Vollhybrid mit Drei-Sterne-Bewertung

Mit dem HR-V tritt Honda mit einem Vollhybriden an. Seine Drei-Sterne-Bewertung verdankt der Japaner vor allem einer guten Abgasreinigung, die im Schnitt fast drei Viertel der Punkte holt. Schwächen leistet sich das SUV hingegen beim Verbrauch und den Autobahn-Tests.
Honda HR-V
Drei Green-NCAP-Sterne für den Honda HR-V: Sein Hybridantrieb glänzt eher mit einer guten Abgasreinigung als mit niedrigen Verbrauchswerten.

Der Mildhybrid Hyundai Bayon holt im Green-NCAP-Test 2,5 Sterne und liegt damit auf Augenhöhe mit Renault Kangoo oder VW Caddy, die ohne Hybridtechnik an den Start gehen.

Von

Hans Bast