Leichte Retuschen und neue Motoren sollen den aktuellen BMW 3er gegen den kommenden A4 wappnen. Erst 2017 findet die Ablösung statt.
Bild: Werk
Ende Juli 2015 steht das – wohlgemerkt eher technische als optische – Facelift des BMW 3er beim Händler. Mit dezenten Aufwertungen an den Schürzen und Scheinwerfern (LED-Technologie) nimmt der frisch gemachte Bestseller in Teilen schon einmal die kommende 3er-Generation vorweg. Das betrifft vor allem die Antriebe mit dem neuen Dreizylinder mit 1,5 Litern Hubraum. Im Interieur schließen hochwertigere Materialien die entstandene Anmutungslücke zur neuen C-Klasse, während ein noch schnelleres und mit LTE-Speed ausgestattetes Navi das Infotainment beflügelt.
Der neue A4 ist optisch zurückhaltend, technisch nicht
Optisch geht der neue A4 auch als Facelift durch. Doch unter dem Blech hat sich dank der neuen Plattform viel getan.
Bild: Werk
So gerüstet will sich BMW gegen den just vorgestellten Audi A4 wappnen. Der basiert auf einem evolutionierten Längsbaukasten, der vom 1,4 Liter kleinen Vierzylinder bis zum V8 in der Theorie so ziemlich alles aufnehmen könnte, was das Werksregal hergibt. Optisch will der neue A4 die Singleframe-Tristesse der vergangenen Jahre aufbrechen. Eine markante Z-Kante an der Unterseite sorgt für Wiedererkennungswert, während die Sicken in der Haube in den seitlich abgeschrägten Grill übergehen. Am Heck sorgt eine große Abrisskante für einen klaren optischen und aerodynamischen Abschluss. Darunter sitzen scharf gezeichnete mehrteilige LED-Rückleuchten. Dank der bereits erwähnten MLB-evo-Plattform wurde der neue A4 bis zu 120 Kilogramm leichter. Bei den Motoren startet die Palette beim 1.4 TFSI mit 150 PS, den wir mit seiner Zylinderabschaltung aus dem A3 oder auch dem PassatB8 kennen. Eine Leistungsstufe darüber sitzt ein neu entwickelter Zweiliter-TFSI mit 190 PS, der mit einem effizienteren Brennverfahren arbeitet. Auf dem Parkett der Selbstzünder spielt der 2.0 TDI selbstredend auch beim B9 wieder die erste Geige, der V6 TDI mit drei Litern Hubraum erstarkt auf 272 PS. Später folgt ein g-tron-Modell, das Erdgas tanken kann. Bie den automatischen Getrieben ist die Siebengang S tronic jetzt auch für die Versionen mit Frontantrieb zuständig. Adaptive Dämpfer sind gehören ab den 190 PS-Motorisierungen zum Serienstandard. Im Herbst 2015 kommen die A4 Limousine und der A4 Avant in den Handel. Die Preise werden bei 30.000 Euro beginnen.
Dreizylinder als Benziner und Diesel sowie eine neue variable Architektur für Hinterradantrieb stehen beim neuen 3er auf der Agenda.
Bild: Larson
Bei BMW lässt man dem eingangs erwähnten Facelift des F30-3ers gut zwei Jahre Zeit, bis man dem A4 mit einer neuen Modellgeneration entgegentritt. Diese bezieht ihre Plattform in den Grundzügen vom künftigen 7er, wobei BMW die modulare Architektur schön der Reihe nach durch die Klassen herunterskaliert. Ende Oktober 2015 kommt das Luxusschiff 7er, 2016 der neue 5er und 2017 schließlich der 3er. Motorisch bündelt BMW seine komplette Armada an Baukastentriebwerken, denn neben dem 136 PS starken Dreizylinder im 318i stammen auch die beiden Vierzylinder mit 192 und 231 PS aus dieser Motorenfamilie. Dazu kommt der Reihensechser mit drei Liter Hubraum und 326 PS, der im neuen 340i seine Premiere feiert. Bis zum neuen Modell erwarten wir zwar, dass BMW die PS-Zahlen noch ein wenig nach oben anpasst, die Verhältnismäßigkeiten bleiben davon jedoch unberührt. Ebenso bei den Dieseln, wo der 316d den aktuell 116 PS starken Dreizylinder bekommt. Die Hauptlast liegt jedoch auf dem Vierzylinder, der aktuell gleich in drei Leistungsstufen von 150, 190 und 224 PS zu haben ist. Top-Diesel wird künftig der 330d als Reihensechser mit 272 PS und serienmäßigem xDrive-Allradantrieb. Beim Thema Hybrid hat der Kunde – ähnlich wie bei Tesla – künftig die Wahl zwischen unterschiedlich starken E-Motoren und Akkus mit mehr oder weniger Kapazität – je nach Anwendungsgebiet und Vorliebe des Kunden.
