Skoda-SUV Kodiaq (2016): Fahrbericht und Preis

Skoda-SUV Kodiaq (2016): Fahrbericht

— 14.11.2016

Erste Fahrt im Skoda Kodiaq

Mit dem Kodiaq wagt sich Skoda nach langem Zögern in neue SUV-Regionen. AUTO BILD ist jetzt das Serienmodell mit dem bärigen Namen gefahren!

Video: Skoda Kodiaq Vorstellung (2017)

So tickt der Kodiaq

Lange hat sich Skoda Zeit gelassen, um ein großes SUV in den Markt zu schicken, der mit Kia Sportage, Hyundai Tucson, Range Rover Evoque & Co immer noch satte Zuwachsraten generiert. Aber beim Mutterkonzern Volkswagen brauchte man so seine Zeit, um auch den günstigeren Tochtermarken grünes Licht zu geben, gegen den hauseigenen VW Tiguan oder den Audi Q3 anzutreten. Seat durfte das gerade vor ein paar Monaten mit dem Ateca – und nun also auch Skoda mit dem Kodiaq – benannt nach dem Kodiak-Bären. Die Tschechen zeigen mit dem Kompakt-SUV Yeti seit Jahren schon, dass sie SUV können.
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Aufgeräumter Fahrer-Arbeitsplatz mit 9,5 Zoll großen Display und analogen Skalen.

Dass die Erfolgsgeschichte auch mit dem Kodiaq weitergeht, darf getrost als sicher gelten: Es ist schon fast peinlich, wenn man beim Skoda Kodiaq auf die Suche nach Minuspunkten geht – und gerade mal darin fündig wird, dass die Türverkleidungen arg hohl klingen, wenn man daran klopft. Es gibt an diesem Auto einfach so gut wie nichts zu meckern. Gut, das Außendesign ist jetzt nicht unbedingt der absolute Eyecatcher – aber so klar und ehrlich, wie es bei einem SUV sein sollte und immerhin mit einem Cw-Wert von 0,33.

Skoda Kodiaq (2016): Marktstart, Motoren, Preis

Überschaubares Cockpit und viel Platz im Kofferraum

Video: Sitzprobe Skoda Kodiaq (2016)

Erste Sitzprobe im Kodiaq

Auch innen findet man wenig Spektakuläres: Aber einen intuitiv bedienbaren, großen Bildschirm in der Mitte des Cockpits, gewohnte Rundinstrumente mit einem digitalen Anzeigedisplay dazwischen, eine überschaubare und geordnete Zahl an Knöpfen und Schaltern, große, bequeme und passgenaue Sitze, ebenso in der zweiten Reihe, deren Abstand zu den Vordersitzen man ändern kann. Bei Bedarf ist eine dritte Sitzreihe bestellbar, die auch Erwachsenen zumindest für ein paar Dutzend Kilometer ausreichend Platz bietet. Der Laderaum ist geradezu üppig: Selbst mit drei Sitzreihen sind es noch 270 Liter, als Fünfsitzer 720 Liter und bei umgeklappter Rücksitzlehne kommt man auf bis zu 2.065 Liter. Als Zugfahrzeug bewegt der Kodiaq bis zu 2,5 Tonnen.

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Viel Platz auch für größere Passagiere in der zweiten Reihe. Optional gibt es auch eine dritte Reihe.

Mit seinen Abmessungen von 4697 mm in der Länge, 1882 mm in der Breite und 1676 mm Höhe inklusive Dachreling kratzt der Kodiaq zwar am oberen Ende des Kompaktsegments, ist aber nur unwesentlich länger als der vom Golf abgeleitete Octavia Combi. Er wirkt jedoch deutlich größer und massiger. Um so erstaunlicher, mit welcher Präzision und Leichtigkeit er sich selbst durch enge mallorquinischen Dorfstraßen zirkeln lässt, vorbei an geparkten Autos mit eingeklappten Rückspiegeln. Überhaupt, das Fahrverhalten. Lenkung und Fahrwerk gehören sicher zu den Highlights des Kodiaq. Die Lenkung arbeitet sehr präzise und das SUV hält unbeirrbar seine Spur – egal, ob es um die Kurve oder geradeaus geht. Lenkkorrekturen sind so selten nötig, dass es fast schon irritiert. Die Abstimmung der Federung lässt sich mit dem optionalen "Driving Mode Select" über mehrere Stufen zwischen sportlich und komfortabel einstellen.
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Das Fahrwerk ist komfortabel

