Von Lambretta bis BMW: Immer mehr Hersteller bieten Roller an, noch dazu mit Elektro-Antrieb. AUTO BILD stellt die heißesten Roller-Neuheiten mit Elektro- und Verbrennungsmotor für 2024 vor!

E-Zweirad zwischen Roller und Motorrad: BMW CE02

Ist das noch ein Roller – oder schon ein Motorrad? BMW lässt uns bewusst im Unklaren, der Krad-Scooter CE02 ist irgendwas dazwischen und in jedem Fall ziemlich cool. Es gibt eine 50er-Ausführung mit 4 PS, die 7500 Euro kostet und schon für 15jährige mit Führerscheinklasse AM (und spendablen Eltern) zugelassen ist.
BMW CE 02
Es gibt die BMW CE 02 in zwei Ausführungen. Die kleinere mit 4 PS dürfen sogar schon 15jährige fahren.
Bild: BMW
Die größere Version hat 15 PS, fährt bis 95 km/h schnell und kostet tausend Euro mehr. Reichweite: bis zu 90 km. Die Kleine hat eine Batterie, die große zwei (je 1,96 kWh). Die Akkus sind herausnehmbar und können an der Netzsteckdose aufgeladen werden. Mit dem Serien-Ladegerät ist ein Akku in knapp drei Stunden wieder auf 80 Prozent. Im Vorderrad sorgt ABS für Sicherheit.

Honda EM1 e: mit multifunktionalem Akku

Der erste elektrische Roller von Honda soll mit einem ganzen E-Kosmos kommen: Honda hat ihn rund um einen tragbaren Akku entwickelt, der auch für Gartengeräte, Außenborder und weitere Antriebe funktioniert. Dahinter steht die Idee, einen leichten, universellen Energiespeicher als Tausch-Produkt einzuführen, dass sich bei Bedarf mit zwei Handgriffen auswechseln lässt. Dafür sollen Automaten am Straßenrand stehen, in denen der etwa zehn Kilogramm schwere Akku eingelegt und wieder aufgeladen wird. Ist er voll, kann jemand anders ihn mieten. In Asien hat Honda das Konzept bereits erfolgreich getestet.
Honda EM1 e:
Ein Neuzugang in der 45-km/h-Klasse: Der Honda EM1 e: hat einen Wechselakku, der bis zu 40 km Reichweite erlaubt.
Bild: Honda
Der EM1 e: hat einen 2,3 PS starken Elektro-Nabenmotor, der das Fahrzeug bis 45 km/h antreibt. Der Akku liefert 1,5 kWh, ermöglicht laut Hersteller eine Reichweite von 40 km. Am Netzstrom ist die Batterie in unter drei Stunden wieder auf 80 Prozent. Einen Preis nennt Honda noch nicht. Der Hersteller will seinen Roller insbesondere im Leasing für Raten unter 100 Euro monatlich anbieten.

Blitzschneller Horwin Senmenti 0

S2024 soll der chinesische Hyper-Roller Horwin Senmenti 0 in Serie gehen. Hyper deshalb, weil der Chinese in 2,8 Sekunden aus dem Stand auf Tempo 100 spurten soll, maximal 200 km/h schnell ist und aus seinem 16-kWh-Akku bis zu 300 Kilometer Reichweite rausholen soll. Auch bidirektionales Laden (V2L) von externen Geräten soll möglich sein.
Horwin Senmenti 0
Der Horwin ist ein schweres Reisefahrzeug: 99 PS bringen ihn auf bis zu 200 km/h, die Reichweite beträgt bis zu 300 km.
Bild: Horwin
Die Technik basiert auf 400-Volt-Bordstrom, so dass die große Batterie am Schnelllader in etwa 30 Minuten von 0 auf 80 Prozent gefüllt werden kann. Inklusive Mehrwertsteuer kostet der 230 kg schwere Horwin, dessen Logo und Anmutung dem BMW-Design rein zufällig recht ähnlich sind, ab 17.700 Euro.

Husqvarna Vektorr mit Einarmschwingen

Der schwedische Enduro-Spezialist geht vermutlich 2024 mit dem maximal 45 km/h schnellen E-Roller Vektorr an den Start. Das Vorder- und Hinterrad werden jeweils einarmig geführt, der Motor ist fest am Rahmen montiert. Das Hinterrad wird per Riemen angetrieben. Reichweite: 95 km/h.
Husqvarna Vektorr
Ein E-Roller vom Enduro-Spezialist? Ob das funktionieren kann, wird der Husqvarna Vektorr (mit zwei "r") zeigen müssen.
Bild: HUSQVARNA MOTORCYCLES

