Marktstart und Preis

Nach VWs erstem Elektroauto auf MEB-Basis, dem ID.3, haben die Wolfsburger den ID.4 präsentiert. Das Elektro-SUV soll vor allem praktisch sein und kommt deshalb auch mit Dachreling (75 Kilo Dachlast) und Anhängerkupplung. Der ID.4 steht bereits bei den Händlern. Derzeit gibt es ihn nur mit 204 PS und großem 77-kWh-Akku, die Preise starten bei 44.450 Euro (Ersparnis bei carwow.de bis zu 10.688 Euro). Davon geht aber noch die Umweltprämie ab. Im Laufe des Jahres 2021 folgen dann weitere Ausstattungen und schwächere Motoren. Dann wird der Basispreis unter 37.000 Euro liegen.

Bis zu 520 Kilometer Reichweite

VW bietet den ID.4 derzeit nur mit einem Motor an: 204 PS (150 kW) und 310 Nm stark. Die Leistung überzeugte in unserem ersten Check. Noch 2021 sollen drei schwächere Varianten folgen. Die Basis bildet ein Motor mit 148 PS und 220 Nm, dann kommt eine Variante mit 170 PS und 235 Nm sowie ein Aggregat mit 175 PS und 310 Nm. Serienmäßig ist das SUV mit Hinterradantrieb ausgestattet, später soll es aber auch noch einen Allradantrieb geben. Die Höchstgeschwindigkeit ist wie üblich auf 160 km/h limitiert, um Energie zu sparen. Während die beiden schwächeren Motoren mit einer 55 kWh großen Batterie ausgestattet sind (soll für 360 Kilometer reichen), kommen die stärkeren mit einem 77 kWh fassenden Stromspeicher. Der hat eine Reichweite von bis zu 520 Kilometer und lädt dank Schnellladetechnik binnen einer halben Stunde wieder neue Energie für 320 Kilometer.
VW ID.4  !! SPERRFRIST 23. September 2020  17 Uhr !!
Insgesamt sind vier Leistungsstufen zwischen 148 und 204 PS im Angebot.

Größer als der Tiguan

Das Design des ID.4 ist ansprechender als das des kugeligen, leicht schüchtern wirkenden ID.3. Möglicherweise auch, weil es konventioneller ist. Die Front baut hoch und steht beinahe senkrecht. Die typische ID-Lichtsignatur (gegen Aufpreis gibt es Matrix-LED), bei der die beiden Scheinwerfer durch ein LED-Band miteinander verbunden sind, ist etwas aggressiver gestaltet als beim ID.3. In die Schürze mit großem unterem Lufteinlass ist ein angedeuteter Unterfahrschutz integriert.
Die Türgriffe stehen nicht hervor, sondern sind bündig mit der restlichen Tür. Das wirkt sehr edel. Das Heck, mit Dachkantenspoiler und schmaler Heckscheibe erinnert etwas an den Range Rover Evoque. Die dunkel abgesetzte Schürze reicht recht weit hoch und auch hier ist wieder ein Unterfahrschutz angedeutet. Die Rücklichter haben in der höchsten Ausstattung eine eigene 3D-Signatur. Dabei sind die einzelnen, viereckigen Elemente, unter dem dunklen Glas hintereinander angeordnet. Auch hier schafft wieder ein durchgehendes LED-Band eine Verbindung.
VW ID.4  !! SPERRFRIST 23. September 2020  17 Uhr !!
Die Rücklichter des elektrischen VW ID.4 haben eine eigene 3D-Signatur.
Dank Hinterradantrieb kommt das Elektroauto mit einem Wendekreis von 10,20 Meter aus und ist damit Kompaktwagen-Niveau. Von den Dimensionen her sortiert sich der ID.4 zwischen dem Tiguan und dessen Allspace-Variante ein:
● Länge: 4584 mm
Breite: 1852 mm
Höhe: 1640 mm
Radstand: 2771 mm
Kofferraum: 543 Liter/1575 Liter
Anhängelast: 1200 kg/750 kg Stützlast

Softtouch und größerer Zentralbildschirm

AUTO BILD hat die Sitzprobe im ID.4 gemacht. Der Innenraum stammt fast eins zu eins aus dem ID.3. Deshalb fällt auch beim ID.4 das Instrumentendisplay etwas klein aus. Die Fahrstufen werden ebenfalls durch einen direkt daran anschließenden Schalter eingelegt. Es gibt zwar einen Start-Knopf an der Lenksäule, doch den benötigt man nicht, um das Auto zu starten. Mit dem Einlegen der Fahrstufe "D" oder "B" fährt das Auto los, um es auszuschalten reicht es, das Eingang-Getriebe auf "P" zu stellen. Der Zentralbildschirm auf dem Armaturenbrett wächst auf bis zu zwölf Zoll, serienmäßig ist er zehn Zoll groß. Außerdem wurden beim ID.4 einige Dekore angepasst und das Armaturenbrett kommt jetzt mit Softtouch.
VW ID.4  !! SPERRFRIST  	23. September 2020	17:00 Uhr !!
Der Innenraum stammt fast eins zu eins aus dem ID.3 – die Materialien sind etwas hochwertiger.
Natürlich auch hier an Bord: Das Head-up-Display mit Augmented Reality und das ID.Light. Das Lichtband vor der Windschutzscheibe gibt optische Rückmeldungen, wenn man den Sprachassistenten nutzt, zeigt den Ladestand der Batterie visuell, warnt bei Gefahr in Rot und unterstützt bei der Navigation. Abbiegehinweise werden beispielsweise durch ein in die entsprechende Richtung laufendes Licht angezeigt. Typisch Elektroauto bietet das SUV ordentlich Platz. Auch in der hinteren Reihe ist das Raumgefühl sehr gut, mit dem optionalen Panorama-Glasdach wird das natürlich noch besser. Weil der ID.4 vor allem praktisch sein soll, passen auf die Rückbank drei Kindersitze nebeneinander.
Fazit von Katharina Berndt: Unter den beiden MEB-Elektroautos von VW gefällt mir das Design des ID.4 besser, er ist einfach deutlich präsenter. Im Innenraum sind die Materialien angenehm, es gibt richtig viel Platz. Plus die hohe Sitzposition beim SUV. Schade nur, dass VW nicht auch das Instrumentendisplay einen Tick größer gemacht hat.

ID.4 GTX dürfte 306 PS bekommen

Statt GTI heißen die Sportmodelle der VW-Elektroautos GTX. VW hat jetzt in einer Pressemitteilung zu den Flottenemissionen bestätigt, dass der ID.4 GTX kommen wird – und zwar noch 2021. Gerüchteweise wird das SUV dann als 306 PS starke Allradvariante an den Start rollen mit je einem Motor pro Achse. Das soll den Sport-ID.4 in 6,2 Sekunden auf 100 km/h befördern, mehr als zwei Sekunden schneller als die reguläre Version, die 8,5 Sekunden für den Sprint benötigt. Das dürfte aber auf Kosten der Reichweite gehen. Es wird gemunkelt, dass der GTX 50 Kilometer einbüßt, also mit dem großen 77-kWh-Akku nur noch 470 Kilometer schafft. Optisch ist mit veränderten Schürzen und exklusiven Felgen zu rechnen, technisch dürften das Fahrwerk, die Lenkung, die Bremsanlage und möglicherweise auch das Ansprechverhalten des Motors angepasst werden. Der ID.4 GTX könnte noch im Frühjahr 2021 vorgestellt werden und spätestens im Herbst in den Verkauf gehen.