Pro Diesel

  • Diesel verbrauchen weniger als Benziner
  • Haltbare, robuste Motortechnik
  • Fährt mit HVO umweltschonend

Kontra Diesel

  • Gesundheitsschädliche Abgase
  • Steigende Betriebskosten, sinkender Restwert
  • Ein mögliches Auslaufmodell
Europa orientiert sich um, das Verbrenner-Aus dürfte früher oder später kommen. Im einstigen Diesel-Land Deutschland geht der Absatz schrittweise zurück: 2024 lag er bei gut 17 Prozent aller Neuwagen, von Januar bis November 2025 sank der Anteil auf unter 15 Prozent, Tendenz sinkend. Damit kommen weniger neue Diesel auf die Straße als neue Elektroautos! Immerhin: Die Zahl der Diesel auf dem Gebrauchtwagenmarkt ist stabil. Wer sich einen gebrauchten Diesel kaufen will, kann also auf ein gutes Angebot hoffen.
Es ist aber eine Entscheidung mit längerfristiger Tragweite. Neue Diesel, die jetzt auf die Straße kommen, dürften auch 2035 noch fahren. Nur: Sieht man im Diesel dann alt aus? Wie hoch werden die Kosten für fossilen Diesel oder HVO sein? Beides schwer zu sagen aus heutiger Sicht. Allerdings hat der Diesel einen speziellen Umweltvorteil, dazu später mehr.
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* Weitere Informationen zum offiziellen Kraftstoffverbrauch und zu den offiziellen spezifischen CO2-Emissionen und gegebenenfalls zum Stromverbrauch neuer Pkw können dem "Leitfaden über den offiziellen Kraftstoffverbrauch" entnommen werden, der an allen Verkaufsstellen und bei der "Deutschen Automobil Treuhand GmbH" unentgeltlich erhältlich ist www.dat.de.
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Pro und Kontra Diesel in aller Kürze

Dieselfahrzeuge sind teurer zu produzieren und damit auch im Verkauf teurer, was sich nur bei hohen Jahresfahrleistungen rechnet. Allerdings ist die Technik robust, wartungsarm und zuverlässig, fast jede Werkstatt kann jeden Diesel reparieren – je älter, desto besser. Die Fahrzeuge sind im Allgemeinen genügsam. Und Diesel-Pkw lassen sich durch HVO fast klimaneutral betanken. Allerdings laufen die E-Autos einiger Vielfahrer mittlerweile dem Diesel den Rang ab. Beim Verbrennen von fossilen Diesel sticht eine höhere Umweltbelastung hervor, auch durch Ruß. Und nicht zuletzt haben viele alte Diesel durch den verfrühten Tod des Turboladers ihren Geist ausgehaucht.

Die CO₂-Bilanz von Verbrennern

Aufhorchen lassen neue Nachrichten zu einem supereffizienten Dieselmotor aus China. Aber verglichen mit dem E-Auto haben Diesel wie Benziner das Nachsehen, das zeigen neue Studien zur CO₂-Bilanz von Verbrennern. Denn hier wirkt sich der große Nachteil vom Dieselmotor aus: Wenn man einen Verbrenner mit fossilen Brennstoffen betreibt, vergrößert sich sein CO₂-Abdruck. Er wird um so größer, je länger (und weiter) man ihn fährt.
Und auch könnte Dieselkraftstoff an deutschen Tankstellen bald schon deutlich teurer werden. Noch profitiert er steuerlich vom sogenannten Dieselprivileg, das aber 2025 erneut vom Bundesrechnungshof kritisiert wurde. Die Behörde reklamiert ein Streichen der Subvention, um so pro Jahr sieben Mrd. Euro einzusparen. Der Korridor für 2026 steht beim CO₂-Preis fest – ein Plus von drei Cent ist zu erwarten – aber wie geht es 2028 weiter? Und wird es je bezahlbare E-Fuels geben?

Hat der Diesel eine Zukunft?