Kraftvolle Italjet Dragster 500 GP

Der Italjet Dragster 500 GP sieht nicht nur nach Sportbike aus. Der Einzylinder des Maxi-Scooters ist 43 PS stark. Geschaltet wird manuell, die Fahrwerkskomponenten hat sich der Hersteller aus dem Motorradbau besorgt.
Italjet Dragster 500 GP
Der Italjet Dragster 500 GP sieht nicht nur aus wie ein Sportbike, der Einzylinder des Maxi-Scooters ist 43 PS stark.
Bild: ITALJET

Infinite P1 mit Turbo-Boost

Der P1 von Infinite Machine aus den USA sieht spacig aus. Wer ein Faible für die 80er-Jahre hat, dürfte großen Spaß daran haben, dass es einen Turbo-Boost wie bei K.I.T.T. gibt. Damit läuft der P1 88 km/h schnell. Der Hersteller gibt eine Reichweite von 96 Kilometern an.
Infinite Machine P1
Infinite Machine aus den USA hat einen futuristischen E-Roller mit Turbo-Boost auf die Räder gestellt.
Bild: Infinite Machine

Akku rausnehmbar bei der E-Schwalbe

Wie, die Schwalbe ist neu? Natürlich nicht, aber sie wird neu aufgelegt mit herausnehmbarem Akku. Damit wird die Alltagstauglichkeit des Retro-Rollers immens gesteigert, denn nun können auch Menschen etwas damit anfangen, die nicht an der Steckdose in Hof, Garage oder Carport aufladen können. Zwei Batterien passen in den Schacht unterm Sattel.
Govecs
Die E-Schwalbe von Govecs hat nun einen herausnehmbaren Akku. Er wiegt 9,4 kg und liefert 1,7 kWh.
Bild: Govecs
Jeder der Lithium-Ionen-Akkus wiegt 9,4 Kilogramm und bringt 1,7 kWh Leistung, laut Govecs sind das die leichtesten Batteriespeicher ihrer Klasse. Die erste neue Schwalbe ist die Leicht-Ausführung mit 3 PS, die bis 45 km/h schnell fährt. Die 90-km/h-Schwalbe folgt zu einem späteren Zeitpunkt. Reichweite: 50 km mit einem, 100 mit zwei Akkus. Eine weitere Neuheit: Kunststoffteile sind nicht mehr lackiert, sondern durchgefärbt. Das ist laut Hersteller nicht nur umweltfreundlicher, sondern auch haltbarer. Der Preise für die "kleine" Schwalbe: ab 7999 Euro (mit einem Akku), der zweite Akkus kostet 1399 Euro.

Aus Tunesien kommt der KaCo Orca

Der erste, 100 Prozent tunesische E-Roller hört auf den Namen KaCo Orca. 100 Kilometer Reichweite sollen möglich sein, geladen werden kann an der normalen Haushaltssteckdose. Besonders stolz ist der Hersteller auf die Lebensdauer der Akkus. Sie sind jeweils in vier Stunden am Netzstrom wieder aufgeladen, schreibt Kaco Motors. Ein Verkauf in Europa ist derzeit nicht geplant, aber Tunesien-Urlauber könnten den Orca live erleben. Inzwischen kann der Roller bestellt werden: Ab umgerechnet 1777 Euro ist man dabei.

Naon Lucy mit schwebendem Sitz

Lucy vom Berliner Start-up Naon ist eine Weiterentwicklung des Prototypen Zero-One, der 2021 vorgestellt wurde. Das Äußere mit dem beinahe frei schwebenden Sitz und dem transparenten Windschild ist ein Hingucker. Serienmäßig gibt es Wechselakkus und ABS. Es wird zwei Versionen geben, L1e und L3e.
Naon Lucy
Der Naon Lucy ist das erste Modell des Berliner Startups Naon.
Bild: Naon
Als L1e soll die Lucy mit 70 km Reichweite 6500 Euro kosten, die 100 km/h schnelle L3e-Version liegt bei 8.500 Euro. Sie soll mit einer Akkufüllung 55 km weit kommen. Ein zweiter Akku verdoppelt jeweils die Reichweite und kostet 1000 Euro mehr. Die Lucy soll im Laufe des Jahres bestellbar sein, Auslieferung ist ab 2025 vorgesehen.

Niu SQi mit prämiertem Design

Niu ist stolz auf den Red-Dot-Design-Award 2023 für das Leichtkraft-Mofa SQi. Es ähnelt eher einem Motorrad als einem Mofa. Die Konstruktion ist ein sogenannte Unibody, kommt daher ganz ohne Schweißnähte aus. Das SQi soll seine schnörkellose Form mit möglichst einfacher Handhabung verbinden. Mit 45 km/h Höchstgeschwindigkeit und 95 Kilometern Reichweite ist das Niu SQi für den Stadtverkehr gedacht. Im Niu-Store des deutschen Vertriebspartners kann es bereits für 100 Euro Anzahlung bestellt werden, Auslieferung ab 2. Quartal 2024. Der Preis steht noch nicht fest.

