Kia Ceed III (2018): Erste Fahrt und Sitzprobe

Kia Ceed III (2018): Erste Fahrt und Sitzprobe

Kia Ceed III (2018): Test, Preis, Innenraum & alle Infos

— 19.02.2018

Alles zum neuen Kia Ceed

Die dritte Generation des Kia Ceed kommt mit mehr Technik und kann teilautonom fahren. AUTO BILD hat alle Infos, die Sitzprobe und den ersten Fahrbericht!

Vorstellung: Neue Schreibweise, mehr Technik
Innenraum: Neuer Ceed mit Sitzbelüftung
Fahren: Test im Prototyp
Ausstattung: Erste beheizbare Frontscheibe bei Kia
Motoren: Mildhybrid geplant (Update!)
Technische Daten: Zwischen 100 und 136 PS

Vorstellung: Neue Schreibweise, mehr Technik

Länge und Radstand bleiben gleich, der neue Ceed ist allerdings etwas flacher und breiter.

Der Kia Ceed startet jetzt in dritter Generation – ohne Apostroph im Namen (statt "cee'd" künftig "Ceed") und mit mehr Technik an Bord. Eine beheizbare Windschutzscheibe ist nun ebenso im Programm wie ein Stauassistent, der das Auto bis 130 km/h selbst fahren lässt – die Hände müssen aber am Lenkrad bleiben. Länge und Radstand bleiben gleich, das neue Modell ist allerdings etwas flacher (1447 Millimeter, also minus 23 Millimeter) und breiter (1800 Millimeter, also plus 20 Millimeter). Außerdem hat Kia dem Frontüberhang ein paar Millimeter abgezwackt und sie am hinteren Überhang wieder drangebastelt. Designtechnisch ist der neue Ceed etwas klarer gestaltet als der Vorgänger, statt süßer Rundungen prägen jetzt sportlichere, kantigere Linien das Blech. Der Ceed basiert auf der gleichen Plattform wie der Hyundai i30. Die Verwandtschaft ist grob erkennbar, besonders an der C-Säule schimmert der i30 durch.

An der Front ist das Familiengesicht mit dem "Tiger-Nose"-Grill breiter geworden, genau wie der Lufteinlass darunter. Am Heck bleibt der Blick zuerst an den umgestalteten Rückleuchten mit dem neuen LED-Tagfahrlicht hängen. Danach fällt der Blick auf die darunterliegenden hochkant eingelassenen Reflektoren, die jetzt nicht mehr so Schlund-artig wie beim Vorgänger wirken. Von der neuen Ceed-Generation soll es vier Karosserievarianten geben, denn neben Fünftürer, Kombi und Shooting Brake halten sich vehement Gerüchte über eine eigene SUV-Variante. Marktstart ist im Sommer 2018, preislich geht es bei 16.000 Euro los. Premiere ist auf dem Genfer Autosalon.

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Innenraum: Neuer Ceed mit Sitzbelüftung

Der überarbeitete Innenraum ist aus dem Kia Stonic bekannt und dem Fahrer zugewandt.

