Lotus Elise Cup 250 (2016): Fahrbericht
So fährt die sauschnelle Elise

Leichtbau gehört zur DNA eines jeden Lotus. Die Elise Cup 250 paart diesen nun mit neuer Performance-Hardware. Ausfahrt im britischen Puristen.
- André Aust
Wer einmal im Leichtbau-Labor von Lotus an zahlreichen Charts, Balkendiagrammen und einer bis auf alle Einzelteile zerlegten Elise vorbeigeschlendert ist, der weiß, dass die Truppe von CEO Jean-Marc Gales beim Thema Gewicht keinen Spaß versteht. Hier ein Gramm, dort ein halbes.
Noch ein Leichtgewicht im Test: Caterham Seven 275 S

Die Yokohama Advan A048 Semislicks haben eine spezielle Lotus-Kennung und sind 20 Millimeter breiter als beim Vorgänger.
Bild: Werk
Den Alltagstest besteht die Lotus Elise 250 Cup
Doch genug der Zahlen, schließlich muss die Elise auch auf Asphalt und nicht nur auf dem Datenblatt überzeugen. Dazu geht es erstmal auf die britischen B-Roads, schließlich soll die neue Elise auch auf der Straße funktionieren. Hat man sich über den breiten Schweller und den schmalen Einstieg erst mal in die Schalensitze gefriemelt, lässt es sich überraschend entspannt dahingleiten. Typisch Elise sind die Bedienkräfte, vor allem in der servolosen Lenkung, sehr hoch. Lohn der Anstrengung ist eine glasklare Rückmeldung über den Zustand der Vorderachse. Allenfalls heftige Schlaglöcher, die einem ziemlich unverblümt in die Lenkung knallen, sind weniger angenehm. Die stramme Kupplung hat einen gut dosierten Schleifpunkt und ermöglicht in Verbindung mit der herrlich metallisch klackenden Schaltung schnelle und präzise Gangwechsel. Dazu passt auch die verbindliche Dämpferabstimmung, die kleine Unebenheiten sauber pariert. Alltagstest bestanden, doch die wirkliche Härteprüfung folgt auf der Rennstrecke.
Auf der Rennstrecke zu Hause

Der Heckflügel ist Bestandteil des Carbon-Fiber-Aero-Pakage, das insgesamt zehn Kilogramm einspart.
Bild: Werk
Grundpreis von über 60.000 Euro
Deutlich fünfstellig muss man beim Kauf investieren, ab 61.100 Euro startet das 250-Cup-Modell in Deutschland. Wer sich neben dem Carbon-Fiber-Aero-Package noch das ein oder andere Fünkchen Luxus wie eine Klimaanlage oder die umfangreichere Lederausstattung gönnt, der landet schnell bei 70.000 Euro. Klar, ein Lotus bietet ein einzigartiges Fahrerlebnis, ist puristisch, direkt und ehrlich wie kein Zweiter. Wie viele Käufer das über den Einstiegspreis hinwegsehen lässt, bleibt abzuwarten.
Fazit
Mit der Elise Cup 250 meldet Lotus seinen Platz im Revier der Tracktools an. Leichtbau als Basis für schnelle Runden kennen wir bereits. Neu sind die konsequente Aerodynamik und der kompromisslose Yokohama-Reifen – eine schnellere Elise gab es nie. Dem horrenden Einstiegspreis stehen bei regelmäßigen Ausflügen auf die Rennstrecke relativ geringe Verschleißteilkosten gegenüber.
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