Platz 1 mit 543 von 800 Punkten: Seat Tarraco 1.4 e-Hybrid. Sehr viel Platz, schnell und bezahlbar. Leistungsentfaltung unharmonisch, Innenraum hellhörig. Preis: ab 43.970 Euro (zum Angebot: Ersparnis bei carwow.de bis zu 13.193 Euro).
Platz 2 mit 530 von 800 Punkten: Kia Sorento 1.6 T-GDI Plug-in-Hybrid AWD. Hochwertiger Auftritt, edle Details. Motor unter Last laut und rau, sehr hoher Preis. Preis: ab 53.940 Euro (zum Angebot: Ersparnis bei carwow.de bis zu 16.821 Euro).
Platz 3 mit 528 von 800 Punkten: Ford Kuga 2.5 Duratec PHEV. Kompakte Maße, überzeugende Motor-Getriebe-Kombination. Defizite bei Komfort und Verarbeitung. Preis: ab 39.750 Euro (zum Angebot: Ersparnis bei carwow.de bis zu 16.538 Euro).
Viel Platz auf Reisen, gute Übersicht dank hoher Sitzposition in der Stadt. SUVs wie Ford Kuga, Kia Sorento oder Seat Tarraco liegen voll im Trend. Besonders wenn in ihnen die Kraft der zwei Herzen schlägt. Als Plug-in erlaubt der Elektromotor (lokal) emissionsfreies Stromern in der City, der Verbrenner ermöglicht auf Strecke flotte Reiseschnitte ohne Reichweitenangst. Alle drei sind noch sehr frisch am Markt. Den Kuga 2.5 Duratec PHEV gibt es seit September 2020, Sorento 1.6 T-GDI Plug-in Hybrid AWD und Tarraco 1.4 e-Hybrid sogar erst seit Januar 2021.

Der Seat holt das Maximum an Platz aus seiner Größe

Seat Tarraco 1.4 e-Hybrid FR
Erstaunlich: Obwohl in Sachen Länge zwischen Ford und Kia, hat der Seat im Fond am meisten Platz.
Das war es aber auch schon mit den Gemeinsamkeiten, denn konzeptionell gehen die drei verschiedene Wege. Mit 4,61 Metern ist der Ford der Filius im Trio, gefällt sich in der Rolle des fahraktiven Sportlers. Der ausladende Kia spielt eigentlich eine Klasse höher, ist mit über zwei Tonnen Leergewicht und einer Länge von 4,81 Metern ein echtes Schlachtschiff. Genau dazwischen rangiert der ausgeglichene Seat, der sich auf 4,73 Meter streckt. Ein Bild, das sich im Innenraum fortsetzt. Der Ford fühlt sich immer am kleinsten an, die Materialqualität am simpelsten. Auf schlechten Straßen knatscht es schon mal im Gebälk, die Sitze könnten mit ihren kleinen Abmessungen und dem geringen Verstellbereich auch aus einem Fiesta stammen. Ein echter Tanzsaal ist dagegen der Seat. Verblüffend, wie viel Raum die Ingenieure der Karosserie abringen konnten. Gerade in der zweiten Reihe lässt er mit massig Beinfreiheit auch den Kia hinter sich.

Mit dem Kia ist man entspannt am besten unterwegs

Kia Sorento 1.6 T-GDI Plug-in Hybrid AWD Platinum
Amerikanisch abgestimmt: Für antspanntes Cruisen ist der Kia optimal, Querdynamik mag er nicht so gerne.
Zudem gibt er sich bei der Machart keine Blöße. Lediglich die Qualität der Materialien erinnert daran, dass wir es hier mit der Kompaktklasse zu tun haben. Ganz anders sieht es beim Sorento aus. Weil er in der höchsten Ausstattungslinie Platinum zum Vergleich anrollt, genießen seine Mitfahrer feines Nappaleder. Dazu wirkt seine Verarbeitung am hochwertigsten, das ganze Auto sehr satt. Das ist auch auf der Straße so, nur nicht immer gut. Der Sorento wirkt wie für den amerikanischen Markt gemacht. Mit ruhigem Tempo lange Strecken vor sich hinschaukeln, das mag er, und das macht er gut. Nicht so sehr schätzt er es, wenn es stressig wird. Dann wirkt die Lenkung in schnellen Kurven zu teigig, das Fahrwerk zu weich und zu rumpelig. Auch der Motor quittiert den Abschied aus der Komfortzone mit lautem Aufheulen. Überhaupt ist der E-Motor in Relation zu den 265 PS Systemleistung zu schwach. 91 Elektro-PS reichen nur für Schneckentempo, immer wieder muss der Verbrenner auch in der Stadt ran. Vielleicht ein Grund, warum der Sorento im reinen E-Verbrauch mit 24 kWh der Sparsamste ist. (Zu Hause laden: 900 Euro Zuschuss für Wallboxen)
Mit 29 kWh ziemlich gierig ist dagegen der Seat. Seine Systemleistung beträgt 245 PS, die reine E-Kraft liegt bei 115 PS. Damit ist er in diesem Vergleich zwar der Schnellste, richtig überzeugend wirkt aber auch er nicht. Das liegt an der hier besonders indifferenten Leistungsabgabe. Wie bei einem Fernlenkauto kann der Fahrer zwischen normal und Vollgas entscheiden. Zumindest bei flotter Autobahnfahrt gibt es beim Tarraco nichts dazwischen.

