Diesel-Kauf: Pro und Kontra

Diesel kaufen oder nicht: Pro und Kontra

— 09.02.2018

Kann ich noch einen Diesel kaufen?

Dramatischer Diesel-Absturz: Nur noch ein Drittel aller neu zugelassenen Autos sind Selbstzünder. Soll man noch einen Diesel kaufen? Hier sind Argumente dafür und dagegen!

Der Widerstand gegen den Diesel wächst, so wie hier am Rande der Koalitionsverhandlungen in Berlin.

(dpa/Reuters/cj/mb/lhp/mas) Die Liebe der Deutschen zum Diesel erkaltet, die immer noch Diesel-treuen deutschen Hersteller müsen sich zum Jahresanfang auf kalte Zeiten einstellen. Laut aktuellen Zahlen vom Kraftfahrt-Bundesamt (KBA) wurden im Januar 2018 nur noch 89.760 Fahrzeuge mit Selbstzünder in Deutschland neu zu gelassen – das sind 17,6 Prozent weniger als noch ein Jahr zuvor. Der Anteil an der Gesamtzulassungszahl von 269.429 Autos sank auf genau ein Drittel (33,3 Prozent). Es ist noch nicht lange her, dass deutlich mehr als die Hälfte aller Neuwagen einen Diesel an Bord hatte. Das Vertrauen schrumpft, die "Konkurrenten" profitieren: So deckte der Benzinmotor (166.504 verkaufte Fahrzeuge) nunmehr 61,8 Prozent des Marktes ab, Elektro- und Hybridautos steigerten sich erneut um rund 100 Prozent – wenn auch auf weiter niedrigem Niveau.

Warten aufs Fahrverbot-Urteil am 22. Februar2018

Online-Voting

'Welchen Antrieb hat Ihr nächstes Auto?'

Wenige Tage vor dem richtungsweisenden Urteil des Bundesverwaltungsgerichts am 22. Februar 2018 zum Thema Fahrverbote schwanken Diesel-Interessenten zwischen Hoffen und Bangen. Oder besser: in einem Entscheidungs-Vakuum. Zwar wollen Union und SPD laut Berichten aus Berlin zu den Koalitionsverhandlungen die Autoindustrie bei einer Nachrüstung alter Diesel stärker in die Pflicht nehmen und weitere Verbesserungen durchsetzen. Vor diesem Hintergrund steigen viele Autofahrer auf Elektro- und Hybridfahrzeuge um – vor allem aber auf Benziner. Sollte man jetzt seinen Diesel verkaufen, solange man es kann? Oder ist es vielmehr klug, die Gunst der Stunde zu nutzen und einen gerade günstig angebotenen Selbstzünder zu erwerben? AUTO BILD gibt eine Entscheidungshilfe.

Anfänge: Warum geriet der Diesel in Verruf?
Umwelt: Welche Auswirkungen hat der Diesel?
Fahrverbote und blaue Plakette: Was hat es damit auf sich?
Umrüstung: Wie können Fahrverbote umgangen werden?
Euro 6: Sind moderne Diesel sauber?
Verbrauch: Benziner und Diesel im Vergleich
Absatz: Wie entwickeln sich die Zahlen?
Preise: Diesel-Rabatte auf Rekordniveau
Verunsicherung: Wie verhalten sich die Kunden?
Strategie: Wie verhalten sich die Hersteller?
Steuer: Welche Vor- und Nachteile haben Dieselfahrer?
Diesel oder Benziner: Welche Variante lohnt sich mehr?
Meinung/ADAC: Welche Diesel kann ich bedenkenlos kaufen?

VW Dieselgate: Friedhof der Schummel-Diesel

Warum geriet der Diesel in Verruf?

Hauptgrund ist der im September 2015 aufgedeckte VW-Skandal, bei dem millionenfach Abgasreinigungswerte zu Ungunsten der Umwelt und der Kunden manipuliert wurden. Längst aber hat die Affäre einen Großteil der Branche erfasst, inzwischen befeuert von zwielichtigen Abgastests mit Affen und Menschen. Die Rede ist von "Betrugssoftware", "Abschaltvorrichtungen" und "Schummel-Dieseln". VW kostete die Affäre Milliarden, das Image des Diesels wurde nachhaltig beschädigt. Die Diskussion über die giftigen Stickoxide (NOx) und die teils erheblichen Überschreitungen aktueller oder künftiger Normen bestimmen seitdem viele Schlagzeilen.

