Lamborghini Aventador S (2017): Vorstellung

Lamborghini Aventador S (2017): Vorstellung

Lamborghini Aventador S (2017) im Test: Fahrbericht

— 23.01.2017

Lambo bleibt dem Sauger treu

Der Lamborghini Aventador S bekommt nicht nur 40 PS mehr, sondern auch eine Hinterachslenkung spendiert. So fährt der Supersportwagen!

Vorstellung: So stark wie die Konkurrenz aus Maranello
Interieur: Keine Änderungen beim Aventador S
Fahren: Der Aventador S fühlt sich kleiner und leichter an
Ausstattung: Speziell entwickelter Reifen für den Aventador S
Connectivity: Apple CarPlay serienmäßig
Motor: Lamborghini bleibt beim Sauger
Technische Daten und Preis: Knapp 14.000 Euro Aufpreis
Gebrauchtwagen: Unter 270.000 Euro geht nichts

Vorstellung: So stark wie die Konkurrenz aus Maranello

Facelift für Lamborghinis V12-Topmodell. Der Aventador wird zum Frühjahr 2017 zum Aventador S. Den "S"-Zusatz gab es schon bei früheren Modellen, wie beispielsweise dem Miura S. Das Aventador Facelift wurde optisch nur dezent weiterentwickelt. Der Aventador S bekommt eine Front im SV-Stil und am Heck einen mittigen Auspuff mit drei Endrohren. Ein aktiver Heckflügel nimmt je nach Modus und Geschwindigkeit drei verschiedene Stellungen ein. Der Abtrieb an der Vorderachse wurde laut Lamborghini um 130 Prozent verbessert. Wie auch die Erzrivalen aus Maranello setzt Lamborghini beim Aventador weiterhin auf einen V12-Sauger, der mit dem Facelift jetzt genau so stark ist wie der im Ferrari F12 Berlinetta (740 PS).
Premiere für den Lamborghini Aventador S ist auf dem Autosalon Genf 2017

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Interieur: Keine Änderungen beim Aventador S

Das Interieur wurde beim Facelift nicht angetastet. Die einzigen Änderungen betreffen die Instrumente und das Navigationssystem.
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Fahren: Der Aventador S fühlt sich kleiner und leichter an

Trotz durchweg nasser Bedingungen bei der Testfahrt wird schnell klar, dass es sich bei den Modifikationen am Aventador S um mehr als nur ein kleines Facelift handelt. Zentraler Bestandteil ist die Vierradlenkung, die bei langsamem Tempo den Lenkradius (um 50 Zentimeter) verkleinert, bei höherem Tempo (bis Vmax 350 km/h) den gleichen Lenkwinkel wie die Vorderräder einschlägt und den Radstand somit virtuell um rund 70 Zentimeter verlängert. Im direkten (Slalom-)Vergleich mit dem Vorgänger reduziert die Hinterradlenkung das Untersteuern beim Einlenken und stabilisiert die Fahrt im Kurvenverlauf. Die neu justierte (und der Hinterradlenkung sowie der neuen Aufhängungsgeometrie inklusive neuer Hinterachsfedern angepasste) Lenkung arbeitet mit variablen Haltekräften und Übersetzungen, was intuitiv angenehm erscheint und im Vergleich zum Vorgänger die Agilität in schnellen Wechselkurven und beim Einlenken erhöht. Es erscheint fast die Illusion, der "S" sei kleiner und leichter als der Vorgänger. Dazu wurden die magnetorheologischen Dämpfer angepasst. Zudem gibt es ein neues Fahrprogramm EGO, das die Konfiguration von den einzelnen Komponenten wie Lenkung, Antriebstrang und Dämpfer individuell regeln lässt – ein Novum bei Lamborghini.
 

Die Zentralverschluss-Felgen in den Größen 20-/21-Zoll sind bereits vom Aventador SV bekannt.

Die höhere Motorleistung verbessert die Fahrleistungen nicht. Hier lag das Hauptaugenmerk im spürbar besseren Ansprechverhalten und einer breiteren Verteilung des Drehmoments bei hohen Drehzahlen. Auch das Sounderlebnis wurde überarbeitet; in den heftigeren Fahrmodi Sport und Corsa brüllt und schreit der Motor nun noch fideler und aggressiver.

