Nissan GT-R Nismo Facelift (2019)

Nissan GT-R Nismo Facelift (2019)

Nissan GT-R Nismo Facelift (2019): Test, Preis, technische Daten, Motor, Auspuff, PS, Innenraum

Nissan GT-R Nismo ist immer noch ein Biest!

Facelift für den GT-R Nismo. Die Leistung bleibt zwar bei 600 PS, dafür hat Nissan ordentlich Gewicht eingespart. AUTO BILD ist ihn gefahren.

Vorstellung: 30 Kilogramm weniger

Update für den GT-R Nismo. Seit der letzten umfassenden Modernisierung des stärksten GT-R-Modells im Jahr 2018 ist ein Jahr vergangen. Zeit für die japanischen Ingenieure, dem GT-R der Baureihe R35 ein Update zu verpassen – wieder einmal, muss man sagen, denn die Basis des R35 ist mittlerweile 12 Jahre alt und wurde in regelmäßigen Abständen aufgefrischt. Beim aktuellen Facelift, das den Nismo ins Modelljahr 2020 hievt, lag der Fokus auf Gewichtsreduzierung. Insgesamt konnten die Entwickler gute 30 Kilogramm einsparen. Damit kommt der GT-R Nismo jetzt auf ein Leergewicht von 1725 Kilogramm. Im Gegensatz zum Gewicht, ist der Preis angestiegen. Nissan berechnet für den GT-R Nismo 209.990 Euro. Im Gegensatz zum Vorgänger ein Aufschlag von gut 25.000 Euro. Optionen gibt es dafür nicht, einzige Wahlmöglichkeit ist die Lackfarbe (Rot, Schwarz, Weiß, Silber).

Carbonteile drücken das Gewicht

Die Endrohre der Titanauspuffanlage sind beim Facelift hitzebehandelt und schimmern bläulich.

Die Gewichtreduzierung geht auf die Verwendung von Carbon-Teilen für die Karosserie zurück. So ist die Haube mit den NACA-Lufteinlässen aus CFK gefertigt. Ersparnis: zwei Kilo. Die Kotflügel mit den charakteristischen Entlüftungsschlitzen, die heiße Luft aus dem Motorraum ableiten, sind ebenfalls aus Carbon und sparen 4,5 Kilogramm Masse ein. Dazu kommen das Carbon-Dach und ein Carbon-Kofferraumdeckel. Insgesamt senken die Karosserieteile das Gewicht um 10,5 Kilogramm. Eindeutiges Erkennungsmerkmal des Faceliftmodells sind die neu gestalteten 20-Zoll-Felgen von Rays. Das neue Neunspeichen-Design soll die Felge steifer machen und spart 100 Gramm. Einen entscheidenden Anteil an der Reduzierung der ungefederten Massen hat die serienmäßige Carbon-Keramik-Bremsanlage. Ganze 16,3 Kilogramm ist sie leichter als beim Vorgänger, der noch auf eine Stahl-Bremsanlage vertraute. Bei der Scheibengrößen haben die Nismo-Techniker in die oberen Regalbretter von Brembo gegriffen und dem GT-R Nismo Scheiben mit 410 Millimeter Durchmesser an der Vorderachse sowie 390 Millimeter an der Hinterachse gegönnt. In die Zange genommen werden sie von Sechskolbenbremssätteln vorne, hinten pressen Vierkolbenbremssättel neu entwickelte Beläge auf die Scheiben. Für die Umsetzung der Kraft – sowohl in Längs- als auch in Querrichtung sind Dunlop-Reifen (SP Sportmaxx GT 600 DSST CTT NR1) aufgezogen. Deren rundere Reifenflanke vergrößert laut Nissan die Kontaktfläche zwischen Gummi und Asphalt. Versprochenes Resultat sind bessere Rundenzeiten.

Motor und Getriebe: Neue Turbos, gleiche Leistung

Die Maximaldrehzahl des V6-Biturbo liegt bei 7100 Umdrehungen pro Minute.

Unter der Haube bleibt auf den ersten Blick alles beim Bewährten. Die oft gestellte Frage nach der Mehrleistung des Facelift-Modells fällt negativ aus. Der in Japan handgefertigte VR38DETT V6-Biturbo leistet weiterhin glatte 600 PS und stemmt 652 Nm maximales Drehmoment. Im Verborgenen gab es aber dennoch Veränderungen. Die Turbinen der beiden Turbolader wurden um eine Laderschaufel erleichtert – zehn statt elf. Das reduziert die Masse. Zusätzlich wurden die Turbinenschaufeln neu gestaltet und sind jetzt dünner, haben eine geringere Trägheit. Beides soll das Ansprechverhalten der Turbolader verbessern. Das an der Hinterachse platzierte Doppelkupplungsgetriebe mit nach wie vor sechs Gängen hat im R-Modus ein neues Mapping bekommen: Aggressivere Gangwechsel und eine verbesserte Gangwahl bei schneller Fahrt auf der Rennstrecke.