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Welche Auswirkungen hat der Diesel auf die Umwelt?

Die deutsche Autoindustrie sieht die umstrittene Technik als CO2-armen Retter. Als Kraftstoff ist Diesel effizienter und energiereicher als Benzin, der Branchenverband VDA unterstreicht den um etwa 15 Prozent höheren Wirkungsgrad der Motoren. Entsprechend verbrauchten Dieselmodelle auch weniger Kraftstoff. Weil der CO2-Ausstoß am Verbrauch hängt, kommt aus dem Auspuff der Diesel-Autos unterm Strich also weniger von dem Klimagas – auch wenn der CO2-Gehalt je Liter Diesel tatsächlich höher ist. Für manchen Autoexperten ist der "klimafreundliche Diesel" indes ein Mythos, weil Dieselkraftstoff beim Verbrennen sogar etwas mehr Kohlendioxid je Liter ausstoße als Benzin. Thomas Koch, Leiter des Instituts für Kolbenmaschinen am Karlsruher Institut für Technologie, verweist auf die Schadstoffe, die im Dieselmotor entstehen, allen voran gesundheitsschädliche Stickoxide (NOx), die derzeit die Diskussionen bestimmen. Sie können laut Schleimhäute angreifen und zu Husten, Atembeschwerden und Augenreizungen führen sowie Herz, Kreislauf und die Lungenfunktion beeinträchtigen. Daher arbeiten viele Hersteller an Alternativen zum Diesel.

Welche Steuervor- und nachteile habe ich als Dieselfahrer?

Vorteile (noch): Genau 18,41 Cent pro Liter Treibstoff (47,04 Cent gegenüber 65,45 Cent) zahlen Dieselfahrer beim Tanken weniger Energiesteuer als für Benzin. Insgesamt ist der Sprit etwa 20 Cent pro Liter günstiger. Noch: Die Stimmen zur Abschaffung des sogenannten Dieselprivilegs mehren sich. Selbst VW-Chef Mathias Müller äußerte sich Ende 2017 kritisch über das Dieselprivileg. Man solle dessen "Sinn und Zweck hinterfragen", sagte der oberste VW-Mann im "Handelsblatt". Allerdings hat die CSU, die wohl auch weiterhin das Verkehrsministerium führen dürfte, noch keinen Zweifel am Steuervorteil für Dieselkraftstoff erkennen lassen. 

Nachteile: Als Gegengewicht zum günstigeren Diesel an der Tankstelle werden Dieselautos mit einer höheren Kfz-Steuer belegt, sodass sich Dieselfahrzeuge meist nur für Vielfahrer lohnen. Die Steuer hängt ab von der Schadstoffklasse und vom Jahr der Erstzulassung (wie hoch die Steuer bei Ihrem Fahrzeug ist, können Sie hier in drei Schritten errechnen).

Wie steht es um Fahrverbote und die blaue Plakette?

Viele Städte haben wegen der Dieselabgase mit zu hohen Stickoxid-Werten zu kämpfen. Vor allem in Stuttgart, Hamburg, Düsseldorf und München drohen wegen Missachtung von EU-Grenzwerten Fahrverbote, weitere Großstädte könnten folgen. Politiker fast aller Farben und die Industrie wollen sie unbedingt vermeiden, das wurde schon beim Dieselgipfel im August 2017 in Berlin klar. Bundesumweltministerin Barbara Hendricks (SPD) sowie viele Landespolitiker fordern eine blaue Plakette zur Kennzeichnung von vermeintlich sauberen Dieseln – sie soll allein Motoren mit der Abgasnorm Euro 6 vorbehalten sein. Der geschäftsführende Verkehrsminister Christian Schmidt (CSU) ist wie viele weitere Unionspolitiker dagegen. Von Fahrverboten könnten bis zu 13 Millionen Diesel betroffen sein. Benziner könnten wegen des geringeren NOx-Ausstoßes ab Euro 3 die blaue Plakette bekommen. Doch mit der zukünftigen Partikelfilterpflicht für Benziner verschärfen sich auch hier die Bedingungen.

