Lamborghini Urus (2018): Infos, Preis, Test

Lamborghini Urus (2018): Infos, Preis, Test

Lamborghini Urus (2018): Test

— 04.12.2017

Lambo-SUV mit 650 PS

Der Lamborghini Urus kommt im Frühjahr 2018 mit 650 PS auf den Markt. AUTO BILD hat alle Infos zum schnellsten SUV der Welt – und den Fahrbericht!

Vorstellung: Das schnellste SUV der Welt
Interieur: Viel Leder und Carbon, dazu Großserientechnik
Fahren: Der Urus beschleunigt brutal
Ausstattung: Offroadpaket mit zwei neuen Fahrmodi
Connectivity: Zwei Bildschirme im Urus
Motoren: Lambo setzt erstmals auf einen Turbomotor
Technische Daten und Preis: Günstiger als ein Bentley Bentayga

Vorstellung: Das schnellste SUV der Welt

Von der Form könnte der Urus auch glatt als SUV-Coupé durchgehen.

Jetzt baut auch Lamborghini ein SUV! Mit dem Urus kommt der erste Gelände-Lambo seit dem LM002, von dem zwischen 1986 und 1993 nur 328 Stück gebaut wurden. Die Italiener sprechen beim Urus vom "ersten Super-SUV". Um diesem Ausdruck gerecht zu werden, kommt der Urus mit 650 PS und 850 Nm Drehmoment. Mit 305 km/h Topspeed löst der Urus den Bentley Bentayga (301 km/h) als schnellstes SUV der Welt ab. Erstmals in der Firmengeschichte setzen die Italiener dabei auf einen Turbomotor – die Sauger bleiben den Sportwagen vorbehalten. Optisch reiht sich das 5,11 Meter lange SUV ganz passabel in die Familie ein. Die Fensterlinie ist extra schmal, die Lufteinlässe an der Front sind riesig. Die Scheinwerfer haben die Lambo-typische Y-Signatur, die Motorhaube ist weit heruntergezogen, und der Kühlergrill bildet ein hexagonales Muster. Im Profil könnte der Urus auch glatt als SUV-Coupé durchgehen: Die Dachlinie fällt stark ab, während die hinteren Kotflügel stark ausgestellt sind. Eine Hommage an Countach und LM002 sind die hexagonalen Radhaus-Ausschnitte. Das Heck ist vergleichsweise schlicht designt, die zackigen Rückleuchten könnten wir auch bei den Sportwagen der Marke finden. Aber schon die Proportionen machen klar: So ganz ohne Hilfe hat Lambo den Urus nicht auf die Räder stellen können. Er basiert nämlich auf dem Audi Q8, der im Frühjahr 2018 präsentiert wird – inklusive flachem Dach, rahmenlosen Seitenscheiben und Motor.

Trotz aller Sportlichkeit soll der Urus aber auch Gelände können. Wer das optionale Offroad-Paket bucht, der bekommt die zusätzlichen Fahrmodi "Terra" (Offroad) und "Sabbia" (Sand). Den Namen Urus steuert traditionell ein spanischer Kampfstier bei. Im Frühjahr 2018 soll das Lambo-SUV an die ersten Kunden ausgeliefert werden und sich gegen Bentley Bentayga, Porsche Cayenne Turbo und Co durchsetzen. Den Basispreis für das italienische Super-SUV gibt Lamborghini mit 204.000 Euro an.

Interieur: Viel Leder und Carbon, dazu Großserientechnik

Passt: Hinten haben sogar Zweimeter-Männer ausreichend Platz – und das trotz der abfallenden Dachlinie.