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Ausstattung: Speziell entwickelter Reifen für den Aventador S

Die größte Veränderung im Vergleich zum auslaufenden Lamborghini Aventador LP700-4 ist die Hinterradlenkung, die erstmals in einem Serien-Lambo verbaut wird. Zusätzlich haben die Italiener die Pushrod-Radaufhängung überarbeitet. Alle vier Fahrmodi wurden an die Hinterradlenkung angepasst, neu ist der EGO-Modus. Serienmäßig verbaut Lamborghini einen neuentwickelten Sportauspuff, der rund 20 Prozent Gewicht einspart. Auch die Zylinderabschaltung und ein Start-/Stop-Stystem sind werkseitig an Bord, wenn auch etwas sonderbar bei einem 740 PS starken V12-Mittelmotorsportwagen. Die Keramikbremsen messen 400 Millimeter and der Vorderachse und 380 Millimeter an der Hinterachse und kosten keinen Aufpreis. Zusammen mit Reifenhersteller Pirelli wurde speziell für den Aventador S ein P Zero Reifen entwickelt. Für alle Wünsche, die ab Werk unerfüllt bleiben, gibt es auch beim neuen Aventador S die "Ad Personam" genannte Exklusivabteilung von Lamborghini.

Connectivity: Apple CarPlay serienmäßig

Das Audi-Infotainment kann jetzt auch Apple Carplay serienmäßig.

Beim Aventador S wurden die digitalen Anzeigen überarbeitet. Ein Telemetriesystem für Fahr- und Perfomancedaten kostet extra. Dafür gehört Apple CarPlay ab dem neuen Modelljahr zum Serienumfang. Lange wurde zudem vermutet, dass das vom Hypersportwagen Centenario bekannte Infotainment-System, auch in den Aventador S Einzug erhält. Jetzt wissen wir, auch beim Facelift bleibt es beim inzwischen etwas in die Jahre gekommenen Navi von Audi. Für den Aventador-Nachfolger versprechen die Italiener allerdings ein komplett neues und von Audi unabhängiges System. Vielleicht doch das Infotainment aus dem Centenario?

Motor: Lamborghini bleibt beim Sauger

Der 6,5-Liter-V12-Sauger leistet 740 PS statt bisher 700 PS im Aventador LP700-4.

Während die meisten Hersteller aktuell sogar bei Sportwagen auf Turbomotoren setzen, bleibt Lamborghini dem Sauger treu! Sowohl der kleinere Huracán (V10 mit 580 PS - 610 PS), als auch der Aventador S setzen auf Saugmotoren. Im Aventador Facelift bleibt es beim 6,5-Liter-V12, der jetzt 740 PS und somit nur 10 PS weniger als im Topmodell Aventador LP750-4 SV leistet. Die 40-Zusatz-PS im Vergleich zum bisher angebotenen Aventador LP700-4 werden durch Optimierungen der variablen Ventilsteuerung und des variablen Ansaugsystems erreicht. Außerdem wurde die Maximaldrehzahl von 8300 U/min auf 8500 U/min angehoben.

Lamborghini Aventador S (2017): Fahrbericht

Technische Daten und Preis: Knapp 14.000 Euro Aufpreis

Lamborghini Aventador S• Motor: V12-Sauger • Hubraum: 6498 ccm • Leistung: 544 kW (740 PS) bei 8400 U/min • max. Drehmoment: 690 Nm bei 5500 U/min • Beschleunigung: 0-100 km/h in 2,9 s • Topspeed: 350 km/h • Gewicht: 1575 kg • Verbrauch: 16,9 l/100 km • Preis: 335.050 Euro.

Vor dem Facelift betrug der Grundpreis für den Lamborghini Aventador 321.300 Euro. Für einen Aufpreis von knapp 14.000 Euro erhalten die Kunden ab sofort eine aufwendige Hinterachslenkung, eine überarbeitete Optik und 40 PS Mehrleistung.

Gebrauchtwagen: Unter 270.000 Euro geht nichts

Das Sondermodell Aventador LP720-4 50th Anniversario ist extrem gesucht und sehr teuer.

Für ein so exklusives Auto ist die Auswahl an gebrauchten Modellen relativ groß. Rund 50 Fahrzeuge werden aktuell online angeboten. Unter 270.000 Euro geht allerdings gar nichts. Die meisten gebrauchten Lamborghini Aventador liegen bei um die 300.000 Euro. Dafür gibt es mit etwas Geduld auch schon einen Aventador Roadster. Desen zweiteiliges Dachsystem ist im Vergleich zum Vorgänger Murciélago deutlich ausgereifter ist. Vom 2011 eingeführten Lamborghini Aventador gibt es zudem zahlreiche Sondermodelle, die besonders preisstabil sind. Der Aventador LP720-4 50th Anniversario ist nicht unter 485.000 Euro zu finden und auch der auf 600 Stück limitierte Aventador SV kostet mindestens 495.000 Euro, der auf 500 Stück limitierte Aventador SV Roadster ist noch mal teurer. Probleme beim Lamborghini Aventador betreffen in erster Linie anfällige Kupplungen, allerdings gibt es ein werksseitiges Update. Vorsicht zudem bei Auspuffanlagen vom Tuner, zum Teil setzt sich der Supersportwagen selbst in Brand. Die Unterhaltskosten sind exorbitant hoch!

Autoren: Jan Götze, Ralf Kund

Stichworte:

Supersportwagen

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