Marktstart und Preis: Neuauflage kommt ab Juni in den Handel

Kia hat den neuen Niro vorgestellt. Das SUV bekommt einen komplett neuen, kantigeren Look und einen modernen, reduzierten Innenraum mit großen Displays und nachhaltigen Materialien. Wie beim Vorgänger stehen drei Antriebe zur Wahl: ein Hybrid, ein Plug-in-Hybrid und eine vollelektrische Variante. Letztere heißt mit dem Generationswechsel "Niro EV". Beide Hybrid-Versionen rollen ab Juni 2022 zu den Händlern, der rein elektrische Niro (in Zukunft nur noch als 150-kW-Variante) kommt einen Monat später im Juli 2022 in die Showrooms. 
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Wegen der umfangreichen Änderungen steigen die Preise des Niro. Der Hybrid kostet ab ca 31.000 Euro, für den Plug-in Hybriden beginnen die Preise bei rund 37.000 Euro. Der batterieelektrische Niro EV kostet als "Edition 7" mindestens 39.990 Euro.

Design: Neuer Niro mit mehr Ecken und Kanten

Das Design der Neuauflage orientiert sich klar am 2019 gezeigten Showcar Habaniro. Der neue Niro behält zwar seine Grundform, ist aber deutlich kantiger als das aktuelle Modell. Die Front wirkt mit ihren verschiedenen parallelen Linien ruhiger und mutiger. Sehr unkonventionell ist dabei die Gestaltung der Scheinwerfer. Das Tagfahrlicht ist eine stilisierte Version der menschlichen Herzschlagkurve, die verwinkelte "Heartbeat"-Signatur. Darüber sind Fern-, Abblendlicht und Blinker angeordnet. Mit ein bisschen Fantasie lässt der Niro den Kia-typischen Tigernasengrill als Design-Element erkennen, verlässt aber spätestens mit den extravaganten Leuchtgrafiken der Scheinwerfer den Pfad der Eintönigkeit.
Kia Niro
Die Rückleuchten wurden scheinbar direkt von der Studie Habaniro, die Kia auf der New York Auto Show 2019 vorgestellt hat, übernommen.
Während der Vorgänger die klassische SUV-Beplankung an Radhäusern und Schwellern trägt, sind beim Neuen die Radhäuser und die unteren Bereiche der Türen vor Stößen und Kratzern geschützt. Seitlich ist es vor allem die farblich abgesetzte C-Säule, die für Aufmerksamkeit sorgt. Weit mehr als nur Show: Die C-Säule steht frei und wird innen wie außen vom Fahrtwind umströmt – ein bisschen wie beim Ford GT. Nicht minder extravagant sind die Rückleuchten, die sich eng an die C-Säule schmiegen und ein Blechbogen in der Kofferraumklappe, der an den großen Bruder des Niro, den Kia EV6 denken lässt.

Abmessungen: Das SUV wächst in alle Richtungen

Die neue Generation legt in allen Richtungen etwas zu. Der neue Niro ist 65 Millimeter länger, 20 mm breiter, 10 mm höher und weist einen um 20 mm verlängerten Radstand auf. Die Kofferräume sind bei den drei Motor-Varianten unterschiedlich und reichen von 398 Litern (PHEV) über 451 Liter (Hybrid) bis zu 475 Liter (Niro EV). Die rein elektrische Version verfügt zudem noch über einen 20-Liter-Frunk für Ladeutensilien. Die Abmessungen im Überblick:
• Länge: 4420 mm
• Breite: 1825 mm
• Höhe: 1545 mm
• Radstand: 2720 mm
• Kofferraum (Niro EV): 475 Liter/1392 Liter

Innenraum: Niro glänzt mit guten Platzverhältnissen vorne und hinten

Im Innenraum glänzt der neue Niro mit guten Platzverhältnissen – vorne UND hinten, was an dieser Stelle besonders hervorgehoben werden muss. Denn der AUTO BILD-Tester kann mit seinen fast zwei Metern auch auf der Rückbank noch gut sitzen. 
 
Kia Niro
Viel Platz für Große bietet der Fond. Selbst mit einer Körpergröße von 1,95 Metern kann man hier gut sitzen.

Das Cockpit ist modern gestaltet und erinnert insgesamt an das Elektroauto EV6. Auch der Niro bekommt eine neue, durchgehende Bildschirmlandschaft. Die beiden Displays für Tacho und Infotainment sind nebeneinander angeordnet und jeweils 10,25 Zoll groß. Zusätzlich gibt es noch ein zehn Zoll großes Head-up-Display.
 
Kia Niro
Der Innenraum ist komplett neu gestaltet und orientiert sich stark am vollelektrischen Kia EV6.
Auch das Lenkrad und die sogenannte "Multi Mode"-Bedienleiste sind direkt vom Markenbruder übernommen worden. Letztere besteht aus zwei Drehreglern und einer Reihe Sensortasten, die doppelt belegt sind. Damit lassen sich sowohl wichtige Infotainmentfunktionen als auch die Klimaanlage steuern, umgeschaltet wird per Fingertip. Das Design der Mittelkonsole ist genauso reduziert. Statt des klobigen Automatikwahlhebels des Vorgängers dient jetzt ein Drehrad zur Wahl der Fahrstufen.