Innen dominiert wieder das typische mit Rauten gefüllte Sechseck. Die Cockpit-Welt ist eine Orgie aus Leder satt und Carbon im Übermaß. Drinnen gibt es einen Mix aus Head-up-Display und Digitalanzeigen, die je nach Fahrmodus die Farbe wechseln und passende Informationen in den Mittelpunkt stellen. Besonders auffällig ist aber der massive Mitteltunnel, in den die zwei großen Displays integriert sind. Darunter befindet sich der markentypische rote Startknopf und der Wahlhebel des Automatikgetriebes. Selbst die Getränkehalter haben die Form eines Sechsecks. Gleichzeitig lässt sich auch im Innenraum die Ingolstädter Wahlverwandschaft nicht leugnen. Schalter, Bildschirme, selbst das Leder erinnern an den neuen A8. Und auch das Platzangebot mit Raum für zwei Meter große Passagiere auf der Rückbank zeugt von einer Großserienplattform. Trotzdem versucht Lamborghini, dem Urus einen eigenen Stempel aufzudrücken. So befindet sich auf der Mittelkonsole ein Schalter, mit dem sich sechs verschiedene Fahrprogramme wählen lassen – inklusive des aus den Sportwagen bekannten "Ego"-Modus. Der stellt das Fahrwerk auf betonhart, spitzt Motor und Getriebe an. Damit soll sich der Urus auf der Rennstrecke wohler fühlen als im Gelände.

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Fahren: Der Urus beschleunigt brutal

AUTO BILD ist bereits einen Prototypen des Urus gefahren. Wir drücken den Startknopf und der Lambo erwacht fauchend. Auf dem 6,2 Kilometer langen Handlingkurs von Nardò erreicht er am Ende der Geraden mal eben 255 km/h, knallt mit bis zu 1,5 g durch die Kurven, drückt einem bei Vollgas im kleinen Gang tiefe Dellen in die Wangen. Wenn sich 650 PS und 850 Nm entfalten, erlebt man das wie die Synthese aus Lachgaseinspritzung, Nachbrenner und einem brutalen Tritt in den Hintern. Mit Launch Control messen wir 3,35 Sekunden auf Tempo 100! Dieses Auto soll 2,2 Tonnen wiegen? Beim Fahren merkt man davon nichts. Nach kurzer Eingewöhnung kommt in jeder Kurve das Heck, wird der Lastwechsel zum Freund, zieht uns der V8 mit Drehmoment-Macht wiederholt gerade.

Der Urus soll 2,2 Tonnen wiegen? Beim Fahren merkt man davon nichts.

Die Fahreinstellungen werden über zwei halbrunde Ehrhebungen links und rechts der Start-Stopp-Taste getroffen. Lamborghini nennt die Schalter Tamburo, italienisch für Trommel, an die erinnern die beiden halbrunden Erhebungen. Die linke Trommel heißt Anima und definiert den Fahrmodus in sechs Stufen: Strada, Sport, Corsa (Rennstrecke), Terra, Sabbia (Sand) und Neve (Schnee). Das Gegenüber heißt Ego und regelt Antrieb, Lenkung und Dämpfer. Wir haben uns vom Start weg in Corsa verliebt und waren nur offroad in Terra unterwegs. Corsa schärft alle Systeme von der Schlupfregelung über das Stabilitätsprogramm bis zum Ansprechverhalten von Lenkung, Bremse und Fahrwerk. Das Ergebnis ist ein Cocktail aus definiertem Rutschen, leichtem Unter- bis Übersteuern, zackigen Richtungswechseln und schneller Verzögerung. Also alles perfekt? Na ja, die Achtstufen-Wandlerautomatik packt die Gangwechsel zu sehr in Watte, das Ansprechverhalten des doppelt aufgeladenen V8 ist mehr Audi als Lambo, in sehr schnellen Kurven kommt schon mal leichte Unruhe in den Vorderwagen, während die Lenkung im Slalom leicht verhärtet.

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Ausstattung: Offroadpaket mit zwei neuen Fahrmodi

Lamborghini bietet den Urus nur mit dem neuentwickelten V8-Biturbo an. Allradantrieb ist genauso Serie wie die vom Aventador S bekannte Hinterachslenkung. Über den neuen "Tamburo" können im Urus die Fahrmodi ausgewählt werden. Serienmäßig sind die Modi "Strada", "Sport", "Corsa" und "Neve" (Schnee) an Bord. Auf Wunsch gibt es das aufpreispflichtige Offroadpaket mit den zusätzlichen Fahrprogrammen "Terra" (Offroad) und "Sabbia" (Sand). Neu bei Lambo ist der elektromechanische Wankausgleich. Hinter den mindestens 21-Zoll-Felgen verbauen die Italiener serienmäßig eine Carbon-Keramik-Bremse mit 440 Millimeter großen Scheiben an der Vorderachse. Die extragroße Bremse soll das knapp 2200 Kilo schwere SUV in nur 33,7 Metern von 100 km/h auf null abbremsen. Auf Wunsch gibt es für den Urus ab Werk bis zu 23 Zoll große Felgen mit Pirelli-Reifen für verschiedene Einsatzgebiete. Im Innenraum stattet Lambo den Urus serienmäßig mit zwölffach elektrisch einstellbaren Sitzen aus. Als Extra sind 18-fach einstellbare Sitze mit Belüftung und Massage erhältlich. Passend dazu lässt sich der Urus mit zwei Einzelsitzen im Fond bestellen, serienmäßig kommt das SUV als Fünfsitzer. Keyless-Go und eine elektrische Heckklappe gehören zur Serienausstattung.