Hat der Diesel nun eine Zukunft? Nach einer Erhebung des ADAC wird die Anzahl von Selbstzündermodellen am Markt immer kleiner: So gibt es keinen neuen Kleinwagen mehr mit Diesel, vor zehn Jahren waren es noch 47. Den beliebten VW T-Roc kann man schon nicht mehr als Diesel ordern, schreibt der Automobilclub, den Golf 7 gibt es nur noch mit zwei Dieselantrieben. Beim 3er-BMW schrumpfte die Dieselvielfalt von 14 Modellen auf vier.
Wenn immer weniger Leute Diesel fahren, wie sollte man sich selber entscheiden? Welchen Antrieb soll das nächste neue Auto haben: Benziner oder Diesel, Plug-in-Hybrid oder Elektro? Gas oder Wasserstoff mit Brennstoffzelle? Vor dieser Frage steht jeder, der sich einen Neu- oder Gebrauchtwagen anschaffen möchte.

Wie hoch sind die Zulassungszahlen beim Diesel?

Seit fünf Jahren sinken die Zulassungszahlen für Diesel, liegen mittlerweile bei einem Drittel vom Höchstanteil im Jahr 2010 mit 46 Prozent! Aktuell sind unter 15 Prozent der neu in Deutschland zugelassenen Autos mit einem Dieselmotor ausgestattet. Den aktuellen Löwenanteil der Verbrenner stellen mittlerweile die Hybriden (mit und ohne Stecker) mit knapp 39 Prozent, der Anteil an neuen Benzinern sinkt auf unter 28 Prozent der in 2025 neu zugelassenen Autos.

Elektro hat den Diesel überholt

Aktuell nimmt der Anteil elektrifizierter Autos zu. Die reinen Elektroautos bei den Neuzulassungen liegen zwischen Januar und November 2025 bei 19 Prozent, die der Plug-in-Hybride bei elf Prozent. Zusammen sind es doppelt so viel wie neu zugelassene Diesel.

Welchen Klimavorteil hat der Diesel?

Eine Entwicklung auf der Kraftstoffseite könnte sich zum Vorteil des Diesels auswirken. Warum? Zwar stößt der Diesel mehr Schadstoffe aus als Benziner, aber auch weniger CO₂. Und neuerdings lassen sich Dieselwagen weitgehend fossilfrei fahren, denn als erneuerbare Alternative zum fossilen Diesel gibt es das organische HVO. Es ist aus Pflanzen und Fischresten hergestellt und damit erneuerbar. Dabei setzt der Motor im Verbrennungsprozess das zuvor gebundene CO₂ wieder frei. Aber man reduziert den Anteil an fossilem Klimagas. Wer bereit ist, etwas tiefer in die Tasche zu greifen und die Anfahrt zu speziellen Tankstellen nicht scheut, kann mit HVO seinen Diesel sauber fahren. HVO kostet meist zehn Cent mehr als fossiler Diesel.

Was für und was gegen den Kauf eines Diesels spricht

Welcher Antrieb soll es sein? Hier eine Entscheidungshilfe für den Autokauf:

Was für den Diesel spricht, was dagegen

Wie kam der Abschwung beim Diesel?

Diesel waren in Deutschland jahrzehntelang die Antriebsform der Wahl: 2010 waren es knapp die Hälfte aller neuer Autos in Deutschland. Mit dem VW-Abgasskandal änderte sich das ab 2015. Er ruinierte das bis dahin positive Image des Dieselantriebs. VW hatte millionenfach Abgasreinigungswerte manipuliert, es gab Abschaltvorrichtungen, Betrugssoftware und zwielichtige Tests. Angesichts des Klimawandels könnten nun alle Verbrenner auslaufen: Die EU will den CO₂-Ausstoß von Autos generell kappen.

Gibt es neue Hoffnung für Diesel durch HVO und effizientere Motoren?

Ja und nein. Einerseits verringert der alternative Kraftstoff HVO (Hydrotreated Vegetable Oil) den CO₂-Ausstoß von Dieselmotoren um rund 90 Prozent. Nur: Gegen eine weite Verbreitung stehen Preis und Verfügbarkeit. Zur breiten Markteinführung ist mit einem Preisaufschlag von 15 bis 20 Cent pro Liter zu rechnen. Rückenwind könnte der Diesel auch durch die jüngste Entwicklung aus China bekommen, wo ein Dieselmotor mit außerordentlich hohem Wirkungsgrad entwickelt wurde. Der würde den Dieselverbrauch aber nur senken, nicht stoppen.

Wie fördert der Staat umweltfreundliche Autos?

