Galerie Mercedes S-Klasse (2020)

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Mercedes S-Klasse W 223 (2020): Preis, Innenraum, technische Daten, Abmessungen, autonomes Fahren, Bestellstart

Die neue S-Klasse bekommt ein neues Infotainment und kann autonom fahren

Die Mercedes S-Klasse kommt mit neuem Infotainment und den Voraussetzungen für autonomes Fahren. AUTO BILD hat alle Infos und die Preise!
Mercedes hat die inzwischen siebte Generation der S-Klasse mit dem Baucode W 223 präsentiert. Die trumpft vor allem technisch auf. Zum Beispiel mit einem neuen MBUX-Infotainment, bei dem das Zentraldisplay nun im Hochkantformat zwischen Fahrer und Beifahrer sitzt. Zugegeben, das ist ein bisschen wie bei Tesla. Außerdem gibt es für die Oberklasselimousine nun eine Hinterachslenkung, drahtlose Updates und die Voraussetzungen um streckenweise autonom zu fahren – wenn es denn die Gesetzeslage ab Mitte 2021 zulässt. Was so besonders an der Luxus-Limousine ist, hat der Daimler-Chef Ola Källenius AUTO BILD vorab erzählt. Die neue S-Klasse ist ab sofort bestellbar, im Dezember rollen die ersten Autos zu den Händlern. Die Preise steigen im Vergleich zum Vorgänger leicht. Als S 350d startet das neue Flaggschiff ab 93.438 Euro.
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*Preise: Stand 17.04.2020

S-Klasse wächst in alle Richtungen

Die Front des Neulings wird von einem mächtigen Kühlergrill dominiert, dessen Chromzierleisten und -rahmen jetzt etwas schlanker als beim Vorgänger ausfallen. Die mandelförmigen Scheinwerfer schrumpfen im Vergleich zum Vorgänger, bekommen ein neues Innenleben und müssen sich von der Lichtsignatur mit dem dreifachen Lidstrich verabschieden – die Neuauflage hat nur noch einen.

Die neue Heckpartie der S-Klasse bekommt schmale, zweigeteilte Rücklichter.

Große Flächen und eine skulpturale Kuppel kennzeichnen die Seitenlinie, wohingegen die Heckpartie von nun zweigeteilten, deutlich flacheren Leuchten und einem großen Chrom-Mittelsteg geprägt wird. Bei den Abmessungen wächst die S-Klasse in fast alle Richtungen. Die Grundversion mit kurzem Radstand legt um über fünf Zentimeter auf eine Länge von 5,18 Meter zu, in der Höhe ist es genau ein Zentimeter, sodass die Limousine auf 1,50 Meter kommt. Mit 1,95 Meter wird das Auto fast sechs Zentimeter breiter, beim Radstand kommen mehr als sieben Zentimeter dazu. Die insgesamt 3,11 Meter kommen vor allem dem Innenraum zugute.

Frontsitze mit bis zu 19 Motoren

Dank des neuen Infotainments wurden 27 Schalter und Knöpfe eingespart.

AUTO BILD hat bereits in der neuen Mercedes S-Klasse Platz genommen. Innen fällt der fließend integrierte 12,8-Zoll-Bildschirm im Hochkantformat als Teil der zweiten MBUX-Generation ins Auge. Klingt jetzt gar nicht so viel, doch im Vergleich zum 12,3 Zoll messenden Digitaltacho hinter dem Volant bietet das Mittendisplay rund 60 Prozent mehr Fläche – schlicht weil das Display fast quadratisch ist. Dieses Zentraldisplay gibt es für die S-Klasse in zwei verschiedenen Ausführungen. In unserem Fotofahrzeug war die größere mit haptischem Feedback und OLED-Technik an Bord. Insgesamt kann die neue S-Klasse mit bis zu fünf Bildschirmen ausgestattet werden: Digitaltacho, Zentraldisplay, zwei 11,6-Zoll-Displays in den Lehnen der Vordersitze und ein Tablet für die Fondpassagiere, das wie eine digitale Fernbedienung funktioniert.
Um die Fahrt so angenehm wie möglich zu gestalten, sind die Frontsitze mit bis zu 19 Motoren ausgestattet. Die stellen den Sitz nicht nur in die perfekte Position ein, sie bieten auch zehn verschiedene Massageprogramme, teilweise mit Vibration oder sogar mit Wärme. Außerdem ist das Gestühl der S-Klasse mit dem AGR-Siegel (Aktion Gesunder Rücken) ausgezeichnet. Für die hinteren Plätze bietet Mercedes mit der neuen Generation fünf verschiedene Varianten an. Dazu gehören natürlich auch wieder luxuriöse Einzelsitze, die es jetzt auch mit einem beheizbaren Zusatzkissen für die Kopfstütze gibt.

Die S-Klasse kann autonom fahren

Noch lassen es die Gesetze nicht zu: Bis 60 km/h kann die S-Klasse theoretisch autonom fahren.

