China-Autos im Test
So schlecht sind Chinas neue Autos

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Auf dem chinesischen Automarkt herrscht Goldgräberstimmung. Aber längst nicht alles, was in China glänzt, ist auch Gold. Wir sind ins Reich der Mitte gereist und haben neun neue Autos aus chinesischer Produktion getestet.
Der Fortschritt in China ist an jeder Ecke sichtbar. Noch vor ein paar Jahren war das Reich der Mitte ein Entwicklungsland, heute verstopfen Millionen neuer Autos die Straßen der glitzernden Metropolen wie Peking oder Shanghai. Die glänzende Fassade Chinas hat längst erste Risse bekommen. Das Land hält das rasante Wachstum kaum aus, der allgegenwärtige Smog ist das offensichtlichste Zeichen einer Politik, die nur eine Doktrin kennt: Wachstum um jeden Preis. Dass vor allem europäische Hersteller wie Volkswagen, Mercedes und BMW von der hohen Nachfrage nach Luxusgütern profitieren, ist der Zentralregierung mittlerweile ein Dorn im Auge. Erst kürzlich haben die Chinesen hohe Strafzölle für Oberklassefahrzeuge aus Europa verhängt. Es droht ein Handelskrieg, mit kaum abzusehenden Folgen für unsere Automobilwirtschaft. Denn die erreicht ihre ambitionierten Wachstumsziele trotz des schwachen Heimatmarkts vor allem wegen China. Wohin also steuert das Land? AUTO BILD beantwortet die wichtigsten Fragen.
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Neue China-Autos im Test

Der VW Lavida fährt mit betagter Golf-IV-Technik, war im Testfeld trotzdem das mit Abstand beste Auto.
Bild: Auto Bild China
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Wie wirken sich die jüngst verhängten Strafzölle auf Luxusautos für die Europäer aus? Vermutlich nur wenig. Alle europäischen Hersteller produzieren Fahrzeuge bis in die Oberklasse in China. So bieten Audi, BMW und Mercedes ihre Modelle A6, 5er und E-Klasse in China ausschließlich aus dortiger Produktion an. Diese Autos sind nicht von den Strafzöllen betroffen. Anders sieht es hingegen in der Luxusklasse aus. A8, 7er und S-Klasse werden ausschließlich in Deutschland gefertigt und nach China exportiert. Bereits heute sind 25 Prozent Strafzoll und eine Luxussteuer zu bezahlen. Dadurch sind die Limousinen schon jetzt extrem teuer. Ein Maserati Quattroporte kostet beispielsweise 330.000 Euro – zweieinhalbmal so viel wie bei uns. Trotzdem werden die Autos gekauft, denn wohlhabende Chinesen wollen sich mithilfe exklusiver Fahrzeuge von ihren Freunden unterscheiden. Da spielt der Preis eine untergeordnete Rolle. Die angedrohten Strafzölle haben also kaum Auswirkungen auf den Markt.
China ist der weltweit größte Markt für Luxusautos. Werden S-Klasse, 7er und A8 künftig also chinesischer? Das wird sich kaum vermeiden lassen, sagt Wirtschaftsanalyst Christoph Stürmer. "Autos wurden schon immer auf die Bedürfnisse der Käufer abgestimmt. Dass diese jetzt hauptsächlich in China sind, wird unsere Autos verändern." Das ist schon jetzt zu beobachten. Die neue Mercedes S-Klasse etwa ist zunächst als Langversion entwickelt worden. Chinesische Käufer lassen sich gern chauffieren. Besonderes Augenmerk wurde auf den Komfort im Fond gelegt. Von Massagesitzen bis zu Airbags in den Sicherheitsgurten, die liegende Passagiere schützen.
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Bild: Auto Bild China
Wird es bei Zwangs-Joint-Ventures für Europäer bleiben? Um in China Fahrzeuge produzieren zu dürfen, müssen ausländische Hersteller mit lokalen Anbietern zusammenarbeiten. So produziert BMW gemeinsam mit Brilliance 3er und 5er, Daimler ist Partner des chinesischen Herstellers BYD. Obwohl die massive Gefahr besteht, dass Know-how abwandert, haben sich die Europäer nicht von diesen Zwangs-Joint-Ventures abschrecken lassen. Zu verlockend sind die Milliardengewinne, die der chinesische Markt verspricht. "Wir sehen keine Anzeichen, dass die Zentralregierung hier etwas verändern wird", so Stürmer.
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Was tut China gegen den Smog in den Metropolen? Erstmals seit Jahren gibt es Anzeichen, dass die Regierung den Umweltschutz künftig ernster nimmt. "Wir können nicht auf Kosten der Umwelt produzieren, bauen und konsumieren", sagte Chinas Regierungschef Li Keqiang in Frühjahr. Ein Umdenken ist nötig, von den zehn Städten mit der höchsten Luftverschmutzung weltweit liegen sieben in China. Schnell wird es eine Veränderung allerdings nicht geben. Der Kampf gegen die Luftverschmutzung sei eine langwierige Aufgabe, so Li Keqiang. Smog gebe es nicht erst seit ein paar Tagen. "Eine Lösung braucht Zeit." Und obwohl die Feinstaubbelastung in den Städten vor allem an der Industrieproduktion und nicht an den Autos liegt, hat die Regierung im Frühjahr strengere Emissionsvorschriften für Fahrzeuge in den großen Metropolen verabschiedet.

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Bild: Auto Bild China
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Wie in Europa aber ist die Elektro-Euphorie bereits wieder schnell abgeebbt. "Die Käufer sind mit Preisen und Reichweite unzufrieden. Das wird sich erst ändern, wenn verbesserte Batterien auf den Markt kommen", so Stürmer. Die Zahlen geben ihm recht. Wie aus einer McKinsey-Studie hervorgeht, wurden in der Volksrepublik seit 2009 gerade einmal 10.000 Elektroautos verkauft. Das ist für die Regierung schmerzhaft, China hat nicht nur wegen der Umwelt aufs Elektroauto gesetzt. Die neue Antriebstechnologie, so hofften kommunistische Wirtschaftsstrategen, könnte dafür sorgen, dass die Karten in der Branche neu gemischt werden. Auf einen Schlag könnten BYD, FAW oder Dongfeng dann an Volkswagen und Toyota vorbeiziehen. Daraus wird wohl erst mal nichts.
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