Diesel-Kauf: Pro und Kontra

Wie können Euro-5-Diesel mögliche Fahrverbote umgehen?

Durch Umrüstung. Über die Art und Weise herrscht allerdings Uneinigkeit. Die Hersteller wollten bis Ende 2018 insgesamt 5,3 Millionen Fahrzeuge mit einem Software-Update versehen, bei dem in die Motorsteuerung und die Abgasreinigung eingegriffen wird. Dadurch soll der NOx-Schadstoffausstoß um 25 bis 30 Prozent gesenkt werden. Mögliche Nachteile sind ein erhöhter Verbrauch und eine verminderte Leistung. Erwiesen ist das aber nicht. Viele Umweltverbände, aber auch neutrale Verkehrsexperten bezweifeln zudem den Grad der Wirksamkeit oder halten ihn nicht für ausreichend. Eine wirksamere, aber auch erheblich teurere Maßnahme wäre die Nachbesserung der Motor-Hardware. Hierfür käme vor allem eine sogenannte SCR-Anlage mit Harnstofflösung infrage, deren nachträglicher Einbau zwischen 1500 und 2500 Euro kosten würde. Wie das genau funktioniert, zeigt AUTO BILD in der Bildergalerie.

Diesel umrüsten auf Euro 6: So geht's

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Diesel auch Thema bei der GroKo

Im Kampf gegen die Luftverschmutzung wollen Union und SPD die Autoindustrie stärker in die Pflicht nehmen und weitere Verbesserungen an älteren Dieseln durchsetzen. Zur Luftreinhaltung bedürfe es eines Bündels von Maßnahmen, mit "effizienteren und saubereren Verbrennungsmotoren inklusive Nachrüstungen", heißt es im Entwurf der Fachgruppe Verkehr in den Koalitionssondierungen. Die E-Mobilität und der Schienenverkehr sollen gefördert, Fahrverbote aber vermieden werden. Zudem beschloss die neue Koalition die Einführung einer sogenannten Musterfeststellungsklage, mit der auch geschädigte Dieselbesitzer leichter Entschädigung einklagen können.

Sind neue Euro-6-Diesel sauber?

So sauber, wie technisch möglich. Seit September 2017 gilt für neue Modelle die Norm Euro 6d. Wenn Sie einen neuen Diesel kaufen, sollten Sie darauf achten, dass er diese Norm erfüllt. AUTO BILD empfiehlt beim Kauf eines Diesels nur noch Fahrzeuge mit SCR-Kat, denn sie sind am saubersten und nur sie dürften auf Dauer von Fahrverboten ausgenommen sein. Seit September werden die wenig aussagekräftigen Abgastests im Labor (NEFZ) in Europa durch das realistischere Prüfverfahren RDE (= Real Driving Emission) ergänzt. Diese Tests gelten verpflichtend für die Zulassung neuer Modelle, ab September 2018 dann für alle Neuwagen. Allerdings werden noch für viele Jahre großzügige Abweichungen erlaubt. 

Sind Diesel verbrauchsärmer als Benziner?

Diesel verbrauchen etwa 15 bis 20 Prozent weniger Kraftstoff als vergleichbare Benziner. Allerdings ist die Energiedichte von Diesel auch höher, es gilt der aus der Schule bekannte Energieerhaltungssatz. Zudem wird kritisiert, der technisch mögliche Verbrauchsvorteil beim Diesel werde überkompensiert durch das hohe Gewicht gefragter SUVs. Auch sei die Herstellung von Dieselmotoren aufwendiger, auch hier entstünden CO2-Nachteile, argumentiert die Deutsche Umwelthilfe. Zumal moderne Benziner effizienter seien als früher, dank sogenannter Vollhybride, also Autos, die sowohl mit dem Verbrennungs- als auch dem Elektromotor fahren können. Diese hätten allerdings wiederum mit Partikel-Emissionen zu kämpfen, warnt der Karlsruher Motorexperte Koch.