Entspannungssitz für den Beifahrer

Die neuen Sitze sind nicht nur schlanker, die Rücklehnen der beiden Vordersitze sind auch noch mit Kleiderbügeln, Ablagetaschen und USB-C-Anschlüssen ausgerüstet. Für den Beifahrer gibt es zudem einen speziellen Entspannungssitz, der sich auf Knopfdruck in eine bequeme Liegeposition stellen lässt. Im Innenraum kommen verschiedenste recycelte Materialien zum Einsatz. Der Dachhimmel besteht aus aufbereiteten Tapeten und fühlt sich an wie Pappmaché. Die Sitzbezüge sind aus Bio-Kunstleder und aufbereiteten Eukalyptusblättern gefertigt. Der Lack der Türverkleidungen kommt ohne sogenannte BTX-Aromate (umweltschädliche Lösungsmittel) aus.

Ausstattung: Kia bietet künftig mehr Assistenten für den Niro an

Für die neue Generation wird das Angebot an Assistenzsystemen erweitert. Der Frontkollisionswarner mit Bremseingriff erkennt nun nicht mehr nur Fahrzeuge, Fußgänger und Radfahrer vor dem Auto, sondern auch Querverkehr. Beispiel Linksabbiegen: Ist der Blinker gesetzt, warnt der Niro vor entgegenkommenden Fahrzeugen und bremst notfalls. Genauso reagiert das System, wenn beim Überqueren von Kreuzungen die Gefahr eines Unfalls mit Autos besteht, die von der Seite kommen. 
Kia Niro
Neue Assistenten sorgen für mehr Sicherheit, aber auch für mehr Komfort: Auf Wunsch parkt der Niro automatisch in enge Lücken ein.
Ein intelligenter Geschwindigkeitsassistent zeigt Tempolimits an und kann diese automatisch in die Geschwindigkeitsregelanlage übernehmen. In enge Querparklücken und Garagen fährt das Auto selbstständig per Fernbedienung mit dem Remote-Parkassistent. Außerdem sind unter anderem ein Ausstiegs-, ein Autobahn- und ein aktiver Toterwinkelassistent mit Lenk- und Bremseingriff hinzugekommen.

Antriebe: PHEV wird stärker und kommt rein elektrisch weiter 

Wie den Vorgänger wird Kia auch die neue Generation nicht ausschließlich als vollelektrische Version, sondern weiterhin auch mit Hybridantrieb anbieten – und zwar als Voll- und Plug-in-Hybrid. Die Leistung des Vollhybrids bleibt gleich: Der 1,6-Liter-Vierzylinder mit 77 kW (105 PS) wird von einem 32 kW starken Elektromotor unterstützt, zusammen bringen sie es auf 104 kW (141 PS). Kia hat aber angekündigt, dass der überarbeitete Verbrenner nun sparsamer arbeitet und der Hybrid etwas schneller beschleunigen soll.

Dank stärkerem E-Motor kommt der Plug-in-Hybrid auf 183 PS

Der Plug-in-Hybrid behält den bekannten 1,6-Liter-Benziner, bekommt aber einen stärkeren Elektromotor. Der leistet nun 17,5 kW mehr und kommt somit auf 62 kW. Damit erhöht sich die Systemleistung von 141 auf 183 PS. Wie erwartet, erhält er auch einen größeren Akku. Der fast nun 11,1 kWh (Vorgänger: 8,9 kWh). Davon profitiert natürlich die rein elektrische Reichweite. Der kombinierte WLTP-Verbrauch weist eine Reichweite von 65 Kilometern aus. Die Vorgängergeneration schaffte 49 Kilometer.

Etwas mehr Reichweite für den vollelektrischen Niro

Den vollelektrischen Niro gibt es nur noch in der stärkeren Variante. Die Leistung bleibt mit 150 kW (204 PS) gleich. Der Akku wird mit nun 64,8 kWh minimal größer, beim Vorgänger sind es glatte 64 kWh. Und auch die Reichweite wächst etwas: 463 Kilometer sollen nun mit vollgeladener Batterie drin sein, also acht Kilometer mehr als beim Vorgänger. An einem Schnelllader dauert es 45 Minuten, den Akku von zehn auf 80 Prozent zu füllen. Zudem ist die Batterievorkonditionierung nun serienmäßig im Niro EV an Bord.

Hybride bekommen eine neue Funktion

Beide Hybride sind mit einer neuen Funktion ausgestattet, die an bestimmten Orten automatisch auf reinen Elektroantrieb umschaltet. Die Daten liefern das Navi und Fahrgewohnheiten. Der sogenannte "Greenzone Drive Mode" aktiviert sich zum Beispiel in der Nähe von Krankenhäusern, Schulen und Kindergärten, aber auch an häufig angesteuerten Orten wie dem Zuhause oder dem Arbeitsplatz des Fahrers.