Die Prämie zum Kauf von E-Autos kommt 2026 zurück, das dürfte den Verkauf ankurbeln. Viele Hersteller gewähren auch eigenen E-Auto-Rabatt. Zudem gibt's für E-Auto-Besitzer in 2026 eine THG-Prämie von rund 230 Euro – pro Jahr. Und es gibt Vorteile für Elektroautos wie die Kfz-Steuerbefreiung bis 2035 sowie Vorteile für Autos mit E-Kennzeichen.

Welche Vor- und Nachteile gibt es bei der Steuer?

Vorteil: Auf Diesel entfällt beim Tanken aufgrund des Dieselprivilegs eine geringere Steuer. Bei Superbenzin macht die Energie- bzw. Mineralölsteuer 65,5 Cent pro Liter aus, bei Diesel sind es 47 Cent, ein Bonus von gut 18 Cent. In Herbst und Winter notiert Diesel allerdings kaum unter dem Preis von Benzin E10.

Nachteil: Allerdings werden Diesel mit einer höheren Kfz-Steuer belegt. Nur Vielfahrer holen die Differenz wieder rein. Die Steuer basiert auf Hubraum und CO₂-Ausstoß, die CO₂-Abgabe auf Kraftstoff treibt die Kosten zunehmend hoch. Wie hoch fällt die Steuer aus? Das können Sie hier in drei Schritten errechnen! Die Mehrwertsteuer liegt für Diesel wie Benzin bei 19 Prozent.

Was ist mit dem Dieselprivileg?

Das Dieselprivileg wurde in den Neunzigerjahren zur Unterstützung des Straßengüterverkehrs eingeführt. Es begünstigt Dieselkraftstoff steuerlich um gut 18 Cent pro Liter gegenüber Benzin. Das kostet den Staat jährlich mehrere Milliarden Euro. Wie lange noch? Das ist unklar. Aber ein Ende der Subvention ist nicht in Sicht.

Wie groß ist der Verbrauchsvorteil vom Diesel gegenüber dem Benziner?

Diesel verbrauchen etwa 15 bis 20 Prozent weniger Kraftstoff als vergleichbare Benziner. Das liegt neben der höheren Effizienz des Motors (43 Prozent gegenüber rund 20 Prozent) auch an der größeren Energiedichte von Diesel. Allerdings kompensiert das meist höhere Gewicht von den so beliebten Diesel-SUV den Verbrauchsvorteil des Dieselmotors. Auch ist die Herstellung von Dieselmotoren aufwendiger. Und mit der Effizienz von E-Autos kommt kein reiner Verbrenner mit.

Bedroht die Euronorm 7 den Diesel?

Die kommende Abgasnorm Euro 7 basiert auf der Norm Euro 6 und sieht für Pkw keine verschärften Grenzwerte vor. Nur: Wer ein gebrauchtes Auto kauft, setzt stets auf die Bestandssicherung, weil abzusehen ist, dass bereits zugelassene Diesel nach dem Verbrenner-Aus aller Voraussicht nach weiter fahren dürfen. Das gilt für Diesel aller Euro-Normen: Euro 5, 6b, 6c, 6d-TEMP, 6d und 6e. Wenn Sie mehr wissen wollen: Welche Abgasnorm hat mein Auto?

Machen Dieselabgase krank?

Diesel ist als Kraftstoff energiereicher als Benzin. Zudem liegt der Wirkungsgrad des Dieselmotors um 15 Prozent über Benzinern. Weil weniger Kraftstoff bei gleicher Leistung verbrannt wird, verbrauchen Dieselmodelle weniger und stoßen auch weniger CO₂ aus.
Allerdings ist der CO₂-Gehalt pro verbranntem Liter Diesel höher als bei Benzin (2,6 kg zu 2,3 kg), ein eher schlechter Wert. Auch vermiesen die beim Verbrennen von Diesel entstehenden Schadstoffe sein Image: etwa die gesundheitsschädlichen Stickoxide (NOx, Sammelbezeichnung für Stickstoffmonoxid NO und Stickstoffdioxid NO2). Sie können die Schleimhäute angreifen und zu Husten, Atembeschwerden und Augenreizungen führen sowie Herz, Kreislauf und die Lungenfunktion beeinträchtigen. Nur wer das knappe und teure HVO tankt, mindert den Rußanteil im Abgas und tankt erneuerbaren Kraftstoff.