Im Ford finden wir den günstigsten Testkandidaten

Ford Kuga 2.5 Duratec PHEV ST-Line
Preiswert: Mit 45.950 Euro ist der Kuga der günstigste, bietet zugleich den harmonischsten Antrieb.
Diese stufenweise Leistungsverteilung vereitelt jeden harmonischen Fahrstil im Ansatz. Schade, immerhin bietet er die beste Lenkung und ist der einzige mit Verstellfahrwerk, das immer den richtigen Kompromiss findet. Den hat man bei Ford beim Antrieb (165 PS Systemleistung) gefunden. Statt wie die anderen auf Wandler (Kia) oder DSG (Seat) zu setzen, sorgt beim Kuga eine stufenlose Automatik für die Kraftübertragung. In Verbindung mit einem 2,5-Liter-Saugmotor ergibt sich so ein erstaunlich homogenes Duo. Ruckfreies Anfahren, sonores Beschleunigen ohne hellhöriges Geschrei wie im Seat oder unkultiviertes Gebrüll wie im Kia. Die künstlich programmierten Drehzahlsprünge, die Gangwechsel simulieren sollen, hätte es gar nicht gebraucht. Dann hätten wir lieber eine bessere Lenkung. Statt wie bei Ford üblich angenehm und exakt, arbeitet sie im Kuga unnötig kippelig um die Mittellage herum, macht die Fuhre so unnötig nervös. Auch das Fahrwerk, in diesem Vergleich mit Abstand am härtesten, will nicht so ganz zum Charakter des kleinen SUV passen. Eher schon der mit 45.950 Euro niedrigste Preis sowie der günstigste Testverbrauch, sowohl mit Stromanteil als auch nur mit Benzin.

Beim Verbrauch im Mittelfeld liegt der große Sorento, dessen deftiger Preis von 61.940 Euro und die teure Versicherung ihn aber hart nach hinten werfen. Da kann auch die üppige Garantie nichts mehr rausreißen. Am meisten Strom und Benzin verlangt der Seat. Immerhin bleibt er als FR mit 48.040 Euro noch unter der magischen 50.000er-Grenze. Beim Wiederverkauf sieht Schwacke ihn allerdings hinter den beiden Kontrahenten. Dennoch ist der Tarraco der beste Allrounder, erlaubt sich kaum echte Schwächen. Gibt es die eierlegende Wollmilchsau in Bio-Qualität unter Kompakt-SUV überhaupt? Schwer zu sagen. Aber wenn, dann kommt sie von Seat. (Unterhaltskosten berechnen? Zum Kfz-Versicherungsvergleich)

Bildergalerie

Ford Kuga 2.5 Duratec PHEV ST-Line         Seat Tarraco 1.4 e-Hybrid FR         Kia Sorento 1.6 T-GDI Plug-in Hybrid AWD Platinum
Kia Sorento 1.6 T-GDI Plug-in Hybrid AWD Platinum        Seat Tarraco 1.4 e-Hybrid FR         Ford Kuga 2.5 Duratec PHEV ST-Line
Ford Kuga 2.5 Duratec PHEV ST-Line
Kamera
Drei Plug-in-Hybrid-SUVs im Vergleich
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Das Fazit: Kleiner Verbrenner plus E-Motor – bei den SUVs bleibt das ein Kompromiss. Beladen oder sogar mit Hänger kommen die drei schnell an ihre Grenzen. Am besten schlägt sich noch der ausgewogene Seat. Der Kia stolpert über seinen hohen Preis, dem Ford bleibt nur der beste Antrieb.

Von

Berend Sanders