Technisch tritt vor allem das Thema autonomes Fahren in den Vordergrund – aber erst ab Mitte 2021, denn erst dann sind voraussichtlich alle rechtlichen Hürden überwunden, um das Auto die fahrrelevanten Entscheidungen übernehmen zu lassen. Um das rein sensorisch mit der nötigen Präzision hinzubekommen, setzt Mercedes auf drei sich ergänzende Systeme: Kameras, Radar und Lidar-Sensoren. Dazu kommen ein zentimetergenaues Positionierungssystem und neue HD-Karten. All das soll dafür sorgen, dass die S-Klasse im Toleranzbereich von nur einem Zentimeter genau weiß, wo sie sich befindet. Autonom Fahren soll das Auto aber zunächst nur bei viel Verkehr oder im Stau, bis zu einer Geschwindigkeit von 60 km/h. Dann darf der Fahrer auch die Hände vom Lenkrad nehmen, muss aber immer bereit sein, das Steuer innerhalb von zehn Sekunden zu übernehmen. Schlafen oder den Fahrersitz verlassen geht also nicht. Zukünftig soll die S-Klasse aber nicht nur autonom fahren, sondern auch parken. Dazu muss aber auch das Parkhaus mit der entsprechenden Technik ausgerüstet sein. Die Idee ist, dass alle Passagiere vor dem Parkhaus aussteigen und das Auto selbst ins Parkhaus fährt und sich einparkt.
Weitere Technik-Leckerbissen: Die optionalen Digital-Light-Scheinwerfer brechen das Leuchtmittel (drei LED-Strahler) in 1,3 Millionen Lichtpunkte pro Seite auf. Die S-Klasse leuchtet auf Wunsch quasi mit 2,6 Megapixeln. Das neue Licht funktioniert auch als Assistenzsystem. So kann es Fußgänger und Fahrradfahrer im Dunkeln mit einem Spotlight erkennbar machen oder bei fehlenden Fahrbahnmarkierungen diese auf die Straße projizieren. Dazu kommt eine neuartige Hinterachslenkung, die in Innenstadtsituationen mit bis zu zehn Grad an den Hinterläufen einschlägt und den Wendekreis bei langem Radstand auf 10,9 Meter reduziert. Ebenfalls optional: Ein sehr großes Head-up-Display mit Augmented Reality. Dessen Anzeigefläche entspricht einem 77-Zoll-Bildschrim. In einer Entfernung von etwa zehn Metern werden beispielsweise bei der Navigation animierte Abbiegepfeile virtuell auf die Straße gelegt.

Neues MBUX mit Hochkant-Display

Die Klimabedienung im unteren Bereich des Zentraldisplays wird permanent angezeigt.

In der neuen S-Klasse findet sich die zweite Generation des Infotainments MBUX. Dabei verzichtet Mercedes auf nahezu alle Knöpfe und den Controller (hier geht's zum Test). In der Topversion wird alles über das 12,8 Zoll große Zentraldisplay mit OLED-Technik gesteuert, das – wie bei Tesla – jetzt hochkant steht. Die Bedienoberfläche ist in verschiedene Bereiche unterteilt. Oben lassen sich verschiedene Profile anwählen, in der Mitte sind die klassischen Infotainmentbereiche wie Musik, Zugriff auf Smartphone-Apps oder Einstellungen zu finden. Im unteren Viertel befindet sich die Klimabedienung, die permanent angezeigt wird. Natürlich gehört zu dem neuen System auch ein verbesserter Digitaltacho. Der kann jetzt auch 3D. Durch Eye-Tracking erkennt das System den Blickwinkel des Fahrers und passt die Anzeigen so an, dass sie immer dreidimensional wirken.
Auch der Sprachassistent wurde weiterentwickelt. Er muss nun bei bestimmten Funktionen, wie zum Beispiel dem Annehmen eines Anrufs, nicht mehr über "Hey Mercedes" aktiviert werden. Ferner erklärt er Fahrzeugfunktionen, hilft weiter, wenn man den Verbandskasten sucht oder beantwortet Fragen zum Allgemeinwissen. Das System lässt sich jetzt auch von den hinteren Plätzen aus bedienen und ist lernfähig: Es kann die Passagiere an ihren Stimmen unterscheiden und so deren Profile mit bevorzugten Einstellungen aufrufen. Bis zu sieben Profile mit rund 800 Einstellungen sind möglich. Zudem reagiert MBUX nun auf Gestik und Bewegungen des Fahrers, blinkt etwa rot mit der Innenraumbeleuchtung, wenn der Fahrer aussteigen will und die Sensorik einen von hinten näherkommenden Radfahrer erkennt.

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Ab 2021 gibt es einen Plug-in-Hybrid

Zunächst gibt es die Mercedes S-Klasse mit Reihensechszylindern. Ein V8 und ein Plug-in-Hybrid folgen.

Zum Marktstart Ende 2020 gibt es die neue S-Klasse zunächst mit überarbeiteten Dreiliter-Reihensechszylindern und Neunstufen-Automatik. Es gibt je einen Diesel und einen elektrifizierten Benzinmotor, beide in zwei Leistungsstufen. Der schwächere Diesel leistet weiterhin 286 PS und 600 Nm, der stärkere verliert bei der Neuauflage 10 PS und kommt jetzt auf 330 PS und 700 Nm. Bei den Benzinern bleibt die Leistung gleich. Als S 450 leistet die S-Kasse 367 PS und kann kurzzeitig weitere 22 PS durch den EQ-Boost abrufen, das maximale Drehmoment liegt bei 500 Nm. Der stärkere Benziner leistet 435 PS und 520 Nm, hier können ebenfalls 22 Elektro-PS kurzzeitig angefordert werden. Bis auf den schwächsten Diesel sind alle Motoren immer an einen Allradantrieb gekoppelt. Später will Mercedes einen elektrifizierten V8 mit 48-Volt-System und Starter-Generator nachliefern. 2021 soll dann noch ein Plug-in-Hybrid mit 100 Kilometer elektrischer Reichweite folgen.
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