Im Heckbereich bleibt sich BMWs 3er-Reihe größtenteils treu. Die Schürze wird etwas voluminöser, und die Gürtellinie steigt stärker an.
Bild: Larson
Auf der Assistenzseite steht teilautonomes Fahren im Vordergrund. Dies umfasst, neben einem Stauassistenten, der bis Tempo 60 quasi alle wichtigen Eingaben übernimmt, auch einen Überhol- und Spurwechselassistenten. Die neueste Generation des Parkassistenten kann künftig auch selbstständig die Parklücke wieder verlassen. iDrive nimmt Eingaben künftig neben dem bekannten Dreh- Drück-Steller auch über Touchoder optionale Gestensteuerung entgegen. Ein weiterer Punkt betrifft das Internet im Auto und die Kommunikation von Fahrzeugen untereinander – unter anderem kommt eine verbesserte Version des Intelligenten Notrufsystems. Das F30-Facelift hat BMW mit LTE-Internet auf den heutigen Stand gebracht, im Neuen wird die Datenverbindung sogar noch schneller, je nachdem welcher Netzstandard in zwei Jahren aktuell ist. Noch nicht wirklich aktuell, weil zu weit in der Zukunft, sind die weiteren Derivate: M3 und M4 sollen in nächster Generation mittels zusätzlicher E-Lader an der 500-PS-Marke kratzen, mit 3er GT, 4er Gran Coupé, 4er Coupé und Cabrio füllt BMW zwischen 2018 und 2020 die Palette schließlich auf. Den neuen BMW 3er und alle weiteren BMW-Neuheiten finden Sie in der Bildergalerie.
Bildergalerie
Neue BMW (2023 bis 2025)
Neue BMW (2023 bis 2025)
1/15
AUTO BILD zeigt alle kommenden BMW-Modelle bis 2025! Los geht's mit dem BMW M2; Marktstart: April 2023; Preis: ab 72.800 Euro. Der neue M2 setzt auf alte Tugenden. Bedeutet: Sechs Zylinder und 460 PS unter der Haube, und auch eine Handschaltung ist im Angebot. Optisch präsentiert er sich kantig und bullig.
Bild: BMW Group
2/15
BMW XM; Preis: ab 170.000 Euro; Marktstart: Frühjahr 2023. Das zweite eigenständige M-Modell nach dem M1 wird ein großes SUV mit riesiger Doppel-Niere. Als Antrieb dient ein elektrifizierter V8, der Plug-in-Hybrid bringt es auf eine Systemleistung von 653 PS und bis zu 800 Nm Drehmoment.
Bild: BMW Group
3/15
BMW i7 M70; Preis: ca. 150.000 Euro; Marktstart: 2023. Die Variante "M70" ist das Topmodell des i7. Verantwortlich für den Vortrieb sind hier ein 258 PS starker E-Motor an der Vorderachse sowie ein 489 PS starker E-Motor hinten. Zusammen kommt der Allradantrieb dann auf 485 kW (660 PS).
Bild: BMW Group
4/15
BMW X5/X6 Facelift; Preis: ab 73.200 Euro (X5) bzw. ab 82.700 Euro (X6); Marktstart: 2023. Für einen noch präsenteren Auftritt sorgen künftig serienmäßige Designelemente des Modells xLine, neue Nieren und um 35 Millimeter flachere Scheinwerfer zieren die Front. Noch ...
