Das Fahren mit einer 125er ist ein Riesenthema in Deutschland. Denn seit Januar 2020 gibt es den B196-Führerschein, und Autofahrer dürfen – stark vereinfacht ausgedrückt – mit einer bezahlbaren Zusatzschulung in den Motorrad-Sattel.
Aber wie fährt ein modernes Leichtkraftrad? Macht das Spaß? Wie solide fühlt sich so ein Klein-Bike an? Wie ist es verarbeitet? Mein bisher kleinstes Motorrad hatte 750 Kubikzentimeter Hubraum und knapp 90 PS. Ist da eine 125er ein Rückschritt oder eine Alternative? Und schließlich geht es noch um Vorurteile und die Wirklichkeit. Denn das Test-Motorrad, eine Zontes 125 G1 in trendiger Scrambler-Optik, kommt aus China. Auf geht's!
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Zontes Scrambler 125
79,5 Zentimeter Sitzhöhe sind super. Damit kommen vor allem nicht so große Menschen gut klar.

Eine ansprechende Optik trifft bei Zontes auf Solidität

Gleich beim ersten Kontakt lösen sich meine Vorurteile in Luft auf. Die Zontes 125 G1 überzeugt mit einem sehr erwachsenen Auftritt und sieht viel mehr nach Mittelklasse-Motorrad als nach Leichtgewicht aus. Elemente wie ihre grobstolligen Reifen und der Bügel rund um den Motor sagen: "Ich bin ein Scrambler." Damit liegt die Chinesin voll im aktuellen Trend – auch wenn sie auf der deutschen Homepage des Herstellers Cafe Racer genannt wird. Der positive Eindruck setzt sich beim Platznehmen fort. Hier und dort sind Gussteile zu finden, doch insgesamt wirkt alles sehr stabil, solide und erfreulich hochwertig gemacht. Die Ergonomie stimmt auch. Die Lenker erlaubt eine gute Übersicht. Der Kniewinkel gelingt ohne unangenehme Anstrengung, und zwischen Raste und Fußhebel ist genug Platz für große Stiefel. Nicht zu unterschätzen ist die Sitzhöhe. Über 79,5 Zentimeter freuen sich vor allem Fahrer mit nicht so langen Beinen.
Zontes Scrambler 125
Alles klar: Das Cockpit lässt keine Fragen offen. Das LCD-Display zeigt sich als erfreulich gut ablesbar.

Die schicke Chinesin fährt sich angenehm satt

Die Zontes bewegt sich voll auf der Höhe der Zeit. Der Einzylinder mit Vierventiltechnik, zwei obenliegenden Nockenwellen und Bosch-Einspritzung erfüllt die Euro-5-Norm und schöpft das gesetzlich vorgegebene Leistungsmaximum von 15 PS voll aus. Der Sound ist Geschmackssache. Motocross-Freunde mögen es vermutlich etwas kerniger. Der Anzug ist mit ebenso sanft wie nachdrücklich vermutlich am besten beschrieben. Wer Zeit zum gemütlichen Gondeln hat, kann es mit dem Schalten langsam angehen lassen. Alle anderen brauchen einen flinken linken Fuß. Oben raus gibt der Motor einige Vibrationen weiter. Grundsätzlich zeigt er sich aber als eher zurückhaltender Geselle.
Zontes Scrambler 125
Die grobstolligen Scrambler-Reifen liegen voll im Trend. Toll: Sie rollen überhaupt nicht rumpelig ab.

Der Rahmen stammt von einer größeren Schwester mit knapp 400 Kubikzentimetern Hubraum und legt den Grundstein für ein erfreulich sattes, spurtreues Abrollen. Auch in der Schräglage lässt sich die Zontes 125 G1 nicht so schnell aus der Ruhe bringen. Die Bremse verfügt über ABS und leistet sich keine Fehler, könnte vorne aber etwas feinfühliger dosierbar sein. Aus 20 Litern Tankinhalt soll die 125 G1 laut Hersteller bis zu 1000 Kilometer Reichweite holen. Die Preise beginnen bei sehr fairen 2915 Euro.

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Fazit: Klar, die Adrenalinausschüttung ist mit Kawasaki Ninja, KTM Duke und Co nicht zu vergleichen, aber auch für leidenschaftliche Fahrer ist so eine 125er, die Freude an der Fahrpräzision erzeugt, interessant. Wer gerne mit Gas, Bremse und Körpergewicht möglichst exakt an der Ideallinie entlang um den Kurvenscheitelpunkt tänzelt, kann das auch bei 45 km/h in der Stadt tun. Und die Zontes 125 G1 ist dabei.
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