Connectivity: Zwei Bildschirme im Urus

Der Urus bekommt das LIS genannte Infotainment-System mit zwei Bildschirmen.

Ab Werk hat der Urus das LIS genannte Infotainmentsystem mit zwei Bildschirmen an Bord. Während der obere Touchscreen für Navi, Radio und Co zuständig ist, werden über den unteren Bildschirm Klimaanlage und andere Funktionen gesteuert. Die Connectivity-Möglichkeiten des Lamborghini Smartphone Interface (LSI) sind vielfältig: Apple CarPlay, Android Auto und Baidu Carlife sind an Bord. Sprachsteuerung, USB und Bluetooth sind Serie im Urus. Features wie TV-Tuner, DAB-Empfang, Head-up-Display und Fond-Entertainment kosten Aufpreis. Auch das 1700 Watt starke B&O-Soundsystem mit 21 Lautsprechern geht extra. Bei den Assistenzsystemen gibt die Aufpreisliste nicht viel her: Fernlichtassistent, Topview-Kamera und ein paar Kleinigkeiten wie der Tempomat.

Motor: Lambo setzt erstmals auf einen Turbomotor

Zum ersten Mal in der Firmengeschichte bieten die Italiener ein Serienmodell mit Turbomotor an. Der Grund laut Lamborghini: Turbomotoren haben den Vorteil, dass schon bei niedrigen Drehzahlen ein großes Drehmoment anliegt – ideal im Gelände. Natürlich dürften hier aber auch Verbrauchs- und Emissionswerte eine Rolle spielen. Beim dritten Modell setzt Lamborghini auf den dritten Motor: V12-Sauger im Aventador S, V10-Sauger im Huracán und V8-Biturbo im Urus. Beim Vierliter-V8 handelt es sich nicht um eine Neuentwicklung, sondern um den von Audi gemeinsam mit Bentley entwickelten Motor. Im Urus leistet er 650 PS, wuchtet 850 Newtonmeter auf die Kurbelwelle. Im Zusammenspiel mit dem serienmäßigen Allradantrieb und der Achtstufen-Automatik ergeben sich Fahrleistungen, die das Markenemblem rechtfertigen. So kommt der Urus auf eine Literleistung von 162,7 PS und ein Leistungsgewicht von 3,38 Kilo pro PS. Von 0 auf 100 km/h braucht der knapp 2,2 Tonnen schwere Lambo 3,6 Sekunden, 200 km/h liegen nach 12,8 Sekunden an. Aber der Urus kann auch anders: Um den angegebenen Verbrauch von 12,7 Litern pro 100 Kilometer zu schaffen, verfügt der V8 über Zylinderabschaltung.

Lamborghini Urus (2018): Infos, Preis, Test

Technische Daten und Preis: Günstiger als ein Bentley Bentayga

Lamborghini Urus • V8-Benziner • Hubraum: 3996 ccm • Leistung: 478 kW (650 PS) bei 6000 U/min • max. Drehmoment: 850 Nm von 2250 bis 4500 U/min • Beschleunigung: 0-100 km/h in 3,6 s • Topspeed: 305 km/h • Gewicht: 2200 kg • Verbrauch: 12,7 l/100 km • Preis: ab 204.000 Euro.

Mit einem Grundpreis von 204.000 Euro ist der Lamborghini Urus etwas günstiger als der Bentley Bentayga, der mit dem 608 PS starken W12 aktuell bei 208.488 Euro startet.

Autoren: Jan Götze, Stefan Voswinkel, Georg Kacher

Stichworte:

SUV Sportwagen

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