Pai TS3 mit Assistenten

Pai Mobility aus China will mit dem TS3 BMW Kunden abspenstig machen durch ähnliche Leistungswerte. Der E-Roller kommt mit bis zu 15 kW Leistung, 110 km/h Spitze und 150 Kilometer Reichweite. Besonders interessant dürfte aber sein, dass es an Bord ein Fahrassistenz-System mit Kameras und Radarsensoren geben wird, das zum Beispiel Fußgänger erkennen soll. Es gibt zwei Versionen: Der TS3 S kostet ab 4999 Euro, ihn beschleunigt ein 13,4 PS starker Elektromotor auf bis zu 90 km/h.
Die stärkere Version Pai TS3 Pro hat 20 PS, das bringt ihn bis auf Tempo 110. Der Preis für den Pro beträgt ab 5699 Euro. Pai will die Fahrzeuge mit einem Akku-Tausch-System anbieten. Das monatliche Abo soll 17 Euro kosten. Zur Ausstattung gehören neben ABS auch fortschrittliche Assistenzsysteme wie Kollisionswarnung, Spurhalteassistent und Totwinkelwarner.

Schnittiger Scorpio Electric X1

Scorpio Electric aus Singapur wird den Markt der elektrischen Großroller um ein interessantes Fahrzeug erweitern. Der X1 hat zehn kW Leistung und soll mit einer Akkuladung 200 Kilometer weit kommen. Auf den ersten Blick weiß der Asiate neben seinen Daten vor allem mit seinem schnittigen Äußeren zu überzeugen.

Silence S01/02 mit Akkus auf Rädern

Bisher gab es den Silence S01 aus Barcelona in Deutschland nur als Seat Mo. Jetzt baut Silence ein eigenes Vertriebsnetz hierzulande auf. Doch bis es so weit ist, bietet sie der Importeur Astara an. Den Silence S02 wird es als L1e mit 45 km/h Höchstgeschwindigkeit und als L3e mit 90 km/h geben. Der S01 ist größer und schneller, als S01+ soll er sogar 100 km/h schaffen.
Seat Mo 125
Den Silence S01 gab es bei uns bisher nur als Seat Mo (Bild).
Bild: SEAT
Der Silence S02 kostet in der 90-km/h-Ausführung ab 5388 Euro. Die Batterien leisten 5,6 kWh, sind herausnehmbar und haben eigene Räder. So lassen sie sich bequem zur nächsten Steckdose ziehen. Silence/Astara will demnächst auch ein Batterie-Miet-System anbieten, mit dem sich bis zu 40 Prozent der Kosten sparen lassen sollen.

Einzylinder-Vespa GTV 300

Die rundum modernisierte Neuauflage der Vespa GTV 300 ist bereits auf dem Markt. Der Scheinwerfer auf dem vorderen Schutzblech leuchtet jetzt mit Hilfe von LED-Technik, im Cockpit gibt es ein Farbdisplay, das Inhalte gekoppelter Smartphones anzeigen kann. Für Vortrieb sorgt der 300er-Einzylinder mit 24 PS.

Diese E-Roller kommen bald

Stilride

Eigenwillig ist das neue uniform: Der schwedische Roller Stilride zeigt, dass die Mode gerade einige Kapriolen zu springen bereit ist. Ein kühn geschwungener Rahmen aus gebürstetem Edelstahl und ein bemerkenswert kleiner Nabenmotor sollen Individualisten becircen und beflügeln.
Stilride
Stil auf Rädern: Der Roller Stilride aus Schweden soll 2026 kommen. Er fährt bis zu 100 km/h schnell,
Bild: Stilride
Mit 11 PS sind 100 km/h möglich, die 5,1-kWh-Batterie ermöglicht eine Reichweite von bis zu 120 km. Allerdings war Stilbewusstsein schon immer etwas teurer, und das zeigt auch der Stilride: 15.000 Euro soll er kosten. Ab sofort sind Reservierungen möglich, die ersten Exemplare sollen im Frühjahr 2026 ausgeliefert werden.

Lambretta Elettra

Noch ist es nicht sicher; aber da 2023 ein seriennahes Modell vorgestellt wurde, kann der Marktstart der elektrischen Lambretta nicht mehr weit sein. Die Wiedergeburt einer Legende: In den 1950ern war Lambretta neben Vespa DIE Rollermarke mit dem eingebauten Dolce Vita.
Lambretta Elettra
Die elektrische Lambretta wurde bisher nur als Prototyp gezeigt.
Bild: Lambretta
Die neue Lambretta Elettra hat 15 PS und eine 4,6 kWh große Batterie, die bis zu 130 km Reichweite ermöglicht. Höchstgeschwindigkeit: 110 km/h. Scheibenbremsen mit ABS sind Serie. Preis: noch offen.
Diese Roller können viel mehr, als einen einfach nur beim Pendeln begleiten.