Der VW T3 ist einer der coolsten VW-Busse: So nostalgisch und praktisch zugleich wie der Kasten-Bulli ist wohl keine andere Generation der T-Baureihe von Volkswagen Nutzfahrzeuge. Ein zuverlässiger Kumpel ist der VW Bus zudem – wenn die Pflege stimmt. Doch Interessenten sollten mit Vorsicht wählen. Zum einen tauchen auf dem Markt immer mal wieder T3 als rostige Ruinen auf.
Hinweis
VW T3 Bus bei eBay
Zum anderen werden verbastelte T3 mitunter für viel Geld angeboten. Bei diesem grünen 9-Sitzer, der gerade in Otterndorf (Niedersachsen) für 14.500 Euro verkauft wird, könnten die Qualitäten dagegen stimmen.

Pluspunkt Nummer eins: ein ehrliches Inserat

VW Bus T3  H-Kennzeichen
Der grüne Bulli wirkt auf den Fotos supergepflegt. Genau hinzusehen ist vor dem Kauf trotzdem Pflicht.

Als Erstes überzeugt die offene Art des Verkäufers. Im Kfz-Schein des T3 seien 110 km/h Höchstgeschwindigkeit eingetragen, erklärt er im Inserat. Und fügt hinzu: Schneller fahre der Bus auch nicht. Das ist treffend beschrieben. Wer sich für einen T3 mit 50-PS-Diesel wie diesen erwärmen will, der darf nicht von den Fahrleistungen eines modernen VW Bus ausgehen. Darüber hinaus wird der grüne Bulli trotz eines relativ kurzen Anzeigetextes bis ins Detail beschrieben. Von der Erstzulassung im Mai 1982 ist genauso zu lesen wie vom nächsten TÜV-Termin im Juli 2022. Sogar die Profiltiefen von Sommer- und Winterreifen werden angegeben. Dazu kommt der Verbrauch von 8,5 Litern Diesel auf 100 Kilometer. Der ist angesichts des Vierganggetriebes vermutlich realistisch eingeschätzt und vermittelt dem potenziellen Käufer einen ehrlichen Eindruck von den Eigenheiten des Busses. Und schließlich sind da noch die Schwächen: Der Verkäufer führt einen Defekt in der Scheibenwaschwasseranlage und kleinere Lackschäden auf, letztere mit Verweis auf den TÜV-Bericht.

Pluspunkt Nummer zwei: originaler Zustand und wichtige Details

Positiv fällt am Inserat auf, dass der angebotene Bus offenbar sehr original ist. Das gibt der Verkäufer so an, und das angeschraubte  H-Kennzeichen stützt den Eindruck. Aber auch die Fotos zeigen einen VW Bus, an dem offenbar nicht herumgebastelt wurde. Zwar spricht grundsätzlich nichts gegen die Individualisierung eines Kfz oder den in Eigenregie erfolgten Ausbau eines VW T3. Doch richtig wertvoll sind nur originale Fahrzeuge. Ganz zu schweigen davon, dass die Qualität eines Umbaus vom Interessenten immer besonders genau geprüft werden sollte. Zum originalen Zustand kommen interessante Details wie die beiden Radsätze inklusive Radkappen. Allein ein Satz originaler Radkappen für den T3 kann bis zu mehrere Hundert Euro kosten.
Hinweis
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Wer sich für den grünen VW T3 begeistern kann, der sollte dennoch ein paar Dinge beachten. Als Erstes handelt es sich bei dem Bus offenbar um ein ehemaliges Behördenauto, das keinerlei Ausstattung an Bord hat. Teppiche gibt es im Fahrzeug nicht und wahrscheinlich auch keine Servolenkung. Purer geht T3-Fahren nicht. Das muss man wollen oder zumindest ausprobieren.
VW Bus T3  H-Kennzeichen
An Bord des inserierten T3 dürfte nur das zum Fahren und Transportieren absolut Notwendige zu finden sein.
Vor allem in Kombination mit dem sehr gemütlichen 50-PS-Diesel. Auf dem Dach scheint sich ein Strahler zu befinden. Wer eine Garage zu Hause hat, sollte also nachmessen. Und schließlich ist da noch das Thema Rost. Trotz schöner Bilder in der Anzeige und bestehendem H-Kennzeichen sollte der grüne T3 zwingend von unten genau angesehen werden: Otterndorf liegt direkt an der Nordseeküste in salziger Meerluft, und T3 können einfach richtig rosten. Überzeugt der nötige Termin vor Ort und stimmen alle Voraussetzungen, dann könnte dieser T3 dagegen ein interessantes Sammlerobjekt oder eine spannende Basis für einen Ausbau sein!