Honda CB650R: 2021, Test, Dauertest, Retro-Bike, Motorrad

Ist das Retro-Bike Honda CB650R ein Motorrad für alle Fälle?

Mit der Honda CB650R reitet der Hersteller die Retrowelle. Was sind die Stärken und Schwächen, wie ist der Charakter, was taugt das Bike im Alltag? Das klärt der Dauertest von AUTO BILD MOTORRAD!
Das muss der Honda CB650R erstmal einer nachmachen. Noch keinen Meter gefahren – und alle lieben sie. Die Mannschaft ist heiß auf die CB650R, die Kollegen freuen sich auf Ausfahrten mit der Dauertest-Maschine. Weil sie hinreißend aussieht, und weil sie einen Nerv trifft.
Die neue Honda CB650R wird für eine ganze Weile unser Gast sein. Sie soll im Dauertest von AUTO BILD Motorrad zeigen, wie der Motor den Alltag wegsteckt, wer mit ihr wie klarkommt – und was sich in Sachen Zuverlässigkeit, Verbrauch, Bremsen oder auch Reifenverschleiß tut. Gleichzeitig sammeln wir reichlich Fahreindrücke und Tourenberichte. Ganz bewusst haben wir die RH08 – so der Typcode der nackten Maschine – ausgesucht. Honda bezeichnet diese Art als Neo Sports Cafe.
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Honda CB650R: typische Vertreterin der Mittelklasse

Die Honda ist mit ihren 95 PS und 203 Kilo für 7775 Euro ein klassisches Motorrad der Mittelklasse.

©Toni Bader / AUTO BILD

Die CB650R bedient den derzeit so angesagten Retro-Trend. Dabei ist sie nicht die blasse Kopie einer ihrer Ahnen, sondern strahlt Eigenständigkeit und Modernität aus. Mit ihren 95 PS gehört die Honda zu den typischen Vertretern der Mittelklasse – eine Option auf die A2-Drosselung mit 48 PS ist hier positiver Nebeneffekt. Ihre Anlagen versprechen ohnehin eine aufschlussreiche Sammlung an Eindrücken. Der wache Vierzylinder dürfte sowohl sportlich-beherzte Fahrten mögen als auch stressarmes Cruisen oder ausgedehnte Touren. Für Reiseunternehmungen wollen wir die Honda mit einem Gepäcksystem und Tankrucksäcken bestücken. Außerdem geplant: ein großer Verbrauchsreport. Wann fängt die Honda an zu trinken, bei welchen Gelegenheiten ist sie besonders sparsam?
Schließlich ist der Vierzylinder zum Modelljahr 2021 penibelst nach Euro-5-Norm gesäubert worden – bei so viel Weiß in der Weste soll doch auch der CO-Wert im Rahmen bleiben. Bis dahin darf sie erst mal hinreißend aussehen und einen Nerv treffen. Hier die ersten Eindrücke:

Man spürt die 95 PS der Honda sehr deutlich

Gerade eingefahren und noch ohne Verschleiß: Start frei zum Dauertest für die Honda CB650R.

©Toni Bader / AUTO BILD

Jan Horn: "In dieser Hubraum- und Leistungsliga ist im Grunde so ziemlich jede Motorbauform vertreten. Einzylinder, V2, Dreier in Reihe – alles da. Aber nichts hätte besser in dieses Motorrad gepasst als der klassische 650er-Reihenvierer von Honda. Mit ihm pocht in der CB ein angenehm universelles Vierzylinder-Herz. Es kennt samtiges Summen im Teillastbereich, zeigt gleichzeitig im untertourigen Drehzahlabschnitt mit Stolz, dass hier eine echte Maschine mit Stahl und Stärke im Innenleben malocht und windet sich mit Vergnügen fünfstelligen Drehzahlregionen entgegen. Spätestens dann spürt man die versprochenen 95 PS sehr deutlich.
Federung, Führung durchs Fahrwerk, Bremsen, Sitzkomfort und -position der CB650R liegen im unauffälligen Bereich, die Schaltung arbeitet sehr sauber, und das modern gezeichnete Cockpit informiert tadellos. Kurzum: In unserem neuen Dauertest-Kandidaten dominiert die Maschine das Fahrgefühl. Der Motor ist präsent, das Fahrverhalten verbindlich. Für mich passt es bestens."

Honda CB650R

Technische Daten

Motor: R4, flüssigkeitsgekühlt • Hubraum: 649 ccm • Leistung: 70 kW (95 PS) bei 12000/min • max. Drehmoment: 63 Nm bei 9500/min • Spitze: 197 km/h • Reifen: v./h. 120-70 R 17/180-55 R 17 • Sitzhöhe: 810 mm • Gewicht: 203 kg • Tankinhalt: 15,4 l • Preis: 7775 Euro

Die CB650R biedert sich nicht an

Matthias Moetsch schätzt den klassischen Stil der Honda: "Sie biedert sich nicht retromäßig an."

©Toni Bader / AUTO BILD

Matthias Moetsch: "Die CB650R zeigt klassischen Stil, ohne sich retromäßig anzubiedern. Markanter Rundscheinwerfer, prominent präsentierte Technik samt kunstvoll geschwungenem Auspuffkrümmer – super! Der nähmaschinenhafte Vierzylinder liegt mir mehr als Zwei- oder Dreizylinder. Sitzposition und Kniewinkel sind für mich (1,79 m) nicht optimal."

Eine Maschine für Stadt und Landstraße

Mirko Menke mag die Lackfarbe "Candy Chromosphere Red".

©Toni Bader / AUTO BILD

Mirko Menke: "'Candy Chromosphere Red' heißt die schöne Farbe, die unser Dauertest-Bike CB650R kleidet. Die Urenkelin der CB600F Hornet ist für die Fahrt durch den Stadtverkehr zur Arbeit genauso geeignet wie für flotte Runden auf kurvigen Landstraßen. Der Vierzylinder bleibt in allen Lagen kultiviert. Ein gelungenes Alltagsmotorrad."

Honda CB650R: Plus und Minus

Plus

Drehwilliger Motor, gute Fahrleistungen, komfortable Abstimmung, saubere Schaltung

Minus

Etwas dezenter Auspuffsound, Soziussitz unbequem, Kniewinkel für große Fahrer eng

Ein VW Golf auf zwei Rädern

Lars Hänsch-Petersen: "Die Honda ist ein VW Golf auf zwei Rädern. Jeder kann sie auf Anhieb bedienen. Spitze! Die Sitzhöhe von 810 mm passt gut zu meinen relativ kurzen Beinen. Die feinfühlige Vorderradbremse lässt sich mit zwei Fingern bedienen. Nur an ein Tankpad hat keiner gedacht. Ohne kratzen die Jackenknöpfe unschön am Lack."

Fotos: Toni Bader / AUTO BILD

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Motorrad

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