Absatzzahlen: Deutsche verlieren die Lust am Diesel

Deutschland war bis 2016 absolutes Diesel-Land: Damals war noch fast jedes zweite neu zugelassene Kfz ein Selbstzünder. Die anhaltende Diskussion um Abgase und Fahrverbote jedoch hat zu einem dramatischen Absatzschwund geführt – im gesamten Jahr 2017 waren laut Kraftfahrt-Bundesamt (KBA) nur noch 38,8 Prozent der insgesamt 3,44 Millionen neu zugelassenen Autos Diesel, Tendenz weiter fallend. 38 Prozent der Autokäufer glauben laut DAT-Report 2018, dass die Bedeutung des Diesels in Zukunft abnehmen wird. Benziner dagegen sind gefragter denn je, ihr Anteil bei den Neuzulassungen stieg 2017 auf 57,7 Prozent. Stark gestiegen ist auch erneut die Zahl der Fahrzeuge mit alternativen Antrieben: 84.675 neue Hybridautos (29.436 Plug-in-Hybride) wurden zugelassen, dazu 25.056 neue E-Autos. Macht einen Anstieg von 76,4 (114,2) respektive 119,6 Prozent.

Wie sieht es mit Preisen und Rabatten aus?

Der Diesel-Absatz sinkt, die Rabatte steigen. Schnäppchenjäger könnten auf ihre Kosten kommen.

Die Diesel-Abwrackprämie für ältere Fahrzeuge hat das Rabattniveau in Deutschland auf ein Rekordhoch getrieben. Heißt für diejenigen, die einen Diesel kaufen wollen: Derzeit sind Schnäppchen zu machen. Der Rabatt-Index des Center Automotive Research (CAR) zeigte im September 2017 mit 152 Punkten einen historischen Höchstwert, es gab sage und schreibe 635 Sonderaktionen der Hersteller. Laut Auswertung des CAR gibt es beispielsweise einen Audi A4 Avant mit Umweltprämie mit 40 Prozent Rabatt für 20.382 Euro, einen Skoda Octavia zu 9.386 Euro (46 Prozent Rabatt) oder den Golf unter 10.000 Euro – mit 44 Prozent Rabatt. Die zusätzlichen Aktionen laufen fast alle Ende des Jahres aus, sodass das Rabattniveau 2018 wieder deutlich sinken dürfte. Allerdings ist der Markt für Dieselfahrzeuge nach CAR-Angaben derart aus dem Gleichgewicht geraten, dass er sich kaum wieder vollständig erholen dürfte.

Auch in einer Befragung der Deutschen Automobil Treuhand (DAT) im Sommer 2017 hatten 58 Prozent der Händler angegeben, gebrauchte Diesel mit höheren Rabatten als sonst üblich zu verkaufen. Bei Neuwagen griffen 36 Prozent zu diesem Mittel. Nachteil für Besitzer: Auch beim Ankauf von Selbstzündern zeigen sich die Autohäuser der Befragung zufolge vorsichtig. 65 Prozent nehmen sie nur noch zu niedrigeren Preisen in Zahlung. Und auch der Restwert wird zum Problem: Laut Auswertung haben Dieselfahrzeuge nach drei Jahren mit 55,4 Prozent vom Listenpreis einen geringeren Restwert als vergleichbare Benziner (56,4 Prozent). Laut DAT-Auswertung haben Diesel mit 94 Tagen inzwischen eine deutlich längere durchschnittliche Standzeit bei Händlern als Benziner (82 Tage).

Wie verhalten sich die Kunden?

Die Skepsis wächst immer mehr. Das bestätigte bereits eine repräsentative Umfrage von Autoscout24 im deutschsprachigen Raum unter gut 1000 Personen. Demnach machen sich im Juli 2017 rund 60 Prozent der befragten Autofahrer derzeit Gedanken rund um den Abgasskandal und die Diskussion von Fahrverboten. Von den Haltern von Dieselfahrzeugen waren es sogar zwei Drittel (67 Prozent). 28 Prozent der Autobesitzer gaben an, von den Herstellern enttäuscht zu sein, die Abgaswerte manipuliert haben. Laut DAT-Report 2018 trennte sich im Jahr 2017 jeder fünfte Gebrauchtwagenkäufer zuvor vorzeitig von seinem Diesel, bei Neuwagenkäufern waren es 17 Prozent. Nur knapp jeder zweite Neuwagenkunde trauen Industrie und Politik eine Lösung für den Großteil der von möglichen Fahrverboten betroffenen Pkw zu. 

Wie reagierten die Hersteller?