Beim ersten Blick ins Cockpit fällt auf, dass etwas fehlt – die Schießscharte mit der Digitaluhr und der Temperaturanzeige auf dem Armaturenbrett ist verschwunden. So richtig zeitgemäß war das Element nicht mehr – gar nicht schlimm, dass es jetzt weg ist. Der überarbeitete Innenraum ist aus dem Kia Stonic bekannt und dem Fahrer zugewandt. Die Mittelkonsole ist zweigeteilt: Obendrauf sitzt der Bildschirm für das Infotainment, in Vollausstattung als Achtzoll-Touchscreen mit Navi, darunter befinden sich die Knöpfe für Musikplayer, Klimaanlage und die optionale Sitzheizung und -belüftung. Viele Knöpfe. Für unseren Geschmack hätte Kia da ein wenig abspecken können. Schnell, flüssig und intuitiv dagegen funktioniert die Bedienung des Touchscreens. Die Ladezeiten beim Springen zwischen den Menüs sind deutlich kürzer als beim Karosseriebruder i30 – der ist aber auch ein Jahr älter. Die Materialien sind ordentlich, Klavierlack, Metalleinlagen und perforiertes Leder mit Kontrastnähten auf den Sitzen lassen den kompakten Kia eine Spur edler rüberkommen als seinen Vorgänger. Die überarbeitete Tachoeinheit hat inzwischen eine LCD-Anzeige zwischen den beiden Rundinstrumenten, die sich über das Lenkrad bedienen lässt. Dank tieferer Sitzposition bekommt der Fahrer mehr Kopffreiheit, für die Passagiere im Fond gibt es mehr Schulterfreiheit. Auf der Rückbank ist tatsächlich genügend Platz für zwei Erwachsene, zu dritt wird es hier kuschelig. Der Kofferraum dahinter ist auf 395 Liter gewachsen (vorher 380 Liter). Überzeugend ist die niedrige Ladekante, die das Beladen auch für weniger groß gewachsene Menschen einfach machen dürfte.

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Fahren: Test im Prototyp

Obwohl der Ceed sportlicher und dynamischer geworden ist, geschah das nicht auf Kosten des Komforts.

Bei den ersten Testfahrten im getarnten Prototyp machte der aufgeladene Dreizylinder mit seinen 120 PS einen guten Eindruck. Obwohl sich das Team rund um Entwicklungs-Chef Albert Biermann (ehemals BMW M GmbH) erfolgreich bemüht hat, die dritte Ceed-Generation sportlicher und dynamischer werden zu lassen, geschah dies nicht auf Kosten des Komforts. Selbst auf mäßigen Straßen federt der Ceed-Prototyp gelassen alle Unebenheiten weg, und trotz Prototypenstand gelangen kaum störende Geräusche in den gut gedämmten Innenraum. Mit dem kleinen Dreizylinder kommt man flott voran, wobei spürbare Leistungsschübe schon aufgrund der überschaubaren 172 Nm Drehmoment (bei 4000 Umdrehungen) nicht zu erwarten sind. In der Innenstadt oder im Verkehr in Stadtnähe ist der Einliter T-GDI allemal ausreichend, auf der Autobahn oder Landstraße muss man den präsenten Dreizylinder mit häufigen Schaltvorgängen bei Laune halten. Insbesondere bei Überholmanövern kommt man um wiederholtes Herunterschalten nicht umhin, was den avisierten Normverbrauch von 4,4 Litern nennenswert nach oben drückt. Was der neuen Ceed-Generation überraschenderweise fehlt, sind eine Allradoption und eine elektronische Dämpferabstimmung. Der Fahrprogrammschalter beeinflusst allein Gaspedalannahme, Lenkung und Gangwechsel bei den Versionen mit Doppelkupplung.

Ausstattung: Erste beheizbare Frontscheibe bei Kia

Für den neuen Ceed bietet Kia ein "Eco Pack" mit aktivem Kühlergrill an.