Und komfortabel ist in diesem Fall auch komfortabel. Das Fahrwerk mit seiner variablen Dämferregelung bügelt jede Fahrbahnunebenheit so gekonnt weg, dass es einer E-Klasse Ehre machen würde. Ganz davon abgesehen kann der optionale Fahrmodus-Schalter in Zusammenarbeit mit dem 7-Gang-DSG noch deutlich mehr. Wer sportlich wählt, der muss sich ein agileres Handling nicht einfach nur vorstellen: Die Lenkung wird spürbar direkter, die Gasannahme deutlich schneller, die Gänge drehen beim Beschleunigen bis zum Anschlag und auch die Federung versteift sich binnen eines Sekundenbruchteils.

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Das Außendesign verdreht niemandem den Kopf, ist aber stimmig und zeitlos.

Fünf Motoren – zwei Diesel und drei Benziner – bietet Skoda zum Modellstart im Frühjahr 2017. Auch da gibt bereits der 150-PS-Motor ein sehr gutes Bild ab. Alle Motoren sind selbst bei flottem Beschleunigen sehr leise, Wind- und Abrollgeräusche ebenso kaum zu vernehmen. Der Benziner hängt etwas besser am Gas als die Diesel – aber bis zum Verkaufsstart wollen die Skoda-Ingenieure noch weiter an der Abstimmung zwischen Motor und Getriebe arbeiten. Was den Verbrauch angeht, so gibt Skoda für den bis zu 210 km/h schnellen und allradangetriebenen 190-PS-Diesel 5,7 Liter im offiziellen Durchschnitt an – real waren es bei normaler Fahrweise eher 8,0 Liter. Ähnlich der 150-PS-Benziner: Statt der angegebenen 6,8 Liter waren es knappe zwölf Liter auf 100 Kilometer.

Der Kodiaq startet bei 25.490 Euro

Schon ein Klassiker: Der Eiskratzer in der Tankklappe.

An Assistenzsystemen hat Skoda dem Kodiaq gleich ein ganzes Bündel mitgegeben – vieles optional, einiges aber auch ab Werk. Der Wagen ist durchgehend online. Ein System liefert dabei Informationen und Navigation in Echtzeit, mit Care Connect hat man über das Smartphone aus der Ferne Zugriff auf das Fahrzeug, schickt vor einem Wartungstermin die notwendigen Daten an die Werkstatt oder es hilft in einem Notfall. Zu den Fahrassistenzsystemen gehört neu der Rangierassistent für den Anhänger und eine Kamera die das Umfeld abbildet. Dazu kommen City-Notbremsfunktion, Fußgängerschutz und ein Dutzend weiterer Systeme. Die Preisspanne für den tschechischen Braunbären ist weit angelegt. Der Benziner mit 125 PS, 6-Gang-Handschaltung und Frontantrieb ist ab 25.490 Euro zu haben. Damit ist er ähnlich eingepreist wie ein kleinerer Tiguan und gut 6000 Euro teurer als der kleinere Seat Ateca (ab 19.990 Euro). Die teuerste Version als 190-PS-Diesel mit DSG und Allradantrieb kostet in der Style-Ausstattung ab 39.440 Euro. Und es dürfte anhand der Aufpreisliste ein Leichtes sein, den Preis weit über die 40.000-Euro-Grenze zu treiben.

Skoda-SUV Kodiaq: Fahrbericht

Autor: Jürgen Wolff

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