Unterschiedlich. Als erster großer Autobauer wendet sich Volvo wegen der steigenden Kosten bei der Abgasreinigung vom Diesel ab. VW bekennt sich zum Diesel, investiert aber mit neun Milliarden Euro dreimal so viel Geld in alternative Antriebe. Zudem läutet der Konzern bei kleinen Modellen den Abschied vom Diesel ein: Die VW-Tochter Skoda wird den Kleinwagen Fabia ab 2018 nicht mehr mit Dieselmotor anbieten. Auch für die komplett neu entwickelte nächste Fabia-Generation ist kein Diesel mehr vorgesehen. Daimler will zwar am Diesel festhalten, rechnet aber mit knapp einem Viertel batterieelektrischer Autos am eigenen Absatz bis 2025. Die Audi-Strategie sieht bis zu diesem Zeitpunkt ein Drittel Elektro und zwei Drittel Verbrenner vor – also Benzin, Diesel und Gas. BMW-Chef Harald Krüger meint dagegen: "Nichts deutet auf einen Tod des Diesels hin. Der saubere Diesel hat noch eine lange Zukunft vor sich." Toyota setzt schon seit Längerem auf alternative Antriebe, der Hybrid-Pionier ist einer der großen Profiteure auf dem deutschen Automarkt. Über allen Herstellern schwebt die EU-Vorgabe, wonach 2021 der Flottenausstoß nur noch 95 g CO2/km pro verkauftem Fahrzeug betragen darf. Andernfalls drohen hohe Strafzahlungen.

Welche Variante lohnt sich mehr, Diesel oder Benziner?

Der Preisvorteil von Dieselkraftstoff beträgt pro Liter noch rund 20 Cent gegenüber Benzin E10.

Das lässt sich nicht pauschal sagen. Generell wirkt sich der Preisvorteil vom Diesel eher bei großvolumigen Fahrzeugen aus sowie für Vielfahrer, in der Regel ab 20.000 Kilometern pro Jahr. Der ADAC hat im Frühjahr 2017 einen groß angelegten Kostenvergleich mit mehr als 1600 Fahrzeugen vorgenommen. Auch AUTO BILD hat Anfang 2017 in einem zweiteiligen Test insgesamt 19 Benzin-Diesel-Paare getestet (Teil 1 und Teil 2 hier/kostenpflichtig) und ein echtes Kopf-an-Kopf-Rennen festgestellt. Ein Jahr zuvor – kurz nach Beginn des Dieselskandals – nahmen die Tester bereits 32 Autos unter die Lupe (kostenpflichtig).

Welche Diesel kann ich bedenkenlos kaufen?

Nicht viele. Der ADAC gibt die Antwort darauf in seinem groß angelegten "Eco Test" 2017, bei dem Messungen auf dem Abgasprüfstand durch reale Straßenmessungen (RDE, Real Driving Emissions) ergänzt wurden. Der Automobilclub rät nicht grundsätzlich ab vom Diesel. Kaufinteressierte sollten sich vergewissern, dass ein Neuwagen auch im realen Betrieb niedrige Stickoxid-Emissionen (NOx) aufweist. "Das ist bei Einhaltung der ab September für neue Modelle vorgeschriebenen neuen Euro-6d-TEMP-Norm oder der ab 2020 gültigen Euro-6d-Norm der Fall", sagt ein ADAC-Sprecher. Eine Liste mit Fahrzeugen, die schon oder in naher Zukunft die Euro-6d-TEMP-Norm erfüllen, pflegt der Automobilclub hier. Eine Übersicht von Fahrzeugen, die auch weiterhin freie Fahrt behalten, finden Sie hier.

Diesel-Kauf: Pro und Kontra

(Mit Material von dpa und Reuters)
Autor:

Fazit

Gehört dem Diesel die Zukunft? Vermutlich nicht. Dennoch lohnt es sich für Vielfahrer aus Kostengründen nach wie vor, einen sparsamen Selbstzünder zu kaufen – trotz sinkendem Wiederverkaufswert und weiterhin nicht erwiesener Euro-6-Reinheit. Wer allerdings in Sachen Fahrverbot auf Nummer sicher gehen und zudem sein grünes Gewissen beruhigen will, der sollte sich nach einer Alternative umschauen.

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