Neben der fünftürigen Schrägheckvariante bringt Kia später noch einen auf Sport getrimmten GT und einen lediglich sportlich aussehenden GT Line. Zukünftige Ceed-Fahrer haben die Wahl aus elf Lackfarben sowie Sitzbezügen aus Stoff, Kunstleder und Leder. Lederlenkrad und -schaltknauf gibt es optional. Neben 15-Zoll-Stahlfelgen stehen zudem 16-Zoll-Räder (Stahl und Alu) sowie 17-Zoll-Bi-Color-Leichtmetallfelgen auf der Aufpreisliste. Serienmäßig kommt der Ceed mit einem kleinen Fünfzoll-Bildschirm, optional wächst der zum Siebenzoll-Touchscreen oder zum Achtzoll-Touchscreen mit Navi. Dann kann man das Handy per Apple Car Play und Android Auto verbinden und die Sprachsteuerung nutzen. Immer an Bord ist eine Bluetooth-Freisprecheinrichtung. Weitere Extras: ein Soundsystem von JBL, die neue beheizbare Windschutzscheibe, induktives Laden, Sitzbelüftung vorn sowie Sitzheizung vorn und hinten. Für den neuen Ceed bietet Kia außerdem ein "Eco Pack" an: Das kommt mit aktivem Kühlergrill (öffnet sich bei Bedarf und sorgt für bessere Aerodynamik), erweiterter Unterbodenverkleidung und Tieferlegung um fünf Millimeter. Die Koreaner fahren auch einiges an Assistenzsystemen auf: Fernlichtassistent, Müdigkeitswarner, aktiver Spurhalteassistent und autonomer Notbremsassistent mit Fußgängererkennung stehen zur Wahl. Eine Besonderheit: Der Kompakte kommt auf Wunsch mit einem Stauassistenten, der das Auto bis 130 km/h teilautonom steuert. Es hält selbstständig die Spur und den Abstand zum Vordermann ein und bremst ab. Die Hände müssen allerdings am Lenkrad bleiben.

Motoren: Mildhybrid geplant

Die Motorenfamilie im neuen Kia Ceed startet beim bekannten Einliter-Dreizylinder-Benziner mit 120 PS. Darüber rangiert ein neuer 1,4-Liter-T-GDI, der das bisherige 1,6-Liter-Triebwerk ersetzt. Bei den Selbstzündern gibt es einen 1,6-Liter-CRDi, der 115 oder 136 PS leistet und zwischen 3,4 und 4,0 Litern verbrauchen soll. Auf Wunsch gibt es für die beiden Diesel und den 1,4-Liter-T-GDI ein siebenstufiges Doppelkupplungsgetriebe. Nach Informationen von autonews wird es außerdem einen Ceed mit 48-Volt-Bordnetz, einen Mildhybrid, geben. Die Teilelektrifizierung soll Sprit sparen und der großen Nachfrage an elektrifizierten Antrieben nachkommen. Der Mildhybrid soll 2019 nachgereicht werden.

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Technische Daten: Zwischen 100 und 136 PS

Kia Ceed 1.4 • Motor: Vierzylinder • Hubraum: 1396 ccm • Leistung: 73 kW (100 PS) • Maximales Drehmoment: 172 Nm • Getriebe: Sechsgang-Handschaltung • Verbrauch: 5,8 l/100 km.

Kia Ceed 1.0 T-GDi • Motor: 3-Zylinder Reihenmotor mit Turboaufladung • Hubraum: 999 ccm • Leistung: 88 kW (120 PS) • Maximales Drehmoment: 172 Nm • Getriebe: Sechsgang-Handschaltung • Höchstgeschwindigkeit: 190 km/h • Beschleunigung 0-100 km/h: 11,1 s • Verbrauch: 4,4 l/100 km.

Kia Ceed 1.4 T-GDi • Leistung: 103 kW (140 PS) • Getriebe: Sechsgang-Handschaltung/Automatik • Verbrauch: 5,5 l/100 km (Automatik), 5,4 l/100 km (Schaltung).

Kia Ceed 1.6 CRDi 115 • Leistung: 84 kW (115 PS) • maximales Drehmoment: 280 Nm • Getriebe: Sechsgang-Handschaltung • Verbrauch: 3,8 l/100 km.

Kia Ceed 1.6 CRDi 136 • Leistung: 100 kW (136 PS) • maximales Drehmoment: 280 Nm • Getriebe: Sechsgang-Handschaltung/Automatik • Verbrauch: 4,1 l/100 km (Automatik), 3,9 l/100 km (Schaltung).

Kia Ceed III (2018): Erste Fahrt und Sitzprobe

Autoren: Joaquim Oliveira, Katharina Berndt

Stichworte:

Kompaktklasse

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