Neue Sportwagen (2019, 2020, 2021, 2022 und 2023)

Fahren: Brutale Beschleunigung

Die neu gestalteten Recaro Sportsitze sparen zusammen 2,8 kg Gewicht und bieten sehr gute Seitenführung.

Zündung an! AUTO BILD geht auf Testfahrt im GT-R Nismo Facelift. Schon beim Anlassen wird klar, dass das Getriebe an der Hinterachse immer noch fröhlich vor sich hinrasseln darf. Wir starten im "Comfort"-Modus des Fahrwerks, der die Bilsteindämpfer vermeintlich weicher stimmen soll. Erste Bodenwelle – mit Komfort hat das nichts zu tun. Der GT-R zuckt über die Fahrbahnunebenheiten. Hier ist also auch im Komfortmodus noch sehr viel Sport angesagt. Klar wird auch: Das Chassis des Radikal-GT-R fühlt sich zumindest im öffentlichen Straßenverkehr sehr steif an. Schaltet man über den Normal-Modus in den "R"-Mode des Fahrwerks, verstärkt sich der Effekt spürbar. Abseits der gut asphaltierten Rennstrecke kann diese Dämpfereinstellung getrost ignoriert werden. Auffallend positiv ist die direkte und präzise Lenkung des Nismo. Er folgt selbst kleinsten Korrekturen am Alcantara-Lenkrad ohne Verzögerung und fühlt sich dadurch wesentlich kompakter an als er in Wahrheit ist. Trotz seiner fast 1,90 Meter Breite lässt sich der GT-R auch auf winkligen Landstraßen hervorragend platzieren, pfeilt neutral und praktisch ohne Seitenneigung durch Kurven aller Radien.
Eine weitere Einstellmöglichkeit bietet der Antriebsstrang. Im "Save"-Modus reagiert der V6 Biturbo relativ verhalten auf Gasbefehle und gibt sich handzahm. Doch bereits im neutralen Normal-Programm ändert sich die Leistungsbereitschaft des Nismo. Das Getriebe schaltet zackiger hoch. Ab und an verschleppt es im manuellen Modus die Downshifts etwas, aber im Allgemeinen fühlt sich der große Japaner so bereits souverän-supersportlich an, verkrallt die Dunlops beim Kickdown eindrucksvoll im Asphalt, um nach vorne zu pacen. Selbst bei Richtgeschwindigkeit auf der Autobahn überfallen die 652 Nm Drehmoment spürbar vehement den Antriebsstrang. Erst oberhalb von 280 km/h nimmt der enorme Vorwärtsdrang etwas ab und findet erst bei 315 km/h ein Ende. Auch bei sehr hohen Geschwindigkeiten drohen keine Schweißausbrüche, der Nismo fühlt sich auch bei höchsten Tempi spürbar wohl. Abseits der tempolimitlosen Autobahn ist der Führerschein bei jedem längeren Gasstoß aber in höchster Gefahr.

Die neue Bremse packt kraftvoll zu und bildet ein gutes Gegengewicht zum Vorwärtsdrang des Nismo.

Die ganz große Show entfesselt der GT-R im "R"-Modus des Antriebs. Die Gasanahme ist bissig – fast wie bei einem großvolumigen Sauger, der Sound heiser fauchend (der Nismo darf ohne OPF-Pfropf ausatmen), das Getriebe legt die Gänge mit viel Nachdruck ein. Brachial! Ob das Ansprechverhalten der neuen Turbos besser ist? Schwer zu sagen. In jedem Fall ist die typische Turboverzögerung sehr kurz und wird im nachfolgenden Beschleunigungsrausch weggebügelt.

Technische Daten

Nissan GT-R Nismo • Motor: 3,8-Liter-V6-Biturbo • Leistung: 441 kW (600 PS) • maximales Drehmoment: 652 Nm • Getriebe: Sechsgang-DKG • Höchstgeschwindigkeit: 315 km/h • Preis: 209.990 Euro.

Nissan GT-R Nismo Facelift (2019)

Peter R. Fischer

Peter R. Fischer

Fazit

An Faszination hat der GT-R Nismo kein bisschen eingebüßt. Er faucht und sprintet. Ist rauh und trotzdem beherrschbar. Das Gesamtpaket stimmt. Ob die Detailverbesserungen funktionieren, müssen die ersten Rundenzeiten zeigen. Als Spaßbremse entpuppt sich der Preis: Mit dem Sprung über die 200.000-Euro-Marke ist er endgültig in 911 Turbo S-Regionen angekommen. Selbst der Preis ist hier biestig.

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