Chevrolet Corvette Carbon 65 Edition (2018): Test

Chevrolet Corvette Carbon 65 Edition (2018): Test

Captain Amerika dreht auf

Zum 65. Geburtstag kommt die Vette in einer rabenschwarzen Carbon Edition – limitiert auf 650 Stück. AUTO BILD ist das heißeste Eisen aus Detroit schon gefahren!
Von wegen Rente mit 65! Wo der gemeine Deutsche sich schön langsam in den Ruhestand verabschiedet, bekommt der Amerikaner gerade seinen zweiten Wind. Zumindest wenn es ein Auto ist, und dann noch ein Sportwagen. So zumindest läuft es gerade bei der Corvette, die aktuell in der siebten Generation gebaut wird und 2017 das offizielle Rentenalter erreicht hat. Anstatt deshalb einen Abgesang anzustimmen, hat GM eine Jubelhymne intoniert und ein ganz spezielles Sondermodell aufgelegt.

120 Carbon 65 Edition werden nach Europa verkauft

Die Plakette zeigt 001/650: Das Sondermodell wird also nur 650-mal produziert.

Mit der Carbon Edition 65, die weltweit 650 und davon 120 Mal nach Europa verkauft wird, zeigt die Vette einmal mehr, dass es nicht nur der 6,2 Liter große Kompressor-V8 mit 659 PS und 881 Nm ist, der einen Sportwagen ausmacht. Sondern für Show und Shine und natürlich für ein geringeres Gewicht gibt es Schweller und Spoiler aus Kohlefaser, eine Leichtbau-Motorhaube, schwarze Felgen mit Karbonkappen und eine ziemlich spezielle Lackierung, die mit ihrem unschuldigen Babyblau ein gewisses Selbstvertrauen beim Fahrer erfordert. Wenn man damit unterwegs ist, ist einem selbst in Los Angeles alle Aufmerksamkeit sicher. Nicht nur, weil die vier in die Mitte gerückte. Auspuffendrohre so wunderbare Fanfaren in die laue Sommerluft blasen. Sondern weil das Cabrio mit dem Kontrast aus schwarzem Carbon und hellblauem Lack einfach nicht zu übersehen ist und selbst den vielen Lambos und Ferraris am Rodeo Drive oder auf dem Sunset Boulevard die Schau stiehlt.

Kameras und Sensoren kompensieren die schlechte Übersicht

Natürlich kann man mit der Corvette mittlerweile ganz lässig durch die Stadt cruisen und sich auf dem Boulevard der Eitelkeiten zeigen – erst recht, wenn man die Carbon Edition mit der Achtgang-Automatik bestellt. Denn zumindest im Standardprogramm ist die Beste überraschend zahm, das Fahrwerk kommt selbst mit den bösen Stößen in Hollywood und Beverly Hills zurecht und wenn ringsum Kameras oder Sensoren nach dem Rechten schauen, kann man auch mit der schlechten Übersicht gut leben.

Neue Sportwagen (2018, 2019, 2020, 2021, 2022 und 2023)

Doch die Corvette ist nicht für die Stadt gemacht. Je weiter man draußen ist, desto mehr Spaß kann man mit dem Sportwagen haben – selbst im Mutterland des Tempolimits. Deshalb zieht es das Cabrio fast magisch zum Pacific Coast Highway und dann durch die weit geschwungenen Kurven nach Norden. Irgendwann lässt der Verkehr nach, der Mut wächst und mit ihm der Druck auf dem rechten Fuß. Und obwohl der Himmel strahlend blau ist und der Pazifik ruhig daliegt wie ein Strandtuch, bricht plötzlich ein Orkan los, der einem die Haare von der Kopfhaut reißen will. Kein Wunder bei einem Sprintwert von 3,4 Sekunden und einem Spitzentempo jenseits der 300 km/h. Da fängt man dann doch an zu bedauern, dass es die Carbon Edition bei uns in Europa für einen Automatik-Preis ab 141.750 Euro nur als Coupé gibt. Ob es nicht vielleicht auch ein normales Z06 Cabrio tun würde? Und die 20.000 Euro, die man dabei spart, würde der Tankwart sicherlich gerne nehmen.

Gebrauchtwagensuche: Chevrolet Corvette

Stadtbummel oder Strandspaziergang – alles schön und gut. Aber die Corvette ist heute mehr denn je ein ernsthafter Sportwagen und will auch als solcher genutzt werden. Spätestens wenn man mit dem Drehschalter auf dem Mitteltunnel in den Sport- oder gar den Track-Modus wechselt, ist es deshalb vorbei mit der gemütlichen Spazierfahrt: Die Elektronik variiert gleich elf Parameter von der Gaspedal-Charakteristik über die Anzeigen im digitalen Cockpit bis hin zu der Klangfarbe im Abgastrakt. Jeder noch so kleine Teil der Corvette spannt merklich die Muskeln an und die Gangart wird deutlich härter.

Die explosive Längsdynamik beeindruckt

Die Corvette überzeugt mit ihrer ausgezeichneten Kurvenlage.

Wild macht die Corvette dann einen Satz nach vorn, der rote Balken des Drehzahlmessers zuckt blitzartig über das Display, der Auspuff beginnt loszubrüllen und das Roadmovie draußen vor den schmalen Fenstern schaltet auf fast forward. Aber es ist nicht allein die fast schon explosive Längsdynamik, die einen an der Z06 beeindruckt. Sondern mehr denn je überrascht, nein überzeugt die Z06 mit einer famosen Kurvenlage. Scharf wie ein Skalpell und präzise wie ein Laser schneidet der Flachmann den Kurs entlang der Ideallinie und bleibt dabei bis in hohe Geschwindigkeiten so gut kontrollierbar, dass man permanent um seinen Führerschein fürchten muss. Aus Erfahrung wird man klug, würden dazu wahrscheinlich die Entwickler sagen und auf 65 schnelle Jahre verweisen. Sollen die anderen doch nach den jungen Dingern gucken, einen Lamborghini oder McLaren fahren oder gar einen Tesla. Ich halte der alten Dame die Treue und hatte selten so viel Spaß mit einem Senior wie diesmal.

Chevrolet Corvette Carbon 65 Edition (2018): Test

Doch auch wenn die Carbon Edition der Z06 so ziemlich das heißeste Eisen von General Motors ist, wackelt diese Führungsrolle schon wieder. Denn kurz nach der großen Geburtstagsparty haben die Amerikaner die C7 auch als ZR1 vorgestellt. Mit ihren 755 PS noch stärker, mit einem weiteren Carbon-Kit noch schärfer, mit weit über 330 km/h noch schneller und natürlich wieder das stärkste Modell in der Geschichte – je oller, je doller eben.

Autor: Timo Gohler

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Sportwagen Cabrio

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