So hoch ist der Dieselanteil bei Neuwagen

Noch 2011 war Deutschland Diesel-Land: Fast jeder zweite neu zugelassene Pkw war ein Selbstzünder, 2017 lag der Anteil bei 38,8 Prozent. Die Jahresbilanz des Kraftfahrt-Bundesamts (KBA) registrierte 2024 einen Anteil von 17,15 Prozent Diesel-Pkw unter allen Neuzulassungen. Von Januar bis November 2025 sank der Anteil auf unter 15 Prozent, Tendenz fallend.

So entwickeln sich die Preise von Diesel-Pkw

Diesel-Pkw sind in der Produktion aufwendiger als Benziner und daher teurer. Das holen Käufer nur über hohe Fahrleistungen wieder herein, vorausgesetzt der Diesel bleibt steuerbegünstigt. Der Anteil der Dieselfahrzeuge blieb zuletzt stabil. Das dürfte auch für die Gebrauchtwagenpreise gelten. Eine erhöhte CO₂-Abgabe und höhere Spritpreise dürften das Preisniveau drücken. Steigt die Nachfrage, je näher das Verbrenner-Verbot 2035 rückt? Das ist schwer zu sagen.

Diesel, Benziner oder Elektro – womit fährt man günstiger?

In der Regel fährt das E-Auto beim Kostenvergleich allen anderen Antrieben davon. Hier der Blick auf die Energiekosten laut ministeriellem Kostenvergleich: Bei den Energiekosten auf 100 km ist Strom am günstigsten (4,97 Euro bei Kleinwagen bzw. 5,27 Euro in der Mittel/Oberklasse). Diesel kostet bei Kleinwagen 7,56 Euro und bei Mittel/Oberklassenwagen 8,20 Euro auf 100 km. Für Super E10 werden in der Klein- und Kompaktwagenklasse für Benzin schon 10,10 Euro fällig, für Oberklassefahrzeuge gar 13,30 Euro (Berechnung durch das Wirtschafts- und Klimaschutzministerium auf Basis von Durchschnittskosten im 2. Quartal 2025).
Der ADAC berechnete zuletzt für einen Benziner-Diesel-Vergleich die Gesamtkosten von rund 900 Neuwagenmodellen. Das Ergebnis: Der individuelle Preis hängt vom gewünschten Modell, der jährlichen Fahrleistung, den Anschaffungs- und laufenden Kosten sowie dem Wertverlust ab. Wer seine Kaufentscheidung vor allem nach ökologischen Gesichtspunkten trifft, der sollte auf E-Antriebe (auch Hybride) oder Erdgaswagen setzen.

Wie lange bauen die Hersteller noch Diesel?

Die allermeisten Hersteller wenden sich nicht nur vom Diesel, sondern vom Verbrenner ab, wenn sie auch den letzten Schritt hinauszögern. Sie bieten immer weniger Modelle mit Dieselmotor an. Ein weiterer Faktor: Die Hersteller müssen sich an eine EU-Vorgabe halten, die den durchschnittlichen Flottenausstoß auf nur noch 95 g CO₂/km pro verkauftem Fahrzeug begrenzt. Also steigt der Druck, Autos mit geringem CO₂-Ausstoß anzubieten. Generell ist durch das Aus für neue Verbrenner ab 2035 der Abgesang auf den Diesel eingeleitet. Der Autoprofessor Ferdinand Dudenhöffer sagt sein Ende voraus.

Wie steht es um Fahrverbote?

Fahrverbote sind kaum mehr ein Thema, in Hamburg wurden sie schon abgeschafft. In Darmstadt gibt es ein Fahrverbot für Diesel bis Euro 5 und für Benziner mit Euro 1-2. In Stuttgart dürfen Euro-5-Diesel (und schlechter) nicht mehr in die Innenstadt, also die kleine Umweltzone, zu der der Stuttgarter Talkessel gehört wie auch die Stadtteile Bad Cannstatt, Zuffenhausen und Feuerbach.
In München gilt seit dem 1. Februar 2023 ein Fahrverbot für Diesel mit Euro 4/IV und schlechter. Weil die Luft seither deutlich besser wurde, ist die Stufe 2 für Euro-5-Diesel ausgesetzt. In Berlin galten Fahrverbote für Euro 5 und schlechter auf Straßenzügen in Neukölln und Moabit, sie wurden aber inzwischen schrittweise wieder aufgehoben.