Bild: BMW Group
5/15
... dynamischer wird's mit dem M-Sportpaket, das für den X6 sogar Teil der Serienausstattung wird – beim X5 wird es optional angeboten. Motorenseitig hält BMW an seinen bisherigen Antrieben fest, verpasst einigen aber noch einen Leistungs-Bonus.
Bild: BMW Group
6/15
BMW X5 M/X6 M Competition Facelift; Marktstart: 2023; Preis: ab ca. 160.000 Euro. Wie auch seine zahmen Geschwister bekommen auch die brutalen M-Brüder des X5 und X6 ein Facelift – erstmals mit 48 Volt-Bordnetz und immer als stärkere Competition-Version mit 625 PS.
Bild: BMW Group
7/15
BMW M3 CS; Preis: ab 146.000 Euro; Marktstart: 2023. BMW bringt den M3 als limitierten CS. Das Sondermodell hat 550 PS und beschleunigt dank Allrad schneller auf 100 km/h als der M4 CSL.
Bild: BMW Group
8/15
BMW 5er und i5 G60; Preis: ab 57.550 Euro (5er), ab 70.200 Euro (i5); Marktstart: Herbst 2023. Der neue 5er wird kein geschrumpfter 7er, die Nieren bleiben human und auch die Scheinwerfer bleiben einteilig. Bei den Abmessungen legt der neue dafür etwas zu, wird insgesamt ...
Bild: BMW Group
9/15
... zehn Zentimeter länger, drei Zentimeter höher und breiter. Motorenseitig setzen die Bayern auch durchgängige Elektrifizierung, erstmals gibt's den Oberklasse-BMW auch als vollelektrischen i5 – mit bis zu 601 PS und 582 Kilometern Reichweite.
Bild: BMW Group
10/15
BMW X2/iX2; Marktstart: 2023. Wie ein möglicher X2-Nachfolger motorisiert sein könnte, ist zurzeit noch reine Spekulation – allerdings wäre ein zweigleisiger Ansatz wie beim aktuellen X3 und iX3 denkbar.
Bild: Larson
11/15
BMW XM Label Red; Preis: 203.000 Euro Marktstart: Herbst 2023. Satte 748 PS, maximales Drehmoment von 1000 Nm – und das in einem SUV! Mit dem XM Label Red bringt BMW das stärkste Serienmodell der Marke – und die Produktion soll bereits im August 2023 starten.
Bild: BMW Group
12/15
BMW M5 Touring; Marktstart: 2024. Nach 17 Jahren soll es einen neuen M5 Touring geben – erst den dritten jemals. Über 700 PS sind auf jeden Fall denkbar und eine elektrische Variante wird es auch geben.
Bild: Bernhard Reichel
13/15
BMW X3; Preis: 60.000 Euro; Marktstart: 2025. Die Münchner setzen auf Antriebsvielfalt, wollen nicht nur Batterieautos produzieren. So nutzt der kommende iX3 die neue E-Technik, mit der sechsten Generation der eDrive-Antriebe und schneller 800-Volt-Technik (erlaubt bis zu 350 kW Ladeleistung), werden Benziner und Diesel der bisherigen CLAR-Plattform treu bleiben.
Bild: Larson
14/15
BMW 4er Facelift; Marktstart: 2024. Ähnlich wie beim 3er werden die Leuchten leicht modifiziert, die LED-Scheinwerfer erhalten eine neue Leuchtengrafik. Zudem scheint BMWdie Stoßfänger leicht zu überarbeiten, die seitlichen Lufteinlässe dürften neu gestaltet werden.
Bild: Bernhard Reichel
15/15
BMW i3; Marktstart 2025. BMW belebt die "Neue Klasse" wieder – mit einer neuen Plattform, die ausschließlich auf Elektroantriebe setzt. 2025 dürfte die Neue Klasse dann mit dem künftigen i3 an den Start gehen.