Mazda SKYACTIV-X (2019): Vorstellung

Mazda Skyactiv-X (2019): Vorstellung

— 07.09.2017

Otto-Selbstzünder bei Mazda

Mazda möchte die Funktionsweise aus Diesel- und Otto-Prinzip vereinen. Für 2019 planen die Japaner den ersten Serien-Benzin-Motor mit homogener Kompressionszündung. Fahrbericht!

Selbstzünder verwenden Diesel als Kraftstoff. Überträgt man das Prinzip auf Benzin, spricht man von Kompressionszündung.

Mazda kündigt für 2019 den ersten serienmäßigen Benzin-Motor mit "homogener Kompressionszündung" – oder kurz HCCI – an. Ähnlich wie bei einem Dieselmotor zündet das Benzin-Luft-Gemisch bei dieser Motoren-Art selbstständig. Konventionelle Otto-Motoren benötigen für die Verbrennung einen Zündfunken, da Benzin aufgrund hoher Octan-Zahlen hierzulande nicht besonders zündwillig ist. Mazdas Serien-Kompressionszünder (oder Selbstzünder) soll auf den Namen Skyactiv-X hören und ein Kompromiss zwischen fremdgezündeten Otto-Motoren und selbstzündenden Diesel-Aggregaten sein. So findet die Kompressionszündung nur im Teillast-Bereich und unter bestimmten Motor-Parametern statt. Tritt der Fahrer etwas mehr aufs Gaspedal, setzt die Fremdzündung wieder ein. Zur Leistungssteigerung setzten die Japaner auf einen Kompressor. Gegenüber den aktuellen Skyactiv-Modellen gibt Mazda eine Kraftstoffeinsparung von bis zu 30 Prozent an.

Möglich macht es ein erweiterter Betriebsbereich

Bislang standen Ingenieure vor zwei Herausforderungen bei der Anwendung dieser Technik: dem zu kleinen Betriebsbereich, in dem eine solche Selbstzündung mit Otto-Kraftstoff möglich ist und einem harten Übergang zwischen der Kompressions- und der Fremdzündung. Diese Problematik möchte Madza mit der sogenannten SPCCI-Technik – übersetzt "Zündungsgesteuerte Kompressionszündung" – vorbeugen. Hierzu wird ein kontrollierter Druckanstieg im Brennraum durch eine Zündkerze erzeugt. Nähere Informationen verrät Mazda aktuell zu dieser Maßnahme noch nicht.

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Erstaunlich kultivierter Lauf

Blick in den getarnten Mazda3: AUTO BILD ist den Versuchswagen mit Skyactiv-X Motor gefahren.

Soweit die Theorie, AUTO BILD durfte fahren. Die Skyactiv-X Technik mit neuer Plattform und neuen Sitzen steckt in einer leicht getarnten Karosserie des aktuellen Mazda3, auch innen komplett verkleidet. Der Motor brummt hörbar, aber nicht unfreundlich. Irgendwas Besonderes? Nein, eigentlich nicht, das Geräusch klingt zwar etwas ungewohnt – irgendwie rau und beim Ausdrehen durchaus kräftig –  aber jedenfalls nicht nach Diesel. Der Motor nimmt gut Gas an, dreht etwa bis 6200 Touren, gleichmäßig, aber nicht übermäßig spontan. Auf einer Autobahn-Etappe haben wir über 190 km/h geschafft, störend laut war es auch dann nicht. Am Ende unserer Testrunde stand dann ein Verbrauch von 7,8 Litern auf der Anzeige. Das klingt jetzt nicht wirklich nach Revolution, aber wir geben es ja zu, wir waren auf der Testrunde wirklich sehr zügig unterwegs, wollten einfach sehen, wie der Motor reagiert, wie er dreht und waren häufig im Begrenzer. Realistische Testbedingungen sehen anders aus. Im Moment ist auch viel entscheidender: Der Skyactiv-X funktioniert – und zwar schon jetzt! 2019 geht es richtig los, dann startet der neue Mazda3.

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Auch GM testete diese Technik im Jahr 2007

Schon im Jahr 1949 experimentierte man mit der "homogenen Kompressionszündung". Als erstes Modell gilt der Lohmann-Motor, der als Hilfsmotor bei Fahrrädern zum Einsatz kam. Allerdings war dieser ein Zweitakter. Auch die Automobil-Industrie fasste das Konzept schon früher an. Opel entwickelte für GM einen Versuchsmotor im Jahr 2007. Auch er entstand auf Basis der HCCI Technik. Der GM Motor zündete bis zu einer Drehzahl von 3000 U/min selbst, danach setzte die Fremdzündung ein.

Autoren: Andreas Huber, Dirk Branke

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